Appeal dismissed for lack of standing in debt enforcement

RT170048Obergericht07.03.2017Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Zurich Cantonal Court dismissed the debtor's appeal against a first-instance summary debt-enforcement order that had merely required the creditor applicant to pay a CHF 100 cost advance. The court held that only a party adversely affected by a decision has standing to appeal. Because the challenged order imposed no obligation on the debtor/appellant and caused it no disadvantage, the appeal was inadmissible. The court waived court costs for the appeal proceedings and denied any party compensation to the applicant.

Omnilex-Regeste

Standing to appeal; adverse effect as admissibility requirement: only a party whose legal position is detrimentally affected by the challenged decision has a protected interest in its modification and is therefore entitled to appeal. Where the contested order imposes obligations exclusively on the opposing party and creates no disadvantage for the appellant, the appeal is inadmissible ex officio. In such a case, the appellate court may waive the imposition of costs and deny party compensation when no substantial effort was required (consid. 2–3).

Gesamter Gesetzestext

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Geschäfts-Nr.: RT170048-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, Oberrichterin Dr. M. Schaffitz und Oberrichter lic. i ur. M. Spahn sowie Gerichtsschreiber lic. i ur. A. Baumgartner Beschluss vom 7. März 2017

i n Sachen

A._____ AG, Gesuchsgegnerin und Beschwerdeführerin

gegen

Stato del Cantone Ticino, Gesuchsteller und Beschwerdegegner

vertreten durch Ufficio esazione e condoni

betreffend Rechtsöffnung (Kostenvorschuss)

Beschwerde gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Uster vom 13. Februar 2017 (EB170069-I)

Erwägungen: 1. a) Die Parteien stehen vor Erstinstanz in einem Rechtsöffnungsverfahren. Mit Verfügung vom 13. Februar 2017 wurde dem Gesuchsteller und Beschwerde- gegner (fortan Gesuchsteller) eine Frist von vierzehn Tagen angesetzt, um für die mutmasslichen Spruchgebühren bei der Bezirksgerichtskasse Uster einen Kos- tenvorschuss von Fr. 100.– zu lei sten (Urk. 2 S. 2 f. Dispositivziffer 1). b) Mit am 28. Februar 2017 rechtzeitig der Post übergebener Eingabe erhob die Gesuchsgegnerin und Beschwerdeführerin (fortan Gesuchsgegnerin) gegen obgenannte Verfügung Beschwerde mit dem sinngemässen Antrag, die Rechts- öffnung sei abzuweisen (Urk. 1, Urk. 3/1). 2. a) Die Beschwer ist Zulässigkeitsvoraussetzung jedes Rechtsmittels. Das Erfordernis der Beschwer hat die Wirkung, dass nur derjenige zur Erhebung eines Rechtsmittels befugt ist, welcher ein (von der Rechtsordnung geschütztes, d.h. ein schutzwürdiges) Interesse (tatsächlicher oder rechtlicher Natur) an der Abän- derung eines erstinstanzlichen Entscheids besitzt. Fehlt es an der von Amtes we- gen zu prüfenden Beschwer, ist auf das erhobene Rechtsmittel nicht einzutreten (Reetz, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., Vorbemerkun- gen zu den Art. 308-318 N 30 m.w.H.). b) Die Gesuchsgegnerin wurde durch die angefochtene Verfügung zu nichts verpflichtet, da nicht sie, sondern der Gesuchsteller den Kostenvorschuss von Fr. 100.– zu leisten hat. Ihr ist deshalb durch die angefochtene Verfügung kein Nachteil entstanden. Auf die Beschwerde der Gesuchsgegnerin ist demnach mangels Beschwer nicht einzutreten. 3. Es rechtfertigt sich, für das Beschwerdeverfahren umständehalber auf Kostenerhebung zu verzichten. Mangels wesentlicher Umtriebe ist dem Gesuch- steller für das Beschwerdeverfahren sodann keine Entschädigung zuzusprechen.

Es wird beschlossen: 1. Auf die Beschwerde der Gesuchsgegnerin wird nicht eingetreten. 2. Es werden für das Beschwerdeverfahren keine Kosten erhoben. 3. Dem Gesuchsteller wird für das Beschwerdeverfahren keine Parteientschä- digung zugesprochen. 4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien und die Vorinstanz, an den Gesuch- steller und die Vorinstanz je unter Beilage einer Kopie der Urk. 1 und 3/1-4, je gegen Empfangsschein. 5. Ei ne Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde ri chten si ch nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG. Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert der Haupt- sache beträgt Fr. 98.25. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

Züri ch, 7. März 2017

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. A. Baumgartner

versandt am: sf

Schlagwörter

standing to appealadmissibilitycost advancedebt enforcementsummary proceedingscostsparty compensation

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Admissibility of the debtor's appeal against the cost-advance order

Extrahierter Entscheid

The appeal is inadmissible because the appellant was not adversely affected by the order; the payment obligation concerned only the applicant, not the appellant.

Extrahierte Begründung

Standing to appeal requires a protected interest in modification of the lower-court decision. Since the challenged order imposed no duty on the appellant and caused no disadvantage, the appeal had to be rejected without examination on the merits.

Kernrechtsfrage

Court costs and party compensation for the appeal proceedings

Extrahierter Entscheid

No court costs are charged and no party compensation is awarded due to the circumstances and absence of significant efforts.

Extrahierte Begründung

The appellate court found the circumstances justified waiving costs and noted that the applicant had not incurred compensable efforts.

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