Late and insufficient appeal in legal opening case

RT160032Obergericht02.03.2016Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Zurich Cantonal Court of Appeal dealt with an appeal against a first-instance judgment granting definitive legal opening. It held that the debtor's appeal was filed after the ten-day statutory deadline and, in any event, did not satisfy the mandatory formal requirements because it contained no prayer for relief and no substantiated challenge to the lower court's reasoning. The court therefore did not enter into the appeal. The appellant was ordered to pay the second-instance fee of CHF 250, and the respondent received no compensation.

Omnilex-Regeste

Art. 319 ff. ZPO, Art. 321 ZPO; appeal against a summary legal-opening decision: the ten-day period is a statutory, non-extendable deadline. In appeal proceedings, the appellant must set out concrete prayers for relief and specifically attack the reasons of the challenged decision; failure to do so constitutes a non-entry ground. Supplementation of the deficient reasoning after expiry of the appeal period is inadmissible. Where no substantial effort has been incurred by the respondent, no party compensation is awarded; costs are imposed on the unsuccessful appellant (consid. 2–3).

Gesamter Gesetzestext

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Geschäfts-Nr.: RT160032-O/U

Mitwirkend: Oberrichter Dr. H.A. Müller, Vorsitzender, Oberrichter lic. i ur. M. Spahn und Oberrichter Dr. M. Kriech sowie Gerichtsschreiber lic. i ur. A. Baumgartner Beschluss vom 2. März 2016

i n Sachen

A._____,

Gesuchsgegner und Beschwerdeführer

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,

Gesuchstellerin und Beschwerdegegnerin

betreffend Rechtsöffnung

Beschwerde gegen ein Urteil des Einzelgerichts Audienz am Bezirksgericht Zürich vom 6. Januar 2016 (EB151821-L)

Erwägungen: 1. a) Mit Urteil vom 6. Januar 2016 erteilte die Vorinstanz der Gesuchstelle- rin und Beschwerdegegnerin (fortan Gesuchstellerin) in der Betreibung Nr. ... des Betreibungsamtes Zürich 9 (Zahlungsbefehl vom 24. April 2015) gestützt auf vier rechtskräftige Nachtragsverfügungen der Gesuchstellerin vom 19. Dezember 2014 (Urk. 3/1) definitive Rechtsöffnung für Fr. 12'481.60 nebst Zi ns zu 5 % seit 20. Dezember 2014 sowie Fr. 2'789.25 Verzugszinsen. Im Mehrbetrag wurde das Gesuch abgewiesen (Urk. 19). b) Mit fristgerechter Eingabe (am 11. Februar 2016 zur Post gegeben) reich- te der Gesuchsgegner und Beschwerdeführer (fortan Gesuchsgegner) hierorts kommentarlos das obgenannte Urteil ein (Urk. 19 f.). Am 15. Februar 2016 gab er sodann eine weitere Eingabe vom 13. Februar 2016 zur Post, aus welcher hervorgeht, dass er mit der am 11. Februar 2016 zur Post gegebenen Eingabe einen Rekurs erheben will (Urk. 18 zuunterst). 2. a) Das angefochtene Urteil ist mit dem Rechtsmittel der Beschwerde ge- mäss Art. 319 ff. ZPO anfechtbar (Art. 319 lit. a ZPO i.V.m. Art. 309 lit. b Ziff. 3 ZPO), weshalb die beschliessende Kammer vorliegend ein Beschwerdeverfahren eröffnet hat. b) Gemäss Art. 321 Abs. 1 und 2 ZPO ist die Beschwerde bei der Rechtsmi t- teli nstanz i nnert zehn Tagen seit der Zustellung des begründeten Entscheides schriftlich und begründet einzurei chen, sofern ei n i m summari schen Verfahren er- gangener Entscheid angefochten wird. Das summarische Verfahren gilt insbe- sondere für Entscheide, die vom Rechtsöffnungsgericht getroffen werden (Art. 251 lit. a ZPO). Vorliegend hat der Gesuchsgegner das angefochtene Urteil am 1. Februar 2016 entgegengenommen (vgl. Urk. 14b). Die Beschwerdefrist ist daher am 11. Februar 2016 abgelaufen. Bei den in Art. 321 ZPO genannten Fris- ten handelt es sich um gesetzliche Fristen, an die das Gericht gebunden i st und die nicht erstreckt werden können (Art. 144 Abs. 1 ZPO; Freiburghaus/Afheldt, i n: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivil-

prozessordnung [ZPO], 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2016, Art. 321 N 5). Die er- gänzende Eingabe des Gesuchsgegners vom 13. Februar 2016 (Urk. 18) ist da- her als verspätet zu betrachten. Sie findet im vorliegenden Beschwerdeverfahren kei ne Berücksi chti gung. c) ca) Die Beschwerde gemäss Art. 319 ff. ZPO hat konkrete Rechtsbegeh- ren zu enthalten, aus denen hervorgeht, in welchem Umfang der vorinstanzliche Entscheid angefochten wird. Die Beschwerde führende Partei hat sodann im Ein- zelnen – in der Beschwerdebegründung selbst – darzulegen, an welchen Mängeln (unrichtige Rechtsanwendung, offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachver- halts) der angefochtene Entscheid ihrer Ansicht nach leidet (Freiburghaus/Afheldt, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, a.a.O., Art. 321 N 14 f.). Erfüllt die Beschwerde grundlegende Inhaltsanforderungen nicht, fehlt es an einer Eintretensvoraussetzung und die Rechtsmittelinstanz hat darauf nicht einzu- treten. Inhaltliche Nachbesserung der Begründung ist nach Ablauf der Beschwer- defrist nicht zulässig (Sterchi, in: Berner Kommentar zur ZPO, Band II, Bern 2012, Art. 321 N 22). cb) Die am 11. Februar 2016 zur Post gegebene Eingabe des Gesuchsgeg- ners ist als Beschwerde unzureichend, da der Gesuchsgegner weder Rechtsmit- telanträge gestellt noch sich mit der Urteilsbegründung der erstinstanzlichen Rich- terin auseinandergesetzt hat (vgl. Urk. 20). Auf die Beschwerde des Gesuchs- gegners i st demnach ni cht ei nzutreten. 3. Der Gesuchsgegner wird für das Beschwerdeverfahren kostenpflichtig. Mangels wesentlicher Umtriebe ist der Gesuchstellerin für das Beschwerdeverfah- ren sodann keine Entschädigung zuzusprechen. Es wird beschlossen: 1. Auf die Beschwerde des Gesuchsgegners wird nicht eingetreten.

  1. Die zweitinstanzliche Spruchgebühr wird auf Fr. 250.– festgesetzt und dem Gesuchsgegner auferlegt. 3. Der Gesuchstellerin wird für das Beschwerdeverfahren keine Parteientschä- digung zugesprochen. 4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien gegen Empfangsschein, an die Ge- suchstellerin unter Beilage von Kopien der Urk. 18 und 20, sowie an die Vor- i nstanz. 5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgeri cht i st i nnert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde ri chten si ch nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt Fr. 12'481.60. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

Züri ch, 2. März 2016

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. A. Baumgartner

versandt am: se

Schlagwörter

debt enforcementlegal openingappeal deadlineformal requirementsnon-entrycourt costsparty compensation

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal was filed within the ten-day deadline

Extrahierter Entscheid

The appeal deadline had expired on 2016-02-11; the later submission was untimely.

Extrahierte Begründung

For summary decisions in legal opening matters, Article 321 ZPO provides a non-extendable ten-day appeal period. The appellant received the decision on 2016-02-01, so the deadline expired on 2016-02-11.

Kernrechtsfrage

Whether the appeal met the formal requirements of substantiation and prayer for relief

Extrahierter Entscheid

The appeal was insufficient because it contained neither specific requests nor any engagement with the first-instance reasoning.

Extrahierte Begründung

An appeal under Articles 319 ff. ZPO must state concrete requests and explain the alleged errors. Missing basic content requirements mean the appeal court cannot enter into the merits; supplementation after expiry of the deadline is not allowed.

Kernrechtsfrage

Costs and party compensation for the second-instance proceedings

Extrahierter Entscheid

The appellant bears the second-instance court fee, and no party compensation is awarded to the respondent.

Extrahierte Begründung

The losing appellant is ordered to pay costs; because there were no significant efforts by the respondent, no compensation is justified.

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