Appeal against cost advance order dismissed

PS140011Obergericht29.01.2014Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Zurich High Court dismissed the debtor’s appeal against six Bülach orders requiring cost advances in separate debt-enforcement objection proceedings. It held that each objection had to be assessed separately, even though the creditor was the same, and that the individual advance of CHF 180 was appropriate in light of the dispute value and the tariff. The court charged no appeal costs and awarded no party compensation. Because the 7-day deadline had expired, it granted the appellant a 10-day grace period to pay the CHF 180 advance, warning that otherwise the district court would not enter into the matter.

Omnilex-Regeste

Art. 48 GebV SchKG; Art. 101 Abs. 3 ZPO; Art. 143 Abs. 3 ZPO: Cost advances in debt-enforcement objection proceedings may be fixed separately for each payment order where each objection must be examined independently; the fact that the same creditor is involved does not require aggregation of the proceedings. A cost advance that corresponds to the relevant tariff and the dispute value is not objectionable merely because the aggregate amount of several parallel proceedings is higher. If the initial deadline for payment has expired, a grace period under Art. 101 Abs. 3 ZPO may be granted; if payment is not made within the grace period, the first instance shall not enter on the request. No appeal costs or party compensation need be awarded where the appeal proceedings give rise to no compensable expense.

Gesamter Gesetzestext

Obergericht des Kantons Zürich II. Zivilkammer

Geschäfts-Nr.: PS140011-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. A. Katzenstein, Vorsitzende, Oberrichter Dr. P. Higi und Ersatzrichter lic. iur. H. Meister sowie Gerichtsschrei- berin lic. iur. M. Weibel. Urteil vom 29. Januar 2014 in Sachen

A._____, Kläger, Schuldner und Beschwerdeführer,

gegen

Kanton Basel-Stadt, Beklagter, Gläubiger und Beschwerdegegner,

vertreten durch Steuerverwaltung Basel-Stadt

betreffend Bewilligung Rechtsvorschlag usw. / Kostenvorschuss

Beschwerde gegen eine Verfügung des Einzelgerichtes des Bezirksgerichtes Bülach vom 12. Dezember 2013 (EB130607)

Erwägungen: 1. Am 12. Dezember 2013 erliess das Einzelgericht des Bezirksgerichts Bülach sechs Verfügungen (act. 3 der Geschäfts-Nrn. EB130606; EB130607; EB130608; EB130609; EB130610; EB130611). Darin setzte es dem Beschwerdeführer je- weils eine Frist von 7 Tagen an, um einen Kostenvorschuss für die mutmassli- chen Gerichtskosten zu leisten. Die Kostenvorschüsse liegen zwischen Fr. 130.– bis Fr. 180.–, je nach Höhe des Streitwerts (act. 3 der obgenannten Geschäfts- nummern). Mit Eingabe vom 19. Januar 2014 (Datum Poststempel) erhob der Be- schwerdeführer gegen sämtliche Verfügungen Beschwerde. Er macht geltend, er könne die Kostenvorschüsse von insgesamt Fr. 940.– nicht bezahlen und ersucht um deren Neufestsetzung (act.2). Da sich die Beschwerde gegen jede Verfügung vom 12. Dezember 2013 einzeln zu richten hat, wurden sechs verschiedene Ver- fahren angelegt (Geschäfts-Nrn. PS140010; PS140011; PS140012; PS140013; PS140014; PS140015). 2. Vorab ist festzuhalten, dass das Einzelgericht den Beschwerdeführer auf die Möglichkeit hingewiesen hat, ein Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege stellen zu können. Ein solches hat er beim Einzelgericht nicht ge- stellt, weshalb sich Weiterungen unter diesem Gerichtspunkt im Beschwerdever- fahren erübrigen. 3. Der Beschwerdeführer erhob am 4. November 2013 Rechtsvorschlag wegen fehlenden neuen Vermögens gegen den Zahlungsbefehl in der Betreibung-Nr. ... des Betreibungsamts B._____. Der betriebene Forderungsbetrag beläuft sich auf Fr. 2'691.20 (act. 5/2). Das Einzelgericht ging daher richtigerweise von einem Streitwert von rund Fr. 2'700.– aus (act. 3). Den Kostenvorschuss setzte es in Anwendung von Art. 48 GebV SchKG auf Fr. 180.– fest. Dieser Betrag ist nicht zu beanstanden, da er verglichen mit den Tarifen in Art. 48 GebV SchKG und in An- betracht der Höhe Streitwerts angemessen erscheint.

Der Beschwerdeführer moniert, bei allen sechs Betreibungen handle es sich um denselben Gläubiger. Zudem sei der in Betreibung gesetzte Betrag von (ins- gesamt) Fr. 8'688.90 etwa gleich hoch wie derjenige in seiner letzten Gerichtsver- handlung vom 22. August 2012 (Verweis auf act. 4/2 S. 3; Geschäfts-Nr. EB120150). Dem Beschwerdeführer ist zwar beizupflichten, dass die Streitwert- summe der sechs Verfahren zusammen ca. gleich hoch ist wie diejenige im Ver- fahren mit der Geschäfts- Nr. EB120150 in der Höhe von Fr. 8'700.– (vgl. act. 4/2 S. 2). Der Unterschied liegt jedoch darin, dass insgesamt höhere Gerichtskosten anfallen, wenn – wie hier – mehrere Verfahren angelegt werden müssen. Denn das Einzelgericht legte richtigerweise sechs verschiedene Verfahren an, da – selbst wenn es sich immer um denselben Gläubiger handelt – für jedes Betrei- bungsbegehren separat zu prüfen ist, ob der Rechtsvorschlag wegen fehlenden neuen Vermögens zulässig ist oder nicht. Folglich fallen die Gerichtskosten auf- grund der tieferen Streitwerte je Verfahren für sich gesehen tiefer aus, aber in der Summe ergeben sich höhere Gerichtskosten, was nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen. 4. Umständehalber ist auf die Erhebung von Gerichtskosten für das Beschwer- deverfahren zu verzichten. Die Frage, ob der Beschwerdeführer für das Be- schwerdeverfahren um Bewilligung unentgeltlicher Rechtspflege ersuchen wollte, was unklar ist, wird damit gegenstandslos. Mangels entstandener Aufwendungen ist dem Beschwerdegegner keine Parteientschädigung zuzusprechen. 5. Die mit Verfügung des Einzelgerichts vom 12. Dezember 2013 angesetzte Frist von 7 Tagen zur Leistung des Kostenvorschusses von Fr. 180.– ist mittler- weile abgelaufen (act. 3). Dem Beschwerdeführer ist zur Leistung des Kostenvor- schusses im Sinne von Art. 101 Abs. 3 ZPO eine Nachfrist von 10 Tagen zu ge- währen. Leistet der Beschwerdeführer diesen Kostenvorschuss nicht, tritt das Einzelgericht auf das Begehren nicht ein.

Es wird erkannt: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Dem Beschwerdeführer wird eine Frist von 10 Tagen ab Zustellung dieses Urteils angesetzt, um für die mutmasslich anfallenden Gerichtskosten des Einzelgerichts bei der Bezirksgerichtskasse Bülach (Postkonto 80-2032-6) einen Kostenvorschuss von Fr. 180.– zu leisten. Die Frist für die Zahlung ist eingehalten, wenn der Betrag spätestens am letzten Tag der Frist der Schweizerischen Post zugunsten des Gerichts übergeben oder einem Post- oder Bankkonto in der Schweiz belastet wor- den ist (Art. 143 Abs. 3 ZPO). Erfolgt die Zahlung bzw. die Belastung am letzten Tag der Frist, so dass die Gutschrift frühestens am Folgetag der ab- gelaufenen Frist bei der Gerichtskasse erfolgt, so hat die zur Zahlung ver- pflichtete Partei dem Gericht unaufgefordert innerhalb von 5 Tagen ab Frist- ablauf die Belastungsbestätigung für die Rechtzeitigkeit der Zahlung vorzu- legen. Unterbleibt diese Bestätigung, so gilt die Zahlung als verspätet. Leistet der Beschwerdeführer den Kostenvorschuss nicht innert Frist, tritt das Einzelgericht auf das Begehren nicht ein. 3. Die Gerichtskosten fallen ausser Ansatz. 4. Parteientschädigungen werden keine zugesprochen. 5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Beschwerdegegner unter Bei- lage eines Doppels von act. 2, sowie – unter Rücksendung der Akten – an das Bezirksgericht Bülach, je gegen Empfangsschein.

  1. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG. Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert in der Hauptsache beträgt rund Fr. 2'690.–. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Obergericht des Kantons Zürich II. Zivilkammer

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. M. Weibel

versandt am:

Schlagwörter

debt enforcementcost advanceseparate proceedingsdispute valueappealgrace periodcourt costsparty compensation

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the six separate cost-advance orders were correctly issued and the advances set at CHF 180 each.

Extrahierter Entscheid

The first-instance court properly set separate proceedings and fixed the cost advance at CHF 180 for the relevant file; the amount was not objectionable.

Extrahierte Begründung

Each debt-enforcement objection had to be examined separately, even with the same creditor. Because separate proceedings were necessary, the aggregate costs were higher, while the individual advance of CHF 180 was appropriate under the tariff and the dispute value of about CHF 2,700.

Kernrechtsfrage

Whether the appellant was entitled to a waiver of court costs and whether appellate costs or party compensation should be awarded.

Extrahierter Entscheid

No appellate court costs were charged and no party compensation was awarded; the issue of legal aid became moot.

Extrahierte Begründung

In view of the circumstances and the absence of costs in the appeal proceedings, there was nothing to allocate or compensate.

Kernrechtsfrage

Whether a grace period under Art. 101(3) CPC should be granted for payment of the cost advance and the consequence of non-payment.

Extrahierter Entscheid

A 10-day grace period was granted to pay CHF 180, failing which the first instance would not enter on the request.

Extrahierte Begründung

The initial 7-day deadline had expired; a grace period was therefore appropriate under Art. 101(3) CPC.

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