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PS120062 ΓÇó Appeal against bankruptcy opening upheld for lack of hearing
PS120062Obergericht20.04.2012Granted
The Zurich High Court upheld the debtor's appeal against the opening of bankruptcy. It held that the first-instance court had violated the debtor's right to be heard by opening bankruptcy without valid service of the summons to the bankruptcy hearing. Although the court considered a remittal in principle, it did not send the case back because the debtor had already paid part of the debt and deposited the remaining balance, thereby fully satisfying the claim. The court therefore annulled the bankruptcy judgment, charged the first-instance fee to the debtor, waived the appellate fee, and ordered the distribution of the deposited amounts to the creditor and debtor as specified.
Art. 138 Abs. 3 lit. a ZPO; service of a summons marked 'not collected' does not amount to valid service in bankruptcy-opening proceedings where the debtor need not anticipate judicial mail and no service evasion is established; the debtor must be afforded a hearing before bankruptcy is opened (consid. 2). If the underlying debt has been fully paid or deposited by the time of the appellate decision, the appellate court may proceed as if the full debt had been settled before the first-instance ruling, rendering examination of solvency under Art. 174 Abs. 2 SchKG unnecessary (consid. 3). Where the first-instance proceedings were caused by the debtor's default, the first-instance fee may remain with the debtor; appellate fees may be waived where the first-instance procedure was vitiated by error (consid. 4).
Obergericht des Kantons Zürich II. Zivilkammer
Geschäfts-Nr.: PS120062-O/U
Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. A. Katzenstein, Vorsitzende, Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider und Ersatzrichter lic. iur. P. Raschle sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. M. Weibel. Urteil vom 20. April 2012 in Sachen
A._____ GmbH, Schuldnerin und Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,
gegen
B._____ Genossenschaft, Gläubigerin und Beschwerdegegnerin,
betreffend Konkurseröffnung
Beschwerde gegen ein Urteil des Einzelgerichtes in Konkurssachen des Bezirks- gerichtes Winterthur vom 16. März 2012 (EK120025)
Erwägungen:
offene Forderung von Fr. 3'575.10. Diesen Betrag hinterlegte die Schuldnerin mit Einzahlung vom 21. März 2012 bei der Obergerichtskasse (act. 4/4 S. 1). Folglich wurde die Forderung durch die Schuldnerin mittlerweile vollständig beglichen bzw. hinterlegt. Ferner stellte sie auch die Kosten des Konkursamtes (inkl. Kosten des Einzelgerichts) sicher und leistete den Barvorschuss für die zweitinstanzliche Spruchgebühr (act. 4/4 S. 2 ; act. 4/5). Bei dieser Sachlage ist so zu verfahren, wie wenn die Schuldnerin die dem Konkursbegehren zu Grunde liegende gesam- te Schuld bereits vor dem Entscheid des Einzelgerichts in Konkurssachen getilgt hätte. Ausgangsgemäss erübrigt sich die Prüfung der Zahlungsfähigkeit der Schuldnerin im Sinne von Art. 174 Abs. 2 SchKG. 4. Die erstinstanzliche Spruchgebühr ist der Schuldnerin aufzuerlegen, weil ih- re Zahlungssäumnis das Konkursverfahren verursachte. Hingegen fällt die zweit- instanzliche Spruchgebühr aufgrund des erstinstanzlichen Verfahrensfehlers aus- ser Ansatz. Für die Zusprechung einer Prozessentschädigung für das zweitinstanzliche Verfahren an die Schuldnerin aus der Gerichtskasse fehlt es an der gesetzlichen Grundlage. Es wird erkannt: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird das Urteil des Einzelgerichtes in Kon- kurssachen des Bezirksgerichts Winterthur vom 16. März 2012, mit dem über die Schuldnerin der Konkurs eröffnet wurde, aufgehoben. 2. Die von der Gläubigerin bezogene erstinstanzliche Spruchgebühr wird der Schuldnerin auferlegt. Die zweitinstanzliche Spruchgebühr fällt ausser An- satz. 3. Das Konkursamt C._____ wird angewiesen, von dem bei ihm einbezahlten Totalbetrag von Fr. 2'300.– (Fr. 800.– Zahlung der Schuldnerin sowie Fr. 1'500.– Rest des von der Gläubigerin dem Konkursgericht geleisteten Barvorschusses) der Gläubigerin Fr. 1'800.– und der Schuldnerin einen nach Abzug seiner Kosten allfällig verbleibenden Restbetrag auszuzahlen.
Obergericht des Kantons Zürich II. Zivilkammer
Die Gerichtsschreiberin:
lic. iur. M. Weibel
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