Obergericht des Kantons Zürich Verwaltungskommission
Geschäfts-Nr.: PG160004-O/U Mitwirkend: Der Obergerichtsvizepräsident lic. iur. M. Langmeier, Oberrichterin Dr. D. Scherrer und Oberrichterin lic. iur. A. Lichti Aschwanden so- wie die Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Leu
Beschluss vom 7. März 2018
A._____ AG, Gesuchstellerin
vertreten durch die Rechtsanwälte Dr. iur. X1., LL.M., und/oder lic. iur. X2. LL.M.
gegen
1 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y1._____ und/oder Rechtsanwältin MLaw Y2._____ 2 vertreten durch die Rechtsanwälte lic. iur. Y3., LL.M., und/oder MLaw Y4.
betreffend Ernennung eines Schiedsrichters
Erwägungen: I. 1. Mit Eingabe vom 8. August 2016 stellten die Rechtsanwälte Dr. X1._____ und li c. i ur. X2._____ namens und auftrags der A._____ AG (fortan: Ge- suchstellerin) beim Obergericht des Kantons Züri ch die folgenden Anträge: "1. Es sei im Ad-hoc-Schiedsverfahren der Klägerin gegen die Beklag- ten gemäss Schiedsanzeige der Klägerin vom 3. Juni 2016 gerichtlich für beide Beklagten gemeinsam ein Parteischiedsrichter einzusetzen. 2. Eventualiter seien im genannten Ad-hoc-Schiedsverfahren alle drei Mitglieder des Schiedsgerichts gerichtlich einzusetzen. 3. Unter Kosten- und Entschädi gungsfolge (zuzügli ch MWST) zu Las- ten der Beklagten unter solidarischer Haftbarkeit derselben.
Gesuchsgegnerinnen Anspruch auf die Bestellung je eines oder eines ge- meinsamen Parteischiedsrichters hätten, mit der Androhung, dass ansons- ten von Letzterem ausgegangen würde, sowie schliesslich einen Vorschlag hi nsi chtli ch des zu bestellenden Schiedsgerichtsmitgliedes bzw. der zu be- stellenden Schiedsgerichtsmitglieder zu machen. 5. Am 31. Oktober 2016 liess die Gesuchsgegnerin 1 nach einmaliger Frister- streckung (act. 14) durch ihren Rechtsvertreter ihre Stellungnahme einrei- chen und die folgende Anträge stellen (act. 19): "1. Auf das Gesuch vom 08.08.2016 sei nicht einzutreten. 2. Eventualiter sei das Gesuch abzuweisen und es seien als Schieds- ri chter zu ernennen • für die Gesuchsgegnerin 1 Herr Prof. Dr. iur. D._____, LL.M., ... [Adresse]; • für die Gesuchsgegnerin 2 eine Person nach deren Wahl; und • für die Gesuchstellerin eine Person nach deren Wahl. 3. Subeventualiter sei das Gesuch abzuweisen und es sei ein Schiedsgericht bestehend aus vier Schiedsrichtern zu ernennen, wobei das Obergericht einen Schiedsrichter für die Gesuchsgegne- rin 1, einen Schiedsrichter für die Gesuchsgegnerin 2 sowie einen Schiedsrichter für die Gesuchstellerin und einen Präsidenten des Schiedsgerichts zu ernennen habe. 4. Sub-subeventualiter sei das Gesuch abzuweisen und es sei ein ge- meinsamer Schiedsrichter für die beiden Gesuchsgegnerinnen, ein Schiedsrichter für die Gesuchstellerin und ein weiterer Schiedsrich- ter als Präsident des Schiedsgerichts durch das Obergericht zu er- nennen. 5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Gesuchstel- lerin." 6. Nach zahlrei chen Fri sterstreckungen infolge geführter Vergleichsgespräche (act. 9, 18, 23, 30, 33, 36, 39, 42 und 45) liess die Gesuchsgegnerin 2 am 21. April 2017 Folgendes beantragen (act. 46): "1. Es seien die Rechtsbegehren 1 und 3 der Gesuchstellerin gemäss ihrem Gesuch vom 8. August 2016 abzuweisen. 2. Es sei das Rechtsbegehren 2 der Gesuchstellerin gemäss ihrem Gesuch vom 8. August 2016 gutzuheissen.
liegen einer gültigen Schiedsvereinbarung nur summarisch überprüfe. Die Gesuchstelleri n habe sich sodann um eine Einigung mit den Parteien be- müht. Über eineinhalb Jahre habe sie erfolglos versucht, mit den Gesuchs- gegnerinnen eine gütliche Einigung zu erzielen. Mit der Gesuchsgegnerin 2 habe sie sogar intensive Gespräche geführt. Mit der Gesuchsgegnerin 1 seien die Vergleichsgespräche hingegen von vornherein unmöglich gewe- sen, da sie jeglichen konstruktiven Dialog verweigert habe. Die Schiedsklau- sel enthalte ohnehin keine Hinweise auf di e Pfli cht zur D urchführung ei nes Schli chtungsverfahrens. Sie sei viel zu wenig detailliert und genau, um eine solche Verpflichtung zu begründen. Die Gesuchsgegneri nnen sei en hi nsi cht- lich der Bestellung eines gemeinsamen Schiedsrichters säumig. Nach herr- schender Lehre hätten mehrere Streitgenossen einen gemeinsamen Schi edsri chter zu ernennen. Dies stelle keine Verletzung des Grundsatzes der Parität dar. Die Bezeichnung zweier verschiedener Schiedsrichter sei daher ungültig und die Gesuchsgegnerinnen seien seit dem Fristablauf am 7. bzw. 21. Juli 2016 säumig. Im Falle der fehlenden Einigung von mehreren Streitgenossen müsse das staatliche Gericht in analoger Anwendung von Art. 362 Abs. 1 lit. b ZPO die Ernennung vornehmen. Es entspreche sodann nicht der schweizerischen Gerichtspraxis, im Falle eines Mehrparteienver- hältnisses alle drei Schiedsrichter zu ernennen. Vielmehr sei unter Hinweis auf die Westland-Entscheide nur der Parteischiedsrichter für die mehreren Gesuchsgegner zu ernennen. Etwas anderes gelte nur in Bezug auf Fälle mit einem Bezug zu Frankreich. Selbst die Swiss Rules gingen von diesem Grundsatz aus. Gegenüber dem von der Gesuchstellerin bezei chneten Par- teischiedsrichter Prof. Dr. iur. E._____ bestünden sodann keine Ableh- nungsgründe. 2.1. Die Gesuchsgegnerin 1 bringt zur Begründung ihrer Anträge im Wesentli- chen vor, obwohl die Parteien das Konkordat vom 27. März 1969 über die Schiedsgerichtsbarkeit als anwendbares Recht vereinbart hätten, richte sich das vorliegende Verfahren nach der schweizerischen Zivilprozessordnung, da es nicht möglich sei, mittels Schiedsvereinbarung "altrechtliche Verfah- rensregeln" zu vereinbaren. In der massgeblichen Schiedsklausel hätten
sich die Parteien verpflichtet, Einigungsverhandlungen zu führen. Insoweit sei die Schiedsklausel aufschiebend bedingt. Die Verbindlichkeit der Schiedsklausel hänge vom Eintritt der Bedingung ab. Diese sei noch nicht eingetreten, da die Gesuchstelleri n ihrer Verhandlungspflicht gegenüber der Gesuchsgegnerin 1 bis heute nicht nachgekommen sei. Zwar hätten sie mit- einander korrespondiert, jedoch habe es die Gesuchstellerin unterlassen, der Gesuchsgegnerin 1 trotz entsprechender Aufforderung ei nen Termi n für eine gemeinsame Besprechung vorzuschlagen. Vielmehr habe die Gesuch- stelleri n i hr nach mehreren Monaten des Schweigens unvermittelt den Ent- wurf einer Schiedsanzeige zugestellt und in der Folge das Schiedsgerichts- verfahren anhängig gemacht, ohne ernsthaft versucht zu haben, mit der Ge- suchsgegnerin 1 eine Einigung zu erzielen. Die ihr, der Gesuchsgegnerin 1, durch die Gesuchstellerin angesetzte Frist für eine Stellungnahme zum Ent- wurf der Schiedsanzeige sei viel zu kurz ausgefallen. Eine Fristerstreckung habe die Gesuchstellerin nicht genehmigt. Vergleichsgespräche wären durchaus möglich gewesen. Unzutreffend sei die Behauptung der Gesuch- stellerin, die vorliegende Schiedsklausel begründe keine Verpflichtung zur Führung ei nes Schli chtungsverfahrens. Die Verbindlichkeit der Schiedsklau- sel hänge vom Bedingungseintritt ab. Da dieser noch nicht erfolgt sei, sei auf das Gesuch der Gesuchstellerin nicht einzutreten. 2.2. Dazu, ob es sich bei den Gesuchsgegnerinnen um eine einfache oder um eine notwendige Streitgenossenschaft handle, äussere sich die Gesuchstel- leri n ni cht. Bei den streitgegenständlichen Individualansprüchen, wie sie vor- liegend gegeben seien, liege einfache (passive) Streitgenossenschaft vor, zumal die Prozesse gegen die Gesuchsgegnerinnen auch in zwei separaten Verfahren geführt werden könnten. Gleiches gelte für die Schadenersatzfor- derung gegen die Gesuchsgegnerin 1 sowie für die Werklohnforderung. Im Falle von zwei getrennten Verfahren könnte die Gesuchsgegnerin 1 ihren Parteischiedsrichter alleine wählen. Es dürfe ihr dieses Recht nicht genom- men werden, indem sie willkürlich mit einer anderen Partei eingeklagt werde. Selbst wenn hinsichtlich eines Teils der geltend gemachten Ansprüche von einer notwendigen Streitgenossenschaft auszugehen wäre, wäre es mit dem
Grundsatz der Gleichbehandlung der Parteien nicht vereinbar, dass die Ge- suchsgegnerinnen einen gemeinsamen Schiedsrichter bestellen müssten. Es wäre unhaltbar, dürfte die Gesuchsgegnerin 1 hinsichtlich der Ansprüche, welche nur sie alleine beträfen, nicht einen eigenen Schiedsrichter ernen- nen. Die Schiedsklausel in Ziff. 10 des ARGE-Vertrages sei daher unwirk- sam. Zudem sei die Schiedsgerichtsklausel nicht auf den vorliegenden Sachverhalt zugeschnitten. Die Vertragsparteien hätten damit lediglich An- sprüche eines ARGE-Partners gegen die ARGE abdecken wollen, nicht hin- gegen den Fall, dass eine ARGE-Partei gleichzeitig Individualansprüche ge- gen eine andere ARGE-Partei und gegen die ARGE erhebe. Die Schieds- klausel sei nur auf ei n Zweiparteien-, nicht aber auf ein Mehrparteienverhält- nis ausgerichtet. Da die Gesuchsgegnerinnen damit zu Recht je einen Schi edsri chter ernannt hätten, sei en si e ni cht säumi g i m Si nne von Art. 362 Abs. 1 ZPO. Auch aus diesem Grunde sei auf das Gesuch ni cht ei nzutreten. 2.3. Die Gesuchsgegnerin 1 habe ihren Schiedsrichter am 6. Juli 2016 innert Frist ernannt. Auf Aufforderung der Gesuchstellerin hin, sie, die Gesuchs- gegnerin 1, müsse mit der Gesuchsgegnerin 2 einen gemeinsamen Schieds- ri chter ernennen, habe sie der Gesuchstellerin mitgeteilt, dass sie diese An- si cht ni cht teile. 2.4. Eventualiter, bei Eintreten des Gerichts auf das gesuchstellerische Gesuch, sei festzuhalten, dass ein Dreierschiedsgericht in der vorliegenden Konstel- lation der Kumulation einer einfachen und eventuell einer notwendigen Streitgenossenschaft gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung verstos- sen würde. Es sei daher ein Viererschiedsgericht zu ernennen, wobei jede Partei ihren Schiedsrichter ernennen dürfe. Die Gesuchsgegnerin 1 würde Prof. Dr. iur. D._____, LL.M., ... [Adresse], als Schiedsrichter ernennen. Sollte das Obergericht dies ablehnen, so beantrage sie, die Gesuchsgegne- rin 1, subeventualiter die Bestellung aller vier Schiedsrichter durch das Ge- ri cht, unter Hi nwei s auf den "D utco-Entscheid". Der "Westland-Entschei d" komme bei Fällen der Binnenschiedsgerichtsbarkeit nicht zur Anwendung.
Subsubeventualiter werde das Gericht darum ersucht, das in Ziff. 10 des ARGE-Vertrags vorgesehene Dreierschiedsgericht selbst zu bestellen. 3.1. Die Gesuchsgegnerin 2 führt zur Begründung ihrer Anträge aus, aus i hrer Si cht sei unbestritten, dass das Schiedsgericht aus drei Mitgliedern bestehe. Ebenfalls unstrittig sei, dass die Gesuchsgegneri nnen Anspruch auf ei nen gemeinsamen Parteischiedsrichter hätten. Sie halte an der Bestellung von Dr. iur. F., ... [Adresse], fest. Es würde ein Verstoss gegen das Gleichbehandlungsgebot vorliegen, würde das Gericht nicht alle drei Schiedsrichter bestimmen. Zudem würde gegen den Grundsatz der Waffen- gleichheit verstossen, würde Prof. Dr. iur. E. als Parteischiedsrichter für die Gesuchstellerin amten, zumal er mit Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____ gemeinsame Publikationen und Projekte getätigt habe und mit ihm eine aus- sergerichtliche Bekanntschaft pflege. Die Frage der Verletzung des Gleich- behandlungsgebots werde in der Lehre sodann kontrovers diskutiert. Die Gesuchstellerin gebe die bundesgerichtliche Rechtsprechung einseitig wie- der. Die Lehre gehe vom Konzept der Gesamternennung aus. 3.2. Die Ausführungen der Gesuchstelleri n zur Pfli cht zur Ernennung ei nes ge- meinsamen Schiedsrichters für beide Gesuchsgegneri nnen würden bestrit- ten. Die Gesuchsgegnerin 2 sei nicht säumig, da sie einen Parteischieds- ric hter ernannt habe. Ein Konsens mit der Gesuchsgegneri n 1 hi nsi chtli ch der Ernennung eines gemeinsamen Parteischiedsrichters habe nicht erzielt werden können. Sodann stelle sie in Abrede, dass sie sich im Rahmen der mit der Gesuchstellerin geführten Korrespondenz generell geweigert habe, ei nen Schi edsri chter zu bestellen. Vielmehr habe sie vorgängige Vergleichs- verhandlungen gefordert. Die übrigen Ausführungen der Gesuchstellerin zur Vorgeschichte sowie jene zur anwendbaren Schiedsordnung und zum Vor- liegen einer gültigen Schiedsvereinbarung würden anerkannt. Zutreffend sei auch, dass das Obergericht nicht über den Einwand der Verletzung der Eini- gungspflicht zu entscheiden habe und dass zwischen der Gesuchstellerin und der Gesuchsgegnerin 2 i nzwi schen intensive Vergleichsgespräche ge- führt worden seien. Sie, die Gesuchsgegnerin 2, habe kein Schlichtungsver-
fahren gefordert. Die geltend gemachte Säumni s sei ni cht durch di e Ge- suchsgegnerin 2 zu verantworten. III. 1. Örtlich zuständig für die Ernennung von Schiedsgerichtsmitgliedern nach Art. 356 Abs. 2 lit. a ZPO ist das staatliche Gericht am Sitz des Schiedsge- richts (BSK ZPO-Habegger, Art. 362 N 18). Nach Art. 10.1 des zwischen den Parteien am 25. Mai 2011 bzw. 1. Juni 2011 abgeschlossenen ARGE- Vertrages befindet sich der Sitz des Schiedsgerichts in Zürich (act. 4/2). Damit ist die örtliche Zuständigkeit des Obergerichts des Kantons Zürich ge- geben. In sachlicher Hinsicht ist die Verwaltungskommission des Oberge- ri chts des Kantons Züri ch zuständi g (§ 46 GOG i.V.m. § 18 Abs. 1 der Ver- ordnung über die Organisation des Obergerichts vom 3. November 2010 [LS 212.51]). 2. Auf das vorliegende Verfahren ist - entsprechend den Ausführungen der Parteien (act. 1 Rz 8, act. 19 Rz II. 5, act. 46 Rz 6) - das Summarverfahren anwendbar (BSK ZPO-Habegger, Art. 362 N 21). Einig sind sich die Parteien sodann darüber, dass die in Art. 10 ARGE-Vertrag vorgesehene anwendba- re Schiedsordnung, das Konkordat über die Schiedsgerichtsbarkeit vom 27. März 1969, infolge ihrer Aufhebung für die Bestellung des Schiedsge- ri chts ni cht mehr zur Anwendung gelange, sondern die schweizerische Zivil- prozessordnung das massgebliche Verfahrensrecht regle (act. 1 Rz 19 f., act. 19 Rz III. /1, act. 46 Rz 26). D i esen Ausführungen i st zu folgen, zumal die Bestimmungen des zwölften Kapitels des IPRG nicht anwendbar sind und eine Erklärung betreffend dessen Anwendbarkeit im Sinne von Art. 353 Abs. 2 ZPO ni cht aktenkundi g i st. 3. Im Weiteren gehen alle drei Vertragsparteien davon aus, dass die Schieds- vereinbarung gültig sei, wobei die Gesuchsgegnerin 1 eine aufschiebend bedingte Schiedsvereinbarung annimmt (vgl. nachfolgend Ziff. 4). Gestützt auf Art. 362 Abs. 3 ZPO überprüft das staatliche Gericht den Bestand der
Schiedsvereinbarung summarisch (prima facie Prüfung). Hinweise auf das Nichtbestehen der Schiedsvereinbarung ergeben sich aus den Akten keine und werden - wie dargelegt - seitens der Parteien auch nicht vorgetragen. 4.1. Uneinig sind sich die Parteien darüber, inwieweit dem Schiedsverfahren ein Schli chtungsverfahren bzw. Ei ni gungsverhandlungen vorauszugehen haben und i nwi efern di e D urchführung von solchen ei ner staatli chen Überprüfung unterliegt (act. 1 Rz 25, act. 19 Rz III. 2 .2. f., act. 46 Rz 28). Die massgebliche Schiedsvereinbarung (act. 4/2 S. 9) lautet wie folgt: "Alle Vertragspartner verpflichten sich, beim Auftreten von Differenzen und Streitigkeiten, zuerst und mit ganzer Kraft, eine gütliche Einigung zu erzielen. Sollte diese nicht erreicht werden, so werden die Streitigkeiten von drei Schiedsrichtern gemäss Schweizerischem Recht endgültig entscheiden. Anwendbar ist das Konkordat über die Schiedsgerichtsbarkeit vom 27. März 1969. Der Schiedsspruch ist schriftlich zu begründen." (Hervorhebung durch das Gericht vorgenommen) Die Schiedsvereinbarung sieht demnach vor, dass der Einleitung eines Schi edsverfahrens ei n Ei ni gungsversuch vorauszugehen hat. Grundsätzli ch sind die Parteien gestützt auf Art. 361 Abs. 1 ZPO frei, das Verfahren betref- fend Ernennung der Mitglieder des Schiedsgerichts zu bestimmen. Die in Art. 361 f. ZPO vorgesehenen Erfordernisse greifen lediglich subsidiär, d.h. sofern die Parteien von ihrer Parteiautonomie keinen Gebrauch gemacht haben. 4.2. In ZR 101 (2002) Nr. 21 trat die III. Zivilkammer des Obergerichts des Kan- tons Züri ch - noch unter Anwendung des Konkordates über die Schiedsge- richtsbarkeit (KSG) - auf ei n Gesuch um Ernennung ei nes Schi edsri chters ein und erwog zur Frage der Pflicht zur Prüfung, ob dem Schiedsverfahren ein Einigungsversuch bzw. ein Schlichtungsverfahren vorausgegangen sei, bei der Ernennung eines Schiedsrichters durch die richterliche Behörde prü- fe die angerufene Instanz neben ihrer Zuständigkeit und der Gültigkeit der Schiedsabrede auch die Frage, ob der Gesuchsgegner bei der Bestellung effektiv säumig sei. Daraus folge aber nicht, dass die um Ernennung eines
Schiedsrichters angerufene Behörde (auch) die Prozessvoraussetzungen des Schiedsverfahrens prüfe. Dies bleibe vielmehr dem Schiedsgericht vor- behalten, welches deren Vorhandensein gleich den staatlichen Gerichten vo n Amtes wegen abzuklären habe. Die Ernennungsbehörde prüfe somit nur, ob die Voraussetzungen zur Ernennung eines Schiedsrichters vorhan- den seien. Ob in einem allfällig daran anschliessenden Schiedsgerichtsver- fahren die Voraussetzungen effektiv vorhanden seien, sei für das vorliegen- de (Ernennungs-)Verfahren irrelevant bzw. nicht Prüfungsgegenstand. Die Einrede des Gesuchsgegners 1 betreffend vorgängigem obligatorischem Schli chtungsverfahren vor einem neutralen Schiedsgutachter sei demnach von der Ernennungsbehörde nicht zu prüfen, weshalb auf das Gesuch ein- zutreten sei (ZR 101 [2002] Nr. 21, Beschluss der III. Zivilkammer des Ober- gerichts des Kantons Zürich vom 11. September 2001, E. 3). Diese Erwägungen gelten in Bezug auf die Frage der Prüfung der Prozess- voraussetzungen auch heute noch, und es i st i hnen selbst i m Anwendungs- bereich der schweizerischen Zivilprozessordnung zu folgen, zumal der da- mals massgebliche Art. 12 KSG dem Grundsatz nach dem heutigen Art. 362 ZPO entspri cht. Dieselbe Ansi cht wi rd denn auch in der Lehre vertreten. Sie hält fest, die summarische Prüfung des staatlichen Richters beschränke sich auf den Bestand der Schiedsvereinbarung, nicht aber auf i hre Gültigkeit bzw. deren genaue Tragweite (OFK ZPO Kommentar-Plani ni c/Erk-Kubat, Art. 362 N 5; Kurzkommentar ZPO-Dasser, Art. 362 N 8 f.; Göksu, Schieds- gerichtsbarkeit, Zürich/St. Gallen 2014, N 864 f.; vgl. auch Grundmann i n Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, Sutter-Somm/Hasen- böhler/Leuenberger, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2016, Art. 362 N 18; DI- KE-Kommentar ZPO-Schwander/Stacher, 2. Auflage, Zürich/St. Gallen 2016, Art. 362 N 16 f.; Berger/Kellerhals, Internationale und interne Schiedsgerichtsbarkeit in der Schweiz, Bern 2006, § 10 N 767; Rüe- de/Hadenfeldt, Schweizerisches Schiedsgerichtsrecht, 2. Auflage, Züri ch 1993, S. 124). Die Frage der Durchführung eines vorangehenden Schlich- tungsverfahrens bzw. eines Versuchs zur vorgängigen gütlichen Einigung ist daher vorliegend nicht zu prüfen.
4.3. Lediglich ergänzungshalber sei darauf hingewiesen, dass zwischen den Par- teien im Vorfeld des vorliegenden Verfahrens rege korrespondiert wurde. In Bezug auf die Gesuchstellerin und die Gesuchsgegnerin 2 gehen denn auch beide Parteien von intensiven Vergleichsgesprächen aus (act. 1 Rz 26, act. 46 Rz 29). Auch hi nsi chtli ch des Verhältni sses zwi schen der Gesuch- stellerin und der Gesuchsgegnerin 1 erfolgte vor der Einleitung des hiesigen Verfahrens zumindest ein reger schriftlicher Austausch (act. 21/2-15, act. 4/7, act. 19 Rz III.2). Die Vertreter der Gesuchstellerin hi elten bereits mit Schreiben vom 14. Januar 2015 fest, dass sie beabsichtigten, mit der Ge- suchsgegnerin 1 ein Treffen zu vereinbaren (act. 21/8). Die Gesuchsgegne- rin 1 ihrerseits bestätigte ihre Verhandlungsbereitschaft mit Schreiben vom 22. Januar 2015 und 2. Dezember 2015 (act. 21/9-10). Mit Schreiben vom 4. Dezember 2015 erklärte sich die Gesuchstellerin bereit, mit der Einleitung des Schiedsverfahrens zuzuwarten, sofern die Gesuchsgegnerin 1 sich zu den geltend gemachten Ansprüchen der Gesuchstellerin innert angesetzter Frist äussern würde (act. 21/11). Mit Schreiben vom 11. Dezember 2015 teil- te der Rechtsvertreter der Gesuchsgegnerin 1 der Gesuchstellerin mit, dass er bemüht sei, dem Anliegen der Gesuchstellerin zur schriftli chen Stellung- nahme innert erstreckter Frist nachzukommen (act. 21/12). Am 15. Dezem- ber 2015 hielt die Gesuchstellerin an ihrem Begehren um Erhalt einer juris- tisch fundierten Stellungnahme fest und bat die Gesuchsgegnerin 1 um Terminvorschläge für Gespräche im Beisein der Parteien (act. 4/8). In der Folge nahm die Gesuchsgegnerin 1 im April 2016 zu den Vorbringen der Gesuchstellerin Stellung (act. 21/15), wobei si e si ch auch zu i nhaltli chen Fragen äusserte. Aus der seitens der Parteien eingereichten Korrespondenz geht somit hervor, dass die Gesuchstellerin und die Gesuchsgegnerinnen um ei nen schri ftli chen Austausch, welcher si ch auch auf di e geltend ge- machten Ansprüche bezog und im Endeffekt eine Bereinigung der Differen- zen zum Ziel hatte, bemüht waren. 4.4. Die Gesuchsgegnerin 1 verweist sodann auf die Verfügung des Präsidenten des Obergerichts des Kantons Zürich vom 17. Dezember 2012, Verfahren PG120004-O, und leitet daraus die Pflicht zur Prüfung der vorgängigen
D urchführung ei nes Schli chtungsverfahrens ab (act. 19 Rz III.2 .4 ). Im be- sagten Verfahren wurde geprüft, ob ein vertraglich vereinbarter Einigungs- versuch stattgefunden habe. Die Prüfung erfolgte wohl im Hinblick auf die subsidiäre Bestimmung in Art. 362 Abs. 1 lit. a ZPO, welche in Bezug auf die staatliche Bestellung eines Einzelschiedsrichters einen Ei ni gungsversuch voraussetzt. Hinsichtlich der vorliegenden Konstellation des Dreierschieds- gerichts sieht die Verwaltungskommission unter Hinweis auf die unter Zif- fer III.4 .2 . wiedergegebene überzeugende Rechtsprechung und Lehre kei- nen Spielraum für die Prüfung des Vorliegens eines Einigungsversuchs. 5.1. Im Weiteren sind sich die Parteien über die Anzahl der zu ernennenden Schiedsrichter uneinig. Während die Gesuchstellerin und die Gesuchsgeg- neri n 2 von drei Schiedsrichtern ausgehen, zieht die Gesuchsgegnerin 1 in ihrem Eventualbegehren auch ein aus vier Mitgliedern bestehendes Schiedsgericht in Betracht (act. 1 und 46, act. 19 Rz III. 4.1 f.). Damit zu- sammenhängend besteht unter den Parteien keine Einigkeit über die Zu- sammensetzung des Schiedsgerichts. Haben die Gesuchsgegnerinnen 1 und 2 nach Ansicht der Gesuchstellerin einen gemeinsamen Schiedsrichter zu benennen (act. 1), was von der Gesuchsgegnerin 2 nicht bestritten wird (act. 46 Rz 8 f.), beantragt die Gesuchsgegnerin 1 in ihren (Eventual-) Begehren, dass für jede Partei ein Schiedsrichter zu ernennen sei (act. 19). 5.2. In der i n Art. 10 ARGE-Vertrag enthaltenen Schiedsvereinbarung wird fest- gehalten, dass eine allfällige Streitigkeit im Falle des Scheiterns einer gülti- gen Einigung von drei Schiedsrichtern gemäss Schweizerischem Recht endgültig zu entscheiden sei. Die Mitglieder des ARGE-Vertrages, welche im Zeitpunkt von dessen Unterzeichnung aus vier Parteien bestanden (act. 4/2), vereinbarten damit ausdrücklich ein aus drei Mitgliedern beste- hendes Schiedsgericht. An diese im Rahmen ihrer Parteiautonomie erfolgte Vereinbarung, welche im Übrigen der subsidiären Regelung in Art. 360 Abs. 1 Satz 2 ZPO entspricht, sind die Parteien gebunden (Art. 360 Abs. 1 Satz 1 ZPO). Für die Bestellung eines aus vier Mitgliedern bestehenden Schiedsgerichts bleibt damit grundsätzlich kein Raum. Ein entsprechender
Anspruch kann insbesondere ni cht aus Art. 362 Abs. 2 ZPO abgeleitet wer- den (vgl. act. 19 Rz III. 4.1), zumal sich diese Bestimmung nur mit der Frage befasst, ob das staatliche Gericht alle oder lediglich einzelne Schiedsrichter zu bestellen habe. 6.1. Zur weiteren Zusammensetzung des Schiedsgerichts, namentli ch zu den Wählbarkeitsvoraussetzungen und zum Ernennungsverfahren, enthält Art. 10 des ARGE-Vertrags keine Ausführungen. Vielmehr wird hierzu auf das Konkordat über die Schiedsgerichtsbarkeit vom 27. März 1969 verwie- sen, an dessen Stelle aufgrund sei ner Aufhebung jedoch, wie dargelegt, die schweizerische Zivilprozessordnung tritt (vgl. auch act. 1 Rz 19 f., act. 19 Rz III.1 , a c t. 46 Rz 26). Gemäss Art. 361 Abs. 2 ZPO ernennt bei Fehlen ei- ner Vereinbarung jede Partei die gleiche Anzahl Mitglieder, welche einstim- mig den Präsidenten bzw. die Präsidentin bezei chnen. Art. 361 Abs. 2 ZPO geht implizit von einem Zweiparteienschiedsverfahren aus (Kurzkommentar ZPO-Dasser, Art. 361 N 9). Nicht geregelt wird hingegen der Fall, da auf Kläger- und/oder Beklagtenseite - wie vorliegend - mehrere Parteien in die Streitsache involviert sind (Mehrparteienverhältnisse). Damit ist auch offen, ob im Falle eines solchen jede Prozesspartei oder jede einzelne Vertrags- partei einen Schiedsrichter zu ernennen hat. Insoweit besteht eine Geset- zeslücke, welche es so zu füllen gilt, dass sie mit dem Grundsatz der Gleichberechtigung der Parteien vereinbar ist. Der Grundsatz der Gleichberechtigung besagt, dass bei der Bestellung des Schiedsgerichts keiner Partei ein überwiegender Einfluss zukommen darf. Der Anspruch auf paritätische Behandlung bei der Zusammensetzung des Schiedsgerichts existierte bereits unter dem erwähnten Konkordat (Art. 19 Abs. 1 KSG) und gilt auch im Anwendungsbereich der schweizerischen Zi- vilprozessordnung (BK ZPO-Boog/Stark-Traber, Art. 361 N 47). Mit ihm soll eine unparteiische und unabhängige Rechtsprechung gewährleistet werden. Gegen das Gleichbehandlungsgebot verstossen nach der Lehre namentlich Abreden, die einer Partei einen überwiegenden Einfluss auf die Ernennung der Mitglieder des Schiedsgerichts einräumen bzw. die der einen Partei das
Recht einräumen, mehr Schiedsrichter zu ernennen als der anderen (Göksu, a.a.O., N 809; BSK ZPO-Habegger, Art. 361 N 7; ZK ZPO-Grundmann, Art. 362 N 21a f.). Bei Mehrparteienschiedsverfahren resultiert aus dem Grundsatz der Gleichberechtigung, dass die einzelne Partei zwingend die Möglichkeit haben muss, bei der Bestellung des Schiedsgerichts mitzuwir- ken (Entschei d des Bundesgerichts 4P.86/1994 vom 11. November 1994 E. 3, zit. in Berger/Kellerhals, a.a.O., Rz 773; BSK ZPO-Habegger, Art. 362 N 26; DIKE Kommentar ZPO-Schwander/Stacher, Art. 362 N 12; ZK ZPO- Grundmann, Art. 362 N 21a). 6.2. Im sog. Westlandentscheid aus dem Jahre 1983 hatte das Bundesgericht die Gelegenheit, sich mit der Frage der Verletzung des Grundsatzes des Gleichbehandlungsgebots zu befassen. Der Entscheid betraf jedoch - an- ders als die vorliegende Streitigkeit - die internationale Schiedsgerichtsbar- keit. Darin schützte das Bundesgericht implizit die Ansicht der Vori nstanz, welche im Ergebnis mehrere Beklagte zur gemeinsamen Ernennung eines Schiedsrichters verpflichtete (Unveröffentlichter Entscheid des Bundesge- richts vom 16. Mai 1983, zusammengefasst in ASA Bulletin 1984 S. 203 f.; Urteil der Vorinstanz: Urteil des Cour de Justice de Genève vom 26. November 1982, abgedruckt in SJ 1984 S. 309 ff.). Es erachtete es da- bei als irrelevant, ob die Interessenlage der mehreren Beklagten überein- stimmten oder divergierten (vgl. dazu nachfolgend). 6.3. In der Lehre wird mehrheitlich die Ansicht vertreten, dass die Lücke von Art. 361 Abs. 2 ZPO dahingehend zu füllen sei, dass die mehreren Kläger bzw. mehreren Beklagten jeweils gemeinsam einen Schiedsrichter zu er- nennen hätten. Auch die Lehre unterscheidet in der Regel nicht, ob die Inte- ressenlage der mehreren Kläger oder Beklagten konvergent bzw. divergent sind (BSK ZPO-Habegger, Art. 361 N 27; BK ZPO-Boog/Stark-Traber, Art. 361 N 47, Art. 362 N 40; ZK ZPO-Grundmann, Art. 362 N 21b; DIKE Kommentar ZPO-Schwander/Stacher, Art. 362 N 11 f.; Kurzkommentar ZPO-Dasser, Art. 361 N 9; Berger/Kellerhals, a.a.O., N 773; Rüe- de/Hadenfeldt, a.a.O., S. 126; nicht ganz eindeutig Göksu, a.a.O., N 852).
Begründet wird die Pflicht zur Bestellung eines gemeinsamen Schiedsrich- ters durch die mehreren Kläger bzw. Beklagten mit der Verletzung des Grundsatzes der Gleichberechtigung der Parteien, würde beispielsweise ein Kläger gegen zwei Beklagte klagen und würden Letztere je so viele Schieds- richter ernennen dürfen wie der Kläger (Rüede/Hadenfeldt, S. 126; BSK ZPO-Habegger, Art. 361 N 27; Kurzkommentar ZPO-Dasser, Art. 361 N 9; s. auch Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich vom 11. September 2001 E. 4, in: ZR 101 [2002] Nr. 21 bezüglich notwendiger Streitgenossen- schaft mit gleichlaufenden Interessen). 6.4. Nach Ansicht der Verwaltungskommission gilt das eben Dargelegte insbe- sondere in Fällen, in denen bei mehreren Beklagten gleichlaufende Interes- sen bestehen. In solchen Fällen wird das Prinzip der Gleichberechtigung der Beklagten durch die Pflicht zur gemeinsamen Ernennung eines Schiedsge- richtsmitglieds nicht verletzt. Die Parteischiedsrichter gelten nicht als Reprä- sentanten der Parteien (Urteil des Cour de Justice de Genève vom 26. November 1982, abgedruckt in SJ 1984 S. 310 und 318), sondern haben alle Anforderungen an die richterliche Unabhängigkeit und Unparteilichkeit gemäss Art. 367 ZPO zu erfüllen. Die Beklagten haben daher aus dem Um- stand, dass die klägerische Seite einen eigenen Schiedsrichter bestimmen darf, während sie einen gemeinsamen Schiedsrichter zu ernennen haben, keine Nachteile zu befürchten (vgl. auch Bühler/Feit in: Swiss Rules of Inter- national Arbitration, Zuberbühler/Müller/Habegger [Hrsg.], 2nd edition, Zürich 2013, Art. 8 N 23 für Schiedsverfahren unter den Swiss Rules).
6.5. Hinsichtlich sich nicht deckender Interessenlagen bzw. gegenläufiger Inte- ressen bestätigte das Bundesgericht im erwähnten Entscheid vom 16. Mai 1983 implizit die Zulässigkeit der Verpflichtung von mehreren Beklagten, ei- nen gemeinsamen Schiedsrichter zu ernennen. Damit schützte es die vor- i nstanzli che Rechtsprechung, welche im Ergebnis mehrere Beklagte unab- hängig von ihrer Interessenlage zur gemeinsamen Ernennung eines Schiedsrichters verpflichtete, sofern genügend Sicherheit für die Unabhän- gigkeit und Unparteilichkeit der Schiedsrichter bestand (Unveröffentlichter
Entscheid des Bundesgerichts vom 16. Mai 1983 in ASA Bulletin 1984 S. 203 ff.; vgl. auch das Urteil der Vorinstanz: Urteil des Cour de Justice de Genève vom 26. November 1982, abgedruckt in SJ 1984 S. 309 ff., S. 317 f.; vgl. ferner Bühler/Feit, a.a.O., Art. 8 N 18; Wi rth, The C urrent Revision of the UNCITRAL Arbitration Rules, cemaj, 2007 S. 1 ff., S. 10). Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung ist damit die Pfli cht zur gemeinsamen Ernennung zumindest bei internationalen Sachverhalten selbst bei divergie- renden Interessen zulässig bzw. verstösst eine solche nicht gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung (vgl. auch DIKE Kommentar ZPO- Schwander/Stacher, Art. 362 N 12, welche nicht danach unterscheiden, ob die Interessen identisch oder gegenläufig sind; Bühler/Feit, a.a.O., Art. 8 N 23). D i ese Ausführungen müssen grundsätzli ch auch für di e Bi nnen- schiedsgerichtsbarkeit, wie sie vorliegend gegeben ist, gelten. So kann für die Frage, ob das Bestellverfahren die Neutralität und Unparteilichkeit des Schiedsgerichts tangiert, nicht entscheidend sein, ob es sich um einen nati- onalen oder internationalen Fall handelt, da die Kriterien für die Unabhän- gigkeit des Schiedsgerichts in beiden Fällen dieselben sind (vgl. Art. 180 IPRG, Art. 367 ZPO). Im Weiteren kann es sich bei den Parteien sowohl in i nt ernationalen Verhältnissen als auch bei nationalen Schiedsangelegenhei- ten um geschäftserfahrene Personen handeln. Gründe, welche es rechtferti- gen würden, Parteien bei Bi nnenverhältni ssen anders zu behandeln als sol- che eines internationalen Schiedsfalles, sind keine ersichtlich. Insbesondere kann nicht generell von einem grösseren Schutzbedürfnis ausgegangen werden. Dies gilt insbesondere für den vorliegenden Fall, in welchem sich die beteiligten Parteien im Internet als seit Jahren existierende, geschäftser- fahrene juristische Personen präsentieren. Die Gesuchstelleri n bietet Dienst- leistungen in den Bereichen von Anlagen, Installationen und Komponenten jeglicher Art sowie der Informations- und Kommunikationstechnologie an (act. 4/3), während die Gesuchsgegneri n 1 Dienstleistungen als Elektroun- ternehmen (act. 4/4) bzw. die Gesuchsgegnerin 2 D i enstlei stungen i m Zu- sammenhang mit der Führung eines Fachbetriebs der Baubranche, Projek- ti erung und Ausführung von Haustechni k- und Bauinstallation etc. (act. 4/5)
erbringen. Ein über das vom Bundesgericht für internationale Schiedsfälle vorgesehene Mass hinausgehender Schutz erweist sich nicht als notwendig und ist vorliegend nicht gerechtfertigt. Die Pfli cht zur gemeinsamen Bestellung eines Schiedsgerichtsmitgliedes selbst bei nicht deckungsgleichen Interessen lässt sich auch vor dem Hin- tergrund rechtfertigen, dass diese kei nen Verzi cht auf den Anspruch auf Glei chbehandlung im Verfahren i m Si nne von Art. 373 Abs. 4 ZPO darstellt, sondern einzig dazu führt, dass die Parteien ihr Recht aufgeben, einen Schiedsrichter allein ihrer Wahl zu bestellen, welcher die von ihnen bevor- zugten fachli chen und persönli chen Quali täten mi t si ch bri ngt. D er Anspruch auf Gleichbehandlung im Verfahren besteht indes weiterhin, ebenso die Pflicht der Schiedsgerichtsmitglieder, unabhängig und unparteilich zu ent- scheiden (Art. 368 ZPO; Andrea Meier, Einbezug Dritter vor internationalen Schiedsgerichten, Diss. Zürich 2007, ZStP 2007 S. 102). Demzufolge waren die Gesuchsgegnerinnen grundsätzli ch verpflichtet, gemeinsam einen Schi edsri chter zu ernennen. 6.6. Es bleibt schliesslich zu prüfen, ob diesen Erwägungen die bundesgerichtli- che Rechtsprechung zum Anspruch auf Unabhängigkeit des Schiedsgerichts i m Si nne von Art. 368 ZPO entgegenstehen. Noch im Anwendungsbereich des Konkordats über die Schiedsgerichtsbarkeit und damit in Bezug auf die Binnenschiedsgerichtsbarkeit bejahte das Bundesgericht das Vorliegen ei- nes Ablehnungsgrundes i m Si nne von Art. 19 KSG für den Fall, dass eine Partei bei der Bestellung des Schiedsgerichts einen übermässigen Ei nfluss ausübte. Ungleichgewichtige Ernennungssysteme erachtete es demnach als unzulässi g. D araus folgerte die Lehre, dass es fraglich sei, ob eine Partei im Voraus auf ihr Ernennungsrecht verzichten könne oder ob sich die Parteien durch ein solches Vorgehen in unzulässiger Weise ihres Gleichbehand- lungsanspruchs begeben würden (vgl. dazu BK ZPO-Boog/Stark-Traber, Art. 362 N 40 mit Verweis auf Meier Andrea, a.a.O., S. 101 f.). Art. 19 Abs. 1 des besagten Konkordats lautete dahingehend, dass das Schiedsgericht abgelehnt werden konnte, wenn eine Partei einen überwie-
genden Einfluss auf die Bestellung seiner Mitglieder ausübte. Diese Be- sti mmung war aufgrund von Art. 1 Abs. 3 KSG zwingend, und ein vorgängi- ger Verzicht auf das Recht auf Unabhängigkeit des Schiedsgerichts war so- mit nicht möglich. Art. 19 Abs. 1 KSG wurde i nhaltli ch i n Art. 368 ZPO über- nommen. Auch Art. 368 Abs. 1 ZPO gilt in der Lehre als zwingend (BSK ZPO-Weber-Stecher, Art. 368 N 10c mit weiteren Verweisen). Art. 368 ZPO wurde insbesondere mit Blick auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts zur Verbandsschiedsgerichtsbarkeit in die Zivilprozessordnung übernom- men. In der Botschaft wird hierzu festgehalten, die Bestimmung sei vor allem für Schiedsgerichte bedeutsam, bei denen ein Verband - oder bei statutari- schen Schiedsklauseln - eine Gesellschaft die Bestellung des Schiedsge- richts beeinflusse (Botschaft ZPO, S. 7397; vgl. auch KUKO ZPO-Dasser, Art. 368 N 1). Im Gegensatz zur Verbandsschiedsgerichtsbarkeit handelt es sich bei der vorliegenden Schiedsklausel nicht um eine vorgegebene Schiedsbesti mmung, welche es für die Berufsausübung zu übernehmen galt bzw. welche diese erheblich erleichtert hätte, sondern um eine freiwillig un- terzeichnete Vereinbarung der Parteien. Art. 368 ZPO hat für die vorliegen- den Parteien demnach nicht dieselbe Bedeutung wie für Verbandsmitglieder. Dementsprechend erweist sich der aus Art. 19 KSG abgeleitete Schutz in der vorliegenden Konstellation nicht als notwendig bzw. ist vorliegend kei n Ablehnungsgrund anzunehme n. Auch die bundesgerichtliche Rechtsprechung (BGE 107 Ia 155 E. 4 und Ur- teil des Bundesgerichts 5P.362/2005 vom 19. Mai 2006, E. 2), auf welche diesbezüglich in der Lehre hingewiesen wird, erfolgte in anderem Zusam- menhang. BGE 107 Ia 155 bezog sich auf eine in einem Gesamtarbeitsver- trag enthaltene Schiedsklausel, welcher sich ei n Leiter des Schauspiels und Regisseur trotz fehlender Mitgliedschaft im Verband unterwerfen musste. Das Urteil des Bundesgerichts 5P.362/2005 vom 19. Mai 2006 befasste sich sodann mit der Bestellung eines Schiedsrichters aus einer Liste, welche jährlich und einseitig von der beschwerdegegnerischen Partei zusammen- gestellt wurde. Auch diese Rechtsprechung erfolgte damit in anderem Zu- sammenhang.
6.7. Soweit die Gesuchsgegnerin 1 in ihrer Eingabe vom 31. Oktober 2016 auf die sog. Dutco-Rechtsprechung verweist (act. 19 Rz III. 3.5), so kann ihr nicht gefolgt werden. Der französische Cour de Cassation bekräftigte mit Ur- teil vom 7. Januar 1992 (zitiert in Bühler/Feit, a.a.O., Art. 8 N 16 ff. mit Ver- weis auf Revue de l'arbitrage 1992, S. 470 ff., Siemens AG und BK MI In- dustrieanlagen GmbH v. Dutco Construction Co., Urteil des frz. Cour de Cassation vom 7. Januar 1992) den Grundsatz, dass alle Parteien vor Ent- stehen der Streitigkeit nicht auf ihre Gleichbehandlung bei der Bestellung des Schiedsgerichts verzichten könnten, da die Gleichbehandlung der Par- teien bei der Bestellung des Schiedsgerichts zum Ordre public gehöre. Dementsprechend erachtete es das Gericht als notwendig, dass alle Partei- en gleiche Mitwirkungsrechte bei der Bestellung des Schiedsgeri chts haben müssten und dass auf dieses Recht nicht im Voraus gültig mittels Schieds- vereinbarung verzichtet werden könne. Vorab sei festgehalten, dass es sich beim Dutco-Entschei d um ei ne Ent- scheidung des französischen Kassationsgerichts handelt. Gerichte innerhalb Frankreichs sind an die darin entwickelten Grundsätze zwar gebunden, Ge- richte ausserhalb Frankreichs müssen ihnen jedoch nicht notwendigerweise folgen, sofern sich der Sitz des Schiedsgerichts ausserhalb Frankreichs be- findet. Auch i nhaltli ch i st dem Entschei d ni cht zu folgen, zumal er letztli ch dazu führen würde, dass sich die Regelung zuungunsten der anderen Ver- fahrensseite auswirken würde. Würde die Dutco-Rechtsprechung übernom- men, würde die Klägerin im vorliegenden Fall entweder benachteiligt, weil sie weniger Schiedsgerichtsmitglieder ernennen dürfte als die Beklagten, oder es müsste ihr die Möglichkeit eingeräumt werden, ebenfalls mehr Schiedsrichter zu bestellen. Letzteres Vorgehen würde nicht nur das Schiedsgericht aufblähen, sondern auch mit der in der Schiedsklausel fest- gehaltenen Absicht, Streitigkeiten durch ein Schiedsgericht von überschau- barer Grösse zu regeln, kaum vereinbar sein. In Anbetracht der bundesge- richtlichen Rechtsprechung aus dem Jahre 1983 kann der Praxis des fran- zösischen Cour de Cassation nicht gefolgt werden.
6.8. In der vorliegenden Konstellation ist die Verpflichtung von mehreren Beklag- ten, einen gemeinsamen Schiedsrichter ernennen zu müssen, demnach selbst bei divergierenden Parteiinteressen zulässig. Auch wenn der Ge- suchsgegnerin 1 daher in ihrem Standpunkt, dass es sich bei ihr und der Gesuchsgegnerin 2 als Beklagte um eine einfache passive Streitgenossen- schaft handle (act. 19 Rz III.3.4.2 f.), deren Interessen nicht in allen Punkten übereinstimmten, sondern zumindest teilweise divergierten (vgl. act. 19 Rz III.3.4.5), zu folgen wäre, so könnte daraus in Bezug auf die Anzahl der zu bestellenden Schiedsgerichtsmitglieder nichts zu ihren Gunsten abgelei- tet werden. Die Gesuchsgegnerin 2 musste sich im Zeitpunkt des Abschlus- ses des ARGE-Vertrages über die Regelung in dessen Art. 10 bewusst sein. Dies gilt umso mehr, als am Vertragsabschluss vier Vertragsparteien betei- ligt waren (act. 4/2) und die Schiedsvereinbarung in Bezug auf die Bestel- lung eines Dreierschiedsgerichts damit nur dahingehend verstanden werden konnte, dass auf derjenigen Prozessseite, welche aus mehreren Vertrags- parteien besteht, mehrere Parteien nur ein Schiedsgerichtsmitglied bestellen könnten. Zu berücksi chti gen gi lt auch, dass die Gesuchsgegnerin 1 nicht geltend macht, der Zusammenzug der Klagen gegen sie und die Gesuchs- gegnerin 2 sei unzulässig gewesen, sondern si ch lediglich auf den Stand- punkt stellt, dass auch zwei separate Klagen gegen die Gesuchsgegnerin- nen möglich gewesen wären (vgl. act. 19 Rz III.3 .4 .2 ). Ob der Zusammen- zug der Klagen zulässig ist, hat sodann das zuständige Schiedsgericht zu prüfen. 6.9. Die Pflicht zur gemeinsamen Ernennung eines Schiedsrichters entspricht im Übrigen auch der international zunehmend üblichen Praxis (vgl. Art. 8 Abs. 4 Swiss Rules; Art. 12 Abs. 6 ICC Rules; Kurzkommentar ZPO-Dasser, Art. 361 N 9). 7.1. Die Gesuchsgegnerinnen 1 und 2 machen geltend, sie seien in Bezug auf die Bestellung des Schiedsgerichtsmitglieds nicht säumig (act. 19 Rz III.3 .6 und act. 46 Rz 15). Während sich die Gesuchsgegnerin 1 auf den Stand- punkt stellt, sie sei berechtigt gewesen, allein ein Schiedsgerichtsmitglied zu
bezeichnen (act. 19 Rz III.3 .6 ), führt die Gesuchsgegnerin 2 aus, sie habe im Rahmen des Möglichen einen Parteischiedsrichter für ihre Person er- nannt. Eine Einigung mit der Gesuchsgegnerin 1 sei nicht möglich gewesen (act. 46 Rz 15 f.). 7.2. Wie unter Ziffer III.6 dargelegt wurde, hätten die Gesuchsgegnerinnen ge- meinsam einen Schiedsrichter bezeichnen müssen. Dieser Verpflichtung sind sie trotz Aufforderung der Gesuchstellerin (act. 4/9-10) ni cht nachge- kommen. Damit sind sie i m Si nne von Art. 362 Abs. 1 lit. b ZPO säumig. Da- ran vermag auch nichts zu ändern, dass es der Gesuchsgegnerin 2 mangels Mitwirkung der Gesuchsgegnerin 1 nicht möglich gewesen sei, gemeinsam ei nen Schi edsri chter zu ernennen (act. 46 Rz 15 f.). Das Risiko der fehlen- den Ei ni gung nahm die Gesuchsgegnerin 1 mit dem Abschluss des ARGE- Vertrages und der Genehmigung der Bestimmung in dessen Artikel 10 in Kauf. Demnach hat die Verwaltungskommission für die Beklagten ein ge- meinsames Schiedsgerichtsmitglied zu ernennen. 8.1. Im Zusammenhang mi t der Schiedsrichterbestellung stellt sich schliesslich die Frage, ob das staatliche Gericht nur den Schiedsrichter, welchen die Be- klagten hätten ernennen müssen, oder alle Schiedsrichter zusammen zu be- stellen hat. Während sich die Gesuchstellerin auf den Standpunkt stellt, es sei nur der Schiedsrichter der sich in Verzug befindenden Partei zu bestellen (act. 1 Rz 38 f.), ersuchen die Gesuchsgegnerinnen um Bestellung aller Schiedsrichter (act. 19 RB 2-4 und act. 46 Rz 36). 8.2. Art. 362 Abs. 2 ZPO sieht diesbezüglich vor, dass das Gericht im Falle einer Mehrparteienschiedssache alle Mitglieder ernennen kann. Es ist damit dem Gericht überlassen, eine fallspezifische Lösung zu finden. Art. 362 Abs. 2 ZPO entspricht insoweit Art. 8 Abs. 5 der Swiss Rules, welcher es dem Ge- richtshof ebenfalls frei lässt, alle Mitglieder des Schiedsgerichts zu ernen- nen. Glei ches si eht auch Art. 12 Abs. 8 der ICC-Rules vor. 8.3. Im erwähnten Westland-Entschei d wurde die Verletzung des Gleichbehand- lungsgebots für den Fall, dass die Ernennungsinstanz lediglich die Schieds-
richter für die sich aus mehreren Personen zusammengesetzte Beklagte er- nannte und nicht alle Mitglieder des Schiedsgerichts (neu) bestellte, verneint (Urteil des Cour de Justice de Genève vom 26. November 1982, abgedruckt in SJ 1984 S. 309 ff., S. 319). Das Bundesgericht korrigierte diese Ansicht ni cht (Entscheid des Bundesgerichts vom 16. Mai 1983, ASA Bull 1984 S. 203 ff.). Der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zufolge ist es demnach zulässig, den einen Parteischiedsrichter von einer Partei und den anderen ersatzweise ernennen zu lassen (vgl. auch Kurzkommentar ZPO-Dasser, Art. 362 N 6; a.M. Frz. Cour de Cassation, Urteil vom 7. Januar 1992, in: Revue de l’arbitrage 1992, 470 ff.). 8.4. Vorliegend bestehen keine Gründe, die es rechtfertigen würden, alle Schiedsrichter durch das staatliche Gericht zu ernennen. Dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass es mehreren Parteien nicht ermöglicht werden soll, durch fehlende Einigung automatisch die Absetzung des von der Ge- genpartei ernannten Schiedsrichters bewirken zu können. D i e Gesuchsgeg- neri n 1 hat denn auch nichts vorgebracht, was gegen die Bestellung des durch die Gesuchstellerin bezeichneten Schiedsrichters sprechen würde (act. 19 Rz III.4 .2 ). Lediglich die Gesuchsgegnerin 2 führte aus, zwi schen dem Rechtsvertreter der Gesuchstellerin und dem von ihr ernannten Schiedsrichter Prof. RA Dr. iur. E._____ bestehe angesichts der einschlägig geläufigen, aussergerichtlichen Bekanntschaft und der gemeinsamen Publi- kationen sowie gemeinsamen Projekte eine unerwünschte Vertrautheit (act. 46 Rz 13). Hierzu ist festzuhalten, dass die berufliche Zusammenarbeit i n Projekten bzw. Publi kati onen für si ch allei ne ni cht ausrei cht, um ei nen Ab- lehnungsgrund zu begründen. Auch ei n allfälli g "einschlägig geläufiger Kon- takt" zwischen dem ernannten Schiedsrichter und dem Rechtsvertreter der Klägerin gibt kei nen Anlass zu Zwei feln an dessen Unbefangenheit, zumal selbst die Gesuchsgegnerin 2 nicht von einem engen freundschaftlichen Verhältni s ausgeht (vgl. BSK ZPO-Weber-Stecher, Art. 367 N 52 f., i nsb. N 54). Die Einwendungen der Gesuchsgegnerin 2 sind daher nicht zu hören.
Kostkiewicz/Siehr/Vischer/Volken [Hrsg.], Zürcher Kommentar zum IPRG, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2004, Art. 179 N 22).
Es wird beschlossen: 1. In Guthei ssung des Hauptbegehrens der Gesuchstellerin wird Rechtsanwalt Prof. Dr. G., ... [Adresse], als Parteischiedsrichter von den Gesuchs- gegnerinnen 1 und 2 für die zwischen den Parteien bestehende Streitigkeit betreffend den ARGE-Vertrag vom 23. Mai bzw. 1. Juni 2011 ernannt. Alle übrigen Begehren werden abgewiesen. 2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 12'000.- festgesetzt und teilweise mit dem von der Gesuchstellerin geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 8'000.- ve r- rechnet. 3. Die Kosten des Verfahrens werden einstweilen von der Gesuchstellerin be- zogen; über deren definitive Tragung wird das Schiedsgericht zu entschei- den haben. 4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen; über eine allfällige Parteientschädigung für das Ernennungsverfahren sowie deren Höhe wird das Schiedsgericht zu befinden haben. 5. Schriftliche Mitteilung gegen Empfangsschein an: − die Vertreter der Gesuchstellerin, zweifach, für si ch und die Gesuch- stellerin, − die Vertreter der Gesuchsgegnerin 1, zweifach, für sich und die Ge- suchsgegneri n 1, − die Vertreter der Gesuchsgegnerin 2, zweifach, für sich und die Ge- suchsgegnerin 2, − Rechtsanwalt Prof. Dr. G., als Parteischiedsrichter, − die Obergerichtskasse.
Züri ch, 7. März 2018
__________________________________ OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Verwaltungskommission Die Gerichtsschreiberin:
Lic. iur. A. Leu
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