Excessive debt-enforcement fee for issuing loss certificate

NR040020Obergericht23.02.2004Modified

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The creditor K. Company successfully challenged the debt enforcement office's fee for issuing a loss certificate in enforcement no. ... against Q. The office had charged 2 per mille of the enforcement result of over CHF 102 million, amounting to CHF 204,587.80. The supervisory courts initially upheld the fee, but the Federal Supreme Court had already held that it violated the equivalence principle. On remittal, the Obergericht reduced the fee to CHF 50,000.

Omnilex-Regeste

Art. 30 GebV SchKG; equivalence principle and fee calculation for issuing a loss certificate in enforcement proceedings. Even where the enforcement result constitutes a relevant benchmark for fee assessment, a fee must remain in a reasonable relation to the concrete administrative service rendered. Where the office act is limited essentially to a formal transmission or notice, a charge calculated mechanically from a very high claim amount may become manifestly disproportionate and thus incompatible with the equivalence principle (consid. 3 ff.).

Gesamter Gesetzestext

GebVSchKG 30, Äquivalenzprinzip und (sehr) hoher Interessewert. Das reine Ausstellen einer Verlustbescheinigung beim Ergebnis einer Arrestbetreibung von rund Fr. 102 Mio. darf nicht mit den tarifgemässen 2% (= rund Fr. 204'000.--) verrechnet werden. (Erwägungen) Am 20. Januar 2003 stellte das Betreibungsamt in der von der K. Company gegen Q. eingeleiteten Betreibung Nr. ... eine Verlustbescheinigung aus. Gestützt auf das Ergebnis der Betreibung von Fr. 102'293'918.10 erhob es in Anwendung von Art. 30 GebV zum SchKG eine Gebühr von 2 Promille, d.h. Fr. 204'587.80 (plus Auslagen). Mit Eingabe vom 31. Januar 2003 ersuchte die K. Company das Betreibungsamt, die Kostenverfügung in Wiedererwägung zu ziehen und die Gebühr auf höchstens Fr. 50'000.-- festzusetzen. Das Betreibungsamt lehnte das Wiedererwägungsgesuch ab und überwies die diesem beiliegende Beschwerde an das Bezirksgericht als untere Aufsichtsbehörde in Schuldbetreibungs- und Konkurssachen. Mit Beschluss vom 19. Juni 2003 wies die untere Aufsichtsbehörde die Beschwerde ab. Den hiegegen erhobenen Rekurs wies die II. Zivilkammer des Obergerichtes ab. In Gutheissung einer hiegegen erhobenen staatsrechtlichen Beschwerde hob das Bundesgericht den obergerichtlichen Entscheid mit Urteil vom 8. Dezember 2003 auf. Es erwog, dass die vom Betreibungsamt erhobene Gebühr gegen das Äquivalenzprinzip verstosse (5P.353/2003). Die II. Zivilkammer als obere kantonale Aufsichtsbehörde in Schuldbetreibungs- und Konkurssachen hat demnach unter Berücksichtigung der Ergebnisse des bundesgerichtlichen Urteils neu über die Gebührenfestsetzung des Betreibungsamtes Zürich 1 zu entscheiden. Das Bundesgericht gelangte zur Auffassung, dass der Verwertungserlös zwar ein sachliches Kriterium für die Bemessung der Gebühr sei, eine solche von Fr. 204'587.80 im vorliegenden Fall, in dem sich die Verwertungshandlung in einer Anweisung an eine Bank erschöpfe, aber offensichtlich nichts mehr mit der erbrachten staatlichen Leistung gemein habe. Diesen Erwägungen ist Rechnung zu tragen und demnach die vom

Betreibungsamt in der Betreibung Nr. ... erhobene Gebühr auf Fr. 50'000.-- herabzusetzen. Der Rekurs ist somit gutzuheissen. Obergericht, II. Zivilkammer Beschluss vom 23. Februar 2004 NR040020

Schlagwörter

debt enforcementloss certificatefeesequivalence principlesupervisory complaintadministrative chargesproportionality

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the fee for merely issuing a loss certificate in an arrest enforcement proceeding was excessive under the equivalence principle.

Extrahierter Entscheid

The fee had to be reduced because a charge of CHF 204,587.80 for a purely formal enforcement act was manifestly disproportionate to the state service rendered.

Extrahierte Begründung

The enforcement proceeds were only a relevant criterion for fee calculation, but in this case the act consisted essentially of an instruction to a bank. A fee of about CHF 204,000 no longer had any recognizable relation to the actual administrative effort and therefore violated the equivalence principle.

Kernrechtsfrage

What fee should replace the office's original fee decision.

Extrahierter Entscheid

The fee was set at a maximum of CHF 50,000.

Extrahierte Begründung

Taking account of the Federal Supreme Court's prior judgment and the nature of the service, the supervisory authority had to fix a substantially lower fee.

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