Untimely appeal rejected for lack of admissibility

NP130022Obergericht25.09.2013Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Zurich High Court dealt with an appeal against a first-instance non-entry order in a liability action. The appellant’s filing was unsigned and, more importantly, was lodged only on 2013-08-23, long after the 30-day appeal period had expired on 2013-02-11. The court therefore refused to enter into the appeal and did not grant a cure period for the missing signature, since the defect was immaterial in light of the lateness. Second-instance court costs of CHF 100 were imposed on the appellant, and the respondent received no party compensation.

Omnilex-Regeste

Art. 130 Abs. 1, 132 Abs. 1, 311 Abs. 1 and 143 Abs. 1 ZPO; late appeal and omitted cure period for missing signature. A filing lacking the required handwritten signature is defective and may ordinarily be subject to a short cure period. However, the court may dispense with such a measure where the defect is irrelevant because the filing is manifestly inadmissible for other reasons, in particular where the appeal was lodged after expiry of the statutory time limit. If the appeal period has expired, the appellate court must not enter into the appeal; costs follow the outcome, and party compensation presupposes compensable efforts of the prevailing party (consid. 2 and 3).

Gesamter Gesetzestext

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Geschäfts-Nr.: NP130022-O/U.doc

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. R. Klopfer, Vorsitzender, und Dr. M. Kriech, Ersatzoberrichter Dr. S. Mazan sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. K. Montani Schmidt Beschluss vom 25. September 2013

in Sachen

A._____, Klägerin und Berufungsklägerin

gegen

B._____, Beklagte und Berufungsbeklagte

betreffend Verantwortlichkeit

Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im vereinfachten Verfah- ren am Bezirksgericht Hinwil vom 9. Januar 2013 (FV130001-E)

Erwägungen: 1.1 Am 7. Januar 2013 ging bei der Vorinstanz die Verantwortlichkeitsklage der Klägerin und Berufungsklägerin (fortan Klägerin) gegen die Beklagte und Be- rufungsbeklagte (fortan Beklagte), welche ihre frühere Beiständin gewesen war, ein (Urk. 1). Mit Verfügung vom 9. Januar 2013 trat die Vorinstanz auf diese Klage nicht ein; die Kosten des Verfahrens in der Höhe von Fr. 100.– wurden der Kläge- rin auferlegt (Urk. 4 = Urk. 7). 1.2 Mit undatiertem Schreiben (zur Post gegeben am 23. August 2013, eingegangen am 26. August 2013) erhob die Klägerin Beschwerde (Urk. 6). 2.1 Eingaben sind dem Gericht in Papierform oder elektronisch einzu- reichen. Sie sind zu unterzeichnen (Art. 130 Abs. 1 ZPO). Mängel wie fehlende Unterschrift sind innert einer gerichtlichen Nachfrist zu verbessern. Andernfalls gilt die Eingabe als nicht erfolgt (Art. 132 Abs. 1 ZPO). Der Eingabe der Klägerin fehlt die eigenhändige Unterschrift (Urk. 6). Damit wäre der Klägerin grundsätzlich Frist zur Verbesserung der Eingabe anzusetzen. Aus prozessökonomischen Gründen kann jedoch von dieser Massnahme abgesehen werden, wenn die mangelhafte Eingabe nicht relevant ist, z.B. weil sie nicht fristgemäss eingereicht worden ist (A. Staehelin in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur Schwei- zerischen Zivilprozessordnung (ZPO), 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2013, Art. 132 N 5). 2.2 Vorliegend wurde die vorinstanzliche Verfügung vom 9. Januar 2013 der Klägerin am 11. Januar 2013 zugestellt (Urk. 5). Entsprechend endete die 30-tägige Berufungsfrist gemäss Art. 311 Abs. 1 ZPO (vgl. die zutreffende Rechtsmittelbelehrung im angefochtenen Entscheid) am 11. Februar 2013 (Art. 142 ZPO). Indem die Klägerin ihre Eingabe erst am 23. August 2013 der Schweizerischen Post zu Handen des Gerichts übergab (Art. 143 Abs. 1 ZPO), ist vorliegende Eingabe verspätet. Dementsprechend ist auf die Berufung infolge Verspätung nicht einzutreten, und es kann auf das Ansetzen einer Nachfrist zur Beibringung der Unterschrift verzichtet werden.

2.3 Damit erweist sich die Berufung als offensichtlich unbegründet bzw. unzulässig, weshalb auf das Einholen einer Berufungsantwort der Gegenpartei verzichtet werden kann (Art. 312 Abs. 1 ZPO). 3.1 Die Kosten des gerichtlichen Verfahrens sind in Anwendung von § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG in Verbindung mit § 4 Abs. 1 und 2 GebV OG und § 10 Abs. 1 GebV OG auf Fr. 100.– festzusetzen. Diese sind ausgangsgemäss der Klägerin aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). 3.2 Der Beklagten ist mangels relevanter Umtriebe im Berufungsverfahren keine Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. Art. 95 Abs. 3 ZPO). Es wird beschlossen: 1. Auf die Berufung wird nicht eingetreten. 2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 100.– festgesetzt. 3. Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens werden der Klägerin auferlegt. 4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Beklagte unter Beilage einer Kopie von Urk. 6, sowie an das Einzelgericht im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht Hinwil, je gegen Empfangsschein. Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit- telfrist an die Vorinstanz zurück. 6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt weniger als Fr. 30'000.–. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

Zürich, 25. September 2013

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. K. Montani Schmidt

versandt am: mc

Schlagwörter

appeal deadlinenon-entrysignature defectcostsparty compensationadmissibility

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal was filed within the statutory time limit and therefore admissible.

Extrahierter Entscheid

The appeal was filed after expiry of the 30-day appeal period and was therefore inadmissible.

Extrahierte Begründung

The first-instance order was served on 2013-01-11; the appeal period ended on 2013-02-11. The filing was handed to the post office only on 2013-08-23, so it was late. Because the lateness made the filing irrelevant, the court could dispense with setting a cure period for the missing signature.

Kernrechtsfrage

Whether the missing handwritten signature required a cure period.

Extrahierter Entscheid

No cure period was set because the appeal was already manifestly late.

Extrahierte Begründung

Under Art. 130 and 132 ZPO, a defective filing may be cured, but the court may omit this step if the defect is irrelevant, especially where the filing is untimely.

Kernrechtsfrage

Allocation of second-instance court costs and party compensation.

Extrahierter Entscheid

Court costs of CHF 100 were imposed on the appellant, and no party compensation was awarded to the respondent.

Extrahierte Begründung

Costs followed the outcome under Art. 106 ZPO. No compensable work by the respondent was shown, so no party compensation was due.

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