Appeal against involuntary medication and discharge denied

NA120041Obergericht24.12.2012Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Zurich Court of Appeal dismissed the appellant’s appeal against the district court’s refusal to order her discharge from the clinic and against the compulsory medication measure. The court held that her appeal was inadequately reasoned: she merely stated that the medication caused tiredness, without showing the extent or establishing disproportionality. It accepted the clinic’s and experts’ view that the treatment improved her condition and noted that untreated schizophrenia becomes harder to treat over time. Because of the circumstances, the court waived court fees for the appeal proceedings.

Omnilex-Regeste

Compulsory medical treatment and discharge from inpatient placement; standard of review for proportionality and substantiation of appeal arguments. An appeal fails where the appellant does not concretely demonstrate, by reference to the alleged adverse effects, that the treatment is disproportionate. Where clinic and expert opinion concordantly indicate therapeutic benefit, the court may uphold compulsory medication; mere assertions of fatigue are insufficient to establish disproportionality. In such circumstances, and depending on the case, court costs may be waived (cf. consid. 3-4).

Gesamter Gesetzestext

Obergericht des Kantons Zürich II. Zivilkammer

Geschäfts-Nr.: NA120041-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. A. Katzenstein, Vorsitzende, Oberrichter lic. iur. P. Diggelmann und Oberrichter lic. iur. R. Naef sowie Gerichts- schreiberin lic. iur. A. Muraro-Sigalas. Urteil vom 24. Dezember 2012 in Sachen

A._____, Gesuchstellerin und Berufungsklägerin,

sowie

B._____, Verfahrensbeteiligte,

betreffend Entlassung aus der B._____ [Klinik] / Zwangsmedikation

Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes (10. Abteilung) des Bezirksgerich- tes Zürich vom 11. Dezember 2012 (FF120247)

Erwägungen: 1. Die Gesuchstellerin wurde am 29. November 2012 wegen Fremdge- fährdung in die B._____ (B.) eingewiesen (act. 2 und act. 9). Die vorläufige Diagnose der B. lautete "paranoide Schizophrenie DD: schizoaffektiv (ma- nisch)" (act. 9 S. 1). Das Entlassungsgesuch der Gesuchstellerin vom 2. Dezember 2012 (Eingang am 5. Dezember 2012; act. 1) wies das Einzelgericht (10. Abteilung) des Bezirksgerichts Zürich (Vorinstanz) mit Urteil vom 11. Dezember 2012 zunächst mündlich im Dispositiv und dann schriftlich mit Be- gründung ab (act. 15 bzw. vorinstanzliches Protokoll S. 25 und act. 17). Den be- gründeten Entscheid der Vorinstanz erhielt die Gesuchstellerin in der B._____ am 14. Dezember 2012. 2. Mit Eingabe vom 11. Dezember 2012 (Poststempel) und damit vor Er- halt des begründeten Urteils erhob die Gesuchstellerin bei der II. Zivilkammer Be- rufung und erklärte, sie sei mit der Zwangsmedikation absolut nicht einverstanden wegen der dadurch verursachten Müdigkeit (act. 21). 3. Mit Verfügung vom 14. Dezember 2012 wurde die Gesuchstellerin da- rauf aufmerksam gemacht, dass sie innert fünf Tagen nach Erhalt des begründe- ten Entscheids ihre Berufungsanträge zu stellen und zu begründen habe (act. 22A). Innert der Berufungsfrist erfolgte keine Eingabe der Gesuchstellerin mehr. Es ist deshalb umständehalber zumindest auf das Berufungsschreiben vom 11. Dezember 2012 abzustellen, in welchem sich die Begründung der Gesuch- stellerin darin erschöpft, dass die Zwangsmedikation Müdigkeit verursache (act. 21). In welchem Ausmass sich diese Müdigkeit manifestieren soll (Grad von leichter bis starker Müdigkeit), erklärt die Gesuchstellerin nicht. Es kann deshalb nicht von einer Unverhältnismässigkeit der Zwangsmedikation ausgegangen wer- den. Es ist insbesondere vor Augen zu halten, dass sowohl die Klinik als auch die Gutachter übereinstimmend der Ansicht waren, der Zustand der Gesuchstellerin verbessere sich durch die Medikation. Die Gesuchstellerin leide an einer Schizo-

phrenie, und diese sei umso schwieriger zu behandeln, je länger sie unbehandelt bleibe (act. 20). Die Berufung ist damit abzuweisen. 4. Angesichts der Umstände ist für das Berufungsverfahren auf die Erhe- bung von Gerichtskosten zu verzichten. Es wird erkannt: 1. Die Berufung wird abgewiesen. 2. Für das Berufungsverfahren werden keine Gerichtskosten erhoben. 3. Schriftliche Mitteilung an die Gesuchstellerin, an die verfahrensbeteiligte Kli- nik sowie – unter Rücksendung der Akten – an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein. 4. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Obergericht des Kantons Zürich II. Zivilkammer

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. A. Muraro-Sigalas

versandt am:

Schlagwörter

involuntary hospitalizationcompulsory medicationproportionalityappeal substantiationschizophreniacourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal against the refusal of discharge should be allowed.

Extrahierter Entscheid

The appeal was not sufficiently substantiated and was therefore dismissed.

Extrahierte Begründung

The applicant only complained that the compulsory medication caused tiredness, without explaining the extent of the side effects; the court found no basis to hold the treatment disproportionate, especially since the clinic and experts agreed that medication improved her condition.

Kernrechtsfrage

Whether the compulsory medication was disproportionate and had to be lifted.

Extrahierter Entscheid

No disproportionate interference was shown; the medication remained justified.

Extrahierte Begründung

The court relied on the unanimous view of the clinic and experts that the applicant’s condition improved with medication and noted that schizophrenia becomes harder to treat the longer it remains untreated.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged for the appeal proceedings.

Extrahierter Entscheid

No court costs were levied for the appeal proceedings.

Extrahierte Begründung

Given the circumstances, the court waived the collection of court fees.

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