Non-entry for res judicata in rental dispute

MK121066-L/UBezirksgericht Zürich30.10.2012Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The tenant initiated conciliation proceedings concerning a defect in leased premises. The landlord requested non-entry, arguing that the rental court had already finally decided the same rent-reduction claim arising from the same defect. The conciliation authority found the matter res judicata and refused to entertain the new complaint. On appeal, the higher court did not enter into the complaint because it was insufficiently reasoned; it added that, if it had to decide the merits, it would have upheld the finding of res judicata and the resulting non-entry.

Omnilex-Regeste

Art. 59 and Art. 60 ZPO; res iudicata as a negative procedural prerequisite: a claim is barred when, between the same parties, the same request is brought again on the same legal basis and materially identical facts. The court must examine ex officio whether the matter has already been finally adjudicated (Art. 59 Abs. 2 lit. e ZPO). If a prior judgment has entered into legal force and covers the same defect-related rent-reduction claim, the new action is inadmissible and the authority must refuse to enter into it (consid. 2.3).

Gesamter Gesetzestext

ZMP 2013 Nr. 3 Nichteintreten zufolge abgeurteilter Sache (res iudicata). Der Kläger machte bei der Schlichtungsbehörde ein Verfahren betreffend eines Mangels in seinem Mietobjekt anhängig. Die Beklagte beantragte Nichtanhand- nahme der Klage, weil das Mietgericht über das klägerische Begehren bereits rechtskräftig entschieden habe. Aus dem Beschluss der Schlichtungsbehörde vom 30. Oktober 2012: "Auf eine Klage wird eingetreten, sofern die Prozessvoraussetzungen gegeben sind, wobei die Prüfung von Amtes wegen vorzunehmen ist (Art. 59 i.V.m. Art. 60 ZPO). Zur Prüfung der Prozessvoraussetzungen ist auch die (gerichtliche) Schlichtungsbehörde zuständig (s. Boris Müller, DIKE-Komm-ZPO, Art. 59 N 23). Als Prozessvoraussetzung ist u.a. zu prüfen, ob die Sache noch nicht rechtskräf- tig entschieden ist (Art. 59 Abs. 2 lit. e ZPO). 2.2. Eine rechtskräftig entschiedene Sache (res iudicata) liegt vor, wenn ein An- spruch zwischen den gleichen Parteien aus demselben Rechtsgrund und gestützt auf denselben (Lebens-)Sachverhalt erneut dem Richter vorgelegt wird (Urteil des Bundesgerichts vom 18. September 2009: 5A.452/2006 E.2.2.1). 3. Mit Urteil des Mietgerichts Zürich vom 15. Dezember 2010 wurde das Begeh- ren des Klägers betreffend Mietzinsreduktion in Ziffer 3 des Dispositives abgewie- sen. Aus den Erwägungen geht hervor, dass es sich um den gleichen, in diesem Verfahren erneut geltend gemachten Mangel handelt, mithin diesbezüglich bereits rechtskräftig entschieden worden ist. Auf die vorliegende Klage ist deshalb mangels fehlender Prozessvoraussetzung nicht einzutreten, wobei es dem Kläger unbe- nommen ist, was andere, noch nicht rechtskräftig entschiedene Ansprüche aus dem Mietverhältnis betrifft, erneut ein Schlichtungsverfahren einzuleiten." Aus dem Beschluss des Obergerichts vom 18. Dezember 2012: (Das Obergericht trat zufolge ungenügender Begründung auf die Beschwerde nicht ein.)

"2.3 Wäre aber auf die Beschwerde einzutreten, wäre sie abzuweisen: Die Aus- führungen in der Beschwerde bestätigen implizit die Auffassung der Schlich- tungsbehörde, dass es sich bei der Klage des Beschwerdeführers um dasselbe Rechtsbegehren gestützt auf denselben Lebenssachverhalt handelt, welches mit dem vorerwähnten Urteil des Mietgerichts vom 15. Dezember 2010 abgeurteilt wurde. Mit (...) erwuchs das Urteil des Mietgerichts in Rechtskraft. Damit fehlte es vor der Schlichtungsbehörde an der negativen Prozessvoraussetzung der abgeur- teilten Sache (res iudicata), und auf die Klage war nicht einzutreten."

Zürcher Mietrechtspraxis (ZMP): Entscheidungen des Mietgerichtes und der Schlichtungsbehör- de des Bezirkes Zürich. Ausgabe 2013, 2 3. Jahrgang.

Herausgegeben vom Mietgericht des Bezirkes Zürich, Postfach, 8026 Zürich © Mietgericht des Bezirkes Zürich, Redaktion: lic. iur. G. Muraro, Leitender Gerichtsschreiber

Schlagwörter

tenancyres judicataprocedural prerequisitesnon-entryconciliationappeal admissibilitydefect in leased premises

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the complaint had to be entered into despite an already finally adjudicated claim (res judicata).

Extrahierter Entscheid

The complaint was not entered into because the same request based on the same factual basis had already been finally decided, so the negative procedural prerequisite was missing.

Extrahierte Begründung

The authorities must examine procedural prerequisites ex officio. A claim that has already been finally adjudicated between the same parties on the same legal basis and facts cannot be re-litigated. The prior rental-court judgment of 15 December 2010 had already rejected the tenant's rent-reduction request concerning the same defect.

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