Standing of custodial parent to claim child support after majority

LP050024Obergericht17.11.2005

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The court held that a mother could continue to claim maintenance for her daughter in her own name after the daughter reached majority, because the child had been minor when the action was filed and later expressly or at least tacitly authorized payment to the mother. The court relied on the Federal Court’s earlier divorce case law and extended it by analogy to protective measures proceedings, emphasizing that child maintenance may be fixed beyond majority and that litigation between adult child and parent should, where possible, be avoided.

Omnilex-Regeste

Art. 133 Abs. 1 Satz 2 ZGB; Art. 156 Abs. 2 aZGB; child maintenance claims after majority; procedural standing of the custodial parent. A custodial parent may, as Prozessstandschafter, assert maintenance claims for a child in their own name if the child was still minor when proceedings were initiated and becomes adult only during the proceedings, provided the child consents at least implicitly. The rule developed for divorce proceedings applies by analogy to marital protection and measures proceedings, because the court may also fix maintenance beyond majority and no justified distinction exists. The ratio legis is to avoid, where possible, a lawsuit between an adult child and a parent.

Gesamter Gesetzestext

Aus den Erwägungen: «E. 3.1. (...) Mit BGE 129 III 55 ff. hat das Bundesgericht in Auslegung der Regelung von Art. 156 Abs. 2 aZGB und Art. 133 Abs. 1 Satz 2 ZGB für das Scheidungs- verfahren festgehalten, dass ein obhutsberechtigter Elternteil die Kinderunter- haltsansprüche auch nach Eintritt der Mündigkeit des Kindes in eigenem Namen, mithin als Prozessstandschafter, geltend machen könne, vorausgesetzt, das Kind sei (erst) im Verlaufe des Scheidungsverfahrens mündig geworden und habe dem entsprechenden Elternteil zumindest konkludent seine Einwilligung dazu gege- ben. Das Bundesgericht hat zur Begründung dieser Rechtssprechung festgehal- ten, dass der Gesetzgeber selbst diese Frage entschieden habe, indem bei der Herabsetzung des Mündigkeitsalters von zwanzig auf achtzehn Jahre der damali- ge Art. 156 Abs. 2 ZGB ergänzt worden sei mit dem Satz: „Der Unterhaltsbeitrag kann auch über die Mündigkeit hinaus festgelegt werden“. Diese Bestimmung ist mit der neuen Bestimmung von Art. 133 Abs. 1 Satz 2 ZGB übernommen worden. Damit soll, wenn immer möglich, ein Prozess des mit 18 Jahren mündig werden- den Kindes gegen einen Elternteil vermieden werden (PraxKomm/Wullschleger, N 17 zu Art. 276 - Art. 193). Da das Scheidungsgericht mithin Unterhaltsbeiträge über die Mündigkeit hinaus festlegen kann, muss diese Regelungskompetenz zweifelsohne auch dem Massnahmegericht und ebenso dem Eheschutzrichter zustehen. Eine diesbezüg- liche Differenzierung erschiene im Lichte der neuen bundesgerichtlichen Recht- sprechung und deren Interpretation der ratio legis nicht gerechtfertigt. Die am 30. Juli 1986 geborene Tochter S. [der Parteien] war im Zeitpunkt der Klageeinleitung vom 14. Mai 2004 noch nicht mündig, so dass die Klägerin als Obhutsinhaberin die Klage im Umfang des Kindesunterhaltes im damaligen Zeit- punkt ohne Weiteres als Prozessstandschafterin in eigenem Namen erheben konnte. Bezüglich der in Frage stehenden Prozessstandschaftslegitimation nach Eintritt der Mündigkeit des Kindes ist ein Schreiben der Tochter an den Vater ak- tenkundig, in welchem die Tochter festhält, dass gemäss ihrem eigenen Willen

sämtliche Zahlungen, Alimente und Kinderzulagen an die Mutter zu leisten seien. Mit diesem Schreiben liegt die zur weiteren Legitimation der Mutter erforderliche Vollmacht - zumindest im Umfang einer offensichtlichen konkludenten Einwilli- gung - vor. Damit sind sämtliche vom Bundesgericht im Rahmen von BGE 129 III 55 ff. festgelegten und für den Eheschutzrichter analog anzuwendenden Kriterien zur Berücksichtigung des Mündigenunterhaltes erfüllt. Es sind daher in vorliegen- dem Verfahren im Umfang der klägerischen Anträge auch die Unterhaltsbeiträge für die Tochter S. der Parteien festzulegen.»

Schlagwörter

child maintenanceprocedural standingmajoritycustodial parentconsentprotective measuresfamily law

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether a custodial parent may continue to assert child maintenance claims in their own name after the child reaches majority in protective measures proceedings.

Extrahierter Entscheid

Yes. The custodial parent may act as procedural stand-in and claim child support in their own name when the child became adult only during the proceedings and at least tacitly consented.

Extrahierte Begründung

The Federal Court applied its case law on divorce proceedings by analogy: under the relevant maintenance rules, support may be fixed beyond majority, and no meaningful distinction justifies denying the same procedural standing in protective measures or marital protection proceedings. The purpose is to avoid, where possible, litigation between an 18-year-old child and a parent. Here, the child was still minor when the action was filed, and her later letter to the father evidenced at least implied authorization for payment to the mother.

Setzen Sie Ihre Recherche in ChatGPT oder Claude fort

Verbinden Sie Omnilex, um den Rechtskorpus über Ihren KI-Assistenten zu durchsuchen.