Lis pendens in Zurich divorce proceedings arises at conciliation filing

LP040173Obergericht17.03.2005

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The court held that, in Zurich divorce proceedings, lis pendens arises when the divorce complaint is filed with the justice of the peace, not only when the instruction is later issued. As a result, the divorce judge is already competent to decide interim measures from that filing date. The court rejected the contrary scholarly view that would tie pending status to issuance of the instruction, emphasizing the wording of the cantonal rule and the need for coherence with federal private international law.

Omnilex-Regeste

Art. 136 Abs. 2 ZGB; § 195a ZPO ZH; lis pendens in divorce proceedings arises upon filing of the action with the justice of the peace. The term Klageanhebung is a federal-law concept denoting the first procedural act by which judicial protection is sought in a specified form. Where cantonal law requires filing with the conciliatory authority, that filing suffices to establish pendency; the subsequent issuance and timely filing of the instruction are not constitutive. Pendente lite competence of the divorce judge for provisional measures therefore begins at filing and, if the instruction is not filed within the statutory period, reverts to the separation judge, a pendulum jurisdiction accepted by the cantonal legislator (consid. 3).

Gesamter Gesetzestext

Aus den Erwägungen: «Der Kläger reichte am 18. Dezember 2003 beim Friedensrichter gestützt auf Art. 114 ZGB eine Scheidungsklage ein. Art. 136 Abs. 2 ZGB bestimmt, dass die Rechtshängigkeit der Klage eines Ehegatten auf Scheidung mit der Klagean- hebung eintritt. Klageanhebung ist ein bundesrechtlicher Begriff und ist diejenige prozesseinleitende oder vorbereitende Handlung des Klägers, mit der er zum er- sten Mal in bestimmter Form für den von ihm erhobenen Anspruch den Schutz des Richters anruft. Ist die Klage nach kantonalem Recht beim Sühnbeamten ein- zureichen, so genügt dessen Anrufung innert der Frist (Vogel/Spühler, Grundriss des Zivilprozessrechts, 7. Aufl., Bern 2001, S. 309). Gemäss § 195a ZPO werden im Kanton Zürich Scheidungsklagen mit Anhebung vor dem Friedensrichter rechtshängig. Dies bedeutet, dass in den Fällen, in denen die Klageeinleitung kor- rekt schon vor dem Friedensrichter erfolgte und die Weisung von der klagenden Partei vom Friedensrichter verlangt und hernach fristgerecht innert drei Monaten (§ 101 ZPO) dem Gericht eingereicht worden ist, dadurch mit der Klageanhebung vor dem Friedensrichter die Rechtshängigkeit begründet wird. Die Rechtshängig- keit bei der Klageanhebung ist somit eine resolutivbedingte (Spühler, Neues Scheidungsverfahren - Supplement, Zürich 2000, S. 30). Konsequenz daraus ist, dass der Scheidungsrichter schon von jenem Zeitpunkt an für den Erlass vorsorg- licher Massnahmen zuständig ist, d.h. der Übergang der Zuständigkeit vom Ehe- schutz- auf den Scheidungsrichter findet schon Wochen, allenfalls Monate vor der Einreichung der Scheidungsklage beim Gericht statt. Wird dann in der Folge die Weisung dem Gericht doch nicht eingereicht, so entfällt die Zuständigkeit des Scheidungsrichters als Massnahmerichter wieder und geht an den Eheschutz- richter zurück. Diese pendelnde Zuständigkeit wurde vom zürcherischen Gesetz- geber ausdrücklich in Kauf genommen (Spühler, a.a.O., S. 34). Der Ansicht von Frank/Sträuli/Messmer, die Rechthängigkeit trete erst mit Ausstellung der Wei- sung ein (Kommentar zur zürcherischen Zivilprozessordnung, Ergänzungsband, Zürich 2000, N 8 f. zu § 195a ZPO) kann nicht gefolgt werden. Sie widerspricht einerseits dem klaren Gesetzeswortlaut und auch den Intentionen des zürcheri- schen Gesetzgebers (Frank/Sträuli/Messmer, Kommentar zur zürcherischen Zivil-

prozessordnung, Ergänzungsband, Zürich 2000, N 2 zu § 195a ZPO), anderer- seits läge es bei dieser Annahme in der Hand des Friedensrichters, die Rechts- hängigkeit einer Scheidungsklage herbeizuführen. Zudem würde eine solche Re- gelung die Einheit der Rechtsordnung unterlaufen, bestimmt doch auch Art. 9 Abs. 2 IPRG, dass eine Klage mit Einleitung des Sühneverfahrens rechtshängig gemacht wird. Es ist nicht einzusehen, warum diesbezüglich Parteien im interna- tionalen Verhältnis mehr Rechtssicherheit verdienen, als im innerschweizeri- schen, vor allem wenn man bedenkt, dass die Ausstellung der Weisung nicht mehr in ihrer Risikosphäre liegt. Die vorliegende Klage ist somit am 18. Dezember 2003 rechtshängig gemacht worden.»

Schlagwörter

divorcelis pendensinterim measuresjurisdictionconciliationZurich procedure

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

When does a divorce action become pending under Zurich procedure?

Extrahierter Entscheid

The action became pending when it was filed with the justice of the peace on 2003-12-18.

Extrahierte Begründung

Art. 136(2) ZGB links lis pendens to the filing of the action. Under § 195a ZPO, in Zurich divorce actions are pending upon filing before the justice of the peace; the later transmission of the instruction to court within three months confirms this effect. The court rejects the view that pending status only begins with issuance of the instruction.

Kernrechtsfrage

From when is the divorce judge competent to order interim measures?

Extrahierter Entscheid

Competence of the divorce judge for interim measures begins already at filing before the justice of the peace and shifts back if the instruction is not subsequently filed with the court in time.

Extrahierte Begründung

Because lis pendens arises upon filing, the transfer of competence from separation measures to divorce measures occurs at that moment. If the instruction is not then filed, competence reverts, creating a pendulum-like jurisdiction expressly accepted by the cantonal legislator.

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