Appeal proceedings discontinued after settlement in maintenance modification case

LC150009Obergericht29.06.2015Withdrawn

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The claimant appealed the dismissal of his action to modify post-divorce maintenance. At the appellate instruction hearing, the parties concluded a written settlement changing the maintenance obligation: CHF 3,600 monthly until 30 September 2016, then no further post-divorce maintenance, without indexation. The Obergericht held that such an agreement is permissible for divorce consequences not involving children and has the effect of a final judgment, so the appeal proceedings were discontinued. Costs were split equally, the first-instance fee was confirmed, the appeal fee set at CHF 4,000, and no party compensation was awarded.

Omnilex-Regeste

Art. 241 ZPO; Art. 284 Abs. 2 ZPO; modification of post-divorce maintenance by settlement during appeal proceedings: where no child interests are affected, the parties may amend a final divorce-related order in writing. Such settlement is treated as a final decision and renders the pending proceedings moot, requiring discontinuance under Art. 241(3) ZPO. The court applies the agreed settlement terms also to the allocation of costs and party compensation, unless mandatory law prevents it. A party’s challenge to a settlement declaration is not pursued by ordinary appeal but by revision in the competent cantonal court.

Gesamter Gesetzestext

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Geschäfts-Nr.: LC150009-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunzi ker Schni der, Vorsitzende, Oberrichter Dr. H.A. Müller und Oberrichter lic. i ur. M. Spahn sowie Gerichts- schreiber lic. i ur. G. Kenny Beschluss vom 29. Juni 2015 i n Sachen

A._____, Kläger und Berufungskläger

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____

gegen

B._____, Beklagte und Berufungsbeklagte

vertreten durch Rechtsanwälti n li c. i ur. Y._____

betreffend Abänderung Scheidungsurteil

Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Affoltern vom 9. Januar 2015 (FP130013-A)

Rechtsbegehren (Urk. 1 S. 2, Urk. 40 S. 2): "Es sei Ziffer 1 des Urteils vom 23.10.2008 des Obergerichtes des Kan- tons Zürich ab 17.07.2013 vollumfänglich aufzuheben. ev. es seien die vom Kläger gemäss Ziffer 1 des Urteils vom 23.10.2008 des Obergerichtes des Kantons Zürich geschuldeten Un- terhaltsbeiträge ab 17.07.2013 (Fr. 3'600.– ab 01.11.2010 – 31.10.2018) angemessen zu reduzieren. unter Kosten- und Entschädi gungsfolge (+MWSt) zulasten der Beklag- ten." Erwägungen: 1. Mit Urteil vom 23. Oktober 2008 genehmigte das Obergericht des Kantons Zürich, I. Zivilkammer, die Vereinbarung der Parteien betreffend nachehelichen Unterhalt (Urk. 3/2 = Urk. 10/155): "1. Der Gesuchsteller verpflichtet sich, der Gesuchstellerin gestützt auf Art. 125 ZGB persönliche Unterhaltsbeiträge wie folgt zu bezahlen: - Fr. 5'500.– ab 1. November 2008 bis 31. Oktober 2010 und - Fr. 3'600.– ab 1. November 2010 bis 31. Oktober 2018, zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats. 2. [Indexklausel] 3. [Verpflichtung zur Errichtung eines Dauerauftrags]" 2. Mit Eingabe vom 16. Juli 2013, machte der Kläger die Abänderungsklage bei der Vorinstanz rechtshängig (Urk. 1). Mit Urteil vom 9. Januar 2015 wies die Vorinstanz die Klage ab (Urk. 72 = Urk. 77). 3. Der Kläger erhob am 10. Februar 2015 Berufung mit folgenden Anträgen (Urk. 76): "Es sei das Urteil vom 09.01.2015 in allen Teilen aufzuheben. Es sei ein Urteil im Sinne der klägerischen Anträge vor VI zu erlassen, d.h. Aufhebung sämtlicher Unterhaltsverpflichtungen des Klägers. unter Kosten- und Entschädigungsfolge (samt MWSt) zulasten der Beklag- ten." Mit der Berufungsantwort vom 27. April 2015 hielt die Beklagte auf Abwei- sung der Berufung und Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Klägers (Urk. 83).

  1. Am 12. Mai 2015 wurden die Parteien auf den 25. Juni 2015 zur Instrukti- onsverhandlung vorgeladen (Urk. 85). Anlässlich dieser Verhandlung schlossen die Parteien die folgende Vereinbarung (Prot. II S. 7 ff., Urk. 88): "1. Die Parteien ändern die Unterhaltspflicht des Klägers gegenüber der Beklagten ge- mäss Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich vom 23. Oktober 2008 (Dispositiv Ziffern 1.1 und 1.2) wie folgt ab: Der Kläger verpflichtet sich, der Beklagten gestützt auf Art. 125 ZGB persönliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 3'600.– bis 30. September 2016 zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den Ers- ten eines jeden Monats. Ab. 1. Oktober 2016 verzichtet die Beklagte auf nachehelichen Un- terhalt. Der Unterhaltsbeitrag von Fr. 3'600.– ist unabänderlich und wird nicht indexiert. 2. Die Parteien übernehmen die Gerichtskosten des erst- und zweitinstanzlichen Ver- fahrens je zur Hälfte und verzichten gegenseitig für beide Verfahrensstufen auf Par- teientschädigung. Soweit die Gerichtskosten vom Kläger über seinen Anteil hinaus bezogen werden, sind sie ihm von der Beklagten zu ersetzen. 3. Die Parteien beantragen, das Berufungsverfahren aufgrund dieser Vereinbarung abzuschreiben, unter vereinbarungsgemässer Regelung der Kosten- und Entschä- digungsfolgen." 5. Soweit keine Kinderbelange betroffen si nd, können die Parteien die Ände- rung rechtskräftig entschiedener Scheidungsfolgen in einfacher Schriftlichkeit ver- einbaren (Art. 284 Abs. 2 ZPO; Dolge, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, Züri ch/St. Gallen 2011, N 9 zu Art. 284 ZPO). Der vorstehende schriftliche Vergleich hat daher die Wirkung eines rechts- kräftigen Entscheides (Art. 241 Abs. 2 ZPO). Der Prozess ist demzufolge abzu- schreiben (Art. 241 Abs. 3 ZPO), unter vereinbarungsgemässer Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen. Der Kläger hat für das erstinstanzliche Ver- fahren einen Vorschuss von Fr. 2'400.– und für das Berufungsverfahren ei nen Vorschuss von Fr. 4'000.– geleistet (Urk. 11, Urk. 79). Der Streitwert beträgt Fr. 228'480.–.

Es wird beschlossen: 1. Das Verfahren wird abgeschrieben. 2. Die Entscheidgebühr für das erstinstanzliche Verfahren von Fr. 3'500.– wird bestätigt. 3. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 4'000.– festgesetzt. 4. Die Gerichtskosten beider Verfahren werden den Parteien je zur Hälfte auf- erlegt. Sie werden soweit mögli ch mit den vom Kläger geleisteten Vorschüs- sen von insgesamt Fr. 6'400.– verrechnet. Der Fehlbetrag von Fr. 1'100.– wird von der Beklagten nachgefordert. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger die geleisteten Vorschüsse im Umfange von Fr. 2'650.– zu ersetzen. 5. Es werden für beide Verfahren keine Parteientschädigungen zugesprochen. 6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an das Bezirksgericht Affoltern, je gegen Empfangsschein. Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen Akten an di e Vori nstanz zurück. 7. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist i nnert innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesge- richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde ri chten si ch nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt Fr. 228'480.–. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. Die Anfechtung einer Parteierklärung (Vergleich, Anerkennung oder Rückzug des Be- gehrens) hat nicht mit Beschwerde an das Bundesgericht, sondern mit Revision beim Obergericht zu erfolgen (Art. 328 ff. ZPO).

Züri ch, 29. Juni 2015

Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. G. Kenny

versandt am: kt

Schlagwörter

family lawmaintenance modificationsettlementappeal discontinuancecost allocationpost-divorce support

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal proceedings should be discontinued after the parties' settlement

Extrahierter Entscheid

Yes. The written settlement had the effect of a final decision, so the appeal proceedings had to be discontinued.

Extrahierte Begründung

For modifications of final divorce consequences not involving children, the parties may agree in writing; such settlement has the effect of a final judgment under Art. 241(2) ZPO, leading to discontinuance under Art. 241(3) ZPO.

Kernrechtsfrage

How to regulate the maintenance obligation after the settlement

Extrahierter Entscheid

The husband's maintenance duty was modified to CHF 3,600 per month until 2016-09-30, after which the wife waived post-divorce maintenance; the amount was declared non-indexed and unchangeable.

Extrahierte Begründung

The parties validly amended the maintenance arrangement in writing during the appeal proceedings.

Kernrechtsfrage

Costs and party compensation for both instances

Extrahierter Entscheid

Court costs were split equally; no party compensation was awarded for either instance.

Extrahierte Begründung

The settlement expressly regulated costs and waived party compensation, and the court adopted this allocation.

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