Child representative’s fee to be set under lawyer tariff

LC110031Obergericht06.12.2012Partially Granted

Zusammenfassung

The Obergericht of Zurich decided the reserved issue of costs for a child representative in a family-law case. After the lawyer appointed as child representative submitted her fee note, the court held that such remuneration constitutes court costs under Art. 95(2)(e) ZPO and must be paid from the court fund. Because the Canton of Zurich had not enacted specific tariff rules for child representation under Art. 299(1) ZPO, the court considered it appropriate to determine the fee by analogous application of the cantonal lawyer fee ordinance.

Regest

Art. 95 Abs. 2 lit. e ZPO, Art. 96 ZPO; Kosten der Kindesvertretung: Die Entschädigung der nach Art. 299 ZPO eingesetzten Anwältin stellt Gerichtskosten dar und ist aus der Gerichtskasse zu bezahlen. Mangels kantonaler Spezialnormen ist das Honorar der Kindesvertreterin bei Bestellung einer Anwältin in analoger Anwendung des kantonalen Anwaltstarifs festzusetzen. Die Kostenregelung für die Kindesvertretung folgt damit dem System der Prozesskosten; der Tarif ist subsidiär und kann, wo eine ausdrückliche Regelung fehlt, sinngemäss auf die anwaltliche Vertretung übertragen werden.

Gesamter Gesetzestext

Art. 95 Abs. 2 lit. e ZPO, Kosten der Kindesvertretung. Wird eine Anwältin als Kindesvertretung bestellt, ist ihr Honorar nach dem einschlägigen Anwaltstarif festzusetzen.

(aus einem Entscheid des Obergerichts:) Gemäss Ziffer 7 Abs. 2 des Dispositivs des Urteils der Kammer vom 16. Oktober 2012 wurde die Festsetzung der Kosten der Vertretung der Kinder einem separaten Entscheid nach Eingang der Honorarnote der Kindervertreterin vorbehalten. Mit Eingabe vom 7. November 2012 reichte die Kindervertreterin, Rechtsanwältin lic .iur. A., ihre Honorar- und Kostennote ein. Die Kosten für die Vertretung des Kindes in eherechtlichen Verfahren im Sinne von Art. 299 ZPO sind Gerichtskosten (Art. 95 Abs. 2 lit. e ZPO). Somit ist die Kindervertreterin aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Für die Prozesskosten (mithin auch für die Gerichtskosten, Art. 95 Abs. 1 lit. a ZPO) setzen die Kantone die Tarife fest (Art. 96 ZPO). Der Kanton Zürich hat keine Bestimmungen über die Vergütungen einer Vertretung im Sinne von Art. 299 Abs. 1 ZPO erlassen. Wird – wie im vorliegenden Fall – als Kindervertreterin eine Anwältin bestellt, so erscheint es sachgerecht, deren Vergütung in sinngemässer Anwendung auf Grund der Verordnung über die Anwaltsgebühren vom 8. September 2010 (AnwGebV) vorzunehmen.

Obergericht, II. Zivilkammer Beschluss vom 6. Dezember 2012 Geschäfts-Nr.: LC110031-O/Z12

Schlagwörter

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