Standing of parent to sue for child maintenance after majority

LC040043Obergericht28.02.2005Not Examined

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

A mother sought modification of child maintenance fixed in a divorce judgment. The court held that a parent to whom maintenance is payable may sue in her own name as procedural representative of the child. This standing continues after the child reaches majority if the child consents. Here, the child was still minor when the action was filed, and later assigned his maintenance claims to the mother, so she remained authorized to pursue the claims. The child therefore did not need to be heard further on the issue of adult child maintenance.

Omnilex-Regeste

Art. 286 Abs. 2 ZGB, Art. 289 Abs. 1 ZGB; standing of the custodial parent to seek modification of child maintenance in her own name: where maintenance is fixed in a divorce judgment, a parent entitled to receive payment may bring a modification action as procedural representative of the minor child. This procedural standing persists after the child attains majority, provided the now adult child consents to the action. An assignment of the maintenance claims to the parent further supports the parent’s standing to enforce the claim in her own name (consid. related to standing and majority).

Gesamter Gesetzestext

Aus den Erwägungen: "Steht ein Kind noch unter der elterlichen Sorge eines der beiden Eltern, so ist dieser zu einer Abänderungsklage befugt, wenn der bisherige Beitrag durch das Scheidungsurteil festgelegt wurde. Gemäss Art. 286 Abs. 2 ZGB setzt näm- lich das Gericht bei erheblicher Veränderungen der Verhältnisse auf Antrag eines Elternteils oder des Kindes den Unterhaltsbeitrag neu fest. Wird die Klage von demjenigen Elternteil erhoben, an den der Beitrag nach Art. 289 Abs. 1 ZGB zu leisten ist, so macht er den Anspruch in eigenem Namen geltend. Er kann als- dann als Prozessstandschafter des Kindes klagen (Hegnauer, Berner Kommen- tar, N 126 zu Art. 279/280 und N 56 zu Art. 286 ZGB; PraxKomm/Wullschleger, N 14 zu Art. 286; BSK ZGB I-Breitschmid, Art. 286 N 7 und Hinderling/Steck, Das schweizerische Ehescheidungsrecht, S. 457 ff.). Die Klägerin war daher berechtigt, die von ihr angehobene Klage in eigenem Namen geltend zu machen. Im Zeitpunkt der Klageinleitung vom 10. Oktober 2003 war der 1986 geborene N. noch nicht mündig, so dass die Klägerin die Kla- ge ohne weiteres als Prozessstandschafterin in eigenem Namen erheben konnte. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung dauert die Befugnis des Elternteils, der in seinem Namen an Stelle des unmündigen Kindes Unterhaltsbeiträge gel- tend gemacht hat, nach Erreichen der Mündigkeit fort. Bedingung ist lediglich, dass das nun mündige Kind dem Vorgehen zugestimmt hat. Das Bundesgericht hat zur Begründung seiner Rechtsprechung festgehalten, dass der Gesetzgeber diese Frage entschieden habe, indem bei der Herabsetzung des Mündigkeitsal- ters von zwanzig auf achtzehn Jahre der damalige Art. 156 Abs. 2 ZGB ergänzt worden sei mit dem Satz: "Der Unterhaltsbeitrag kann auch über die Mündigkeit hinaus festgelegt werden". Diese Bestimmung ist mit der neuen Bestimmung von Art. 133 Abs. 1 Satz 2 ZGB übernommen worden. Damit steht fest, dass nach dem Willen des Gesetzgebers derjenige Elternteil, der die elterliche Sorge hat, das Recht hat, in eigenem Namen und an Stelle des minderjährigen Kindes nicht nur für die Zeit vor der Mündigkeit, sondern auch für die Zeit danach auf Unter- haltsbeiträge zu klagen (BGE 129 III 55 = Pra 92, 2003, Nr. 101). Dies gilt nicht nur für Beiträge nach Erreichen der Mündigkeit im Rahmen eines Scheidungs-

verfahrens, sondern analog auch im Verfahren betreffend Abänderung des Schei- dungsurteils. Auch hier dauert die Befugnis des Elternteils (Prozessstandschaft) für das Einverlangen solcher Beiträge fort, sofern das mündige Kind dem zu- stimmt (Bundesgerichtsentscheid vom 19. Dezember 2002, 5C.277/2001, E 1. 4. 2 Abs. 2). N. hat am 5. Oktober 2004 sämtliche ihm während der Dauer des Wohnsitzes bei der Klägerin zustehenden Unterhaltsansprüche gegenüber dem Beklagten an die Klägerin abgetreten. Damit ist davon auszugehen, dass die Klä- gerin weiterhin berechtigt ist, die über die Mündigkeit hinaus verlangten Unter- haltsbeiträge einzufordern. N. ist deshalb zur Frage des Mündigenunterhalts nicht mehr zu befragen."

Schlagwörter

child maintenancestanding to sueprocedural representationmajoritydivorce modificationassignment of claims

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the custodial parent may bring a modification action for child maintenance in her own name and as procedural representative of the child, including after the child reaches majority.

Extrahierter Entscheid

Yes. The parent entitled to receive the maintenance may sue in her own name as procedural representative of the child; this authority continues after majority if the adult child consents, and in this case the later assignment of claims confirmed her standing.

Extrahierte Begründung

Under Art. 286(2) ZGB, maintenance may be reset upon a material change of circumstances at the request of a parent or the child. When the action is brought by the parent to whom payment is due under Art. 289(1) ZGB, she asserts the claim in her own name as procedural representative. The Federal Court case law extends that standing beyond majority if the child agrees; the child’s assignment of claims to the mother further confirms her right to pursue the claim.

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