Deposit reimbursement claim granted against assignee

HG150024Handelsgericht13.12.2016Granted

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Zurich Commercial Court entered a default judgment in favor of A._____ Limited against B._____ Limited. The dispute concerned a reimbursement claim arising from a Deposit Agreement later assigned to the defendant under an Assignment Agreement. The court found Swiss law applicable by valid choice of law, accepted the contractual claim as documented, and held that the defendant owed USD 5,381,944.45, including accrued interest, with default interest at 5% from 1 February 2009. Because the defendant failed to answer even after additional time and publication, the court decided the case on the file and imposed costs and party compensation on the defendant.

Omnilex-Regeste

Art. 236 Abs. 1 ZPO; default judgment on the basis of the file when the action is ripe for decision; valid choice of Swiss law in contractual relations. Where the contractual documents evidence the debt and the defendant defaults, the court may grant the monetary claim without further evidentiary proceedings. Interest on the principal accrues from the contractual maturity date; upon expiry of the agreed term, the debtor is in default absent further special circumstances. Costs follow the event under Art. 106 Abs. 1 ZPO; where the matter is decided by default, the ordinary fee may be reduced under the applicable fee tariffs, and party compensation is set correspondingly.

Gesamter Gesetzestext

Handelsgericht des Kantons Zürich

Geschä fts-Nr.: HG150024-O U/ei

Mitwirkend: Oberrichter Roland Schmid, Vi zepräsident, und Oberrichterin Dr. Claudia Bühler, die Handelsrichter Hans Moser, Hans-Jürg Roth und Paul Josef Geisser sowie der Gerichtsschreiber Dr. Moritz Vischer

Urteil vom 13. Dezember 2016

i n Sachen

A._____ Limited, Klägerin

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X1., vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X2.

gegen

B._____ Limited, Beklagte

betreffend Forderung

Rechtsbegehren: (act. 1 S. 2) "1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin USD 5'381'944.45 nebst Zins zu 5% seit dem 1. Februar 2009 zu bezahlen. 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklag- ten." Sachverhalt und Verfahren A. Sachverhaltsübersicht a. Partei en und i hre Stellung Die Klägeri n hat i hren Si tz i n C._____ [Stadt in Nordwesteuropa], die Beklagte ih- ren Si tz i n D._____ [Staat in Südosteuropa]. Bis zu einem Kontrollwechsel im März 2010 gehörten die Parteien derselben Konzerngruppe an. b. Prozessgegenstand Gegenstand der vorliegenden Klage bildet ein Rückerstattungsanspruch der Klä- gerin aus einem "Deposit Agreement". B. Prozessverlauf Am 9. Februar 2015 (Datum Poststempel) reichte die Klägerin die Klage samt Bei- lagen mit obigen Rechtsbegehren hierorts ein (act. 1; act. 2; act. 3/2-6). Den i hr mit Verfügung vom 10. Februar 2015 (act. 4) auferlegten Gerichtskostenvor- schuss leistete sie fristgerecht (act. 6). Mit Verfügung vom 16. März 2015 (act. 9) wurde der Beklagten Frist zur Einreichung der Klageantwort und zur Bezei chnung eines schweizerischen Zustelldomizils angesetzt. Die Verfügung ging der Beklag- ten rechtshilfeweise am 13. Juli 2016 zu (act. 10 B). Nachdem sich die Beklagte i nnert Fri st ni cht vernehmen li ess, wurde i hr – wie angedroht durch Publikation im Schweizerischen Handelsamtsblatt – mit Verfügung vom 21. Oktober 2016 Nach- frist zur Erstattung der Klageantwort angesetzt (act. 21). Die Beklagte wurde da- rauf hingewiesen, dass das hiesige Gericht bei erneuter Säumnis entweder einen

Endentscheid treffen werde, sofern die Angelegenheit spruchreif sei, oder zur Hauptverhandlung vorladen werde. Die Beklagte blieb auch innert Nachfrist säu- mig. Das Verfahren erweist sich als spruchreif, weshalb ein Urteil zu ergehen hat (Art. 236 Abs. 1 ZPO). Erwägungen 1. Zuständigkeit Die örtliche und sachliche Zuständigkeit des Handelsgerichts des Kantons Züri ch blieben vorliegend zu Recht unbestritten (act. 1 N 2 ff.; Art. 23 LugÜ [zur i nter- temporalrechtlichen Anwendung: BSK-B ERGER, Art. 23 LugÜ N 19 m.w.H.] und Art. 6 Abs. 2 ZPO i.V.m. § 44 lit. b GOG). 2. Unbestrittener Sachverhalt Die Beklagte bestritt die Darstellung des Sachverhalts durch die Klägerin nicht. D emnach schloss die Klägerin mit der E._____ AG am 31. Juli 2007 ein "Deposit Agreement" ab (act. 3/2), woraufhin die Klägerin der E._____ AG USD 5 Mio. überwies. Es wurde eine fixe Vertragslaufzeit vom 31. Juli 2007 bis zum 31. Januar 2009 vereinbart. Danach sollte das Deposit samt Zins von 5 Prozent pro Jahr zurückerstattet werden (act. 1 N 12). Die Parteien und die E._____ AG unterzei chneten am 31. Oktober 2008 ein "Assignment Agreement" (act. 3/5), gemäss welchem die Beklagte sämtliche Verpflichtungen und Schulden aus dem vorerwähnten "Deposit Agreement" übernahm. Trotz Ablauf der vertraglich ver- einbarten Laufzeit am 31. Januar 2009 blieb eine Rückzahlung der Beklagten aus (act. 1 N 14 ff.). 3. Würdi gung Die Parteien trafen in den streitgegenständlichen Verträgen eine rechtsgültige Rechtswahl zugunsten des schweizerischen Rechts (act. 3/2 Ziffer 5; act. 3/5 S. 2). Unbestrittenermassen ist damit Schweizer Recht anwendbar. Die Forde- rung der Klägerin ist durch die im Recht liegenden Verträge ausgewiesen. Dies

macht Ausführungen zur Rechtsnatur der genannten Verträge entbehrli ch. Dem- nach schuldet die Beklagte der Klägerin USD 5'381'944.45, wovon ein Betrag von USD 381'944.45 auf die angehäuften Zi nsen entfällt (act. 1 N 17). Mit Ablauf der vertraglich fixierten Laufzeit des Deposit Agreement am 31. Januar 2009 befindet sich die Beklagte ohne Weiteres per 1. Februar 2009 i n Verzug. Seit diesem Da- tum schuldet sie daher der Klägerin Verzugszins in der Höhe von 5 Prozent. 4. Kosten- und Entschädigungsfolgen Die Beklagte unterliegt vollumfänglich, weshalb sie kostenpflichtig wird (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Entsprechend dem klägerischen Rechtsbegehren ist von einem Streitwert von USD 5'381'944.45 auszugehen. D i e i n Anwendung von § 11 GebV OG ermittelte ordentliche Gerichtsgebühr beträgt rund CHF 140'000.–. Aufgrund der vorliegenden Verfahrenserledigung durch Säumnis ist sie auf C HF 70'000.– zu reduzieren (§ 10 Abs. 1 GebV OG). Die Gerichtsgebühr ist vorab aus dem klä- gerischen Vorschuss zu beziehen. Angesichts der Verantwortung, des Zeitauf- wands und der Schwierigkeit des Falls rechtfertigt es sich, die Parteientschädi- gung der Klägerin gegenüber der Grundgebühr um ei nen D ri ttel auf C HF 46'000.– zu senken (§ 4 Abs. 2 AnwGebV). Mangels Antrags ist keine Mehrwertsteuer ge- schuldet. Das Handelsgericht erkennt: 1. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin USD 5'381'944.45 nebst Zi ns zu 5 % seit 1. Februar 2009 zu bezahlen. 2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 70'000.–; die weiteren Kosten betragen: CHF 1'595.– Übersetzungskosten. 3. Die Kosten werden der Beklagten auferlegt und aus dem von der Klägerin geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. Für die der Beklagten auferlegten Kosten wird der Klägerin das Rückgriffsrecht auf die Beklagte eingeräumt.

  1. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin eine Parteientschädigung in der Höhe von CHF 46'000.– zu bezahlen. 5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Beklagte durch Publikation im Schweizerischen Handelsamtsblatt. 6. Ei ne bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Der Streit- wert beträgt USD 5'381'944.45.

Züri ch, 13. Dezember 2016

Handelsgericht des Kantons Zürich

Vizepräsident:

Roland Schmid Gerichtsschreiber:

Dr. Moritz Vischer

Schlagwörter

default judgmentdeposit agreementassignmentdefault interestjurisdictioncost allocationSwiss law

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the Handelsgericht had jurisdiction over the claim.

Extrahierter Entscheid

Jurisdiction was upheld and was not contested.

Extrahierte Begründung

International and subject-matter jurisdiction followed from the applicable Lugano Convention and Swiss procedural law.

Kernrechtsfrage

Whether the defendant owed repayment of USD 5,381,944.45 plus interest.

Extrahierter Entscheid

Yes. The debt was established by the agreements in the record.

Extrahierte Begründung

The Deposit Agreement and Assignment Agreement showed valid Swiss choice of law and transfer of obligations; the amount included accrued interest, and default began on 1 February 2009.

Kernrechtsfrage

Whether the defendant had to bear costs and pay party compensation.

Extrahierter Entscheid

Yes. The defendant fully lost and had to pay costs and compensation.

Extrahierte Begründung

Costs follow the losing party; the court reduced the ordinary fee because the case was decided by default and set party compensation accordingly.

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