Construction lien application dismissed as time-barred

HE170110Handelsgericht04.07.2017Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

A._____ GmbH applied for provisional registration of a construction lien over four Zurich parcels. The Zurich Commercial Court had initially granted provisional registration without hearing the respondents. After the respondents objected, the court found that the relevant works had been completed by late October and late November 2016, so the four-month filing period under Art. 839(2) ZGB had already expired when the application was filed in mid-April 2017. The application was therefore dismissed. The court ordered the land registry to delete the provisional lien and charged the applicant with the court fee and the respondent’s legal costs.

Omnilex-Regeste

Art. 839 Abs. 2 ZGB; construction lien; timeliness of the application for provisional registration. The four-month period begins with completion of the work giving rise to the lien claim and is not extended by later warranty or remedial work that no longer forms part of the contractual performance. Where the decisive works were completed before the filing date, the request for provisional entry must be dismissed as late. Costs are allocated according to the dispute value and the unsuccessful applicant bears the fees and party compensation (consid. 2-3).

Gesamter Gesetzestext

Handelsgericht des Kantons Zürich

Geschä fts-Nr.: HE170110-O U/jo

Mitwirkend: Oberrichter Roland Schmid, Vizepräsident, sowie der Geri chts- schreiber Dr. Moritz Vischer

Urteil vom 4. Juli 2017

i n Sachen

A._____ GmbH, Gesuchstellerin

gegen

  1. ... 2. Baugesellschaft B._____ AG, Gesuchsgegnerinnen

2 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____

betreffend Bauhandwerkerpfandrecht

Rechtsbegehren: (act. 4 S. 2)

Das Einzelgericht zieht in Erwägung: 1. Prozessverlauf Mit Eingabe vom 5. April 2017 (Datum Poststempel: 12. April 2017) reichte die Gesuchstellerin das Gesuch samt Beilagen mit obigen Rechtsbegehren hierorts ein (act. 1-4; act. 8-10). Mit Verfügung vom 13. April 2017 wurde dem Gesuch einstweilen ohne Anhörung der Gegenpartei entsprochen und das Grundbuchamt ...-Züri ch wurde angewiesen, das beantragte Pfandrecht vorläufig im Grundbuch einzutragen (act. 5). Die Gesuchsantwort datiert vom 22. Mai 2017 (act. 16; act. 17/1-16). Mit Verfügung vom 24. Mai 2017 (act. 18) wurde der Gesuchstelle- ri n Fri st angesetzt, um zur Gesuchsantwort Stellung zu nehmen. D i e Gesuchstel-

lerin liess sich in der Folge nicht mehr vernehmen, weshalb androhungsgemäss aufgrund der Akten zu entscheiden ist (vgl. act. 18), zumal sich das Verfahren als spruchreif erweist. 2. Unbestrittener Sachverhalt und Würdi gung Mangels Einreichung einer Stellungnahme seitens der Gesuchstellerin gilt folgen- der, in der Gesuchsantwort neu vorgetragener Sachverhalt als unbestritten: a ct. 16 S. 10 N 1 "Wie sich aus den im Recht liegenden Unterlagen mit Leichtigkeit ergibt, waren die Arbeiten an der E.-Strasse ..., ... Ende Oktober 2016 und diejenigen an der B.-Strasse ... und ... Ende November 2016 beendet. ln diesem Zeitpunkt sind die Mieter eingezogen, was nur bedeuten kann, dass die Arbei- ten abgenommen und (vielleicht nicht mängelfrei) übernommen wurden. Ab diesem Zeitpunkt wurden keine, zu den Vertragspflichten gehörende Leistun- gen mehr erbracht, sondern einzig und allein Garantiearbeiten." Somit ist erstellt, dass die letzten Arbeiten auf den streitgegenständlichen Grund- stücken Ende Oktober 2016 bzw. Ende November 2016 vollendet waren. Die viermonatige Frist von Art. 839 Abs. 2 ZGB ist demzufolge Ende Februar 2017 bzw. Ende März 2017 abgelaufen. Das erst Mitte April 2017 eingereichte Gesuch um vorläufige Eintragung eines Bauhandwerkpfandrechts erweist sich somit als verspätet und ist dementsprechend abzuweisen. Nur der Vollständigkeit halber ist zu erwähnen, dass es bei der Fristberechnung auf die gemäss unbestrittenem Sachverhalt im Dezember 2016 noch ausgeführten Garantiearbeiten mit der herr- schenden Lehre nicht ankommen kann (statt vieler: BSK ZGB II-T HURNHEER, Art. 839 ZGB N 29 m.w.H.). 3. Kosten- und Entschädigungsfolgen Sowohl die Festsetzung der Gerichtsgebühr als auch Festsetzung der Parteient- schädigung richten sich in erster Linie nach dem Streitwert (§ 2 Abs. 1 lit. a GebV OG; § 2 Abs. 1 lit. a AnwGebV). Vorliegend ist von einem Streitwert von CHF 70'498.12 (4 mal CHF 17'624.53) auszugehen. Die Gerichtsgebühr ist auf rund drei Viertel der Grundgebühr, mithin CHF 5'400.–, festzusetzen (§ 8 Abs. 1 GebV OG). Bei der Parteientschädigung erscheint es angemessen, sie auf zwei

Drittel der Grundgebühr, mithin CHF 5'900.–, zu ermässigen (§ 9 AnwGebV). Mangels Antrags ist keine Mehrwertsteuer geschuldet. Das Einzelgericht erkennt: 1. Das Gesuch wird abgewiesen. 2. D as Grundbuchamt ...-Zürich wird angewiesen, das aufgrund der Verfügung des Einzelgerichts des Handelsgerichts des Kantons Zürich vom 13. April 2017 vorläufig eingetragene Bauhandwerkerpfandrecht nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist vollumfänglich zu löschen − auf Liegenschaft Kat. Nr. 2, GBBl. ..., E.-Strasse ... (recte: B.-Strasse ...), ... Züri ch, für einen Betrag von CHF 17'624.53; − auf Liegenschaft Kat. Nr. 3, GBBl. ..., E.____-Strasse ... (recte: B.-Strasse ...), ... Züri ch, für einen Betrag von CHF 17'624.53; − auf Liegenschaft Kat. Nr. 4, GBBl. ..., E.-Strasse ..., ... Züri ch, für einen Betrag von CHF 17'624.53; − auf Liegenschaft Kat. Nr. 5, GBBl. ..., E._____-Strasse ..., ... Züri ch, für einen Betrag von CHF 17'624.53. 3. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 5'400.–. 4. Die Kosten werden der Gesuchstellerin auferlegt. 5. Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, der Gesuchsgegnerin eine Parteient- schädigung in der Höhe von CHF 5'900.– zu bezahlen. 6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an das Grundbuchamt ...- Züri ch. 7. Ei ne bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht,

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Der Streit- wert beträgt CHF 70'408.12. Die gesetzlichen Fristenstillstände gelten nicht (Art. 46 Abs. 2 BGG).

Züri ch, 4. Juli 2017

Handelsgericht des Kantons Züri ch Einzelgericht

Gerichtsschreiber:

Dr. Moritz Vischer

Schlagwörter

construction lienfiling deadlineprovisional registrationwarranty workcost allocationland register

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the application for provisional registration of a construction lien was filed in time under Art. 839(2) ZGB.

Extrahierter Entscheid

No. The last contractual work had ended at the latest in late October/November 2016, so the four-month deadline expired before the mid-April 2017 filing.

Extrahierte Begründung

The uncontested record showed completion of the relevant works by end-October and end-November 2016. The four-month period therefore expired by end-February and end-March 2017. Later warranty work did not extend the deadline.

Kernrechtsfrage

How the costs and compensation should be allocated.

Extrahierter Entscheid

The applicant must bear the court fee and pay the respondent's party compensation.

Extrahierte Begründung

Costs and compensation were set by reference to the dispute value; no VAT was owed because none was requested.

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