Provisional mechanics' lien refused for lack of credible deadline proof

HE150467Handelsgericht15.10.2015Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

A construction contractor applied for the superprovisional registration of a mechanics' lien over several Zurich properties for CHF 75,693.85. The Handelsgericht of Zurich held that the applicant did not credibly establish that the last work had been performed on 18 June 2015, as the submitted work report only referred to work in late April 2015. Because the statutory filing deadline under Art. 839(2) ZGB was therefore not shown to have been met, the request was denied. Court costs of CHF 2,000 were charged to the applicant, and no party compensation was awarded to the respondent.

Omnilex-Regeste

Art. 839 Abs. 2 ZGB; provisional registration of a mechanics' lien requires only prima facie credibility, but the application must nevertheless make the timely completion of the work and compliance with the four-month deadline plausible. The request may be refused if the existence of the lien is excluded or highly unlikely. A work report that does not support the alleged last date of work is insufficient to establish timely completion, even under the reduced evidentiary standard for provisional measures (consid. 2).

Gesamter Gesetzestext

Handelsgericht des Kantons Zürich Einzelgericht

Geschä fts-Nr.: HE150467-O U/ee

Mitwirkend: Oberrichter Dr. George Daetwyler, Vizepräsident, sowie Gerichts- schreiberin Claudia Feier

Urteil vom 15. Oktober 2015

i n Sachen

A._____ AG, Klägerin

vertreten durch A'._____ und daselbst vertreten durch B._____ und C._____

gegen

D._____ AG, Beklagte

betreffend Bauhandwerkerpfandrecht

Rechtsbegehren: (act. 1) " Es sei das Grundbuchamt E._____ sofort und ohne Anhörung des Gesuchsgegners einstweilen anzuweisen, zu Gunsten des Gesuch- stellers und zulasten des Grundstücks der Gesuchsgengerin ein Pfandrecht einzutragen, auf Grundbuch Blatt ..., Liegenschaft; Kataster Nr. ...; F., G.-Strasse 22/24/32, H.-Strasse 21/23, I.-Strasse 11/13 und J._____-Strasse 4/6/8, Zürich, für eine Pfandsumme von CHF 75'693.85 nebst 5% Zins auf CHF 18'813.50 seit 26.06.2015, 5% Zins auf CHF 13'680.35 seit 21.09.2015, 5% Zins auf CHF 21'600.00 seit 21.09.2015, 5% Zins auf CHF 21'600.00 seit 21.09.2015 sowie 5% Zins auf der gesamten Pfandsumme seit Datum dieses Gesuches für zwei Jahre."

Der Vizepräsident zieht in Erwägung: 1. Am 14. Oktober 2015 überbrachte die Klägerin ihr Gesuch um vorläufige Eintragung eines Bauhandwerkerpfandrechts (act. 1). Zur Begründung ihres An- spruchs legte sie diverse Unterlagen bei (act. 2/1-12). Gestützt darauf verlangt sie die superprovisorische Eintragung eines Bauhandwerkerpfandrechts im eingangs genannten Umfang. 2. Die Eintragung des Bauhandwerkerpfandrechts hat bis spätestens vier Mo- nate nach der Vollendung der Arbeit zu erfolgen (Art. 839 Abs. 2 ZGB). Das be- deutet, dass innerhalb dieser Frist ein Grundbucheintrag erwirkt werden muss. Geht es lediglich um die vorläufige Eintragung des Pfandrechtes, so muss die Klägerin ihr Begehren nur glaubhaft machen. An di e Glaubhaftmachung si nd nach konstanter Lehre und Praxis keine strengen Anforderungen zu stellen: Die vorläu- fige Eintragung eines gesetzlichen Pfandrechtes darf nur dann verweigert werden, wenn der Bestand des Pfandrechtes ausgeschlossen oder höchst unwahrschein- lich ist. Nach den Angaben der Klägerin wurden die letzten Arbeiten am 18. Juni 2015 vorgenommen (act. 1 S. 2). Sie verweist hierzu auf act. 2/11. Bei act. 2/11 handelt

es si ch um ei nen Arbeitsrapport vom 30. April 2015, welcher sich auf Arbeiten – unter anderem eine Fertigmontage – am 27. bis 30. April 2015 bezieht. Entgegen der Behauptung der Klägerin ergibt sich daraus in keiner Weise, dass am 18. Juni 2015 überhaupt Arbeiten geleistet wurden, geschweige denn die Arbeiten an die- sem Datum vollendet wurden. Das von der Klägerin eingereichte act. 2/11 genügt selbst angesichts der geringen Anforderungen ni cht, um die behaupteten letzten Arbeiten und damit die Wahrung der Eintragungsfrist glaubhaft zu machen. Das Gesuch der Klägerin ist daher abzuweisen. 3. Ausgangsgemäss sind die Kosten des vorliegenden Verfahrens (berechnet in Beachtung von § 4 Abs. 2 und § 8 Abs. 1 GebV OG) der Klägerin aufzuerlegen. Da der Beklagten im vorliegenden Verfahren keine Aufwendungen erwachsen sind, ist ihr keine Parteientschädigung zuzusprechen. Der Streitwert beträgt CHF 75'693.85. Der Vizepräsident erkennt: 1. Das Begehren um vorläufige Eintragung eines Bauhandwerkerpfandrechts wird abgewiesen. 2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 2'000.–. 3. Die Kosten werden der Klägerin auferlegt. 4. Der Beklagten wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Beklagte unter Beilage eines Doppels von act. 1 und act. 2/1-12, an die Klägerin vorab per Fax. 6. Ei ne bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 und

90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Der Streitwert beträgt CHF 68'042.75. Die gesetzlichen Fristenstillstände gelten nicht (Art. 46 Abs. 2 BGG).

Züri ch, 15. Oktober 2015

Handelsgericht des Kantons Zürich Einzelgericht

Die Gerichtsschreiberin:

Claudia Feier

Schlagwörter

mechanics' lienprovisional registrationcredibilityfiling deadlineconstruction workcourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the applicant made credible the timely completion of the construction work required for provisional registration of a mechanics' lien.

Extrahierter Entscheid

No. The submitted work report did not show that work was performed on 18 June 2015 or that the work was completed on that date, so the filing deadline was not credibly shown.

Extrahierte Begründung

For provisional registration, only credibility is required, but refusal is warranted if the existence of the lien is excluded or highly unlikely. Here, the evidence did not credibly support the alleged last work date and thus not the preservation of the filing period.

Kernrechtsfrage

Who bears the costs of the proceedings and whether the respondent receives party compensation.

Extrahierter Entscheid

The applicant bears the costs; the respondent receives no party compensation because it incurred no compensable expenses.

Extrahierte Begründung

Costs follow the outcome, and no expenses by the respondent were shown.

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