Proceedings discontinued as moot; costs imposed on defendant

HE110170Handelsgericht04.07.2011Dismissed

Zusammenfassung

The Canton of Zurich sued A._____ GmbH over an alleged organizational defect, namely the absence of a registered audit office arrangement. After the defect was cured by a registry entry on 9 May 2011, the Handelsgericht held that the matter had become moot and discontinued the proceedings under Article 242 ZPO. Because the defendant had caused the filing of the action, the court exercised its discretion to allocate costs against the defendant, setting the court fee at CHF 2,200 and awarding the claimant CHF 300 in compensation for expenses.

Regest

Art. 242 ZPO; discontinuance for mootness after cure of an organizational defect; if the defect is remedied during the proceedings, the action is to be struck from the roll as moot. Under Art. 107 Abs. 1 lit. e ZPO, costs may be allocated in equity to the party whose conduct caused the proceedings; where the defendant’s non-compliance triggered the filing, court costs and a party indemnity may be imposed on the defendant (consid. 2–3).

Gesamter Gesetzestext

Handelsgericht des Kantons Zürich Einzelgericht

Geschäfts-Nr.: HE110170-O U / kp

Mitwirkend: der Oberrichter Dr. Johann Zürcher sowie der Gerichtsschreiber An- dreas Blattmann

Verfügung vom 4. Juli 2011

in Sachen

Kanton Zürich, Zürich, Zustelladresse: Handelsregisteramt des Kantons Zürich, Bleicherweg 5, Postfach, 8022 Zürich, Kläger

gegen

A._____ GmbH, Beklagte

betreffend Organisationsmangel

Rechtsbegehren: (act. 1) "Infolge Mängeln in der gesetzlich zwingend vorgeschriebenen Organi- sation der Gesuchsgegnerin seien die erforderlichen Massnahmen zu ergreifen; dies unter Kosten- und Entschädigungsfolge."

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 1. Die Klage ging am 20. April 2011 ein (act. 1). In jenem Zeitpunkt fehlte der Beklagten eine Regelung betreffend Revisionsstelle (act. 2/1). Nach der Mangel- behebung (Eintragung am 9. Mai 2011, act. 5) wurde der Beklagten Frist ange- setzt, um zur Verteilung der Prozesskosten Stellung zu nehmen (Prot. S. 4). Die Beklagte hat keine Stellungnahme eingereicht. 2. Nachdem der Mangel behoben ist, kann das vorliegende Verfahren zufol- ge Gegenstandslosigkeit abgeschrieben werden (Art. 242 ZPO). 3. Die Prozesskosten sind nach Ermessen zu verteilen (Art. 107 Abs. 1 lit. e ZPO). Die Beklagte hat die Ursache für die Einleitung des Verfahrens gesetzt. Deshalb sind ihr die Gerichtskosten aufzuerlegen und hat sie dem Kläger eine Umtriebsentschädigung zu zahlen (Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO). Der Streitwert be- trägt – wie schon früher mitgeteilt – mindestens CHF 30'000.00.

Der Einzelrichter verfügt: 1. Das Verfahren wird zufolge Gegenstandslosigkeit abgeschrieben. 2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 2'200.00. 3. Die Kosten werden der Beklagten auferlegt. 4. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger eine Umtriebsentschädigung von CHF 300.00 zu bezahlen. 5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien je gegen Empfangsbestätigung. 6. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Zürich, 4. Juli 2011 _____________________________________ HANDELSGERICHT DES KANTONS ZÜRICH Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. Andreas Blattmann

Schlagwörter

organizational defectmootnesscost allocationcommercial registeraudit office