Partial recognition and enforcement of Belgian judgment

EZ110020-LBezirksgericht Zürich25.03.2011Partially Granted

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Zurich District Court considered an application to recognize and declare enforceable a 27 January 2011 judgment of the Brussels Court of Appeal between the ancillary bankruptcy estate of Sabena SA and the Swiss liquidation estates of SAirLines AG and SAirGroup. Applying the Lugano Convention, the court found a sufficient legal interest only for the monetary order in dispositive item 7(c), which was declared enforceable. It refused to enter into the request for the other dispositive items, especially the reopening order, and allocated costs by charging the applicant with the court fee while ordering the respondents to reimburse half of it jointly and severally. No party compensation was awarded.

Omnilex-Regeste

Art. 63, 52, 53 and 54 LugÜ; recognition and enforcement of a foreign judgment in Switzerland require a concrete legal interest in the dispositive relief sought. Declaratory findings and procedural directions, in particular an order reopening proceedings, are not suitable objects of separate recognition where they are of merely incidental or public-law character. If only one monetary dispositive item is relevant, enforcement may be limited to that item; the remaining parts are to be left without entry. Court fees are to be allocated independently of the amount in dispute under Art. 52 LugÜ.

Gesamter Gesetzestext

Bezirksgericht Zürich Einzelgericht Audienz

Geschäfts-Nr.: EZ110020-L Bezirksrichter lic.iur. R. Egli Urteil vom 25. März 2011

in Sachen

Masse en faillite ancillaire de Sabena SA, p.a. Office des Faillites, 13 chemin de la Marbrerie, 1227 Carouge, Klägerin

vertreten durch Fürsprecher Aurelio Ferrari und/oder Rechtsanwalt lic. iur. Stefan Rutgers, wehinger kaelin ferrari ag, Riesbachstr. 52, 8008 Zürich

gegen

  1. Nachlassmasse der SAirLines AG in Nachlassliquidation, Hirschengra- ben 84, 8001 Zürich,

vertreten durch die Koliquidatoren Rechtsanwalt lic. iur. Karl Wüthrich, Wenger Plattner, Goldbach-Center / Seestr. 39, 8700 Küsnacht, sowie Rechtsanwalt Prof. Dr. iur. Roger Giroud, Giroud & Andersen, Seefeldstr. 116, 8034 Zürich vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Marc Russenberger und Rechtsanwältin lic. iur. Vanessa Schmidt, Wenger Plattner, Goldbach-Center / Seestr. 39, 8700 Küsnacht

  1. MNachlassmasse der SAirGroup in Nachlassliquidation, Hirschengra- ben 84, 8001 Zürich, Beklagte

vertreten durch den Liquidator Rechtsanwalt lic. iur. Karl Wüthrich, Wenger Platt- ner, Goldbach-Center / Seestr. 39, 8700 Küsnacht vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Marc Russenberger und Rechtsanwältin lic. iur. Madlaina Gammeter, Wenger Plattner, Goldbach Center/Seestr. 39, 8700 Küsnacht

betreffend Anerkennung / Vollstreckbarerklärung

Rechtsbegehren (sinngemäss): Es sei das Urteil der Cour d'appel de Bruxelles, 9 ème chambre (R.G.: 2004/AR1114 et 2004/AR1190) vom 27. Januar 2011 anzuerkennen und für vollstreckbar zu erklären. Nach Einsicht in die Eingabe der klagenden Partei vom 24. März 2011 (act. 1), da sowohl Belgien, wo der Entscheid ergangen ist, als auch die Schweiz, wo er vollstreckbar erklärt werden soll, Vertragsstaaten des Lugano-Übereinkommens sind, da das LugÜ I in der Schweiz am 1. Januar 1992 und in Belgien am 1. Oktober 1997 in Kraft getreten ist und das LugÜ II in der Schweiz am 1. Januar 2011 in Kraft getreten ist, da die Klage im Ursprungsstaat Belgien nach dem Inkrafttreten des LugÜ I in der Schweiz und in Belgien angehoben und nach dem Inkrafttreten des LugÜ II in beiden Staaten ergangen ist, da folglich die Bestimmungen des LugÜ II anwendbar sind, in der Folge als "LugÜ" bezeichnet (Art. 63 LugÜ), da der Entscheid in den Anwendungsbereich des Lugano-Übereinkommens fällt (Art. 1 Abs. 1 und 2 LugÜ), da die klagende Partei eine Ausfertigung des vollstreckbar zu erklärenden Ent- scheides vorlegt, welche die für die Beweiskraft erforderlichen Voraussetzungen erfüllt (Art. 53 Abs. 1 LugÜ), ebenso eine Vollstreckungsbescheinigung (Art. 53 Abs. 2, Art. 54 LugÜ, Anhang V zum LugÜ), da ausländische Entscheide grundsätzlich inzident anzuerkennen sind, ein selb- ständiges Anerkennungsverfahren somit eines besonderen Rechtsschutzinteres- ses bedarf 1 ,

1 Gerhard Walter, Internationales Zivilprozessrecht der Schweiz, 4. Auflage, S. 412 (§ 9 III 2 b) und S. 437/438 (§ 10 III a).

da die klagende Partei ausser mit Bezug auf Dispositiv Ziff. 7 lit. a-d keinen Pas- sus im Dispositiv nennt, dessen Anerkennung für sie von Relevanz sein könnte, da sich Dispositiv Ziff. 7 lit. a und b auf Feststellungen beschränkt, die der kla- genden Partei in einem Kollokationprozess in der Schweiz kaum von Nutzen sein könnten, da das Brüsseler Gericht in Dispositiv Ziff. lit. 7 d die Wiedereröffnung des kontra- diktorischen Verfahrens anordnet, diese Anordnung prozessleitender und damit öffentlichrechtlicher Natur ist, eine Anerkennung somit ohnehin nicht in Frage kommt, da ein Rechtsschutzinteresse der klagenden Partei somit einzig hinsichtlich der Verpflichtung der beklagten Parteien in Ziff. 7 lit. c auszumachen ist, wonach die- se ihr solidarisch eine Summe von 18'290'800.60 Euro bezahlen müssen, da die festzusetzende Gerichtsgebühr nicht von der Höhe des Streitwertes ab- hängt (Art. 52 LugÜ), da die Parteien je zur Hälfte unterliegen, da die beklagten Parteien in diesem Verfahren nicht anzuhören sind (Art. 41 LugÜ), da nach dem Lugano-Übereinkommen das Rechtsmittel der Beschwerde unab- hängig vom Streitwert gegeben ist (Art. 43 Abs. 5 LugÜ, Art. 327a Abs. 1 ZPO), da die Beschwerdefrist gemäss Art. 327a Abs. 3 ZPO und 43 Abs. 5 LugÜ für die beklagte Partei einen Monat beträgt, für die klagende Partei dagegen gemäss Art. 321 Abs. 2 ZPO zehn Tage,

erkennt das Einzelgericht:

  1. Das Urteil der Cour d'appel de Bruxelles, 9 ème chambre (RG 2004/AR/ 1114 et 2004/AR/1190), vom 27. Januar 2011, wird hinsichtlich Dispositiv

Ziff. 7 lit. c für vollstreckbar erklärt. Im Übrigen wird auf das Begehren nicht eingetreten. 2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 7'000.– wird von der klagenden Partei bezogen, ist ihr aber von den beklagten Parteien unter solidarischer Haftbarkeit im Umfang von Fr. 3'500.– zu ersetzen. 3. Parteientschädigungen werden keine zugesprochen. 4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien als Gerichtsurkunde, an die beklagten Parteien unter Beilage des Doppels von act. 1. 5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid kann von den beklagten Parteien innert einem Monat von der Zustellung an im Doppel und unter Beilage die- ses Entscheids beim Obergericht des Kantons Zürich, Zivilkammer, Postfach 2401, 8021 Zürich, erklärt werden. In der Beschwerdeschrift sind die Anträ- ge zu stellen und zu begründen. Allfällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen. Die Beschwerde hat aufschiebende Wirkung (Art. 327a Abs. 2 ZPO). 6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid kann von der klagenden Partei innert 10 Tagen von der Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Obergericht des Kantons Zürich, Zivilkammer, Postfach 2401, 8021 Zürich, erklärt werden. In der Beschwerdeschrift sind die Anträ- ge zu stellen und zu begründen. Allfällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen. 7. Die gesetzlichen Fristenstillstände gelten nicht (Art. 145 Abs. 2 ZPO).

Der Bezirksrichter:

Schlagwörter

recognition of foreign judgmentsenforcementlegal interestLugano Conventioncost allocationprocedural order

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the Belgian judgment should be recognized and declared enforceable in Switzerland under the Lugano Convention.

Extrahierter Entscheid

Recognition and enforcement were granted only for dispositive item 7(c) of the Belgian judgment.

Extrahierte Begründung

The court held that only the payment order in item 7(c) created a legally relevant interest for the applicant. The remaining parts of the dispositif were either merely declaratory or concerned the reopening of proceedings, which was procedural and public-law in nature and thus not subject to recognition in this proceeding.

Kernrechtsfrage

Whether the applicant had a sufficient interest in recognition of the other parts of the Belgian dispositif.

Extrahierter Entscheid

No sufficient legal interest existed for the other dispositive items, so the court did not enter into them.

Extrahierte Begründung

The court found that items 7(a) and 7(b) were only factual findings of little use in a Swiss collocation action, and item 7(d) was a procedural order reopening contradictory proceedings, which could not be recognized.

Kernrechtsfrage

How to allocate court costs and party compensation.

Extrahierter Entscheid

The court fee was set at CHF 7,000, charged to the applicant but to be reimbursed by the respondents jointly and severally in the amount of CHF 3,500; no party compensation was awarded.

Extrahierte Begründung

The parties were deemed to bear the proceeding equally, and the fee did not depend on the amount in dispute.

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