Coordination of building and traffic permits: appellate jurisdiction

BRKE IV Nrn. 0216-0217/1997Baurekursgericht18.12.1997Confirmed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The decision concerns appellate jurisdiction in a coordinated permitting procedure for an advertising installation. A traffic-police permit issued by the Statthalteramt and a municipal building decision were both indispensable for the project. The court held that these were coordination-bound decisions under Art. 25a RPG and therefore had to be subject to a unified appeal instance under Art. 33(4) RPG. The former cantonal rule deferring the traffic-law decision to the building authority was displaced by federal law. As the matter did not fall within the enumerated exceptions of § 329(2) PBG, Baurekurskommission IV was competent to hear both appeals.

Omnilex-Regeste

Art. 25a RPG, Art. 33 Abs. 4 RPG; § 329 PBG: coordinated permit and appeal procedure; unity of appellate instance. Where the construction or alteration of a structure requires several interdependent approvals, the affected decisions are coordination decisions and must be opened and challenged in a procedurally unified manner. Cantonal provisions reserving one approval for later review are inapplicable insofar as they conflict with the coordination mandate of federal planning law. Under the revised PBG, the board of appeal has general jurisdiction pursuant to § 329(1) PBG unless the case falls within the exhaustive exceptions of § 329(2) PBG.

Gesamter Gesetzestext

BRKE IV Nrn. 216 und 217/1997 vom 18. Dezember 1997in BEZ 1998 Nr. 20 3. Zunächst wird geltend gemacht, dass für die Beurteilung des Rekurses ge- gen die Verfügung des Statthalters, mit welcher die geplante Reklameanlage unter strassenpolizeilichen Aspekten bewilligt worden ist (Art. 6 SVG, Art. 95 bis 100 SSV), nicht die Baurekurskommission IV, sondern der Regierungsrat zuständig sei. Seit dem 1. Januar 1997 stehen die neuen Bestimmungen des eidgenössischen Raumplanungsgesetzes über die Koordination der Bewilligungsverfahren und der Rechtsmittelverfahren in Kraft. Art. 25a Abs. 1 RPG schreibt vor, dass dann, wenn die Errichtung oder die Änderung einer Baute oder Anlage Verfügungen mehrerer Behörden erfordert, eine Behörde zu bezeichnen ist, die für ausreichende Koordina- tion sorgt. Gemäss Art. 33 Abs. 4 RPG sind für die Anfechtung von Verfügungen (in- ner-)kantonaler Behörden, auf welche Art. 25a Abs. 1 Anwendung findet, einheitliche Rechtsmittelinstanzen vorzusehen. Mit dem in der Volksabstimmung vom 8. Juni 1997 angenommenen revidierten Verwaltungsrechtspflegegesetz (VRG), in Kraft seit dem 1. Januar 1998, wurden auch verschiedene Bestimmungen des Planungs- und Baugesetzes geändert. Ge- mäss § 319 Abs. 2 PBG werden die Koordination bei Bauvorhaben, für die mehrere Bewilligungen verschiedener Instanzen erforderlich sind, sowie die Einzelheiten des Verfahrens auf Verordnungsstufe geregelt (vgl. die Bauverfahrensverordnung vom 3. Dezember 1997). Mit der Änderung von § 329 PBG wird sodann die erforderliche Vereinheitlichung auf Rechtsmittelebene ermöglicht. Abs. 1 der neuen Vorschrift be- stimmt die allgemeine Zuständigkeit der Baurekurskommissionen; Abs. 2 enthält ei- nen abschliessenden Katalog von Fällen, bei denen der Regierungsrat anstelle der Baurekurskommissionen zuständig ist. Im Sinne einer Übergangslösung wird diese Zuständigkeitsregelung einzelfallweise bereits vor Inkrafttreten des revidierten Pla- nungs- und Baugesetzes angewendet. Die vorliegende strassenverkehrsrechtliche Verfügung des Statthalteramtes s owie der baurechtliche Entscheidder kommunalen Baukommission stellen offen- sichtlich koordinationspflichtige Entscheide gemäss Art. 25a RPG dar, da diese für die Realisierung einer Reklameanlage im Strassenanstossbereich unabdingbare Voraussetzungen sind. Die Regelung in § 18 Abs. 2 derkantonalen Signalisations- verordnung vom 12. November 1980, wonach die Baubehörde den strassenver- kehrsrechtlichen Entscheid vorzubehalten habe, ist durch das übergeordnete Bun- desrecht überholt und nicht mehr anzuwenden. Der Entscheid des Statthalters hätte somit gleichzeitig mit dem baurechtlichen Entscheid eröffnet werden müssen. Da es

sich ferner um keinen der in der revidierten Fassung von § 329 Abs. 2 PBG genann- ten Fälle handelt, ist die Baurekurskommission IV gestützt auf die Generalklausel in § 329 Abs. 1 PBG für die Beurteilung beider Rekurse zuständig.

Schlagwörter

coordinationappellate jurisdictionbuilding permittraffic permitadvertising installationplanning lawcantonal procedure

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Which authority was competent to hear the appeal against the traffic-police permit and the building decision in a coordinated procedure?

Extrahierter Entscheid

Baurekurskommission IV had jurisdiction to decide both appeals under the general rule of § 329(1) PBG; the case was not one of the exceptions in § 329(2) PBG.

Extrahierte Begründung

Because the installation required coordinated decisions within the meaning of Art. 25a RPG, a unified appeal instance had to be provided under Art. 33(4) RPG. The former rule in § 18(2) of the cantonal signage ordinance, which reserved the traffic-law decision to the building authority, was superseded by federal law and no longer applied. The traffic-law permit and the building decision were inseparable coordination decisions and had to be challenged together.

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