Setback to footpath governed by cantonal rule, not municipal one

BRKE I Nr. 0204/1998Baurekursgericht13.11.1998Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The appellant argued that an extension had to keep a 5 m distance from the adjoining footpath, relying on Art. 11(2) BD-BZO 1995. The court rejected this reading, holding that the municipal replacement ordinance did not contain an explicit setback rule for roads and paths. In light of the ordinance’s legislative history, Art. 11(2) could not be construed as turning the 5 m boundary distance of Art. 8 into a road/path setback. The cantonal rule in § 265(1) PBG therefore applied, requiring 3.5 m, which the building respected.

Omnilex-Regeste

§ 265 Abs. 1 PBG; Art. 11 Abs. 2 BD-BZO 1995; road and path setbacks in the absence of an explicit municipal rule. A municipal building ordinance adopted under supervisory authority must be interpreted in light of its genesis and the prior legal system. Where the ordinance contains no clear and express rule on setbacks to roads and paths, the cantonal minimum setback remains applicable. A provision excluding a multiple-length surcharge for roads and paths does not, by itself, establish the boundary distance as the applicable setback. A contrary interpretation requires an unmistakable normative indication; otherwise the older cantonal regime continues to govern (consid. 2).

Gesamter Gesetzestext

BRKE INr. 204/1998 vom 13. November 1998in BEZ 1999 Nr. 6 2. Der Rekurrent macht zunächst geltend, die Anbaute habe gegenüber dem anstossenden Fussweg einen Abstand von 5 m einzuhalten, welches Mass um 1,5 m unterschritten werde. Aus Art. 11 Abs. 2 BD-BZO 1995ergebe sich, dass der nach Art. 8 BD-BZO 1995 gegenüber Nachbargrundstücken generell geltende Grund- grenzabstand von 5 m auch als kommunale Festlegung über den Stras sen- und Wegabstand zu betrachten sei und hier zur Anwendung gelangen müs se. Gemäss § 265 Abs. 1 PBG (in der Fassung vom 1. September 1991, in Kraft seit 1. Februar 1992) haben oberirdische Gebäude einen Abstand von 6 m gegen- über Strassen und Plätzen und von 3,5 m gegenüber Wegen einzuhalten, sofern die Bau- und Zonenordnung keine anderen Abstände vorschreibt. Die auf das in der Wohnzone befindliche Baugrundstück anwendbare, von der Direktion der öffentli- chen Bauten des Kantons Zürich mit Verfügungen vom 9. Mai bzw. 7. Dezember 1995 (Abänderungen und Ergänzungen) für die Stadt Zürich aufsichtsrechtlich fest- gesetzte Bau- und Zonenordnung (Ersatzordnung, BD-BZO 1995) enthält offensicht- lich keine explizite Regelung über den Strassen- bzw. Wegabstand von oberirdi- schen Gebäuden, welche anstelle der kantonalrechtlichen Normierung greifen würde. Wie die Rekursgegner zutreffend ausführen, kann aus der im Regelungskontext über den Mehrlängenzuschlag stehenden Abs. 2 von Art. 11 BD-BZO 1995, wonach ge- genüber Strassen, Plätzen und Wegen kein Mehrlängenzuschlag einzuhalten sei, nicht abgeleitet werden, der Grundgrenzabstand von Art. 8 BD-BZO 1995 (5 m) gelte gleichzeitig als massgebender Strassen- und Wegabstand. Bei der Auslegung der in der Ersatzordnung enthaltenen Abstandsregelungen muss deren Entstehungsgeschichte berücksichtigt werden. Die aufsichtsrechtlich er- lassene Bau- und Zonenordnung basiert weitgehend auf der vom Gemeinderat Zü- rich am 23. Oktober 1991 festgesetzten und mit Urnenabstimmung vom 17. Mai 1992 angenommenen Bau- und Zonenordnung (BZO 1992). Die in letzterer enthaltenen Regelungen über den in den Wohnzonen W2 bis W5massgebenden Grundabstand und Mehrlängenzuschlag wurden von der Baudirektion unverändert in ihr Regelwerk übernommen (vgl. Art. 8 und 11 BD-BZO 1995 sowie Art. 8 und 11 Abs. 1 bis 4 BZO 1992). Dabei wurde von der Aufsichtsinstanzübersehen, dass sich die vor der im Zuge der PBG-Revision vom 1. September 1991 erarbeitete BZO 1992 hinsichtlich des Strassenabstandes an der alten Fassung von § 265 Abs. 1 PBG orientierte, wo- nach gegenüber Verkehrs wegen grundsätzlich die gleichen Abstände wie gegenüber Nachbargrundstücken einzuhalten und nur kantonale Mindestabstände vorgegeben waren. Dieser Systemwechsel wurde offensichtlich nicht berücksichtigt, hätte doch

entweder eine ausdrückliche Regelung unter dem Titel Strassen- und Wegabstand erfolgen oder aber Art. 11 Abs. 3 BZO 1992 (Verzicht auf Mehrlängenzuschlag ge- genüber Verkehrswegen) fallen gelassen werden müssen. Unter diesen Umständen kann die klarerweise auf die altrechtliche Fassung von § 265 Abs. 1 PBG Bezug nehmende Bestimmung von Art. 11 Abs. 2 BD-BZO 1995 nicht dahingehend inter- pretiert werden, dass der in Art. 8 BD-BZO 1995 statuierte Grundgrenzabstand be- wusst auch als kommunaler Strassen-bzw. Wegabstand normiert worden wäre. Es muss daher vom Fehlen einer kommunalen Abstandsregelung gegenüber Verkehrswegen ausgegangen werden, so dass die kantonalrechtliche Regelung von § 265 Abs. 1 PBG zum Tragen kommt. Die Anbaute hat demzufolge gegenüber dem südostseitig an das Baugrundstück anstossenden Fussweg einen Abstand von 3,5 m einzuhalten, welches Mass vor der gesamten Fassade respektiert wird.

Schlagwörter

setbackfootpathbuilding ordinancecantonal lawmunicipal lawinterpretationplanning law

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the extension had to observe a 5 m setback to the adjoining footpath under the municipal building zone ordinance.

Extrahierter Entscheid

No. Art. 11(2) BD-BZO 1995 does not establish the general 5 m boundary distance as the municipal setback for roads and paths.

Extrahierte Begründung

The ordinance contains no explicit municipal road/path setback rule replacing cantonal law. The historical context shows the ordinance retained older wording from the previous system, which cannot be read as deliberately fixing the 5 m boundary distance as a road/path setback.

Kernrechtsfrage

Which setback applies to the extension along the adjoining footpath.

Extrahierter Entscheid

The cantonal rule in § 265(1) PBG applies, requiring 3.5 m to paths; that distance was complied with along the façade.

Extrahierte Begründung

Because the municipal ordinance lacks a valid road/path setback regulation, the cantonal minimum of 3.5 m governs.

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