Jurisdiction question in airport assistance procurement

VB.2009.00215Verwaltungsgericht / 1. Abteilung23.09.2009Withdrawn

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

A GmbH appealed a Zurich Airport procurement award concerning assistance services for disabled and mobility-impaired air passengers. After the parties concluded an agreement, the appellant withdrew the appeal without reservation. The Administrative Court discontinued the proceedings and struck the case off the docket. By agreement, court costs of CHF 6,330 were imposed on Flughafen Zürich AG, while each party waived party compensation. In an obiter on legal remedies, the court noted that the disputed services were likely not covered by public procurement law but rather constituted ground-handling services subject to a special market-access procedure and separate remedy.

Omnilex-Regeste

Withdrawal of an appeal; costs following settlement. Where an appeal is withdrawn unreservedly, the proceedings are discontinued and struck off. Court costs may, by agreement of the parties, be allocated contrary to the usual cost consequence of withdrawal; a waiver of party compensation is effective if mutually agreed. On the merits, the court noted that services for assistance to PRM at an airport are highly likely to fall outside the scope of public procurement law and instead within the regime for ground-handling services and its special access remedy, with implications for the applicability of the procurement-law appeal route.

Gesamter Gesetzestext

Verwaltungsgericht des Kantons Zürich: VB.2009.00215

Standard Suche | Erweiterte Suche | Hilfe

Druckansicht

Geschäftsnummer: VB.2009.00215

Entscheidart und -datum: Endentscheid vom 23.09.2009

Spruchkörper:

  1. Abteilung/Einzelrichter

Weiterzug: Dieser Entscheid ist rechtskräftig.

Rechtsgebiet: Submissionsrecht

Betreff: Submission

Frage der Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts.

Es ist äusserst fraglich, ob die im Streit stehenden Hilfeleistungen an behinderte Flugreisende und Flugreisende mit eingeschränkter Mobilität am Flughafen Zürich dem Submissionsrecht unterliegen und damit in die Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts fallen. Vielmehr ist davon auszugehen, dass es sich um Bodenabfertigungsdienste handelt, für welche hinsichtlich Marktzugang ein besonderes Auswahlverfahren mit einem besonderen Rechtsbehelf zur Anwendung kommt (E. III).

Stichworte:

  • keine -

Rechtsnormen:

  • keine -

Publikationen:

  • keine -

Gewichtung: (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)

Gewichtung: 3

Verwaltungsgericht des Kantons Zürich

  1. Abteilung

VB.2009.00215

Verfügung

des Einzelrichters

vom 23. September 2009

Mitwirkend: Verwaltungsrichter Andreas Keiser, Gerichtssekretär Stephan Hördegen.

In Sachen

A GmbH, vertreten durch Frau B,

vertreten durch RA C,

Beschwerdeführerin,

gegen

Flughafen Zürich AG,

Beschwerdegegnerin,

und

E AG,

Mitbeteiligte,

betreffend Submission,

hat sich ergeben:

I.

Mit undatierter Eingabe (Poststempel vom 17. April 2009) führte die A AG Beschwerde beim Verwaltungsgericht gegen die mit Verfügung der Flughafen Zürich AG (Unique) vom 7. April 2009 eröffnete Vergabe betreffend Assistenzleistungen an behinderte Flugreisende und Flugreisende mit eingeschränkter Mobilität (PRM) am Flughafen Zürich.

II.

Am 16. September 2009 wurde die Beschwerde, gestützt auf eine Vereinbarung der Parteien gleichen Datums, vorbehaltlos zurückgezogen. Demgemäss ist das Verfahren VB.2009.00215 als durch Rückzug der Beschwerde erledigt abzuschreiben.

Die Gerichtskosten – welche bei diesem Verfahrensausgang praxisgemäss der Beschwerdeführerin auferlegt würden – werden vereinbarungsgemäss von der Beschwerdegegnerin getragen. Bei deren Bemessung ist zu berücksichtigen, dass bereits ein zweiter Schriftenwechsel durchgeführt und von der Referentin ein Urteilsantrag ausgearbeitet worden ist. Die Parteikosten werden sodann vereinbarungsgemäss von jeder Partei selber getragen. Hiervon ist Vormerk zu nehmen.

III.

Zur Rechtsmittelbelehrung ist Folgendes festzuhalten: Entgegen dem Dafürhalten der Beschwerdegegnerin ist es äusserst fraglich, ob die hier im Streit stehenden Hilfeleistungen für PRM überhaupt unter die vom WTO-Übereinkommen über das öffentliche Beschaffungswesen vom 15. April 1994 (GPA) bzw. vom Bilateralen Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen Gemeinschaft über bestimmte Aspekte des öffentlichen Beschaffungswesens vom 21. Juni 1999 (Bilat Abk) erfassten Dienstleistungen und damit in die Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts fällt (vgl. Anhang VI Bilat Abk in Verbindung mit der zentralen Gütersystematik der Vereinten Nationen [CPC], insbesondere den Klassifikationen CPC 731 und 746 sowie die Anmerkungen dazu). Vielmehr ist davon auszugehen, dass es sich bei den Hilfeleistungen um – vom GPA bzw. vom Bilat Abk nicht erfasste – Bodenabfertigungsdienste handelt, für welche aufgrund der für die Schweiz gemäss dem Bilateralen Abkommen über den Luftverkehr vom 21. Juni 1999 verbindlichen Richtlinie 96/67/EG des Rates (der Europäischen Union) vom 15. Oktober 1996 hinsichtlich Marktzugang ein besonderes Auswahlverfahren mit einem gesonderten Rechtsbehelf zur Anwendung kommt (Art. 29a und b sowie Anhang der Verordnung über die Infrastruktur der Luftfahrt vom 23. November 1994 [VIL; SR 748.131.1]; vgl. auch Art. 9 und 12 Anhang 1 des Betriebsreglements für den Flughafen Zürich [Stand am 17. November 2006]).

Für eine allfällige gegen die vorliegende Verfügung gerichtete Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) kommt demnach die für das Gebiet der öffentlichen Beschaffungen massgebliche Ausnahme von Art. 83 lit. f BGG nicht zur Anwendung.

Demgemäss verfügt der Einzelrichter:

  1. Das Verfahren wird als durch Rückzug der Beschwerde erledigt abgeschrieben.

  2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 6'000.--; die übrigen Kosten betragen: Fr. 330.-- Zustellungskosten, Fr. 6'330.-- Total der Kosten.

  3. Die Gerichtskosten werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.

  4. Vom gegenseitigen Verzicht der Parteien auf Parteientschädigungen wird Vormerk genommen.

  5. Gegen diese Verfügung kann Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.

  6. Mitteilung an…

Schlagwörter

public procurementwithdrawalcourt costsparty compensationairport servicesground-handlingjurisdictionmarket access

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal should be struck off after the appellant withdrew it.

Extrahierter Entscheid

The proceedings were discontinued and struck off as withdrawn.

Extrahierte Begründung

The appeal was unreservedly withdrawn pursuant to the parties' agreement of the same date.

Kernrechtsfrage

Allocation of court costs and party costs after withdrawal.

Extrahierter Entscheid

Court costs were set at CHF 6,330 and imposed on the respondent by agreement; each party bore its own party costs.

Extrahierte Begründung

Although costs would normally be borne by the appellant after withdrawal, the parties agreed that the respondent would bear the court costs and that each side would waive party compensation.

Kernrechtsfrage

Whether the case concerns procurement law jurisdiction or ground-handling services subject to a special access procedure.

Extrahierter Entscheid

The court considered it highly questionable that the disputed assistance services fell under public procurement law; they were more likely ground-handling services subject to a special selection procedure and separate remedy.

Extrahierte Begründung

The services appear not to be covered by the GPA or the bilateral procurement agreement, but by the aviation-ground-handling framework under the air transport agreement and related regulations.

Setzen Sie Ihre Recherche in ChatGPT oder Claude fort

Verbinden Sie Omnilex, um den Rechtskorpus über Ihren KI-Assistenten zu durchsuchen.