1787
Fragestunde
Fünfte Sitzung - Cinquième séance
Montag, 27. September 1999 Lundi 27 septembre 1999
14.30 h Vorsitz - Présidence: Heberlein Trix (R, ZH)/Leuenberger Ernst (S, SO)
Fragestunde Heure des questions
99.5113
Frage Widrig Haftbedingungen der Bundesanwaltschaft Question Widrig Conditions de détention imposées par le Ministère public de la Confederation
Wortlaut der Frage vom 27. September 1999 Der inhaftierte Oberst Nyffenegger wurde in den Nächten stündlich geweckt, angeblich wegen Suizidgefahr. Kennt die Bundesanwaltschaft keine anderen Hilfsmittel (z. B. Videokameras), um die Überwachung sicherzustellen?
Texte de la question du 27 septembre 1999
Lorsqu'il était en prison, le colonel Nyffenegger était réveillé toutes les heures pendant la nuit de crainte, paraît-il, qu'il ne se suicide.
Le Ministère public n'a-t-il pas d'autres moyens, comme par exemple la mise en place de caméras vidéo, d'assurer la sur- veillance?
Metzler Ruth, Bundesrätin: Die einzige Einwirkung der Bun- desanwaltschaft auf die Haftbedingungen von Friedrich Nyf- fenegger bestand in einem Telefaxschreiben an die Gefäng- nisleitung zu Beginn der Untersuchungshaft. In diesem Schreiben wurde die Gefängnisleitung darauf aufmerksam gemacht, dass bei Friedrich Nyffenegger wegen der schwe- ren Tatvorwürfe, die er teilweise schon zugegeben habe, Sui- zidgefahr bestehen könne. Die Bundesanwaltschaft gab ihrer Erwartung Ausdruck, dass die Gefängnisleitung alle erforder- lichen Massnahmen gegen einen möglichen Suizid treffe. Mehr hat die Bundesanwaltschaft bezüglich der Haftbedin- gungen weder in diesem Schreiben noch später getan. Die vorübergehende stündliche nächtliche Kontrolle des Häft- lings, welche diesen wegen der damit verbundenen Geräu- sche und wegen des Lichtmachens wecken konnte, ordnete die dafür zuständige Gefängnisleitung an, allenfalls nach Rücksprache mit einem Arzt. Jedenfalls liess sich die Ge- fängnisleitung bei der weiteren Durchführung der Kontroll- massnahme ärztlich beraten. Die Bundesanwaltschaft hatte auch mit der Durchführung nichts zu tun.
99.5114
Frage Fehr Hans Rasche Rückführung der Kosovo-Albaner Question Fehr Hans Rapatriement rapide des Albanais du Kosovo
Wortlaut der Frage vom 27. September 1999
Am Dienstag morgen, 7. September 1999, um 07.00 Uhr, wurde im «ZDF-Morgenmagazin» gezeigt, wie Kinder mithel- fen, eine Schule in Kosovo wiederaufzubauen. Viele Schul- kinder schleppten Baumaterial herbei, und nur gerade zwei Männer waren mit Maurerarbeiten beschäftigt. Weitere junge Männer fehlten; es wurde in jener Sendung angetönt, dass etliche Männer als Asylbewerber in Mitteleuropa bzw. in der Schweiz seien. Der Schulbau werde deshalb vor dem Winter- anfang nicht fertig sein.
Ist der Bundesrat auch der Meinung, dass namentlich jün- gere Männer aus Kosovo rasch in ihre Heimat zurückzufüh- ren sind, damit sie beim Wiederaufbau und bei der Ankurbe- lung der Wirtschaft tatkräftig mithelfen? Welche konkreten Massnahmen bzw. Sofortmassnahmen trifft der Bundesrat in dieser Beziehung?
Texte de la question du 27 septembre 1999
Le mardi 7 septembre 1999, à 07 h 00 du matin, la chaîne ZDF a diffusé un reportage montrant comment des enfants participent à la reconstruction d'une école au Kosovo. De nombreux enfants en âge de scolarité traînaient des maté- riaux de construction, alors qu'il n'y avait que deux hommes occupés à des travaux de maçonnerie. Aucun autre adulte n'était là pour les aider. L'émission laissait entendre que tous les hommes se trouvaient en Europe occidentale, et notam- ment en Suisse, où ils avaient déposé une demande d'asile, si bien que la reconstruction de l'école ne serait vraisembla- blement pas terminée avant l'arrivée de l'hiver.
Le Conseil fédéral estime-t-il lui aussi qu'il faudrait rapatrier notamment les jeunes hommes kosovars dans leur pays aussi rapidement que possible afin qu'ils puissent participer activement à la reconstruction de leur pays et à la relance de leur économie? A cet égard, quelles mesures précises, voire urgentes, le Conseil fédéral a-t-il prises ou va-t-il prendre?
Metzler Ruth, Bundesratin: Der Bundesrat nimmt grundsätz- lich zu Inhalt und Form von Beiträgen insbesondere auslän- discher TV-Stationen nicht Stellung.
Im Rahmen des vom Bundesrat mit Beschlüssen vom 23. Juni und 11. August 1999 im Zusammenhang mit der Auf- hebung der gruppenweisen vorläufigen Aufnahme verabschie- deten Rückkehrhilfe- und Wiedereingliederungsprogramms Kosovo sind 6339 Personen bis 22. September 1999 freiwillig nach Kosovo zurückgekehrt. Bis heute abend werden es rund 7100 Personen sein. Aufgrund der Programmanmeldungen ist bis Ende September 1999 mit 8000 Rückkehrenden zu rechnen. Bezüglich Zahlen, Verlauf und weiterer logistischer Planung des Kosovo-Programms wird auf die Antwort vom 27. September 1999 Frage Heim (99.5115) verwiesen.
Der Kreis der Rückkehrenden ist bezüglich der Kriterien Al- ter, Zivilstand und Einreisejahr sehr ausgeglichen: Die Grup- pen «Alleinstehende», «Ehepaare» und «Familien mit Klein- kindern» sind etwa gleich gross. Jüngere Männer - im Sinne des Fragestellers - machen etwa einen Drittel der rückkehr- enden Personen aus. Zu bemerken ist, dass bisher vor allem jene Personen freiwillig ausgereist sind, die kurz vor dem 1. Juli dieses Jahres in die Schweiz eingereist waren.
In Abstimmung mit dem gemeinsamen Rückkehr- und Wie- dereingliederungskonzept Kosovo der Direktion für Entwick- lung und Zusammenarbeit (Deza) und des BFF vom 18. Juni dieses Jahres hat der Bundesrat beschlossen, die Ausrei- sefrist für Personen mit rechtskräftiger Wegweisung und re- gistrierter Einreise vor dem 1. Juli dieses Jahres auf den 31. Mai 2000 anzusetzen.
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Dans
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Jahr
1999
Année
Anno
Band
V
Volume
Volume
Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
05
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
99.5113
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
27.09.1999 - 14:30
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1787-1787
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