Interpellation Keller Rudolf
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94.3489
Interpellation Keller Rudolf Teure SRG-Inseratenkampagnen SSR. Campagnes d'annonces coûteuses
Wortlaut der Interpellation vom 29. November 1994 Währenddem die SRG ihre Gebühren laufend erhöht, sind quer durch den schweizerischen Blätterwald sehr teure, ganz- seitige Werbeinserate für die nationale Fernsehkette zu be- wundern. Es muss wohl schlecht ums Staatsfernsehen be- stellt sein, wenn es derart massive Werbekampagnen veran- lassen muss. Dass Werbung bisweilen auch höchst primitiv und unter der Gürtellinie sein kann, beweist das jüngste Wer- beinserat von SF DRS für die und mit der Fernsehsendung «Arena». Ich frage mich, ob es SF DRS wirklich nötig hat, mit Hilfe der renommierten Sendung «Arena» mit ganzseitigen In- seraten in den Printmedien zu werben. Man bekommt dabei den Eindruck, dass die SRG viel zuviel Geld hat und deshalb schauen muss, wie dies zu verjubeln ist.
Wenn «keine andere politische Pro-und-Kontra-Sendung ei- nen so grossen Publikumsanteil hinter sich hat», wie dies bei der Sendung «Arena» der Fall ist, stellen sich Fragen an den Bundesrat:
Die Sendung «Arena» ist ein «grosser Renner». Weshalb braucht es dann Werbung «ausser Haus> dafür? Hat es die SRG wirklich nötig, mit ganzseitigen Zeitungsinseraten Werbung für sich zu machen, und war dieser Werbeerfolg bisher messbar? 2. Betreiben staatliche Sendeanstalten in anderen Ländern auch auf diese Art und Weise Werbung?
Wie hoch waren die Inseratenbudgets der SRG in den letz- ten zehn Jahren (Entwicklung von Jahr zu Jahr - 1985 bis 1994; Aufteilung zwischen Radio und Fernsehen)?
Ist noch mit weiteren solchen Unterhaltungs«brunz»-Insera- ten (siehe z. B. «Tages-Anzeiger» vom 11.11.1994) zu rech- nen, und können sich die Werbeverantwortlichen vorstellen, dass es Leute gibt, welche solche Inserate schlicht als «ge- schmacklos» empfinden?
Texte de l'interpellation du 29 novembre 1994
Tandis que la SSR ne cesse d'augmenter le montant des rede- vances qu'elle perçoit, on peut admirer dans la masse de la presse suisse des pages entières d'annonces publicitaires très coûteuses en faveur de la chaîne de télévision nationale. Les affaires de la télévision publique doivent aller bien mal pour qu'elle organise des campagnes publicitaires à si grande échelle. La récente annonce publicitaire de la télévision DRS en faveur de l'émission «Arena», annonce faite avec l'aide de cette dernière, prouve que la publicité peut parfois être des plus triviales et évoluer au-dessous de la ceinture. Je me de- mande si la télévision DRS a vraiment besoin de faire paraître dans les journaux des pages entières de publicité avec le concours de l'émission réputée qu'est «Arena». On a l'impres- sion que la SSR a beaucoup trop d'argent et que c'est la raison pour laquelle elle cherche le moyen de le dilapider.
Si, comme le prétendent les annonces, aucune émission or- ganisant des débats politiques contradictoires ne jouit d'un soutien des téléspectateurs plus grand que l'émission «Arena», je pose les questions suivantes au Conseil fédéral:
L'émission «Arena» fait un véritable tabac. Dès lors, pour- quoi lui faire de la publicité par d'autres canaux? La SSR a-t- elle vraiment besoin de faire paraître des pages entières d'an- nonces dans les journaux? Les résultats obtenus sont-ils me- surables?
Les télévisions publiques des autres pays font-elles aussi de la publicité de cette manière?
Quels budgets la SSR a-t-elle consacrés aux annonces pu- blicitaires au cours des dix dernières années (chiffres pour chacune des années entre 1985 et 1994; ventilation entre la ra- dio et la télévision)?
Faut-il s'attendre à d'autres annonces scatologiques du type de celle qui est parue dans l'édition du 11 novembre 1994 du «Tages-Anzeiger»? Les publicitaires sont-ils à même de s'imaginer qu'il y a des gens qui considèrent que de telles an- nonces sont tout simplement de mauvais goût?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bischof, Borradori, Maspoli, Stalder, Steffen (5)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 15. Februar 1995 Rapport écrit du Conseil fédéral du 15 février 1995
Das Schweizer Fernsehen DRS (SF DRS) betreibt zurzeit eine breite Werbekampagne in den Printmedien zur Förderung der Publikumsbindung. Der Bundesrat als Konzessionsbehörde kann und will sich zur Kritik des Interpellanten im einzelnen nicht äussern; es ist nicht Sache der Landesregierung, Werbe- kampagnen oder gar einzelne Inserate von SF DRS zu beurtei- len und zu qualifizieren. Dies aus folgenden Gründen:
Die SRG muss nach Gesetz und Konzession einen anspruchs- vollen Leistungsauftrag erfüllen. Sie erhält dafür den Gesamt- ertrag der Empfangsgebühren, abzüglich den Anteil der PTT- Betriebe sowie den Anteil lokaler und regionaler Veranstalter (Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Radio und Fernse- hen; RTVG). Der SRG-Anteil bemisst sich grundsätzlich nach ihrem Finanzbedarf für die Erfüllung der gesetzlichen und kon- zessionsrechtlichen Aufgaben sowie ihrer übrigen Finanzie- rungsmöglichkeiten (Art. 55 Abs. 3 Bst. a RTVG).
Wie die SRG ihren Auftrag im einzelnen erfüllt, ist grundsätz- lich ihrem unternehmerischen Ermessen überlassen. Dieses Ermessen, das auch den gesamten Werbe- und PR-Bereich umfasst, ist ein Aspekt der verfassungsrechtlich garantierten Staatsunabhängigkeit der SRG.
Das heisst indessen nicht, dass die SRG in unternehmerischer Hinsicht jeglicher Kontrolle entzogen wäre. Das EVED prüft im Rahmen seiner Finanzaufsicht, ob sich die finanzielle Unter- nehmensführung der SRG nach den Grundsätzen einer wirt- schaftlichen Betriebsführung richtet Deshalb hat die SRG dem EVED alljährlich die Jahresrechnung, das Budget und die Finanzplanung zur Genehmigung vorzulegen. Sollte sich im Rahmen dieser Aufsicht erweisen, dass das Unternehmen un- verhältnismässig hohe und zu Lasten der Programmqualität gehende Mittel für die Werbung einsetzt, so wären entspre- chende Massnahmen zu prüfen. Zurzeit besteht aber kein An- lass zur Annahme, dass die SRG in diesem Zusammenhang nicht wirtschaftlich geführt wird.
Zu den einzelnen Fragen:
Es ist dem unternehmerischen Ermessen der SRG überlas- sen zu beurteilen, ob und welche Werbemittel zur Förderung der Publikumsbindung notwendig sind. Dasselbe gilt für die Inhalte und den zeitlichen Umfang einzelner Aktionen. Ange- sichts der noch laufenden Kampagne ist es im heutigen Zeit- punkt sicher zu früh, Aussagen über den Erfolg zu machen.
Generell ist zu berücksichtigen, dass sich das Schweizer Fernsehen DRS als Unternehmenseinheit der SRG in einem harten Konkurrenzkampf behaupten muss. Auch öffentlich- rechtliche Anstalten wie ARD, ZDF und ORF sind gezwungen, in einem immer heftiger umkämpften Markt die Publikumsbin- dung via Werbekampagnen in den Printmedien zu verstärken. Diese Möglichkeit muss grundsätzlich auch SF DRS offenste- hen. Höhere Einschaltquoten haben letztlich auch positive fi- nanzielle Auswirkungen auf die Werbeerträge.
Die SRG ist nicht verpflichtet, über ihren Werbeaufwand der Öffentlichkeit Bericht zu erstatten; die entsprechenden Zahlen unterliegen dem Geschäftsgeheimnis.
Aufgrund des oben Gesagten kann sich der Bundesrat nicht zu dieser Frage äussern.
Erklärung des Interpellanten: befriedigt Déclaration de l'interpellateur: satisfait
79-N
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Jahr
1995
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Band
II
Volume
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Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
17
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 94.3489
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 24.03.1995 - 08:00
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977-977
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20 025 537
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