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Interparlamentarische Union. Bericht
genlos bleibt und damit vergleichsweise billig zu haben ist. Die Unterstützung muss darüber hinausgehen und sich auch in bekenntnishaften Akten konkretisieren. Eine offizielle Geste gegenüber Salman Rushdie - und damit nicht nur gegenüber ihm, sondern gegenüber allen Verfolgten, für die er exempla- risch steht - ist in unserem Land mit seiner grossen Tradition überfällig, dies um so mehr, als andere längst vorangegangen sind. John Major, Bill Clinton, Klaus Kinkel, sie alle haben Sal- man Rushdie empfangen und ihm in aller Öffentlichkeit ihre Solidarität bekundet. Sie tragen damit zu seiner Sicherheit bei und beugen anderen Anschlägen auf die Meinungsfreiheit vor.
Dafür ist es ganz sicher auch in der Schweiz nicht zu spät, ganz im Gegenteil. Ich sagte es schon: Es braucht einen lan- gen Atem, um Salman Rushdie vor dem Vergessenwerden zu bewahren. Die Verpflichtung scheint auch deshalb grösser zu sein, als es Salman Rushdie nicht einmal möglich gemacht worden ist, eine hohe Literaturauszeichnung, den Prix Colette, in Genf entgegenzunehmen - angeblich, weil seine Sicherheit nicht gewährleistet werden konnte.
Ich bitte den Bundesrat, diese Empfehlung entgegenzuneh- men und bei Gelegenheit - es muss nicht ein offizieller Akt sein, es gibt dazu andere Gelegenheiten, und er kann auch selbst dazu beitragen, sie zu schaffen - gegenüber diesem verfolgten Schriftsteller und anderen, die wie er verfolgt sind, eine entsprechende Geste zu machen.
Cotti Flavio, Bundesrat: Der Bundesrat hat zu dieser Frage schon andere parlamentarische Vorstösse beantwortet. Ich er- innere insbesondere an einen von Herrn Poncet. Sie haben zu Recht gesagt, Herr Onken, dass der Bundesrat mehrfach Ge- legenheit hatte, den Fall Salman Rushdie zu verurteilen. Bei diesem handelt es sich um eine schwere Verletzung des Völ- kerrechts, der Menschenrechte und der Souveränität eines anderen Staates und um einen Angriff auf die Meinungsfreiheit schlechthin. Diese Haltung wird vom Bundesrat bekräftigt. Wiederholt ist sie auch in internationalen Organisationen an den Tag gelegt worden, so letztmals an der Session der Uno- Menschenrechtskommission, wo eine entsprechende Resolu- tion auch von der Schweiz mitunterzeichnet wurde.
Der exemplarische Charakter des Falles Salman Rushdie wird vom Bundesrat anerkannt. Er erinnert aber auch daran, dass das Engagement der Schweiz für eine grösstmögliche Beach- tung der Menschenrechte eine Verbesserung der Lage von Millionen von unbekannten Opfern bezweckt, die nicht unbe- dingt offiziell - Sie haben das auch nicht verlangt - in die Schweiz eingeladen werden. Die Zehntausenden von Flücht- lingen, die wir hier haben, legen Zeugnis ab für die Bedeu- tung, die die Schweiz den Menschenrechten zuteil werden lässt.
Wenn es auch nicht die Absicht des Bundesrates ist, den Schriftsteller Salman Rushdie nach Bern einzuladen, so ist es doch durchaus möglich, dass er ihn, wenn er einmal in die Schweiz käme, empfinge. Die Risiken eines solchen Besu- ches wären bekannt, aber der Bundesrat wäre bereit, sich bei den betreffenden Kantonen für die Durchführung der notwen- digen Sicherheitsvorkehrungen einzusetzen.
Zum Fall, den Sie erwähnt haben, Mai 1993, muss der Bundes- rat klar festhalten, dass es nicht der Haltung der Bundesbehör- den zuzuschreiben war, dass dieser Besuch plötzlich und in letzter Minute abgesagt werden musste.
Im Sinne dieser allgemeinen Erwägungen ist der Bundesrat bereit, die Empfehlung entgegenzunehmen.
Überwiesen - Transmis
94.034
Delegation bei der Interparlamentarischen Union. Bericht
Délégation auprès de l'Union interparlementaire. Rapport
Rhinow René (R, BL) unterbreitet im Namen der Delegation bei der Interparlamentarischen Union (IPU) den folgenden schriftlichen Bericht:
Überblick
Die Interparlamentarische Union (IPU) hat im Jahre 1993 vier Konferenzen abgehalten: die 89. Konferenz vom 12. bis 17. April in Neu-Delhi (Indien), das Interparlamentarische Sympo- sium zum Thema «Das Parlament als Hüter der Menschen- rechte» vom 19. bis 22. Mai in Budapest, die 90. Konferenz vom 13. bis 18. September in Canberra (Australien) und die Konferenz zum Thema «Nord-Süd-Dialog für weltweiten Wohl- stand» vom 18. bis 22. Oktober in Ottawa (Kanada).
An den Konferenzen in Neu-Delhi und Canberra nahmen alle acht Delegationsmitglieder teil. Am Symposium in Budapest war die Schweiz durch Rene Rhinow, Anton Keller und Josi Meier, an der Konferenz in Ottawa durch François Borel ver- treten.
Die Themenschwerpunkte in Neu-Delhi und Canberra laute- ten wie folgt: Neu-Delhi
(Redner: P. Aguet und G. Stucky)
(Rednerin/Redner: R. Simmen und A. Keller)
(Redner: M. Kündig)
Canberra
(Redner: R. Rhinow und M. Reimann)
(Rednerin/Redner: R. Simmen und P. Aguet)
Generaldebatte über die politische, wirtschaftliche und so- ziale Lage in der Welt. (Redner: A. Keller)
Vertreibung als Folge des Konfliktes in Bosnien-Herzego- wina sowie anderer Kriege und Bürgerkriege.
Unterstützung für den Friedensprozess im Nahen Osten. Die Schweizer Delegation wirkte an den verschiedenen Kon- ferenzen aktiv mit. An der Konferenz in Neu-Delhi reichte sie ein Memorandum und einen Resolutionsentwurf zum Thema Waffenhandelsregister ein. A. Keller und M. Reimann nah- men an den Sitzungen zum Zusatztraktandum teil.
An der Konferenz in Canberra präsidierte F. Borel den Redak- tionsausschuss der Resolution über das humanitäre Völker- recht, welche die Delegation zusammen mit einem Memoran- dum eingereicht hatte.
E 27 septembre 1994
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AIPLF. Rapport de la délégation
In Canberra traf sich die Delegation zu einem Gespräch mit dem Aussenminister, Senator Evans.
Die Delegationsmitglieder nahmen an den Sitzungen der westlichen Gruppe der «Zwölf plus» teil sowie an den Arbeiten der Ausschüsse und den Sitzungen der Parteien.
Rosmarie Simmen nahm am Treffen der Parlamentarierinnen teil und stellte dort als Vorsitzende der paritätischen Arbeits- gruppe den Entwurf für einen Aktionsplan zur Beseitigung des gegenwärtigen Ungleichgewichts bei der Beteiligung von Frauen und Männern in der Politik vor. Diese Gruppe wurde im April 1993 gegründet und setzt sich aus je sechs männlichen und weiblichen Mitgliedern zusammen, d. h. je einer Frau und einem Mann aus den sechs innerhalb der IPU bestehenden regionalen Gruppen.
Josi Meier nahm an allen Sitzungen des Menschenrechtsaus- schusses teil, dem sie seit Anfang 1994 vorsteht.
Verdankungen: Die Delegation dankt den Schweizer Bot- schaften in Neu-Delhi, Budapest, Canberra und Ottawa für ihre effiziente Unterstützung.
Rhinow René (R, BL) présente au nom de la Délégation auprès de l'Union interparlementaire (UIP) le rapport écrit suivant:
Aperçu général
L'Union interparlementaire (UIP) a organisé quatre conféren- ces au cours de l'année 1993. La 89e conférence s'est réunie à New Delhi (Inde) du 12 au 17 avril 1993, le symposium inter- parlementaire sur «Le Parlement: Gardien des droits de l'homme» a eu lieu à Budapest du 19 au 22 mai, la 90e confé- rence s'est tenue à Canberra (Australie) du 13 au 18 septem- bre 1993 et la conférence sur le thème: «Un dialogue Nord- Sud pour un monde prospère» à Ottawa (Canada) du 18 au 22 octobre 1993.
Les huits membres de la délégation ont pris part aux deux conférences. A Budapest, les représentants suisses étaient MM. Rhinow, Keller Anton et Mme Meier Josi. M. Borel François s'est rendu à la conférence d'Ottawa.
Les principaux thèmes abordés furent les suivants: New Delhi
(Orateurs: MM. Aguet et Stucky)
Mise en oeuvre de politiques d'éducation et de la culture fa- vorisant un plus grand respect des valeurs démocratiques. (Orateurs: Mme Simmen et M. A. Keller)
Débat général sur la situation politique économique et so- ciale dans le monde.
(Orateur: M. Kündig)
Canberra
(Orateurs: MM. Rhinow et M. Reimann)
(Orateurs: Mme Simmen et M. Aguet)
(Orateur: M. A. Keller)
Personnes déplacées du territoire du fait du conflit en Bos- nie-Herzégovine et d'autres guerres et guerres civiles.
Appui au processus de paix au Moyen-Orient.
Aux cours des diverses conférences, la délégation suisse a été très active. Elle a déposé un mémoire et un projet de résolution sur le thème du registre des transferts d'armes de la confé- rence à New Delhi. MM. Keller Anton et Reimann Maximilian ont participé aux séances sur le point supplémentaire.
Lors de la Conférence à Canberra M. Borel François a présidé le comité de rédaction de la résolution sur le droit humanitaire que la délégation avait déposée, accompagnée d'un mémoire.
A Canberra, la délégation s'est entretenue avec le sénateur Evans, ministre des affaires étrangères.
Les délégués ont participé aux séances du groupe occidental des «Douze Plus», aux travaux des commissions et aux réu- nions des partis politiques.
Mme Simmen a participé aux réunions des femmes parlemen- taires. En tant que présidente du Groupe de travail paritaire, elle a présenté le projet d'un Plan d'action pour remédier aux déséquilibres actuels dans la participation des hommes et des femmes à la vie politique. Ce groupe a été créé en avril 1993 et est composé de six hommes et six femmes représentants les six grandes régions géopolitiques du monde.
Mme Meier Josi a participé à toutes les réunions du Comité des droits de l'homme. Elle a été appelée à sa présidence début 1994.
Remerciements: la délégation tient à exprimer sa gratitude aux ambassades de Suisse à New Delhi, Budapest, Canberra et Ottawa pour leur appui efficace.
Antrag der Kommission Kenntnisnahme vom Bericht Proposition de la commission Prendre acte du rapport
Angenommen - Adopté
An den Nationalrat - Au Conseil national
94.066
AIPLF. Bericht der Delegation AIPLF. Rapport de la délégation
Comby Bernard (R, VS), Nationalrat, Präsident, und Delalay Edouard (C, VS), Ständerat, Vizepräsident, unterbreiten im Na- men der Delegation bei der Internationalen Versammlung der Parlamentarier und Parlamentarierinnen französischer Spra- che (AIPLF) den folgenden schriftlichen Bericht:
Die Delegation setzt sich zurzeit aus folgenden Mitgliedern zu- sammen: Nationalrat Bernard Comby, Präsident für 1993 und 1994; Ständerat Edouard Delalay, Vizepräsident; den Natio- nalräten Michel Béguelin (anstelle von Pierre Aguet), Roland Ostermann (anstelle von Irène Gardiol, die auf Laurent Re- beaud nachgefolgt war), André Perey und den Ständeräten Hubert Reymond, Jean-François Roth (Präsident 1991 und 1992). Stellvertreter sind die Nationalräte Dominique Ducret und Walter Schmied sowie Ständerat Thierry Béguin.
1992 hielt die Versammlung keine Session ab, sondern tagte lediglich in Ausschüssen, um die 19. Session in Libreville vor- zubereiten.
Der Ausschuss für Zusammenarbeit und Entwicklung tagte am 23. und 24. Januar 1992 in Bern, um einen Entwurf zu einer «Charta über nachhaltige Entwicklung» auszuarbeiten, an dem sich Laurent Rebeaud massgeblich beteiligt hatte. Irène Gardiol vertrat die AIPLF zusammen mit fünf Parlamentsmit- gliedern anderer Länder am Erdgipfel in Rio.
Die schweizerische Gruppe der AIPLF nahm mit Jean-François Roth und Bernard Comby an der Zweihundertjahr-Feier der parlamentarischen Institutionen von Quebec teil; ausserdem waren dort die Büros der beiden Räte durch Paul Schmidhalter, Vizepräsident, und Thierry Béguin, Stimmenzähler, vertreten. 19. ordentliche Session der AIPLF in Libreville vom 28. Juni bis 2. Juli 1993
Die Session wurde unter der Leitung von Marcel-Eloi Cham- brier, dem Präsidenten der Nationalversammlung von Gabun, im internationalen Konferenzzentrum der «Cité de la démocra- tie» abgehalten.
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Delegation bei der Interparlamentarischen Union. Bericht Délégation auprès de l'Union interparlementaire. Rapport
In
Dans
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Jahr
1994
Année
Anno
Band
III
Volume
Volume
Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Ständerat
Conseil
Conseil des Etats
Consiglio
Consiglio degli Stati
Sitzung
06
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 94.034
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 27.09.1994 - 08:00
Date
Data
Seite
921-922
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Pagina
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