N
7 octobre 1994
1934
Interpellation Scherrer Werner
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bischof, Borradori, Keller Rudolf, Maspoli, Steffen (5)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 19. September 1994 Rapport écrit du Conseil fédéral du 19 septembre 1994
Für Lohnbeiträge kennt das AHV-Gesetz das Quellenprinzip. Der Arbeitgeber nimmt hinsichtlich Bezug, Ablieferung und Abrechnung der paritätischen Sozialversicherungsbeiträge die Stellung eines gesetzlichen Vollzugsorgans ein. Unselb- ständigerwerbende gehören der Ausgleichskasse nur mittel- bar an; diese verkehrt ausschliesslich mit dem Arbeitgeber. In bezug auf Unselbständigerwerbende verfügen die Aus- gleichskassen mithin systembedingt bloss über die ihnen von den Arbeitgebern zu liefernden Abrechnungsangaben. Nach der gesetzlichen Ordnung ist jedes einzelne Erwerbsverhält- nis für sich zu betrachten, was zu einer Vielzahl von Kassenzu- gehörigkeiten ein und derselben Person führen kann. Einfach lässt sich die Abgrenzung gemäss Artikel 28bis Absatz 1 AHWV nur für Unselbständigerwerbende bewerkstelligen, für die im Kalenderjahr mindestens 5050 Franken an Beiträgen bezahlt wurden, beträgt doch der Jahresbeitragsplafond AHV/IV/EO 10 100 Franken (= 8400 Franken AHV-Beitrag, Art. 28 Abs. 1 AHVV; 1200 Franken IV-Beitrag, Art. 1bis IW; 500 Franken EO-Zuschlag, Art. 27 Abs. 2 EOG). Nachdem Versicherte als nichterwerbstätig gelten können, die zwar dau- ernd, aber nicht voll oder zwar voll, aber nicht dauernd er- werbstätig sind, müsste die zuständige Ausgleichskasse von allen anderen Unselbständigerwerbenden mindestens über die aktuellen Steuerdaten und/oder die diesbezüglichen Infor- mationen verfügen. Diese Angaben kann sie nicht systemkon- form beim bzw. bei den verschiedenen Arbeitgebern des Un- selbständigerwerbenden einholen.
Mit Artikel 28bis Absatz 1 AHW soll verhindert werden, dass die Beitragspflicht als Nichterwerbstätiger offensichtlich um- gangen wird. Dabei wird in erster Linie an Verwaltungsräte ge- dacht, die ihre Tätigkeit nur gelegentlich ausüben, und an vor- zeitig Pensionierte, die noch eine beschränkte Erwerbstätig- keit ausüben. Der Bundesrat hat keine Anhaltspunkte dafür, dass Artikel 28bis AHW uneinheitlich angewendet wird.
Allfällige Probleme mit der korrekten Durchführung des Ver- gleichs gemäss Artikel 28bis Absatz 1 AHW liegen haupt- sächlich im Beitragsbezugssystem begründet und könnten wohl nur dann ganz vermieden werden, wenn die Arbeitneh- mer wie die Selbständigerwerbenden und Nichterwerbstäti- gen den Ausgleichskassen unmittelbar angeschlossen wä- ren. Jedenfalls kann nach Auffassung des Bundesrats dem Personal der Gemeindezweigstellen der kantonalen Aus- gleichskassen keineswegs mangelnde Professionalität vorge- worfen werden.
In der für die Durchführungsstellen verbindlichen Wegleitung über die Beiträge der Selbständigerwerbenden und Nichter- werbstätigen (WSN) in der AHV/IV/EO (EDMZ 318.102.03) hat das Bundesamt für Sozialversicherung in den Randziffern 2001ff. den zuständigen Ausgleichskassen im Interesse der gleichmässigen Gesetzesanwendung bereits genaue Wei- sungen betreffend die fragliche Abgrenzung erteilt.
Erklärung des Interpellanten: befriedigt Déclaration de l'interpellateur: satisfait
94.3306
Interpellation Scherrer Werner Volksabstimmung vom 12. Juni 1994. Grundsatzfragen
Votation populaire du 12 juin 1994. Questions de principe
Wortlaut der Interpellation vom 17. Juni 1994 Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:
Teilt der Bundesrat nicht auch die Meinung, dass zu dieser wichtigen Lagebeurteilung nicht nur die vier mit der sogenann- ten Zauberformel verbundenen Parteien, sondern alle Par- teien, welche die Politik unseres Landes mitbestimmen, einge- laden werden sollten?
Wäre der Bundesrat bereit, neben den Bundesratsparteien auch je einen Vertreter aller im Parlament vertretenen Parteien einzuladen, welche fast ein Drittel der Wähler repräsentieren und denen das Wohl unseres Landes ebenfalls am Herzen liegt und die für einen Konsens bestmöglicher Lösungen für die Zukunft ebenfalls nötig sein werden?
Texte de l'interpellation du 17 juin 1994
Dans le contexte des résultats du scrutin du 12 juin 1994, le Conseil fédéral est prié de répondre aux questions suivantes: 1. Ne pense-t-il pas lui aussi que pour examiner une situation aussi délicate, il ne convient pas d'inviter seulement les quatre partis qui constituent ce que l'on nomme la formule magique, mais qu'il faudrait associer à cette réflexion tous les partis qui ont leur mot à dire dans la politique dans notre pays?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bischof, Sieber, Steffen (3)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Bundesrat liess durch die Bundeskanzlei am Tage nach der Abstimmung eine Erklärung verbreiten, in welcher er eine Sondersitzung des Bundesrates noch vor den Sommerferien ankündigte, «um den Gründen für den Graben zwischen unse- rem Volk und den politischen Behörden nachzugehen und nach Mitteln zur Verbesserung der Situation zu suchen». An- schliessend möchte er die Lage mit den Regierungsparteien erörtern. Er sei überzeugt, dass sich unser Land den zukünfti- gen Herausforderungen nur stellen könne, wenn er dabei die Unterstützung aller finden wird, denen das Wohl unseres Lan- des am Herzen liege.
Seit Beginn dieser Legislatur sitzen von 246 Vertretern von Volk und Ständen deren 55, welche nicht einer sogenannten Regierungspartei angehören, im Parlament. Diese vertreten dabei einen respektablen Wähleranteil von 30,6 Prozent.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 7. September 1994 Rapport écrit du Conseil fédéral
du 7 septembre 1994
Wie die Beziehungen zwischen dem Bundesrat und den politi- schen Parteien, insbesondere den Regierungsparteien, zu ge- stalten sind, wird gesetzlich nirgends festgelegt. Einzige Aus- nahme ist die Verpflichtung des Bundesrates, Entwürfe zu Er- lassen, die er in die Vernehmlassung schicken will, neben den Kantonen und betroffenen Organisationen auch den politi- schen Parteien zu unterbreiten.
Dieses Verfahren erlaubt es allen im Parlament vertretenen Parteien, jeweils ihre Meinung zu den wichtigsten Fragen dar-
Interpellation Ziegler Jean
1935
zulegen, bevor die Regierung darüber entscheidet. Diese Par- teien haben zudem die Möglichkeit, ihren Standpunkt in den parlamentarischen Kommissionen und während den Ver- handlungen im Plenum zu verteidigen. Das Instrument der parlamentarischen Vorstösse garantiert schliesslich den Dia- log zwischen allen Ratsmitgliedern und dem Bundesrat.
Es ist nur selbstverständlich, dass die Mitglieder des Bundes- rates ein engeres Verhältnis zur politischen Bewegung pfle- gen, aus der sie hervorgegangen sind, indem sie insbeson- dere an den Sitzungen der höheren Gremien ihrer Partei teil- nehmen und den Standpunkt des Bundesrates zu den jeweili- gen Themen sowohl vor ihrer Fraktion in den Räten als auch in den Delegiertenversammlungen, Kongressen und anderen Versammlungen ihrer Partei vertreten.
Erst Anfang 1970 ergriff der Bundesrat, nach dem sehr knap- pen Abstimmungsergebnis bei der Schwarzenbach-Initiative und angesichts der Notwendigkeit, einen minimalen Konsens bei der Bekämpfung der konjunkturellen Überhitzung zu fin- den, die Initiative und lud die Präsidenten der in der Regierung vertretenen Parteien und Fraktionen zu einem Treffen im Bun- deshaus ein. Die sachbezogene Diskussion, die bei dieser Ge- legenheit geführt wurde, war offensichtlich von grossem Nut- zen; im Verlauf des zweiten Semesters desselben Jahres fan- den nämlich noch sechs solche Treffen im Von-Wattenwyl- Haus statt. Der Beginn der Begegnungen im Von-Wattenwyl- Haus als Gesprächsforum für den Bundesrat und die vier Re- gierungsparteien fällt somit ins Jahr 1970. Diese Gespräche finden nun viermal im Jahr statt, in der Regel zwei Wochen vor den Sessionen des Parlamentes oder dann bei Bedarf. Der Hauptzweck dieser Gespräche liegt für den Bundesrat darin, die politischen Parteien über seine Absichten zu unterrichten, die Probleme, die ihn beschäftigen, und seine Zukunftspläne darzulegen und die Meinung der Parteien dazu einzuholen. Der Bundesrat ist der Ansicht, dass diese Gespräche nützlich sind und dass sie fortzuführen sind, wobei er dafür noch wir- kungsvollere Formen suchen will. Mit den anderen politischen Kräften, die in den Räten vertreten sind, will der Bundesrat ebenfalls Kontakte pflegen, wenn er dies zur Lösung der Pro- bleme unseres Landes als notwendig erachtet.
Im Sinne dieser Ausführungen gibt der Bundesrat auf die zwei gestellten Fragen folgende Antworten:
Nachdem der Bundesrat am 29. Juni mit den Regierungs- parteien über die Konsequenzen gesprochen hat, die aus dem dreifachen Nein des 12. Juni zu ziehen sind, hat sich am 5. September 1994 eine Delegation des Bundesrates mit den Verantwortlichen der übrigen in den Räten vertretenen Par- teien getroffen. Es ging dabei insbesondere um einen Gedan- kenaustausch über die Schwerpunkte, die für die zu Ende ge- hende Legislaturperiode festzulegen sind.
Der Bundesrat ist bereit, im Bedarfsfall auch in Zukunft sol- che Treffen vorzusehen. Er ist jedoch der Ansicht, dass der Einbezug der Vertreter weiterer Parteien in die Von-Watten- wyl-Gespräche diese teilweise um ihre Wirkung bringen und deren Bedeutung verändern würde.
Erklärung des Interpellanten: befriedigt Déclaration de l'interpellateur: satisfait
93.3557
Interpellation Ziegler Jean Machenschaften der angolanischen Unita in der Schweiz Agissements de l'Unita angolaise en Suisse
Wortlaut der Interpellation vom 1. Dezember 1993 Ist der Bundesrat nicht auch der Meinung,
dass der Vertreter der angolanischen Unita in Genf, Joao Va- hekeni, aus der Schweiz ausgewiesen werden sollte, und zwar ohne Verzug?
dass sich die Schweiz den 1992 von der Uno beschlossenen Blockademassnahmen gegen die Unita anschliessen sollte?
Texte de l'interpellation du 1er décembre 1993 Le Conseil fédéral ne pense-t-il pas qu'il convient:
d'expulser de notre territoire - et ceci sans délai - le repré- sentant de l'Unita angolaise à Genève, M. Joao Vahekeni?
de se joindre aux mesures de blocus contre l'Unita, déci- dées en 1992 par les Nations Unies?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bundi, Eggenberger, von Felten, Gross Andreas, Jöri, Ledergerber, Leemann, Meyer Theo, Steiger Hans, Strahm Rudolf, Zbinden (11)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Après avoir perdu en 1992 l'élection présidentielle, tenue sous contrôle international, M. Jonas Savimbi, chef de l'Unita, a or- donné la reprise de la guerre civile. Selon les chiffres du CICR, plus de 15 000 personnes - surtout des femmes et des en- fants - ont été tuées à Huambo en octobre 1993. D'autres di- zaines de milliers meurent sur les plateaux, en pays Kim- bundu, en pays Bakongo, etc.
L'Unita, soutenue par l'extrême-droite et des secteurs des ser- vices secrets de l'Afrique du Sud blanche, est une organisa- tion terroriste.
Or, l'Unita dispose, notamment à Lausanne, où Savimbi a fait ses études, et à Genève, où résident ses financiers, d'une or- ganisation de soutien logistique efficace et puissante.
La Suisse ne doit pas se faire le complice des massacreurs du peuple angolais. Elle doit aider au démantèlement de l'organi- sation de Savimbi sur son territoire et se joindre aux efforts internationaux afin de mettre fin aux horreurs de la guerre en Angola.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 11. Mai 1994 Rapport écrit du Conseil fédéral du 11 mai 1994
Jusqu'à présent, les tentatives d'engager un nouveau proces- sus de paix en Angola, notamment par l'ONU et les Etats ga- rants de l'Accord de Bicesse (Etats-Unis, Russie, Portugal) ainsi que par l'OUA n'ont pas eu de succès. Le 15 septembre 1993, le Conseil de sécurité de l'ONU a introduit par la résolution 864 (1993) un embargo envers l'Unita (Union natio- nale pour l'indépendance totale de l'Angola) sur les arme- ments, le pétrole et les produits pétroliers, mis en vigueur le 26 septembre 1993. Par cette même résolution, le Conseil de sécurité se déclarait prêt à envisager des mesures supplé- mentaires comme des mesures commerciales contre l'Unita et de restriction sur les déplacements du personnel de l'Unita. Entre temps et compte tenu des négociations directes en cours entre les parties angolaises, le Conseil de sécurité a dé- cidé par la résolution 890 (1993) du 15 décembre dernier de ne pas adopter pour le moment les mesures supplémentaires mentionnées à l'encontre de l'Unita. Par contre, il est prêt à en- visager à tout moment de prendre de nouvelles dispositions,
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Interpellation Scherrer Werner Volksabstimmung vom 12. Juni 1994. Grundsatzfragen Interpellation Scherrer Werner Votation populaire du 12 juin 1994. Questions de principe
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III
Volume
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Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
17
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 94.3306
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
07.10.1994 - 08:00
Date
Data
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1934-1935
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