Postulat Raggenbass
1903
volumens. Die Ergebnisse der Sake geben auch Auskunft über die Anzahl Stunden, um welche die vollzeit- und teilzeit- beschäftigten Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen ihre Ar- beitszeit reduzieren bzw. erhöhen möchten, und über die Gründe, die zu einer Teilzeitanstellung führen.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen, so- weit es nicht bereits erfüllt ist.
Präsidentin: Der Vorstoss wird von den Herren Allenspach und Leuba bekämpft. Die Diskussion wird verschoben.
Verschoben - Renvoyé
94.3183
Postulat Vollmer AHV-Beiträge bei Versicherungsleistungen nach UVG Cotisations AVS et prestations d'assurance selon la LAA
Wortlaut des Postulates vom 31. Mai 1994
Texte du postulat du 31 mai 1994 1. La loi fédérale du 20 mars 1981 sur l'assurance-accidents (LAA) doit être modifiée de manière que les indemnités journa- lières de l'assurance-accidents obligatoire soient explicite- ment assimilées au salaire déterminant tel que défini dans la LAVS.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Bäumlin, Béguelin, Bodenmann, Borel François, Carobbio, Danuser, Duvoisin, Eggenberger, Fankhauser, von Felten, Goll, Gross Andreas, Herczog, Hubacher, Jeanprêtre, Ledergerber, Leemann, Meyer Theo, Steiger Hans, Strahm Rudolf, Tschäppät Alexan- der, Züger (23)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Nach den geltenden gesetzlichen Bestimmungen gehören die Taggelder nach UVG nicht zum massgebenden Lohn im Sinne des AHVG. Das hat unter anderem zu Folge, dass wäh- rend Perioden, in denen der Arbeitnehmer infolge Unfalls auf- grund arbeitsrechtlicher Vorschriften zwar weiterhin seinen Lohn bezieht, für ihn jedoch keine AHV-Beiträge mehr entrich- tet werden. Bis zum 1. Januar 1994 war dies ebenfalls für die der Militärversicherung unterstehenden Bundesbediensteten im Krankheitsurlaub der Fall. Bei unteren und mittleren Ein- kommensbezügern führt dieser Tatbestand (für die Betroffe-
nen auf Bundesebene übrigens ein nicht wahrnehmbarer Tat- bestand, da ihre AHV-Beiträge aufgrund beamtenrechtlicher Bestimmungen zwar weiterhin vom Lohn abgezogen werden, jedoch vom Arbeitgeber nicht der Ausgleichskasse weiterge- leitet werden) zu einer (teilweise massiven) Schmälerung des individuellen AHV-Beitragskontos und damit zu späteren, le- benslänglichen kleineren Renten.
Diese sozialpolitisch unhaltbaren und für die Betroffenen im Entstehungszeitpunkt nicht bekannten Folgen bedürfen einer dringenden Korrektur. Um so mehr, als die daraus resultieren- den Rentenschmälerungen nur die unteren und mittleren Ein- kommensbezüger treffen.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 7. September 1994 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 7 septembre 1994 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Überwiesen - Transmis
94.3205
Postulat Raggenbass Finanzierung der sozialen Sicherheit Sécurité sociale. Financement
Wortlaut des Postulates vom 8. Juni 1994 Der Bundesrat wird ersucht, die soziale Sicherheit in ihrer Ge- samtheit (AHV, IV, EL, EO, FL, KL, Fürsorge ALV, BVG, Stipen- dien, MV, UV, KV, Mutterschaftsversicherung) zu analysieren, ein kohärentes, aufeinander abgestimmtes und ganzheitli- ches, auf die Zukunft ausgerichtetes Finanzierungskonzept zu erarbeiten und dem Parlament Bericht zu erstatten.
Texte du postulat du 8 juin 1994
Le Conseil fédéral est chargé de procéder à une analyse géné- rale de la sécurité sociale (AVS, Al, prestations complémentai- res, APG, allocations familiales, allocations pour enfants, as- sistance sociale, assurance chômage, LPP, bourses d'études, assurance militaire, assurance-accidents, assurance-mala- die, assurance maternité) et d'élaborer un projet global de fi- nancement, qui soit cohérent, qui harmonise tous les élé- ments du système et qui soit axé sur l'avenir. Le Conseil fédé- ral présentera à cet égard un rapport au Parlement.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Allenspach, Baumberger, Bircher Peter, Bühler Simeon, Bürgi, Columberg, Daepp, Da- nuser, David, Engler, Fehr, Fischer-Hägglingen, Frey Walter, Früh, Gross Andreas, Hämmerle, Hari, Hess Otto, Iten Joseph, Jäggi Paul, Keller Anton, Kühne, Leu Josef, Marti Werner, Mül- ler, Oehler, Ruckstuhl, Rutishauser, Rychen, Schmidhalter, Schnider, Segmüller, Seiler Hanspeter, Stamm Judith, Weder Hansjürg, Weyeneth, Wick, Wyss Paul, Wyss William, Zbinden, Züger (41)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
1994 dürften die Sozialausgaben inklusive Fürsorge über 30 Prozent des BIP ausmachen. Die Tendenz ist weiterhin stei- gend. Eine Trendwende ist nach Wechsler/Savioz - «Wandel der Lebensformen und soziale Sicherheit» - erst im Jah- re 2032 absehbar. Ursachen dieser Entwicklung sind die Ver- änderung demographischer und wirtschaftlicher Faktoren, aber auch die institutionelle Ausgestaltung des Sozialversi- cherungssystems. Grosse Ausgabensteigerungen stehen noch an, vor allem verursacht durch die zunehmende Überal- terung der Bevölkerung. Die im Verhältnis zur massgeblichen und aussagekräftigen Vergleichsgrösse BIP relevante Verän-
Postulat Steinemann
1904
N
7 octobre 1994
derung der Sozialausgaben wird wesentlich durch das Wirt- schaftswachstum geprägt, womit auch schon der gefährliche Kreislauf aufgezeigt ist. Hohe Sozialausgaben beeinträchti- gen das Wirtschaftswachstum. Geringes Wirtschaftswachs- tum führt zu im Verhältnis zum BIP hohen Sozialausgaben. Dieser Kreislauf zeigt auch auf, dass die Sozialausgaben nicht bis ins unendliche wachsen dürfen, ansonst der Sozialstaat als solcher gefährdet ist. Die Entwicklungen in Schweden und den Niederlanden sprechen eine deutliche Sprache. Bezüg- lich der Höhe der Sozialausgaben wäre die Schweiz unter den EU-Staaten bereits unter den ersten vier zu finden. Schweden als mögliches neues EU-Land ist nach wie vor führend. Nicht ohne Grund hat die OECD dem schwedischen Versorgungs- staat Ineffizienz vorgeworfen und einen Systemwechsel zum Residualansatz empfohlen.
Das Postulat soll die Beantwortung folgender Fragen bewir- ken:
Wie soll die Finanzierung des «Sozialstaats» Schweiz der Zu- kunft aussehen? Unsere Sozialausgaben werden heute - ge- schichtlich gewachsen - über die klassischen Finanzquellen finanziert: Lohnprozente, direkte und indirekte Steuern (allge- meine Bundes-, Kantons- oder Gemeindemittel), Kopfprä- mien, Direktzahlungen. Mit welchen Finanzierungsquellen und in welchem Verhältnis zueinander sind in Zukunft die So- zialausgaben zu finanzieren? Wie stark kann der Produktions- faktor Arbeit belastet werden, ohne dass die negativen Auswir- kungen auf Beschäftigung und Wettbewerbslage überwie- gen? Welche Auswirkungen zeitigt der stärkere Einbezug von Konsum, Energie, Emissionen usw. zur Finanzierung der So- zialausgaben? Wo und wie kann die soziale Sicherung kosten- günstiger und effizienter gestaltet werden?
Die Fragestellung ist nicht abschliessend. Sie ist vielmehr sy- stematisch aufzuarbeiten und im Rahmen eines kohärenten, aufeinander abgestimmten und ganzheitlichen Finanzie- rungskonzeptes, welches die gesamten Sozialausgaben um- fasst, zu beantworten.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 7. September 1994 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 7 septembre 1994 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Überwiesen - Transmis
94.3277
Postulat Steinemann Drogenpolitik. Jährlicher Bericht Politique en matière de drogue. Rapport annuel
Wortlaut des Postulates vom 17. Juni 1994
Der Bundesrat wird gebeten, zuhanden des Parlamentes ei- nen jährlichen Bericht über die Drogenpolitik in Europa zu er- stellen, der die Grundsätze und Praxis der Mitgliedländer der Europäischen Union und deren allfällige Neuorientierung, Ex- perimente oder Weiterentwicklung des Rechts und seiner An- wendung in übersichtlicher und auch zur Information weiterer Kreise geeigneter Form festhält. Das Dokument soll so konzi- piert sein, dass es als integraler Bestandteil der bundesrätli- chen Botschaften zu den anstehenden Volksinitiativen, zum Beitritt zu Uno-Konventionen bzw. zu deren Kündigung, zur allfälligen Revision des Betäubungsmittelgesetzes und zur eventuellen Ausweitung der kontrollierten Heroinabgabe die- nen kann.
Texte du postulat du 17 juin 1994
Le Conseil fédéral est prié de soumettre au Parlement un rap- port annuel sur la politique en matière de stupéfiants en Eu- rope. Ce rapport devra exposer, de manière synthétique, les principes appliqués par les Etats membres de l'UE, leur prati- que, leurs éventuels changements de cap, leurs essais, l'évo- lution de leur droit et l'application de celui-ci. Il sera conçu de manière à pouvoir être utilisé pour l'information en dehors du Parlement. Il devra pouvoir être intégré aux messages du Conseil fédéral sur les initiatives populaires pendantes, sur l'adhésion à des conventions de l'ONU ou sur leur dénoncia- tion, sur une éventuelle révision de la loi sur les stupéfiants ou sur une éventuelle extension de la distribution contrôlée d'hé- roïne.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aregger, Aubry, Berger, Bi- schof, Borradori, Bortoluzzi, Chevallaz, Comby, Daepp, Dre- her, Fehr, Frey Walter, Friderici Charles, Giezendanner, Gros Jean-Michel, Jenni Peter, Keller Rudolf, Kern, Leuba, Loeb François, Mamie, Maurer, Moser, Narbel, Philipona, Pini, Rohrbasser, Ruf, Sandoz, Savary, Scheurer Rémy, Schwein- gruber, Stalder, Steffen, Vetterli (35)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Grundlage für eine Reihe von drogenpolitischen Entscheiden, die in den nächsten Jahren für Bundesrat und Parlament an- stehen, muss eine systematische Information über das Umfeld sein, in dem die Schweiz ihre Drogenpolitik positioniert.
Die gegenseitige Abstimmung der nationalen Drogenpolitiken in Europa ist - unabhängig vom Stand der europäischen inte- gration - angesichts der grenzüberschreitenden Ursachen und Wirkungen unerlässlich. Dies gilt insbesondere für die Strategien gegen den Drogenhandel und dessen kriminelle Sekundärfolgen, hat aber angesichts der Mobilität der Bevöl- kerung auch eine wichtige Funktion für einen wirksamen Voll- zug des Betäubungsmittelgesetzes und der damit verbunde- nen drogen- und gesundheitspolitischen Massnahmen. Diese Angleichung ist ein lange währender Prozess, weil es keine drogenpolitischen Ideallösungen gibt und die Verantwortli- chen in den einzelnen Ländern die Möglichkeit haben müs- sen, den nationalen Gegebenheiten angepasste Konzepte zu entwickeln. Dafür ist, um unerwünschte Nebeneffekte zu ver- hüten, die Transparenz des drogenpolitischen Status quo in Europa zwingend.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 14. September 1994 Rapport écrit du Conseil fédéral du 14 septembre 1994
Der Bundesrat geht mit dem Postulanten einig, dass es bei an- stehenden drogenpolitischen Entscheidungen wichtig ist, das aussenpolitische Umfeld mit einzubeziehen. Zu diesem Zweck werden beim Bundesamt für Gesundheitswesen seit 1989 die drogenpolitischen Informationen aus unseren wich- tigsten Nachbarländern systematisch gesammelt und ausge- wertet. Ferner wurde 1993 eine Stelle geschaffen mit der Auf- gabe, die Arbeiten der internationalen Organisationen (wie z. B. die «Groupe Pompidou» des Europarates und die Betäu- bungsmittelkommission der Vereinten Nationen) zu verfolgen und auszuwerten.
Zuhanden der Öffentlichkeit publizierte das Bundesamt für Gesundheitswesen erstmals im Dezember 1990 eine systema- tische Übersicht über die Drogensituation und -politik in den umliegenden Ländern von Europa («Drogen in Europa - Eine Übersicht»). Diese Übersicht soll in regelmässigen Abständen aktualisiert und publiziert werden. Die nächste aktualisierte Übersicht wird das Bundesamt für Gesundheitswesen im Rah- men eines umfassenden Berichtes über die drogenpolitische Situation in den Kantonen und auf nationaler Ebene («Illegale Drogen in der Schweiz») voraussichtlich im Herbst 1994 veröf- fentlichen. Die ausländischen Erfahrungen in der Drogenpoli- tik werden auch in den anstehenden Botschaften des Bundes- rates zuhanden des Parlamentes dargestellt und ausgewertet. Angesichts dieser vorliegenden und beabsichtigten Arbeiten erachtet der Bundesrat die Anliegen des Postulates als erfüllt.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat Raggenbass Finanzierung der sozialen Sicherheit Postulat Raggenbass Sécurité sociale. Financement
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In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1994
Année
Anno
Band
III
Volume
Volume
Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
17
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 94.3205
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 07.10.1994 - 08:00
Date
Data
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1903-1904
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20 024 570
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