Motion SGK-NR (93.424)
1891
Artikel 3 Absatz 2: Als unlauter gilt insbesondere diskriminie- rende Werbung. Die Werbung soll sich jeder Diskriminierung aus Gründen des Geschlechts, der Rasse oder der Religion enthalten.
Texte de la motion du 17 juin 1994
La Chambre de commerce internationale de Paris a édicté des directives régissant la pratique publicitaire, dans lesquelles elle déclare déloyale toute publicité discriminatoire. Le Conseil fédéral est chargé de compléter comme suit la loi contre la concurrence déloyale:
Article 3 alinéa 2: Est notamment réputée déloyale toute publi- cité discriminatoire. La publicité ne doit contenir aucune discri- mination fondée sur le sexe, la race ou la religion.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bodenmann, Caspar-Hut- ter, Danuser, Eggenberger, Fankhauser, Goll, Gross Andreas, Haering Binder, Hafner Ursula, Jori, Leemann, Leuenberger Moritz, Rechsteiner, Steiger Hans, Zbinden (15)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Urheberin verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 31. August 1994 Rapport écrit du Conseil fédéral du 31 août 1994
Die von der Motionärin erwähnte Bestimmung der Internatio- nalen Handelskammer über diskriminierende Werbung ist in der Schweiz von der Kommission für die Lauterkeit in der Wer- bung konkretisiert und als Grundsatz aufgenommen worden. Dieser erklärt Werbung, die ein Geschlecht diskriminiert, in- dem sie die Würde von Frau oder Mann herabsetzt, als unlau- ter. Die Schweizerische Kommission für die Lauterkeit in der Werbung ist eine von der Werbebranche getragene Stiftung, die sich die Selbstkontrolle der Werbung zum Ziel gesetzt hat. Mitglieder der Kommission sind Vertreterinnen und Vertreter der Werbung, der Konsumentenorganisationen sowie soge- nannte Neutrale (Presse, Lehrer, Pfarrer, Anwälte usw.). Grundlage für die Tätigkeit der Kommission bilden die Interna- tionalen Richtlinien für die Werbepraxis sowie Grundsätze, welche die Kommission erlässt. Bis heute hat die Kommission rund 40 solcher Grundsätze erlassen. Der erwähnte Grund- satz über diskriminierende Werbung ist bis anhin der letzte und datiert vom vergangenen Herbst.
Mit diesem Grundsatz der privaten Kommission liegt in der Schweiz erstmals ein Versuch vor, diskriminierende Werbung normativ zu erfassen. Der Bundesrat erachtet es als opportun, die Schweizerische Kommission für die Lauterkeit in der Wer- bung zuerst Erfahrungen mit ihrem neuen Grundsatz sam- meln zu lassen, bevor er selbst gesetzgeberisch tätig wird. Es entspricht dem Subsidiaritätsprinzip zu versuchen, die Lö- sung vorerst mit dem Mittel der Selbstkontrolle zu erreichen. Im übrigen ist für Betroffene die Hemmschwelle, an die Kom- mission zu gelangen, geringer als der Gang zum Richter. Das Verfahren vor der Kommission ist form- und kostenlos, und die Kommission kann über die Stiftung direkt auf die Werbeträger Einfluss nehmen.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln.
Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
94.3312
Motion SGK-NR (93.424) Sicherheit am Arbeitsplatz Motion CSSS-CN (93.424) Sécurité sur le lieu de travail
Wortlaut der Motion vom 19. Mai 1994
Der Bundesrat wird aufgefordert, die Bestimmungen über die Gesundheitsförderung, den Gesundheitsschutz und die Si- cherheit am Arbeitsplatz zu koordinieren und zusammenzu- fassen. Zudem sind bestehende Lücken zu schliessen.
Texte de la motion du 19 mai 1994
Le Conseil fédéral est prié de coordonner et de regrouper les dispositions concernant la prévention et la protection dans le domaine de la santé ainsi que la sécurité sur le lieu de travail. Il convient en outre de combler les lacunes existantes en la matière.
Schriftliche Begründung
Die Bestimmungen zum Gesundheitsschutz und zur Sicher- heit am Arbeitsplatz sind heute in zwei verschiedenen Geset- zen geregelt. Bestimmungen betreffend die Verhütung von Berufsunfällen und Berufskrankheiten finden sich im Unfall- versicherungsgesetz (UVG), die allgemeine Gesundheitsvor- sorge hingegen im Arbeitsgesetz (ArG). Vor allem bei der all- gemeinen Gesundheitsvorsorge bestehen zudem noch zahl- reiche Lücken. Diese Situation ist unbefriedigend. Die Ab- grenzung dieser Bereiche ist unklar und verhindert eine ganzheitliche Sicht der Problematik. Überdies ergeben sich unnötige Komplikationen in der Durchführung, da die Zustän- digkeit auf verschiedene Organe verteilt ist. Vertreter der be- troffenen Verwaltungsabteilungen sowie externe Experten der Suva, des Konkordats der Krankenkassen und der Stif- tung für Gesundheitsförderung - welche die Kommission für ihre Beratungen beigezogen hatte - bestätigen diese nega- tive Beurteilung.
Nationalrat Werner Carobbio fordert in einer parlamentari- schen Initiative eine Neuordnung aller diesbezüglichen Be- stimmungen in einem neuen Bundesgesetz. Die Kommission ist jedoch der Ansicht, dass nicht notwendigerweise ein neues Bundesgesetz die beste Lösung ist. Es muss ebenso geprüft werden, ob nicht eine Koordinierung oder eine Zusammenfas- sung aller relevanten Bestimmungen im einen oder anderen der beiden Gesetze zu einer befriedigenden Lösung führt - mit wesentlich geringerem Aufwand.
Das Problem muss angegangen werden. Die Kommission will dem Bundesrat dabei aber freie Hand lassen, ob er dies durch die Schaffung eines neuen Gesetzes oder durch Koordinie- rung oder Zusammenfassung im Rahmen der bestehenden Gesetze lösen will. Zugleich sollen bei dieser Gelegenheit be- stehende Lücken im Bereich Gesundheitsförderung sowie Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz geschlos- sen werden.
Développement par écrit
La protection de la santé des travailleurs et la sécurité sur le lieu de travail sont actuellement régies par deux lois distinctes, à savoir, d'une part, la loi fédérale sur l'assurance-accidents (LAA), qui règle la prévention des maladies d'origine profes- sionnelle et des accidents du travail, et d'autre part, la loi sur le travail (LTr), qui règle les mesures d'hygiène en général et où il subsiste de nombreuses lacunes. Or, cette répartition n'est pas satisfaisante, pour deux raisons: d'abord, la frontière entre l'un et l'autre de ces deux domaines est imprécise, d'où une vue d'ensemble difficile, ensuite, elle complique l'exécution par l'éclatement des compétences qu'elle entraîne. Cette im- pression défavorable de la commission est d'ailleurs partagée par les spécialistes qu'elle a consultés, qu'il s'agisse de fonc- tionnaires des services concernés ou d'experts de la CNA, du
Motion Fischer-Seengen
1892
N
7 octobre 1994
Concordat des caisses-maladie ou de la Fondation suisse pour la promotion de la santé.
M. Carobbio, conseiller national, a déposé une initiative parle- mentaire par laquelle il propose de refondre l'ensemble des dispositions pertinentes afin de les regrouper dans une loi fé- dérale unique. La commission n'est pas certaine qu'une nou- velle loi fédérale constitue nécessairement la meilleure des so- lutions, et elle se demande s'il ne vaudrait pas mieux lui préfé- rer une harmonisation des différentes dispositions et compé- tences concernées, voire une réorganisation des deux textes visant à en redistribuer rationnellement les dispositions perti- nentes.
Il y a là un problème qu'il s'agit de résoudre. La commission souhaite toutefois laisser au Conseil fédéral toute latitude pour décider de la réponse qu'il jugera la plus appropriée: nouvelle loi, harmonisation des dispositions pertinentes ou réorganisa- tion des deux lois concernées. Par ailleurs, on profitera de l'oc- casion pour compléter les législations sur la protection de la santé des travailleurs et sur la sécurité sur le lieu de travail de façon à en gommer les insuffisances actuelles.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 31. August 1994 Der Bundesrat ist bereit, die Motion entgegenzunehmen.
Déclaration écrite du Conseil fédéral du 31 août 1994 Le Conseil fédéral est prêt à accepter la motion.
Überwiesen - Transmis
94.3241
Motion Fischer-Seengen Exportrisikogarantie. Anpassung Garantie contre les risques à l'exportation. Adaptation
Wortlaut der Motion vom 13. Juni 1994
Der Bundesrat wird eingeladen, zur Förderung des Aussen- handels und damit zur Erhaltung von Arbeitsplätzen die Expor- trisikogarantie (ERG) wie folgt an die veränderten Verhältnisse auf den Exportmärkten anzupassen:
Die Garantie sei auf die Deckung von Verlusten auszuwei- ten, die durch die Zahlungsunfähigkeit ausgewählter privater Banken entstehen, welche für ein Exportgeschäft ein unwider- rufliches Akkreditiv eröffnet oder eine Kreditgarantie gewährt haben.
Bei Bargeschäften seien die Gebühren so festzulegen, dass sie dem jeweils tatsächlich bestehenden Risikobetrag ent- sprechen.
Deckungszusagen aufgrund von grundsätzlichen Anfragen seien gegen Bezahlung einer Bereitstellungskommission in jedem Fall verbindlich auszustellen, insbesondere auch hin- sichtlich der Gebühren.
Die schweizerische ERG und ihre Leistungen seien nach In- krafttreten der neuen EU-Vorschriften zur Harmonisierung der Exportkreditversicherung so rasch wie möglich an diese anzu- passen, insbesondere hinsichtlich der Deckungssätze und der Absicherung von Krediten in Fremdwährung.
Erhöhte Risiken, die der ERG durch die Übertragung beson- derer Aufgaben mit wirtschaftlicher, konjunktureller, wirt- schaftspolitischer oder entwicklungspolitischer Zielsetzung entstehen, seien durch die Gewährung von Ausfallgarantien des Bundes abzugelten und gesondert abzurechnen.
Texte de la motion du 13 juin 1994
Afin de promouvoir le commerce extérieur et de sauvegarder nos emplois, le Conseil fédéral est invité à adapter comme il suit la garantie contre les risques à l'exportation aux nouvelles conditions des marchés:
La garantie s'étendra aussi à la couverture des pertes qui découlent de l'insolvabilité de certaines banques privées ayant ouvert un accréditif irrévocable ou octroyé une garantie de crédit pour un contrat d'exportation.
Lors de transactions réalisées au comptant, les émolu- ments seront fixés de manière à ce qu'ils correspondent au montant du risque.
Lorsqu'un exportateur demandera un accord de principe pour une transaction éventuelle, les promesses de garantie seront contraignantes - notamment en ce qui concerne les conditions financières - et elles seront accordées contre paie- ment d'un émolument.
Après l'entrée en vigueur de la nouvelle réglementation eu- ropéenne concernant la garantie contre les risques à l'exporta- tion, la GRE suisse sera harmonisée dans les plus brefs délais, notamment en ce qui concerne le taux de couverture et la ga- rantie des crédits libellés en devises étrangères.
Les risques plus élevés encourus par la GRE, en raison de certaines tâches de caractère économique, conjoncturel ou d'aide au développement qu'elle devra accomplir, seront cou- verts par une garantie de crédit de la Confédération et calculés séparément.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aregger, Aubry, Baumber- ger, Berger, Bezzola, Bircher Peter, Bonny, Bührer Gerold, Caccia, Cavadini Adriano, Chevallaz, Comby, Couchepin, Da- vid, Dettling, Eggly, Engler, Eymann Christoph, Fischer-Hägg- lingen, Fischer-Sursee, Frey Claude, Friderici Charles, Fritschi Oscar, Früh, Giger, Graber, Gros Jean-Michel, Grossenba- cher, Gysin, Heberlein, Hegetschweiler, Hess Otto, Keller An- ton, Leuba, Loeb François, Mamie, Müller, Narbel, Oehler, Pe- rey, Philipona, Pini, Poncet, Raggenbass, Reimann Maximi- lian, Rohrbasser, Sandoz, Savary, Scheurer Rémy, Schmid- halter, Schmied Walter, Segmüller, Spoerry, Stamm Luzi, Steinegger, Steiner Rudolf, Stucky, Vetterli, Wanner, Wittenwi- ler, Wyss Paul (61)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Die ERG ist das wichtigste direkte Exportförderungsinstru- ment des Bundes. Sie deckt gewisse Risiken des Exporteurs ab, welche auf dem privaten Versicherungsmarkt nicht ge- deckt werden können. Dazu gehört namentlich das politische Risiko, also das Risiko der Zahlungsunfähigkeit von Schuld- nern zufolge staatlicher Massnahmen (wie z. B. Devisenre- striktionen, Moratorien usw.).
Verglichen mit den analogen Einrichtungen im Ausland büsst die schweizerische ERG laufend an Konkurrenzfähigkeit ein: Sie weist eine Reihe von Schwachstellen auf, die schweizeri- sche Exportfirmen gegenüber ihren ausländischen Konkur- renten deutlich benachteiligen. Das Verhältnis von Kosten und Nutzen ist ungünstig, und als Folge davon ist das Garantievo- lumen samt Prämieneinnahmen seit Jahren rückläufig. Die Ursachen dieser Situation sind vielfältig:
Das Leistungsangebot der ERG vermag den gewandelten Anforderungen der Exportmärkte nicht zu genügen. Die be- stehende Gebührenordnung fördert die negative Risikoselek- tion. Die ERG-Kommission verfolgt eine äusserst restriktive Praxis.
Die schweizerische ERG ist stark defizitär. Die Folgen der in- ternationalen Schuldenkrise, die bei uns über die ERG abge- wickelt werden, haben die ERG hart getroffen und die in frühe- ren Jahren gebildeten Reserven aufgezehrt. Es ist klar, dass die Exporteure mit ihren Prämien diese hohen Verluste nicht zu decken vermögen.
Die schweizerische ERG ist von Gesetzes wegen der Eigen- wirtschaftlichkeit verpflichtet; Unterdeckungen werden durch Bundesvorschüsse ausgeglichen, die von der ERG zu verzin- sen sind (im Jahre 1992 betrugen die Zinskosten 96 Millionen Franken). Es ist kein anderes ERG-System bekannt, das die Auflage der Eigenwirtschaftlichkeit zu erfüllen hat; in allen an-
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion SGK-NR (93.424) Sicherheit am Arbeitsplatz Motion CSSS-CN (93.424) Sécurité sur le lieu de travail
In
Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1994
Année
Anno
Band
III
Volume
Volume
Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
17
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 94.3312
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 07.10.1994 - 08:00
Date
Data
Seite
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Pagina
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