E 14 juin 1994
658
CFF. Gestion et comptes 1993
Netzmonopol nicht zu beseitigen. Die Räte werden zu ent- scheiden haben. Im übrigen möchte ich Sie bitten, das Mono- pol für die Sprachdienste und das Netzmonopol nicht zu ver- wechseln.
Zum Schluss möchte ich noch festhalten, dass ich nicht ge- sagt habe: «Die EU schreibt uns vor.>> Ich habe nur gesagt, was die EU macht. Ich glaube, gerade Sie müssten wissen, in wel- che Richtung die Entwicklung bei der EU geht. Es ist notwen- dig, eine richtige, eine seriöse Lagebeurteilung vorzunehmen.
Eintreten ist obligatorisch L'entrée en matière est acquise de plein droit
A. Bundesbeschluss über die Geschäftsführung des Bun- desrates im Bereich der PTT-Betriebe im Jahre 1993 A. Arrêté fédéral approuvant la gestion du Conseil fédéral dans le domaine des PTT pour l'année 1993
Gesamtberatung - Traitement global
Titel und Ingress, Art. 1, 2 Titre et préambule, art. 1, 2
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Entwurfes 31 Stimmen (Einstimmigkeit)
B. Bundesbeschluss über die Finanzrechnung der PTT- Betriebe für das Jahr 1993
B. Arrêté fédéral concernant le compte financier de l'Entreprise des PTT pour l'année 1993
Gesamtberatung - Traitement global
Titel und Ingress, Art. 1-4 Titre et préambule, art. 1-4
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Entwurfes
32 Stimmen (Einstimmigkeit)
An den Bundesrat - Au Conseil fédéral
94.022
SBB. Geschäftsbericht und Rechnungen 1993 CFF. Gestion et comptes 1993
Bezug bei der Generaldirektion SBB, Hochschulstrasse 6, 3030 Bern S'obtiennent auprès de la Direction générale des CFF, Hochschulstrasse 6, 3030 Berne
Botschaft und Beschlussentwürfe vom 20. April 1994 (BBI II 1249) Message et projets d'arrêtés du 20 avril 1994 (FF II 1249) Beschluss des Nationalrates vom 13. Juni 1994 Décision du Conseil national du 13 juin 1994
Gadient Ulrich (V, GR) unterbreitet im Namen der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen (KVF) den folgenden schrift- lichen Bericht:
Die Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen befasste sich an ihrer Sitzung vom 5. Mai 1994 mit diesem Geschäft Bei der Überprüfung des derzeit geltenden Leistungsauftra- ges 1987 stellte sich heraus, dass er den vorgesehenen verkehrspolitischen Rahmenbedingungen nicht genügend Rechnung getragen hat. Die SBB waren seit dem Rechnungs-
jahr 1992 nicht mehr in der Lage, den in diesem Leistungsauf- trag vorgesehenen Infrastrukturbeitrag zu erwirtschaften. Die zur Überprüfung der finanziellen Situation der SBB einge- setzte Expertengruppe (Groupe de réflexion) schlug letztes Jahr in ihrem Schlussbericht u. a. vor, im Verkehr marktwirt- schaftliche Bedingungen zu schaffen und die Aufgaben der SBB klar abzugrenzen. Der darauf vom Bundesrat ausgearbei- tete Entwurf zu einem politischen Leitbild für die SBB soll dem Parlament im kommenden Jahr vorgelegt werden.
Weil der geltende Leistungsauftrag Ende 1994 ausläuft und in Anbetracht der zeitlichen Unsicherheiten in der Nachfolgere- gelung des Leistungsauftrages, der in eine breitangelegte Ver- nehmlassung gegeben wird, beantragt der Bundesrat, die Laufzeit des derzeitigen Leistungsauftrages um maximal drei Jahre, d. h. bis Ende 1997, zu verlängern.
Gadient Ulrich (V, GR) présente au nom de la Commission des transports et des télécommunications (CTT) le rapport écrit suivant:
La Commission des transports et des télécommunications a traité cet objet lors de sa séance du 5 mai 1994.
Le mandat de prestations 1987, actuellement en vigueur, a fait l'objet d'une analyse qui est arrivée à la conclusion qu'il n'avait pas rempli toutes les conditions-cadres de la politique des transports prévues initialement. Ce mandat prévoit notam- ment que les CFF fournissent une contribution d'infrastruc- ture, ce qu'ils ne sont plus en mesure de faire depuis les comp- tes 1992. De plus, la situation financière des CFF a été exami- née par le groupe de réflexion dont les résultats ont été publiés l'an passé. Une des recommandations principales de ce groupe d'experts est l'instauration des conditions de l'écono- mie de marché dans le secteur des transports, ainsi qu'une délimitation claire des tâches des CFF. Un projet de concep- tion de politique directrice est en cours d'élaboration qui sera soumis au Parlement l'an prochain.
Comme la validité de l'actuel mandat de prestations expire à la fin de l'année 1994 et vu les incertitudes concernant le calen- drier qui règnent à propos de l'élaboration du nouveau man- dat de prestations qui sera soumis à une large consultation, le Conseil fédéral demande à ce que la validité du mandat de prestations en vigueur actuellement soit prorogée de trois ans au maximum, c'est-à-dire jusqu'à fin 1997.
Antrag der Kommission Die Kommission beantragt einstimmig, der Verlängerung des SBB-Leistungsauftrags 1987 um höchstens drei Jahre zuzu- stimmen.
Proposition de la commission A l'unanimité, la commission propose d'approuver la proroga- tion du mandat de prestations 1987 des CFF pour une durée maximale de trois ans.
Onken Thomas (S, TG), Berichterstatter: Wir haben mit Re- spekt anzuerkennen, dass die SBB-Direktion mit grosser Ziel- strebigkeit und hohem Engagement Anstrengungen unter- nimmt, um unsere Bahn wieder auf Zukunftskurs zu bringen, die Produktivität zu steigern und ein finanzierbares, möglichst flächendeckendes Angebot zu erhalten. Dieser Effort verdient Anerkennung, und Anerkennung verdient auch das gesamte Personal, das hier mitzieht, mitträgt und mitleistet.
Das Ergebnis 1993 präsentiert sich besser als im Vorjahr: «nur» 98 Millionen Franken Fehlbetrag gegenüber satten 136 Millionen Franken im Vorjahr. Ist das nun schon die Trend- wende, oder ist es erst eine Schwalbe, die noch keinen Som- mer macht und noch längst keinen wolkenfreien Himmel über dem gebeutelten öffentlichen Verkehr aufzieht? Die nahe Zu- kunft wird es weisen.
Das Resultat verdient sicher Applaus, aber die Opfer sind na- türlich auch gross, das darf man nicht übersehen: Kilometer- abbau auf dem weitverzweigten Netz, Dienstleistungsabbau für die Kundinnen und Kunden, Personalabbau in grossem Stil, unwiederbringlicher Verlust von Arbeitsplätzen in unseren öffentlichen Diensten. Es ist ein sehr schmerzlicher Prozess.
SBB. Geschäftsbericht und Rechnungen 1993
659
Fällt dieser Prozess auch auf die Sicherheit zurück?, so haben wir uns gefragt. Ist die Reihe von Unglücksfällen bei den SBB etwa gar keine schicksalhafte, unselige Verkettung, sondern die vorhersehbare, durchaus logische Konsequenz von Über- lastung, Stress und prekären Zuspitzungen beim Personal; also sozusagen provoziertes menschliches Versagen? Nein, ganz entschieden nein, lautete die Antwort der Generaldirek- tion. Jeder Fall ist untersucht, analysiert, ausgeleuchtet wor- den. Jeder präsentiert sich anders. Nirgends trägt die Perso- nalsituation Schuld an den Unglücken.
Wir haben dieses dezidierte Votum halbwegs beruhigt zur Kenntnis genommen, denn es verheisst Kontrolle, verheisst, dass die Sache im Griff ist, um hernach um so verdutzter zu vernehmen, dass doch bei einer ausländischen Firma für knapp 1 Million Franken eine Sicherheitsanalyse in Auftrag ge- geben worden ist. Warum nur? Weshalb diese teure Untersu- chung, wenn alles so klar ist und feststeht? Das nährt eigent- lich eher die Irritation, als dass es - zunächst jedenfalls - Si- cherheit schafft.
Ein anderes Thema, ein Dauerbrenner, sind die Rückschläge beim Güterverkehr, weitere herbe Verluste bei der transportier- ten Tonnage. Konjunkturelle Gründe werden namhaft ge- macht, die Rezession, die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die dämpfen, bremsen, durchschlagen. Auch strukturelle Pro- bleme werden genannt: die krebsende Bauwirtschaft, die kri- selnde Stahlindustrie. «Monteforno» allein bedeutet für die SBB einen ganz einschneidenden Rückschlag, den niemand ersetzt. Beim Strassentransport liegen die endgültigen Zahlen noch nicht vor. Auch der Strassentransport ist unter Druck, kein Zweifel; ein mörderischer Preiskampf tobt noch immer. Die Bahn wird laufend unterboten, mittel- und osteuropäische Transporteure treten als neue Mitbewerber auf, teilweise zu schier konkurrenzlosen Preisen; allerdings zu Preisen, die auch die wirkliche Kostenwahrheit - da können wir wieder an unsere Diskussion von zuvor anknüpfen - nicht spiegeln, we- der ökologisch noch gesundheitspolitisch, noch sicherheits- mässig. Solange die Spiesse nicht angeglichen werden, so- lange die «Chancengerechtigkeit» für die Bahn nicht entschie- den verbessert wird, wird alles beim alten bleiben, wird es auch bei diesem unseligen Trend bleiben und werden die Ver- luste nicht zu stoppen sein.
Wir haben jetzt eine Initiative angenommen, die den alpenque- renden Güterverkehr von Grenze zu Grenze, aber mittelbar auch im Inland auf die Schiene verlagern will. Noch ist es ein vergleichsweise geringer Teil des Gütertransports, der sich auf der Strasse abwickelt. Aber wenn das so weitergeht, wird es ein ständig wachsender, immer grösserer Teil sein. Je län- ger wir also zuwarten, desto schwieriger wird es werden, die- sem Anliegen tatsächlich zu entsprechen und die Rückverla- gerung von der Strasse auf die Schiene zu bewerkstelligen.
Wenn dann auch noch die tendenzielle Aufweichung der 40- Tonnen-Limite dazukommt, diese Basen, Verteilzentren, im Mittelland, im grenznahen Gebiet, dann wird nochmals Unsi- cherheit genährt - einzelne Unternehmen halten deshalb schon mit entsprechenden Investitionen zurück - und dann wird die Schiene abermals benachteiligt. Ich bitte Sie also, Herr Bundesrat, hier eine konsequente Haltung einzunehmen, die 28-Tonnen-Limite hartnäckig zu verteidigen und sich jeder Lockerung in diesem Bereich zu widersetzen.
Unsere Politik ist nicht - oder besser: noch nicht - wirklich ko- härent. Die «Renaissance der Bahn» - das klingt so schön, bleibt aber für viele nach wie vor nur ein Lippenbekenntnis, ein Versatzstück für 1 .- August-Reden. Es bleiben jedoch noch viele beschwerliche politische Taten und Umsetzungen zu lei- sten, bevor die Bahn wieder echte Marktchancen, echte Wett- bewerbchancen wahrnehmen kann. Es braucht dazu - um ein Wort von Bundesrat Ogi aufzunehmen - nicht nur Marathon- läufer, sondern Triathlonisten, sozusagen «Eisenmänner». Wir werden jedenfalls mitziehen, Herr Bundesrat, wenn Sie die entsprechenden Vorschläge unterbreiten.
Den Verantwortlichen der Generaldirektion jedoch und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der SBB wollen wir unseren Dank für das aussprechen, was sie unter den gegebenen, er- schwerten Bedingungen geleistet haben: Es ist beachtlich und verdient Anerkennung.
Schüle Kurt (R, SH), Berichterstatter: Die SBB waren 1993 mit einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld konfrontiert, mit ei- ner anhaltenden Rezession, die, Herr Onken hat es erwähnt, vor allem im Güterverkehr zu einem Preisdruck geführt hat. Trotzdem lässt sich das erreichte Resultat sehen: Das Defizit liegt bei 98 Millionen Franken - bei einem Gesamtaufwand der Bundesbahnen von 6,4 Milliarden Franken. Damit ist das Rechnungsergebnis besser oder zumindest weniger schlecht ausgefallen als im Vorjahr mit einem Defizit von 136 Millionen Franken, das damals jedoch durch ausserordentliche Erträge aus dem Verkauf des Kraftwerkes Amsteg aufpoliert wurde. Die Rechnung schloss auch besser ab als realistisch budge- tiert. Budgetiert wurden minus 234 Millionen Franken.
Im Personenverkehr wurde ein insgesamt erfreuliches Resul- tat erreicht, wenn man die ungünstigen wirtschaftlichen Prä- missen berücksichtigt. Die SBB erbrachten 0,4 Prozent weni- ger Zugskilometer als im Vorjahr und erreichten trotzdem 1,1 Prozent mehr Personenkilometer; dank den Tariferhöhun- gen stieg der Verkehrsertrag im Personenverkehr um 3 Pro- zent.
Der Güterverkehr spiegelt präzise die schlechte Wirtschafts- lage. Wir haben ein Mengenproblem, und zwar eines konjunk- tureller und eines struktureller Art. Wir haben, der Überkapazi- täten wegen, vor allem im Strassentransport ein Preisproblem, wo die Preise «im Keller» sind. Das Resultat: 4,6 Prozent weni- ger Zugskilometer, 7 Prozent weniger beförderte Tonnen und 9,8 Prozent weniger Verkehrsertrag. Gesamthaft blieb der Ver- kehrsertrag der SBB knapp 0,4 Prozent unter dem Vorjahres- ergebnis. Es brauchte ein sehr erfolgreiches Kostenmanage- ment, um dieses Rechnungsergebnis zu erreichen.
Der Personalaufwand, ein Hauptfaktor der Betriebsrechnung, wurde angepasst. Im Rahmen einer flexibilisierten Personal- politik wurde der Personalbestand um rund 1000 Stellen ver- mindert, nicht zuletzt durch die Möglichkeit vorzeitiger Rück- tritte und als Folge verschiedener Projekte zur Effizienzsteige- rung, aber auch als Folge des reduzierten Verkehrsvolumens im Güterbereich.
Im Finanzbereich wiederum hat die SBB von der günstigen Zinsentwicklung profitiert, aber auch von einem aktiven Cash- Management, von einer innovativen Finanzierung in der Be- schaffung; zum guten Ergebnis beigetragen hat auch eine zu- rückhaltende Investitionspolitik. Diese Investitionspolitik er- gab im vergangenen Jahr ein Volumen von 2,1 Milliarden Franken. Damit wurden 9 Prozent oder gut 200 Millionen Fran- ken weniger investiert als budgetiert. Verglichen mit dem Vor- jahr wurden aber immer noch 177 Millionen Franken oder auch 9 Prozent mehr investiert, also keine Stop-and-go-Politik der SBB. Erfreulich auch, dass wir im Beschaffungsbereich feststellen durften, dass jetzt, wo diese Ausschreibungen mehr und mehr international erfolgen, die schweizerische Waggonindustrie konkurrenzfähig ist.
In der Beteiligungspolitik haben sich Änderungen ergeben, die in Gremien der SBB noch intensiv diskutiert werden. Mit der Schaffung der Cargo Domizil AG wurden in der Partner- schaft neue Wege beschritten. Die Geschäftsprüfungskom- mission und die Finanzkommission werden nach der Geneh- migung durch den Verwaltungsrat zu dieser neuen Beteili- gungspolitik ein Grundlagenpapier erhalten und sich sicher damit auseinandersetzen.
Zur Gesamtbelastung der Bundeskasse: Unter allen Titeln sind das 2,121 Milliarden Franken, die die SBB vom Bund er- halten haben, damit 53 Millionen Franken weniger als budge- tiert, aber immer noch 148 Millionen Franken oder 6,6 Prozent mehr als 1992. Das ist der Preis der Rezession oder besser ge- sagt der Preis dafür, dass die Bahn ihr Angebot in dieser schwierigen Zeit weitgehend, zum Nutzen von uns allen, auf- rechterhalten hat.
Die Führung wie auch die ganze Belegschaft der SBB verdie- nen für diesen Jahresabschluss 1993 unsere Anerkennung. Es steckt eine grosse Leistung dahinter, sie verdienen Kredit und Vertrauen. Weil die Zahlen und die Unternehmenspolitik sehr eng zusammenhängen, darf auch ich für die Finanzkom- mission feststellen: Wir haben einen ausgezeichneten Ein- druck von der neuen SBB-Führung erhalten. Sie hat Perspekti- ven, Zukunftsmut, sie will die SBB unternehmerisch ausrich-
36-S
E 14 juin 1994
660
Initiative du canton de Genève
ten. Sie hat die Zeichen der Zeit erkannt, und die SBB sind als Unternehmen eindeutig flexibler geworden.
Zu guter Letzt: Die Generaldirektion ist gewillt, alles zu unter- nehmen, damit die Bundesbahnen auch finanzierbar bleiben, dass diesem Gesamtsystem Bahn Sorge getragen wird, dass die Leistungsfähigkeit und die Leistung erhalten bleiben. Un- sere Bundesbahnen sind mehr als eine Bahn, sie sind eine In- stitution auch des eidgenössischen Zusammenhaltes und des internationalen Verbundes.
Wir beantragen Ihnen, die Rechnungen 1993 der SBB zu ge- nehmigen.
Ogi Adolf, Bundesrat: Ich muss Ihnen gestehen: Ich habe in diesem Rat im Zusammenhang mit der Rechnung natürlich auch schon andere Worte gehört. Ich freue mich, dass es ge- lungen ist, ein gutes Geschäftsjahr 1993 und damit eine doch eher positive Rechnung 1993 zu präsentieren. Ich freue mich auch -Herr Schüle hat das zum Ausdruck gebracht -, dass die SBB Kredit und Vertrauen besitzen und dass sie die Zeichen der Zeit erkannt haben.
Das heisst noch nicht, dass die SBB 1993 Gewinn erwirtschaf- tet hätten. Die Rechnung weist nach wie vor einen Fehlbetrag von 98 Millionen Franken auf; das sind 136 Millionen Franken weniger als die budgetierten 234 Millionen. Das ist sicher er- freulich.
Auf der anderen Seite müssen wir auch zur Kenntnis nehmen, dass die SBB 1993 auch 2121 Millionen Franken gekostet ha- ben. Das ist bedingt durch die anhaltend negativen wirtschaft- lichen Rahmenbedingungen. In diesem Zusammenhang muss erwähnt werden, dass die SBB vom Auto abhängig sind: Absatzschwierigkeiten bei der Automobilindustrie, die Krise in der europäischen Stahlindustrie und ein ruinöser Preiskampf im Transportgewerbe - Herr Onken hat es gesagt - hinterlas- sen ihre Spuren.
Was sicher erfreulich ist: Das Aufwandwachstum konnte dank rigoroser Kostendisziplin auf 0,6 Prozent begrenzt werden. Dazu trug - dies als Ergänzung zu dem, was Herr Schüle ge- sagt hat - die entspannte Zinssituation bei. Hier konnten im Vergleich zu 1992 doch 35,5 Millionen Franken gespart wer- den. Auch ein stabiler Personalaufwand mit einer Zunahme von nur 0,1 Prozent im Vergleich zu 1992 hat dazu beigetra- gen. Gleichzeitig muss ich hier festhalten, dass die Finanzen der SBB ohne Stabilisierung der Personalkosten nicht in den Griff zu bekommen sind. Trotz dem erwähnten Personalabbau haben die Personalaufwendungen auch 1993 leicht zugenom- men, nicht zuletzt bedingt durch das grosse Gewicht der So- zialausgaben. Aber auch hier ist man neue Wege gegangen, auch hier darf darauf hingewiesen werden, dass ein Abbau im- mer sozialverträglich vorgenommen wurde und wird. Die SBB haben deshalb mit allen Personalverbänden einen Contrat so- cial abgeschlossen, welcher die Arbeitsplätze garantiert Die SBB haben aber auch - nachdem sie einige Stellen abgebaut haben - 600 Leute von aussen rekrutiert.
Nicht nur die Unternehmung, sondern auch die Infrastruktur- rechnung der SBB schloss 1993 besser ab als budgetiert. Die Bundesbelastung blieb mit 1297 Millionen Franken 53 Millio- nen Franken unter dem Budget
Diese erfreulichen Tendenzen dürfen nicht zur Euphorie verlei- ten. Der Bundesrat erwartet von der SBB-Generaldirektion die konsequente Weiterführung der eingeleiteten Massnahmen zur Effizienzsteigerung und deren zügige Realisierung. Neben den von den SBB vorgesehenen Optimierungen im Güterver- kehr muss auch anderweitig angesetzt werden, sei es z. B. bei der Überprüfung technischer Standards, sei es bei den organi- satorischen Massnahmen. Hier haben uns natürlich die Un- fälle der letzten Zeit Sorgen bereitet. Die Frage nach einem Zu- sammenhang zwischen Rationalisierung und Vorfällen kann zwar gestellt werden, tatsächlich kann aber keiner der bedau- ernswerten Unfälle darauf zurückgeführt werden. Ganz ein- deutig müssen aber Sicherheitsfragen mit allerhöchster Priori- tät behandelt werden, mit dem Ziel, immer wieder und rasch weitere Verbesserungen zu realisieren.
Eine grundsätzliche Verbesserung der finanziellen Lage be- darf indessen einer Änderung der verkehrspolitischen Rah- menbedingungen. Ich erwähne u. a. die Revision des Eisen-
bahngesetzes - das ist sehr, sehr wichtig - oder die leistungs- abhängige Schwerverkehrsabgabe. Ich möchte Herrn Onken danken, dass er bereit ist mitzuziehen, wenn die grossen Pro- jekte anstehen werden, die wir in diesem Rat auch noch be- handeln werden.
Ich bitte Sie, die entsprechenden Massnahmen und Lösungen im Interesse des öffentlichen Verkehrs zu unterstützen, und möchte Ihnen beantragen, Rechnungen und Geschäftsbe- richt der SBB - auch mit meinem Dank an das Personal - zu genehmigen.
Eintreten ist obligatorisch L'entrée en matière est acquise de plein droit
A. Bundesbeschluss über die Rechnungen und den Ge- schäftsbericht der Schweizerischen Bundesbahnen für das Jahr 1993
A. Arrêté fédéral sur les comptes et le rapport de gestion des Chemins de fer fédéraux pour 1993
Gesamtberatung - Traitement global
Titel und Ingress, Art. 1, 2 Titre et préambule, art. 1, 2
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Entwurfes 25 Stimmen (Einstimmigkeit)
B. Bundesbeschluss über den Leistungsauftrag 1987 an die Schweizerischen Bundesbahnen und über die Abgel- tung ihrer gemeinwirtschaftlichen Leistungen
B. Arrêté fédéral fixant les principes du mandat 1987 des Chemins de fer fédéraux et l'indemnisation de leurs pres- tations de service public
Gesamtberatung - Traitement global
Titel und Ingress, Ziff. I, II Titre et préambule, ch. I, II
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Entwurfes 26 Stimmen (Einstimmigkeit)
An den Bundesrat - Au Conseil fédéral
93.307
Standesinitiative Genf SBB-Linie St-Maurice-St-Gingolph Initiative du canton de Genève Ligne CFF Saint-Maurice-Saint-Gingolph
Beschluss des Nationalrates vom 18. März 1994 Décision du Conseil national du 18 mars 1994
Wortlaut der Initiative vom 17. Juni 1993 Der Genfer Grosse Rat verlangt von den Bundesbehörden - die Walliser Tonkin-Linie (St-Maurice-St-Gingolph) im Bahn- netz der SBB zu belassen;
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
SBB. Geschäftsbericht und Rechnungen 1993 CFF. Gestion et comptes 1993
In
Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1994
Année
Anno
Band
II
Volume
Volume
Session
Sommersession
Session
Session d'été
Sessione
Sessione estiva
Rat
Ständerat
Conseil
Conseil des Etats
Consiglio
Consiglio degli Stati
Sitzung
10
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 94.022
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 14.06.1994 - 08:00
Date
Data
Seite
658-660
Page
Pagina
Ref. No
20 024 341
Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.