N 17 juin 1994
1184
Motion Wanner
senbenützung. Sie ist aber auch ein Zeichen der tiefen Sorge, die weite Bevölkerungskreise durch den zunehmenden Schwerverkehr empfinden. Diese Sorgen der Bevölkerung sind ernst zu nehmen. Der eindeutige Wählerauftrag ist dem- nach unverzüglich zu erfüllen. Der angenommene Verfas- sungsartikel 36quater bildet die Grundlage für die Einführung einer leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe. Mit die- sem marktwirtschaftlichen Instrument kann der gesamte Gü- terverkehr erfasst und von der Strasse auf die Bahn verlagert werden. Diese Abgabe soll nicht nur die Kosten für die Stras- sen, sondern auch externe Kosten des Strassenverkehrs (z. B. für Schäden durch Lärm, Abgase und Unfälle) berücksichti- gen. Bei der Ausgestaltung dieser Abgabe muss auf die Aus- wirkungen auf Berg- und Randgebiete Rücksicht genommen werden, da in diesen Gebieten häufig nur der Strassentrans- port möglich ist. Wie der Bundesrat in den Erläuterungen zur Volksabstimmung vom 20. Februar 1994 ausgeführt hat, darf sich die künftige Schwerverkehrsabgabe nicht zum Nachteil dieser Regionen auswirken. Ferner ist sie auch mit der EU zu koordinieren.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 18. Mai 1994 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 18 mai 1994 Der Bundesrat ist bereit, die Motion entgegenzunehmen.
Präsidentin: Der Vorstoss wird von Herrn Leuba bekämpft. Die Diskussion wird verschoben.
Verschoben - Renvoyé
94.3070
Motion der grünen Fraktion Rasche Einführung der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe Motion du groupe écologiste Redevance sur le trafic des poids lourds liée aux prestations. Mise en oeuvre rapide
Wortlaut der Motion vom 2. März 1994 Der Bundesrat wird ersucht, die gesetzliche Grundlage für die Einführung einer leistungsabhängigen Schwerverkehrsab- gabe raschestmöglich dem Parlament vorzulegen.
Texte de la motion du 2 mars 1994 Le Conseil fédéral est chargé de présenter au Parlement sans délai la base légale qui permettra d'instaurer une redevance sur le trafic des poids lourds liée aux prestations.
Sprecherin - Porte-parole: Diener
Schriftliche Begründung Die Urheber verzichten auf eine Begründung und wünschen eine schriftliche Antwort.
Développement par écrit Les auteurs renoncent au développement et demandent une réponse écrite.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 18. Mai 1994 Der Bundesrat ist bereit, die Motion entgegenzunehmen.
Déclaration écrite du Conseil fédéral du 18 mai 1994 Le Conseil fédéral est disposé à accepter la motion.
Präsidentin: Der Vorstoss wird von den Herren Leuba und Giezendanner bekämpft. Die Diskussion wird verschoben.
Verschoben - Renvoyé
94.3133
Motion Wanner Ergänzung des nationalen Hauptstrassennetzes Réseau des routes nationales. Achèvement
Wortlaut der Motion vom 17. März 1994
Im Nachgang zur eidgenössischen Volksabstimmung vom 20. Februar 1994 (Vorlagen betreffend die Strassenverkehrs- abgaben mit der dort stipulierten Zweckbindung der Mittel für den Strassenbau) ersuchen wir den Bundesrat, ohne Verzug folgende kantonale, jedoch im Zusammenhang mit der natio- nalen Verkehrsplanung stehende Bauprojekte in Gang zu setzen:
a. Kanton Basel-Landschaft: Umfahrung von Sissach (Entla- stung von Sissach)
b. Kanton Zug: Umfahrung der Städte Zug und Baar (Entla- stung von Wohngebieten in Zug und Baar)
c. Kanton Solothurn: Entlastung West (Entlastung der Kan- tonshauptstadt vom Transitverkehr)
d. Kanton Freiburg: Entlastung der Altstadt von Freiburg (Poyabrücke als zentrales Element)
e. Kanton Tessin: Nordumfahrung von Lugano (Entlastung der Stadt Lugano).
Es sind sämtliche von Bundesseite erforderlichen Massnah- men zu ergreifen, die zur raschestmöglich Auslösung des Baus dieser Strassenstücke führen. Dazu gehören insbeson- dere die Aufklassierung der entsprechenden Teilstücke ins schweizerische Hauptstrassennetz sowie die umgehende ver- bindliche Zusprechung der Bundesbeiträge.
Texte de la motion du 17 mars 1994
Après le scrutin fédéral du 20 février 1994 (objets concernant les redevances pour l'utilisation des routes, liant l'affectation des recettes à la construction des routes), nous demandons au Conseil fédéral de mettre en oeuvre sans tarder les projets cantonaux suivants qui sont en relation avec la planification nationale du trafic:
a. canton de Bâle-Campagne: contournement de Sissach (dé- lestage de Sissach)
b. canton de Zoug: contournement des villes de Zoug et Baar (délestage de quartiers d'habitation à Zoug et à Baar)
c. canton de Soleure: délestage ouest (délester la capitale du canton du trafic de transit)
d. canton de Fribourg: délestage de la vieille ville de Fribourg (le pont de la Poya, élément central)
e. canton du Tessin: contournement nord de Lugano (déles- tage de la ville de Lugano).
La Confédération prendra toutes les mesures nécessaires afin que les travaux de construction de ces tronçons routiers puis- sent commencer le plus tôt possible. A cet effet, il conviendra notamment de classer ces tronçons dans le réseau des routes principales suisses et de garantir l'octroi immédiat et contrai- gnant des subventions fédérales nécessaires.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bezzola, Bonny, Bührer Ge- rold, Bürgi, Cavadini Adriano, Cincera, Comby, Dettling, Ey- mann Christoph, Fischer-Seengen, Fritschi Oscar, Früh, Graber, Grossenbacher, Gysin, Heberlein, Hegetschweiler, Jäggi Paul, Leu Josef, Loeb François, Miesch, Philipona, Pini, Rohrbasser, Ruckstuhl, Schmidhalter, Stamm Luzi, Steiner Rudolf, Stucky, Tschuppert Karl, Wittenwiler, Wyss Paul (32)
Motion Nabholz
1185
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 18. Mai 1994 Rapport écrit du Conseil fédéral du 18 mai 1994
Der Bundesrat hatte schon mehrmals Gelegenheit, sich zur Er- weiterung des schweizerischen Hauptstrassennetzes zu äus- sern, so u. a. bei der Beantwortung der folgenden parlamenta- rischen Vorstosse: Interpellation Salvioni (90.477) vom 22. März 1990, Bauprogramm der Kantonsstrassen; Interpel- lation Aregger (90.814) vom 4. Oktober 1990, Hauptstrassen- netz, Erweiterung und Finanzierung; Motion (Hänggi-)Nuss- baumer (90.905) vom 29. November 1990, Klassierung der Passwangstrasse; Postulat Lauber (90.929) vom 10. Dezem- ber 1990, Erweiterung des Hauptstrassennetzes; Motion Schmidhalter (90.955) vom 13. Dezember 1990: Klassierung der Zufahrtsstrassen nach den grössten Kurorten im Oberwal- lis und der Nufenenstrasse als schweizerische Hauptstrassen; Einfache Anfrage Scheidegger (90.1095) vom 20. Juni 1990, Westumfahrung Solothurn ins Hauptstrassennetz des Bun- des, und Interpellation Bloetzer (93.3401) vom 21. September 1993, Erweiterung des schweizerischen Hauptstrassen- netzes.
Die vielfältigen Anliegen sind dem Bundesrat also bekannt, und er ist sich auch der Bedeutung sicherer Verkehrsverbin- dungen und umweltfreundlicher Umfahrungen von Städten und Dörfern bewusst. Der Entscheid über eine allfällige Erwei- terung des Hauptstrassennetzes steht jedoch im Spannungs- feld zwischen der gegenwärtigen prekären Finanzlage des Bundes, die die Festsetzung von klaren Prioritäten unerläss- lich macht, und den hohen Erwartungen der Kantone, die kaum erfüllbar sind. Die Volksabstimmungen vom 7. März 1993 betreffend Erhöhung des Treibstoffgrundzolls und vom 20. Februar 1994 betreffend Strassenverkehrsabgaben haben in grundsätzlicher Hinsicht an dieser Ausgangslage nichts ge- ändert. Es ist deshalb verfrüht, genauere Angaben über die ins Netz aufzunehmenden Strassen zu machen. Der Bundesrat wird angesichts der umfangreichen kantonalen Begehren eine strenge Prioritätenordnung aufstellen müssen, welche die Finanzlage des Bundes, die nationalen Verkehrsinteres- sen und die Bedürfnisse der Kantone und Regionen berück- sichtigt; dabei werden auch die in diesem Vorstoss aufgeführ- ten Strassenstücke in die Überprüfung einbezogen werden. Nach Artikel 12 des Treibstoffzollgesetzes bezeichnet aber der Bundesrat das Hauptstrassennetz. Die Motion greift mithin in den Bereich der dem Bundesrat übertragenen Regelungszu- ständigkeit hinein, was der Bundesrat seit jeher als rechtlich unzulässig erachtet. Aus diesem Grunde kann der Vorstoss nicht als Motion entgegengenommen werden.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwan- deln.
Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
94.3091
Motion Nabholz Ausdruck der Abstimmungsergebnisse Résultats des votes. Publication
Wortlaut der Motion vom 9. März 1994
Nachdem im Nationalrat die elektronische Abstimmung einge- führt worden ist, wird das Büro beauftragt, Artikel 81a des Ratsreglementes wie folgt zu ändern:
Grundsätzlich sind alle Abstimmungsergebnisse zu veröffent- lichen.
Texte de la motion du 9 mars 1994
Dès lors que le vote électronique a été introduit au Conseil na- tional, le Bureau est chargé de modifier comme il suit l'article 81a du règlement dudit Conseil: Tous les résultats des votes sont publiés.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bezzola, Bonny, Bührer Ge- rold, Cavadini Adriano, Comby, Dettling, Fritschi Oscar, He- berlein, Hegetschweiler, Philipona, Pini, Schweingruber, Spoerry, Steinegger, Steiner Rudolf, Suter, Tschopp, Wanner (18)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Die Einführung der elektronischen Abstimmung erlaubt eine rasche Feststellung des Abstimmungsergebnisses. Zur Her- stellung völliger Transparenz ist es richtig, wenn die Abstim- mungslisten nicht nur selektiv aufgrund des Verlangens von 30 Ratsmitgliedern erstellt werden, sondern grundsätzlich das Ergebnis jeder Abstimmung ausgedruckt wird.
Schriftliche Stellungnahme des Büros vom 1. Juni 1994 Rapport écrit du Bureau
du 1er juin 1994
Die Veröffentlichung aller Abstimmungsergebnisse wurde bei der Einführung des elektronischen Abstimmungsverfahrens wiederholt mit Anträgen zur Diskussion gestellt. Der National- rat hat sich auf eine Lösung geeinigt, nach der das Abstim- mungsergebnis «bei Gesamtabstimmungen, Schlussabstim- mungen und Abstimmungen über die Dringlichkeit oder wenn wenigstens 30 Ratsmitglieder dies schriftlich verlangen in Form einer gedruckten Namensliste» veröffentlicht wird (Art. 84a Abs. 2 GRN).
Von der Möglichkeit des Namensaufrufes ist seit der Einfüh- rung der elektronischen Anlage in der vergangenen Frühjahrs- session wesentlich häufiger Gebrauch gemacht worden als früher. In 67 Fällen wurden Namenslisten ausgedruckt, wovon 23 auf Verlangen von wenigstens 30 Ratsmitgliedern. In den Jahren 1992/93 gab es durchschnittlich 10, in den Jahren 1987 bis 1991 lediglich 4 Namensabstimmungen pro Session.
Die Reglementsbestimmungen über das Abstimmungsverfah- ren wurden mit der Einführung der elektronischen Abstim- mungsanlage geändert und vorläufig für ein Jahr in Kraft ge- setzt. Während dieser Zeit sollen die nötigen Erfahrungen mit dem neuen System gesammelt werden. Eine definitive Inkraft- setzung erfolgt nach einer Überprüfung dieser Bestimmun- gen. In diese Prüfung kann auch das Anliegen der Motionärin mit einbezogen werden.
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Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion Wanner Ergänzung des nationalen Hauptstrassennetzes Motion Wanner Réseau des routes nationales. Achèvement
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Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1994
Année
Anno
Band
II
Volume
Volume
Session
Sommersession
Session
Session d'été
Sessione
Sessione estiva
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 94.3133
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 17.06.1994 - 08:00
Date
Data
Seite
1184-1185
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Pagina
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20 024 175
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