Fragestunde
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Sechste Sitzung - Sixième séance
Montag, 6. Juni 1994, Nachmittag Lundi 6 juin 1994, après-midi
14.30 h
Vorsitz - Présidence: Haller Gret (S, BE)/Frey Claude (R, NE)
Fragestunde - Heure des questions
gegenwärtigen Zeitpunkt in der Sache selber noch nicht ab- schliessend Stellung nehmen will. Er lehnt indessen entschie- den jegliche Vorverurteilung von Polizeibeamten ab, zumal die Vorwürfe von Amnesty International zum Teil offensichtlich auf mangelhaften Recherchen beruhen.
Reimann Maximilian (V, AG): Herr Bundesrat, nachdem Sie ja die Kantone aufgefordert haben, zu diesen Vorwürfen Stellung zu nehmen, bitte ich Sie, die Öffentlichkeit und damit auch un- ser Parlament zu informieren, sobald Sie im Besitz dieser Ant- worten sind.
Koller Arnold, Bundesrat: Herr Reimann, ich kann Ihnen versi- chern, dass wir das tun werden. Hingegen möchten wir aus verständlichen Gründen jetzt nicht die gleichen Fehler ma- chen.
94.5086
Frage Reimann Maximilian Vorwürfe von Amnesty International gegen Schweizer Polizeibeamte Question Reimann Maximilian Amnesty International. Reproches adressés à des fonctionnaires suisses de police
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
Kürzlich hat Amnesty International (Al) heftige Vorwürfe gegen die schweizerische Polizei erhoben. Insbesondere sollen dun- kelhäutige Menschen in der Schweiz häufig von Polizeibeam- ten aus rassistischen Motiven misshandelt werden. Der Ver- band Schweizerischer Polizeibeamter weist die Vorwürfe als «völlig absurd, unhaltbar und tendenziös» zurück.
Ist der Bundesrat bereit, vor dem Parlament ein klärendes Wort zu dieser Kontroverse abzugeben?
Sind ihm konkrete Vorfälle bekannt, wo die schwere Kritik von Al angebracht ist?
Texte de la question du 6 juin 1994
Récemment, Amnesty International a vivement critiqué la po- lice suisse. En particulier, elle accuse les policiers de maltraiter fréquemment les personnes à la peau sombre pour des rai- sons racistes. La Fédération suisse des fonctionnaires de po- lice s'élève contre ces critiques qu'elle juge absurdes, indéfen- dables et tendancieuses.
Le Conseil fédéral pourrait-il donner au Parlement quelques éclaircissements sur cette controverse?
A-t-il eu connaissance de cas justifiant les sévères critiques d'Amnesty International?
Koller Arnold, Bundesrat: Strafverfolgung und Strafvollzug sind Sache der Kantone. Der Bund hat jedoch mit dem Beitritt zu den Konventionen von Uno und Europarat zur Verhütung der Folter und grausamer, unmenschlicher und erniedrigen- der Behandlung die Verpflichtung übernommen, dafür zu sor- gen, dass es nirgends in unserem Land zu derartigen verpön- ten Praktiken kommt.
Die Anschuldigungen von Amnesty International sind im Vor- feld der Anhörung der Schweiz vom 20. April 1994 vor dem Ausschuss gegen die Folter erfolgt. Anlässlich dieser Anhö- rung durch die Uno hat die Schweizer Delegation in Aussicht gestellt, dass der Bund den Vorwürfen nachgehen und dem Ausschuss nachher Bericht erstatten werde. In der Folge sind die Kantone, welche von den Vorwürfen betroffen sind, von meinem Departement ersucht worden, sich zu diesen zu äus- sern. Die Kantone haben erst zu einem Teil und zumeist noch nicht abschliessend geantwortet, weshalb der Bundesrat im
94.5089
Frage Sandoz Geschäftsbericht des Bundesgerichtes und Gewaltentrennung Question Sandoz Gestion du Tribunal fédéral et séparation des pouvoirs
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
Der Geschäftsbericht 1993 des Bundesgerichtes und des Eid- genössischen Versicherungsgerichtes enthält folgende Aus- sage: «Die Aufgabe des Bundesgerichtes besteht nicht nur in der Erledigung von Einzelfällen; es hat von Verfassung wegen die einheitliche Rechtsanwendung zu gewährleisten und das Recht fortzubilden. » (S. 3f. Ziff. III)
Die Verfassung beauftragt tatsächlich unser höchstes Gericht, die einheitliche Rechtsanwendung zu gewährleisten und für die Fortbildung dieser Rechtsanwendung zu sorgen; mit der Fortbildung des Rechts selbst wird es jedoch nicht betraut, denn dies steht aufgrund der Gewaltentrennung dem Parla- ment zu.
Kann der Bundesrat bestätigen, dass der Geschäftsbericht des Bundesgerichtes und des Eidgenössischen Versiche- rungsgerichtes in Wirklichkeit nur von der «Fortbildung der einheitlichen Rechtsanwendung» und nicht von der «Fortbil- dung des Rechts selbst» spricht?
Texte de la question du 6 juin 1994
Le rapport du Tribunal fédéral et du Tribunal fédéral des assu- rances sur leur gestion 1993 contient le passage suivant: «Le Tribunal fédéral n'a pas seulement pour devoir de liquider des cas d'espèce; il lui incombe, de par la constitution, de garantir une application uniforme du droit et de veiller à son dévelop- pement. » (p. 4 ch. III)
La constitution charge en effet notre Haute Cour de veiller à l'application uniforme du droit et au développement de cette application, mais non pas de développer le droit lui-même, car cette mission appartient au Parlement, vu la séparation des pouvoirs.
Le Conseil fédéral peut-il confirmer que le rapport du Tribunal fédéral et du Tribunal fédéral des assurances ne parle bien que du «développement de l'application uniforme du droit» et non pas du développement du droit lui-même?
Koller Arnold, Bundesrat: Die Aufgabe der obersten Gerichte beschränkt sich nicht darauf, den Bürgern Rechtsschutz zu gewähren. Neben dieser Funktion haben die höchsten Ge- richte die Aufgabe, für eine einheitliche Rechtsanwendung zu sorgen und, soweit notwendig, zur Weiterentwicklung der Rechtsordnung beizutragen. Berühmt ist in diesem Zusam- menhang Artikel 1 ZGB, der ausdrücklich festhält, dass der
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Heure des questions
Richter, wenn er dem Gesetz keine Vorschrift entnehmen kann, nach der Regel entscheiden soll, die er als Gesetzgeber aufstellen würde. Das Bundesgericht hat auch bei der Aner- kennung ungeschriebener Grundrechte und bei der Konkreti- sierung des Grundsatzes der Rechtsgleichheit wiederholt eine eigentliche Rechtsfortbildung betrieben. Der Bundesrat ist je- doch nicht der Auffassung, dass das Bundesgericht damit seine verfassungsmässigen Kompetenzen überschritten hätte.
Sandoz Suzette (L, VD): Je remercie M. le conseiller fédéral de sa réponse. Je constate que ce n'est pas tout à fait la réponse à ma question.
Le Conseil fédéral dit qu'il considère que le Tribunal fédéral n'a pas, dans un certain cas, excédé ses pouvoirs. Je pose la question de savoir si oui ou non, compte tenu de la séparation des pouvoirs, le Tribunal fédéral peut faire avancer le droit. L'article 1er du Code civil, auquel vous vous êtes référé, Mon- sieur le Conseiller fédéral, permet de combler les lacunes et non pas de faire avancer le droit. Ne pensez-vous pas que ceci est la tâche du Parlement?
Koller Arnold, Bundesrat: Wie Sie, Frau Sandoz, sehr gut wis- sen, könnte die Frage, wo die Grenzen der Rechtsfortentwick- lung sind, die den Gerichten noch zufällt, und wo die Arbeit des Gesetzgebers beginnt, Anlass zu einer grossen akademi- schen Diskussion sein. Handelt es sich um wirklich neue rechtspolitische Entscheidungen, dann fallen sie zweifellos in den Aufgabenbereich der gesetzgebenden Organe.
94.5094
Frage Hafner Ursula Beantwortung der Interpellation 93.3561 betreffend Aufnahme von Kriegsflüchtlingen Question Hafner Ursula Réponse à l'interpellation 93.3561 concernant l'octroi de l'asile à des réfugiés bosniaques
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994 Laut Artikel 35 unseres Geschäftsreglementes beantwortet der Bundesrat Vorstösse auf die nächste Session. Was hat ihn daran gehindert, meine Interpellation vom 2. Dezember 1993 betreffend Aufnahme von Kriegsflüchtlingen aus Bosnien ter- mingerecht zu beantworten?
Texte de la question du 6 juin 1994
En vertu de l'article 35 du règlement du Conseil national, le Conseil fédéral répond aux interventions par écrit jusqu'à la prochaine session. Pourquoi n'a-t-il pas répondu dans le temps prescrit à mon interpellation du 2 décembre 1993 concernant l'octroi de l'asile à des réfugiés bosniaques?
Koller Arnold, Bundesrat: Ihre Interpellation wurde am 25. Mai dieses Jahres beantwortet Der Grund für die etwas lange Dauer liegt darin, dass in den Monaten März und April dieses Jahres das weitere Vorgehen bei der Aufnahme von bosni- schen Kriegsopfern abgeklärt wurde. Der in Ihrer Interpellation erwähnte Beschluss des Bundesrates vom Dezember 1992 war nämlich auf die Jahre 1992/93 befristet, so dass eine neue Regelung getroffen werden musste. Am 20. April 1994 hat der Bundesrat bekanntlich mein Departement ermächtigt, weitere 700 bosnische Kriegsopfer aufzunehmen.
Hafner Ursula (S, SH): Es ist stossend, wenn bei Problemen, wo es um Tod und Leben geht, die dringend erforderlichen Antworten nicht früher kommen. Weshalb hat der Bundesrat nicht wenigstens, wie es dem Geschäftsreglement entspricht,
die Urheberin und das Büro darüber orientiert, wie weit die Ant- wort auf die Interpellation ist?
Koller Arnold, Bundesrat: Frau Hafner, es gehört auf jeden Fall zum Courant normal in meinem Departement, dass wir zu- handen der Bundesversammlung melden, wenn wir eine Ant- wort nicht termingerecht geben können.
Ich weiss allerdings nicht, ob in diesem Fall eine Meldung er- folgt ist oder nicht. Eine solche Meldung erfolgt bei mir regel- mässig; wäre sie dieses Mal ausgeblieben, wäre es ein Be- triebsunfall gewesen.
94.5103
Frage Bircher Peter Unhaltbare Feststellungen. Bericht des Bundesamtes für Raumplanung in bezug auf das Fricktal Question Bircher Peter Fricktal. Rapport de l'Office fédéral de l'aménagement du territoire
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
In einem Arbeitsbericht zum Thema «Hintergründe zu den Ent- wicklungstendenzen im Grenzraum D/CH» vom Februar 1994 ist u. a. folgendes festgehalten: «Ein südliches Pendant zum Schwarzwald gibt es nicht. Der Aargauer Jura und das Aar- gauer Hochrheingebiet (Fricktal) sind wirtschaftlich besten- falls von junger Tradition, politisch leichtgewichtig, touristisch 'uninteressant' (mit der wichtigen Ausnahme der Thermalbä- der), kurz, fast in jeder Hinsicht im Abseits.» (S. 21)
Ist der Bundesrat bereit, öffentlich zu erklären, dass er sich von solchen diffamierenden Feststellungen in einem amtlichen Bericht öffentlich distanziert, und die entsprechende Passage als nichtig zu erklären oder den Bericht als Ganzes - der auch in anderen Teilen fehlerhaft und realitätsfern ist - zurückzu- nehmen?
Was gedenkt der Bundesrat zu tun, um inskünftig solche Ent- gleisungen - in die Wege geleitet durch hochbezahlte Amts- stellen und «Fachleute» - zu verhindern?
Texte de la question du 6 juin 1994
Dans un rapport concernant l'évolution dans la région limitro- phe germano-suisse, rapport datant de février 1994, on peut notamment lire ce qui suit: «Il n'existe pas de pendant de la Fo- rêt-Noire en Suisse. Le Jura argovien et la partie du canton d'Argovie située entre Bâle et le lac de Constance (Fricktal) ont, dans le meilleur des cas, une tradition économique ré- cente, revêtent peu d'importance sur le plan politique et sont peu intéressants du point de vue touristique (les stations ther- males mises à part, qui constituent une exception de taille), bref, que ces régions sont à l'écart pratiquement à tout point de vue.» (Traduction)
Le Conseil fédéral est-il prêt à faire savoir publiquement qu'il se distancie de ces propos diffamatoires figurant dans un rap- port officiel et à déclarer nul le passage en question, ou est-il prêt à retirer le rapport dans son ensemble, étant donné que d'autres parties sont aussi erronées ou éloignées de la réalité? Que compte faire le Conseil fédéral pour éviter dorénavant de tels dérapages provoqués par des fonctionnaires et des «spé- cialistes» grassement payés?
Koller Arnold, Bundesrat: Die Deutsch-Schweizerische Raumordnungskommission befasst sich mit Fragen der räum- lichen Entwicklung im deutsch-schweizerischen Grenzraum. Sie fördert die Koordination der räumlichen Planung der be- troffenen Gebietskörperschaften. Sie unterstützt die Bestre- bungen der Kantone und Regionen für grenzüberschreitende Zusammenarbeit, wie dies beispielsweise beim Strukturmo- dell Hochrhein der Fall ist.
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Fragestunde
Das Bundesamt für Raumplanung führte in den Jahren 1992 bis 1994 das Sekretariat der Kommission. Für die Erfüllung ih- rer Aufgaben hat die Kommission verschiedene Grundlagen erarbeitet oder erarbeiten lassen. Aus einer dieser Grundla- gen, verfasst von einem aussenstehenden Experten, stammt das erwähnte Zitat, welches - isoliert betrachtet - in der Tat als stossend empfunden werden kann. Die Kommission war sich der Unausgewogenheit dieses Expertenberichts bewusst und hat ihn auch nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Er kann demzufolge weder als amtlicher Bericht bezeichnet, noch kann er zurückgezogen werden. Der Bundesrat be- grüsst aus den gleichen Gründen wie Sie, Herr Bircher Peter, dass der Bericht von der Kommission nicht veröffentlicht wurde.
94.5112
Frage Fankhauser Urteilsauszüge an die Herkunftsländer von Asylbewerbern Question Fankhauser Arrêts des tribunaux relatifs aux requérants d'asile. Communication au pays d'origine
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
Der Abschluss von Übereinkommen mit ausländischen Staa- ten regelt den Austausch von Mitteilungen über strafrechtliche Verurteilungen. Die daraus entwickelte Praxis scheint keine Berücksichtigung einer allfälligen Gefährdung von abgewie- senen Aylbewerbern bei ihrer Rückkehr in das Herkunftsland zu kennen. Die Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) hat dazu einen Fall aufgedeckt.
Welche Folgerungen hat der Bundesrat aus den Erkenntnis- sen des ARK-Entscheides gezogen, und welche entsprechen- den Vorkehren hat er getroffen, um zu verhindern, dass Urteile über Asylbewerber systematisch den Herkunftsländern über- mittelt werden?
Texte de la question du 6 juin 1994
Des accords avec des Etats étrangers règlent l'échange de communications concernant des condamnations de droit pé- nal. De telles dispositions ne tiennent pas compte des risques qu'une telle communication peut faire courir à un requérant d'asile refoulé, lorsqu'il rentre dans son pays d'origine. La Commission suisse de recours en matière d'asile (CRA) a eu connaissance d'un cas de ce genre.
Quelles conséquences le Conseil fédéral entend-il en tirer et quelles mesures a-t-il prises pour empêcher que des arrêts rendus par nos tribunaux soient systématiquement communi- qués au pays d'origine des demandeurs d'asile?
Koller Arnold, Bundesrat: Es wurde erkannt, dass die Über- mittlung von Strafregisterauszügen gemäss dem Europäi- schen Übereinkommen über die Rechtshilfe in Strafsachen mit den Verpflichtungen, die sich aus der Genfer Flüchtlings- konvention und der Konvention zum Schutze der Menschen- rechte und Grundfreiheiten ergeben, kollidieren können. Es muss gewährleistet werden, dass durch die Weiterleitung von Strafregisterauszügen an den Heimatstaat keine Gefährdung dort lebender oder dorthin zurückkehrender Personen ent- steht. Durch geeignete organisatorische Massnahmen und eine enge Koordination zwischen den beteiligten Bundesäm- tern wird dies sichergestellt. Wir haben eine entsprechende Weisung erlassen.
Fankhauser Angeline (S, BL): Ich danke dem Bundesrat für seine Antwort. Damit ist offenbar gesichert, dass solche Pan- nen nicht mehr vorkommen.
Kann der Bundesrat mir sagen, was bei allfälligen Gefährdun- gen von Leuten passiert? Könnten sie ein neues Asylgesuch stellen?
Koller Arnold, Bundesrat: Frau Fankhauser, wie ich sagte, ha- ben wir die entsprechende Weisung erlassen. Das Bundesamt für Polizeiwesen ist angewiesen worden, vor der Übermittlung strafrechtlicher Urteile über nachträglich angeordnete Mass- nahmen von Bürgern der türkischen Republik oder Bürgern der ehemaligen Sozialistischen Föderation der Republik Ju- goslawien an den Heimatstaat das Bundesamt für Flüchtlinge zu konsultieren. Dabei muss die Frage geklärt werden, ob die anwesenheitsrechtliche Stellung des Ausländers eine Weiter- leitung zulässt oder nicht. Deshalb sollten solche Gefährdun- gen nach normalem menschlichen Ermessen in Zukunft tat- sächlich ausgeschlossen sein. Wenn es trotzdem dazu käme, wäre, wenn mich mein Wissen nicht täuscht, ein sogenannter Nachfluchtgrund gegeben.
94.5119
Frage Aubry Fahrausweis und Methadon-, Heroin- und Morphiumabgabe Question Aubry Permis de conduire et essais de methadone et héroïne ou morphine
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
Hat der Bundesrat Weisungen herausgegeben, wonach den Drogenabhängigen, die an einem Methadon-, Heroin- oder Morphiumabgabeprogramm beteiligt sind, der Fahrausweis zu entziehen ist?
Wird der Fahrausweis im Falle eines Drogenbeschaffungsde- likts entzogen?
Apothekerinnen und Apotheker äussern sich erstaunt und be- stürzt darüber, dass Patientinnen und Patienten unter Metha- doneinwirkung noch Auto fahren dürfen. Meint der Bundesrat nicht auch, dass das eine mit dem anderen nicht vereinbar ist?
Texte de la question du 6 juin 1994
Le Conseil fédéral a-t-il donné des instructions pour que le per- mis de conduire un véhicule soit retiré aux toxicomanes ayant accepté un programme de méthadone, d'héroïne ou de mor- phine?
En cas de délit commis pour se procurer de la drogue, le per- mis de conduire est-il retiré?
Des pharmaciens sont étonnés et choqués que des patients sous méthadone roulent encore en voiture. Le Conseil fédéral n'est-il pas d'avis que cela est inconciliable?
Koller Arnold, Bundesrat: Zur ersten Frage: Gemäss den In- struktionen des Bundesamtes für Gesundheitswesen sind die Teilnehmer an einem Drogenabgabeprojekt verpflichtet, den Führerausweis zu Beginn des Projektes beim Projektleiter zu hinterlegen. Die Rückgabe kann beantragt werden, sofern die betroffene Person weitgehend auf den Konsum von Heroin oder Kokain verzichtet und auf orales Methadon umgestiegen ist und ausserdem glaubhaft dargelegt werden kann, dass sie auf die Benutzung eines Motorfahrzeuges angewiesen ist. Zur zweiten Frage: Erhält die Polizei im Rahmen einer Strafun- tersuchung wegen Betäubungsmittelbeschaffung Kenntnis von Tatsachen, wie zum Beispiel von schwerer Krankheit oder Süchten, die zur Verweigerung oder zum Entzug des Auswei- ses führen können, so muss sie gemäss Artikel 123 Absatz 3 der Verkehrszulassungsverordnung die für den Strassenver- kehr zuständige Behörde benachrichtigen. Diese hat den Füh- rerausweis auf unbestimmte Zeit zu entziehen, sofern die ver-
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6 juin 1994
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Heure des questions
trauensärztliche Untersuchung ergeben hat, dass eine die Fahrfähigkeit herabsetzende Sucht vorliegt. Bis zur Abklärung von Ausschlussgründen kann der Führerausweis sofort vor- sorglich entzogen werden.
Zur dritten Frage: Die Teilnahme an einem Methadonpro- gramm und das Führen eines Motorfahrzeuges sind nicht stets unvereinbar. Der Führerausweis kann auch unter Auflage belassen werden. Bedingung hiefür ist, beispielsweise nach der Praxis des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zü- rich, dass der Betroffene während mindestens sechs Monaten einen stabilen Konsum aufweist, ohne gleichzeitig andere Drogen einzunehmen, und sich einer ununterbrochenen The- rapie unterzieht. Das Gesetz auferlegt den Ärzten in Artikel 14 Absatz 4 des Strassenverkehrsgesetzes ein Melderecht, aber keine Pflicht. Es obliegt somit den Ärzten, die ein Methadon- programm anordnen, zu beurteilen, ob eine Meldung an die für den Führerausweisentzug zuständige Behörde notwendig ist.
Zur geforderten grosszügigen Lösung: Von 1986 bis 1993 wur- den insgesamt 27 400 Personen, deren Asylgesuch abge- lehnt wurde, als Härtefälle anerkannt. Im Jahre 1993 waren es erneut 1550 Personen. Dies zeigt nach Auffassung des Bun- desrates mit aller Deutlichkeit, dass diese Fälle wirklich gross- zügig behandelt worden sind.
Zur Frage betreffend Wiedererwägungsgesuche: Ein Wieder- erwägungsgesuch stellt einen Rechtsbehelf dar und richtet sich gegen einen rechtskräftigen Asylentscheid. Das Wieder- erwägungsgesuch kann dessen Rechtskraft nur aufheben, wenn es wegen der Neuheit der vorgetragenen Anliegen gut- geheissen wird. Während der Hängigkeit des Wiedererwä- gungsgesuchs sind deshalb nach Artikel 17 Absatz 2 des Asylgesetzes keine Anträge der Kantone auf eine humanitäre Regelung im Sinne von Artikel 13 Buchstabe f der Begren- zungsverordnung möglich. Bei dieser rechtlichen Beurtei- lung der Lage stimmen wir übrigens vollständig mit der GPK überein.
94.5121
Frage Zwygart Wiedererwägungsbegehren bei langjährigen Asylsuchenden Question Zwygart Rejet de demandes d'asile. Réexamen
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
Die Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Nationalrates gelangt in ihrem Bericht vom 5. Mai 1994 an den Bundesrat zum Schluss, dass Artikel 17 Absatz 2 des Asylgesetzes nicht eng ausgelegt werden darf und dass «eine gewisse Grosszü- gigkeit» am Platz ist. Nach Auffassung der GPK soll das Krite- rium der Integration der Asylsuchenden in die schweizeri- schen Verhältnisse ins Zentrum der Beurteilung rücken. Die heutige Praxis des Bundesamtes für Ausländerfragen (BFA) bei der Zustimmung zu Anträgen der Kantone entspricht die- ser Forderung in keiner Weise.
Wird die Praxis des BFA im Sinne der Forderungen ge- ändert?
Kann nun auf Anträge der Kantone eingetreten werden, wenn das Asylverfahren abgeschlossen ist, und können somit Wiedererwägungsgesuche in Einzelfällen in die Wege geleitet werden?
Texte de la question du 6 juin 1994
La Commission de gestion du Conseil national conclut dans son rapport du 5 mai 1994 au Conseil fédéral, que l'article 17 alinéa 2 de la loi sur l'asile ne doit pas être interprété dans un sens étroit et qu'«une certaine largeur de vue» est indiquée. De l'avis de la commission, le critère de l'intégration du deman- deur d'asile au mode de vie suisse doit avoir la priorité dans la prise de décision. La pratique suivie actuellement par l'Office fédéral des étrangers, lorsqu'il s'agit d'approuver les deman- des des cantons, ne correspond nullement à l'exigence formu- lée par la commission.
La pratique de l'Office fédéral des étrangers sera-t-elle modi- fiée conformément aux exigences formulées par la commis- sion?
Sera-t-il désormais possible de prendre en considération les demandes des cantons après la conclusion de la procédure d'asile, de telle sorte que des demandes de réexamen puis- sent être traitées dans les cas d'espèce?
Koller Arnold, Bundesrat: Herr Zwygart, nachdem ich im Rah- men der Behandlung des Geschäftsberichtes die entspre- chenden Fragen von Herrn Strahm Rudolf bereits beantwortet habe, kann ich mich jetzt kurz fassen.
94.5095
Frage Bührer Gerold Berufliche Vorsorge. Stellung des Bundesrates Question Bührer Gerold Prévoyance professionnelle. Position du Conseil fédéral
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
Anlässlich eines am 17. Mai gehaltenen Vortrages von Bun- despräsident Stich vor der Solothurner Handelskammer sind die Auswirkungen der zweiten Säule mehrheitlich negativ dar- gestellt worden. Insbesondere ist die in verschiedenen wirt- schaftlichen Arbeiten widerlegte These, die Liegenschaftenin- vestitionen der zweiten Säule würden die Mieten nach oben treiben, bekräftigt worden.
Ich frage den Bundesrat an, ob er aufgrund der Äusserungen des Vorstehers des Eidgenössischen Finanzdepartementes vom bisher vertretenen Dreisäulensystem abzuweichen ge- denkt und wie er die erwähnten negativen Auswirkungen auf Liegenschaften- und Mietpreise beurteilt.
Texte de la question du 6 juin 1994
A l'occasion d'un discours qu'il a tenu le 17 mai devant la Chambre de commerce de Soleure, M. Stich, président de la Confédération, a porté un jugement plutôt négatif sur les conséquences du 2e pilier. Il a notamment soutenu que les in- vestissements immobiliers du 2e pilier poussent les loyers vers le haut, opinion réfutée dans plusieurs études économi- ques.
Je demande au Conseil fédéral s'il pense, dans la droite ligne des propos du chef du Département fédéral des finances, abandonner le système des trois piliers, et ce qu'il pense des- dites conséquences négatives sur les prix des immeubles et des loyers.
Stich Otto, Bundespräsident: Es ist richtig: Ich habe mich sehr skeptisch zur zweiten Säule geäussert. Der Anteil der Liegen- schaften am Kapital der Pensionskassen beträgt mit gegen 40 Milliarden Franken rund 18 Prozent. Jährlich werden rund 3 Milliarden Franken neu in Liegenschaften investiert Mit dem heutigen Gesetz über die Wohneigentumsförderung wird die Nachfrage nochmals gesteigert. Tendenziell führt dies zu hö- heren Boden- und deshalb zu höheren Mietpreisen. Die Bei- träge für die zweite Säule belaufen sich jährlich auf rund 20 Mil- liarden Franken. Gleichzeitig werden rund 9 Milliarden Fran- ken an Leistungen ausbezahlt. Der Aufwand für die zweite Säule ist im Verhältnis zum Ertrag gross.
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Fragestunde
Es geht mir sicher nicht darum, das Dreisäulensystem aufzu- heben, sondern eher darum, seine Effizienz und Ausdehnung sowie die Wirksamkeit zu überprüfen. Der Bundesrat wird das Dreisäulenkonzept ohnehin noch einmal diskutieren.
94.5116
Frage Spielmann Mehrwertsteuerverordnung Question Spielmann Ordonnance d'application sur la TVA
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
Laut Informationen, die an die Öffentlichkeit gelangt sind, will der Bundesrat in der Mehrwertsteuerverordnung die Besteue- rung der Subventionen der Gemeinwesen an die Betriebe des öffentlichen Verkehrs einführen.
Welche Absichten verfolgt der Bundesrat in diesem Bereich?
Texte de la question du 6 juin 1994
Selon des informations publiées, le Conseil fédéral est prêt à introduire, dans l'ordonnance d'application sur la TVA, l'impo- sition des subventions versées par les collectivités publiques aux entreprises de transports publics.
Quelles sont les intentions du Conseil fédéral dans ce do- maine?
Stich Otto, Bundespräsident: Die Verordnung über die Mehr- wertsteuer wird in nächster Zeit verabschiedet werden. Es ist nicht vorgesehen, die Beiträge an öffentliche Transportunter- nehmen zu besteuern.
Texte de la question du 6 juin 1994
Dans une lettre du 22 avril 1994, la Société suisse des entre- preneurs demandait au Département fédéral des finances (DFF) de reporter la suppression du remboursement des droits sur les carburants au 1er juillet 1994 afin que les entre- prises aient le temps de prendre les mesures nécessaires. Le DFF n'ayant pas répondu à cette lettre, je pose les ques- tions suivantes:
L'usage ne veut-il pas qu'il faille accuser réception d'une let- tre envoyée à un conseiller fédéral?
N'est-il pas d'usage, devant une situation juridique qui se détériore, d'annoncer aux citoyens les changements qui vont les concerner et de leur accorder un délai approprié pour leur permettre de s'adapter à la situation nouvelle?
Les convenances ne veulent-elles pas que les autorités, d'une part, et les citoyens et les milieux économiques, d'autre part, recherchent le consensus par le dialogue? Le fait d'en ar- river à déposer un recours démontre qu'il n'est plus possible de dialoguer normalement avec les autorités.
Stich Otto, Bundespräsident: Aus Gründen der Verwaltungs- ökonomie verzichten wir in den meisten Fällen auf die Bestäti- gung des Eingangs eines Briefes, wenn in angemessener Zeit eine materielle Antwort gegeben werden kann. Kaum 14 Tage nach seinem Schreiben hat der Schweizerische Baumeister- verband Beschwerde beim Bundesgericht sowie beim Bun- desrat geführt. Am 1. Juni haben wir geantwortet, dass sich eine Stellungnahme erübrige, da die Bauwirtschaft bereits beim Bundesgericht geklagt habe. Die in Diskussion gestellte Massnahme wurde schon im Oktober 1993 mit der Botschaft über die Sanierungsmassnahmen 1993 angemeldet und in beiden Räten ausführlich diskutiert. Der Bundesrat hat immer klar gesagt, dass er beabsichtige, diese Massnahme so rasch wie möglich in Kraft zu setzen. Dazu kommt noch, dass die Oberzolldirektion ständig in Kontakt mit der Baubranche stand. Dies zeigt, dass die Baubranche genügend Zeit hatte, die nötigen Vorkehrungen zu treffen.
94.5134
Frage Gysin Treibstoffzollrückerstattung. Aufhebung Question Gysin Remboursement des droits sur les carburants. Suppression
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
Mit Schreiben vom 22. April 1994 an das Eidgenössische Fi- nanzdepartement (EFD) beantragte der Schweizerische Bau- meisterverband, die Aufhebung der Zollrückerstattung bis An- fang Juli 1994 aufzuschieben, damit die entsprechenden be- trieblichen Massnahmen getroffen werden könnten. Da keine Reaktion seitens des EFD erfolgte, stelle ich zum vor- erwähnten Fall folgende Fragen:
Ist es nicht üblich, dass der Eingang einer Anfrage an einen Bundesrat bestätigt wird?
Entspricht es nicht den Gepflogenheiten, vor einer sich ver- schlechternden Rechtssituation die betroffenen Bürger auf die Änderung aufmerksam zu machen und ihnen eine angemes- sene Frist zur Anpassung an die neue Situation einzuräumen? 3. Gehört es nicht zu den selbstverständlichen Gepflogenhei- ten im Umgang zwischen Behörde auf der einen Seite und Bürger und Wirtschaft auf der anderen Seite, im Gespräch ein- vernehmliche Lösungen zu suchen? Die Wahl des Rechtswe- ges als letztes Mittel deutet darauf hin, dass das normale Ge- spräch mit der Behörde nicht mehr möglich ist.
94.5079
Frage Epiney Uruguay-Runde. Sozialklausel Question Epiney Une clause sociale pour l'Uruguay Round?
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994 Hauptsächlich die USA wünschten, dass eine Sozialklausel in die Erklärung aufgenommen werde, welche die Minister in Marrakesch zur Uruguay-Runde abgegeben haben.
Wird diese Sozialklausel, die das Verhältnis zwischen dem freien Handel und dem sozialen Schutz der Arbeitnehmerin- nen und Arbeitnehmer umschreiben soll, vom Bundesrat un- terstützt?
Wenn ja, mit welchen Vorstössen gedenkt der Bundesrat dar- auf hinzuarbeiten, dass diese Klausel ins Gatt und später in die Welthandelsorganisation Eingang findet? Welchen zeitlichen Rahmen setzt er sich dafür?
Texte de la question du 6 juin 1994 Sous la pression des Etats-Unis notamment, une clause so- ciale devait être insérée dans la déclaration ministérielle à Mar- rakech sur l'Uruguay Round.
Cette clause sociale destinée à définir les liens entre le com- merce et la protection sociale des travailleurs est-elle soute- nue par le Conseil fédéral et si oui, comment entend-il, dans les faits et dans le temps, favoriser son inclusion dans le Gatt, puis dans l'Organisation mondiale du commerce?
20-N
Heure des questions
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N
6 juin 1994
Delamuraz Jean-Pascal, conseiller fédéral: Comme vous le savez, ce sujet social n'a été introduit ni au début ni dans le courant des travaux de négociation de l'Uruguay Round; ça n'est qu'en février de cette année que, brusquement et sans préavis, les représentants américains à la négociation ont de- mandé d'introduire une telle clause sociale dans la déclaration de Marrakech. Les réactions ont été hostiles à un tel bricolage. En effet, il n'est pas possible d'imaginer d'introduire un sujet important en soi alors que les négociations ont été formelle- ment closes quelques semaines plus tôt - c'était le 15 décem- bre 1993 -, alors que le sujet mérite des développements, des interprétations et des négociations qui, au rythme que nous connaissons, prendraient plusieurs mois et probablement même plusieurs années.
Il a donc été choisi - et les Américains s'y sont résignés puisqu'ils ont signé avec nous les Accords du Gatt - de ne pas bazarder en toute hâte un thème qui mérite davantage de ré- flexion. Nous avons exclu, par conséquent, ce thème des Ac- cords du Gatt, instruits de surcroît, Monsieur Epiney, par l'ex- périence du thème de l'environnement qui, introduit en cours de route, avait en lui-même déjà exigé plusieurs années de né- gociations qui ne nous ont pas permis d'arriver à des conclu- sions définitives. Nous avons donc, pour le sérieux de la ques- tion, décidé que nous reprendrions le thème social et que nous achèverions le thème environnemental dans la pro- chaine négociation - est-ce que ce sera un round comme les autres? je ne le sais pas - dans le cadre de l'Organisation mon- diale du commerce, c'est-à-dire du successeur du Gatt, tant il est vrai qu'il s'agit d'un thème que nous ne saurions passer sous silence et qu'il convient de l'inclure très nettement dans la négociation.
C'est dans ce sens que j'ai eu l'honneur de m'exprimer au nom de la Suisse dans la déclaration gouvernementale que j'ai faite à Marrakech. J'ai perçu qu'il y avait déjà, quant à l'ins- cription de ce thème, ici ou là, des réticences ou des interpré- tations nuancées, car on a peur du côté des pays en dévelop- pement - comme je le disais à M. Ziegler Jean la semaine der- nière - que ce soit en réalité une machine de guerre mise en place par les pays industriels pour détourner les pratiques du libéralisme économique et commercial qu'introduit la négo- ciation du Gatt. Il y aura donc un travail d'explication préalable à faire entre nous avant que ne débutent de réelles négocia- tions. Nous sommes, quant à nous, décidés à conduire de tel- les négociations.
94.5085
Frage Baumann Schweizer Hanf für die USA? Question Baumann Chanvre suisse pour les Etats-Unis?
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
Seit kurzem sucht eine amerikanische Firma in der Schweiz Hanfproduzenten für Faser- und Ölhanf. Dürfen in der Schweiz normal THC-haltige Hanfpflanzen angebaut werden, wenn sie ausschliesslich für die Faserproduktion und/oder Ölsamen- produktion verwendet werden?
Texte de la question du 6 juin 1994
Depuis peu, une firme américaine cherche en Suisse des pro- ducteurs de chanvre pour obtenir des fibres et de l'huile. Est-il permis de cultiver en Suisse du chanvre ayant une teneur nor- male en THC s'il est utilisé exclusivement pour la production de fibres ou de graines oléagineuses?
Delamuraz Jean-Pascal, conseiller fédéral: La culture du chanvre destinée à des fins industrielles, c'est-à-dire de celui qui est cultivé pour ses fibres, n'est pas interdite.
Aux termes de la loi fédérale du 3 octobre 1951 sur les stupé- fiants, seule la culture du chanvre en vue d'en extraire des stu- péfiants et la résine de ses poils glanduleux, communément appelée haschich - je suis heureux de contribuer à votre culture générale -, est soumise à interdiction et, par consé- quent, punissable.
Voilà ce que je puis dire à M. Baumann quant à l'usage qui pourrait être fait de la culture du chanvre dans notre pays.
94.5110
Frage Allenspach Information der Arbeitgeber Question Allenspach Information des employeurs
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
In der Ausgabe der Amtlichen Sammlung des Bundesrechts vom 12. April, eingetroffen am 14. April, und vom 19. April, ein- getroffen am 26. April, sind die Änderungen des Arbeitsver- tragsrechts im Obligationenrecht und das Mitwirkungsgesetz auf den 1. Mai 1994 und nicht, wie erwartet, auf den 1. Juli in Kraft gesetzt worden.
Glaubt der Bundesrat, es sei möglich, in 16 Tagen bzw. 4 Ta- gen ein Unternehmen über diese wichtigen Änderungen aus- reichend zu informieren und sicherzustellen, dass die Arbeit- geber nicht mangels rechtzeitiger Orientierung rechtsirrtüm- lich kostspielige Fehler machen?
Texte de la question du 6 juin 1994
Dans l'édition du Recueil officiel des lois fédérales du 12 avril, arrivée le 14 avril, et dans celle du 19 avril, arrivée le 26 avril, l'entrée en vigueur des modifications du contrat de travail dans le Code des obligations ainsi que de la loi sur la participation est fixée au 1er mai 1994 et non au 1er juillet comme on s'y at- tendait.
Le Conseil fédéral pense-t-il qu'il soit possible en 16 jours, ou même en 4 jours dans le second cas, de fournir une informa- tion suffisante aux entreprises sur ces importantes modifica- tions du droit et de garantir que les employeurs ne commet- tront pas des erreurs graves faute d'avoir été informés à temps?
Delamuraz Jean-Pascal, conseiller fédéral: La loi sur la partici- pation ainsi que les modifications du Code des obligations étaient comprises dans les projets Eurolex dont le contenu est connu depuis la publication de nos messages, c'est-à-dire de- puis l'été 1992. Le vote final relatif à la loi sur la participation et à la modification du Code des obligations a eu lieu ici même, le 17 décembre 1993. Ces deux textes ont été publiés dans la Feuille fédérale le 28 décembre 1993. Le délai de référendum est venu à échéance le 28 mars 1994.
La teneur définitive de ces deux lois est donc connue, Mon- sieur Allenspach, depuis fin 1993 déjà. Je pense qu'il y avait, du côté des intéressés, suffisamment de temps pour prendre connaissance des nouvelles règles et pour s'adapter en vue de leur application. D'ailleurs, j'y insiste, les associations re- présentatives avaient préalablement collaboré à l'élaboration de ces textes. Nous pouvons dès lors partir de l'idée que leurs membres étaient régulièrement informés du contenu et des connaissances des deux lois, en sorte que l'effet de surprise que vous décrivez dans votre question n'a pas dû être très considérable.
Au demeurant, il faut bien le considérer, ce ne sont pas des lois vides de sens sans doute, mais ce ne sont quand même pas des lois qui ont bouleversé les pratiques et qui ont exigé la
Fragestunde
851
mise en place de dispositions d'organisation, de procédures internes absolument révolutionnaires. Nous croyons avoir la conscience tranquille, dès lors, s'il s'est écoulé un temps rela- tivement bref entre la promulgation de ces lois et le délai de leur application.
C'est dans ce sens que je pense pouvoir atténuer le tourment qui semble vous saisir.
Allenspach Heinz (R, ZH): Ich möchte meine Frage in eine Zu- satzfrage grundsätzlich ausweiten:
Hält es der Bundesrat für vertretbar, Rechtserlasse in Kraft zu setzen, auch wenn die Gesetzestexte im Zeitpunkt des Inkraft- tretens bei der Eidgenössischen Drucksachen- und Material- zentrale (EDMZ) noch nicht verfügbar sind? Wir können näm- lich unsere Arbeitgeber und auch die Bevölkerung nur dann orientieren, wenn die Gesetzestexte bei der EDMZ erhältlich sind. Im Zeitpunkt des Inkrafttretens der erwähnten Erlasse war dies nicht der Fall. Wir haben die Gesetzestexte erst am 4. oder 5. Mai erhalten. Das wollen wir nicht akzeptieren.
Delamuraz Jean-Pascal, conseiller fédéral: Je dis que si les milieux intéressés connaissaient les projets, et même les pro- jets définitifs, il est vrai que le matériel et les imprimés ne leur ont pas été livrés dans les délais: je considère ça, Monsieur Al- lenspach, comme une faute. Je considère avec vous que, pour être irréprochable, cette «Schönheitsfehler» n'aurait pas dû se produire.
Comme d'habitude à l'armée, mais aussi dans le civil, c'est l'intendance qui n'a pas suivi, et je le déplore vivement.
94.5082
Frage Reimann Maximilian Befreiung von Radio- und TV-Empfangsgebühren Question Reimann Maximilian Radio et télévision. Exonération de la redevance de réception
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
Gemäss Artikel 105 der Radio- und Fernsehverordnung sind erwerbsunfähige und AHV-berechtigte Personen mit gerin- gem Einkommen teilweise bis ganz von den Empfangsgebüh- ren befreit.
Ist der Bundesrat bereit, das Privileg der Gebührenbefreiung auch unverschuldet arbeitslos gewordenen und frühpensio- nierten Personen mit geringem Einkommen zukommen zu lassen?
Ist der Bundesrat ausserdem bereit, die Verordnung der Praxis anzupassen und die Gebührenbefreiung des SRG-Personals expressis verbis in der Verordnung festzuschreiben?
Texte de la question du 6 juin 1994
En vertu de l'article 105 de l'ordonnance sur la radio et la télévi- sion, les personnes invalides et les rentiers AVS dont le revenu est modeste sont exonérés, partiellement ou totalement, de la redevance de réception.
Le Conseil fédéral est-il disposé à étendre ce privilège aux per- sonnes qui sont au chômage indépendamment de leur vo- lonté et à celles qui ont pris une retraite anticipée et dont le re- venu est modeste?
En outre, est-il prêt à adapter ladite ordonnance à la pratique et à y arrêter expressément l'exonération des redevances pour le personnel de la SSR?
Ogi Adolf, Bundesrat: Mit dem Medienrecht kann nicht Sozial- politik betrieben werden. Die Befreiung der AHV/IV-Rentenbe- züger von den Empfangsgebühren gemäss Artikel 105 der Ra-
dio- und Fernsehverordnung (RTVV) ist nur provisorisch. Eine saubere Trennung soll demnächst in dem Sinne vollzogen werden, dass die Beitragsleistungen der AHV/IV in der ent- sprechenden Verordnung erhöht werden und die Gebühren- befreiung in der RTVV gestrichen wird. Eine Ausweitung der Gebührenbefreiung aus sozialpolitischen Gründen würde dem Grundsatz, dass Gebührenordnungen als sozialpoliti- sche Instrumente ungeeignet sind, widersprechen.
Die RTVV sieht keine Gebührenbefreiung für das SRG-Perso- nal mehr vor. Der Bundesrat ist auch nicht bereit, eine solche Bestimmung wieder in die Verordnung aufzunehmen. Der SRG als Arbeitgeberin steht es jedoch frei, die Empfangsge- bühren ihrer Angestellten selber zu bezahlen. Das liegt in ihrer unternehmerischen Freiheit.
94.5084
Frage Scherrer Jürg Vingelztunnel, N 5, Biel Question Scherrer Jürg Tunnel de Vigneules, N 5, Bienne
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
In seiner Antwort auf mein Postulat 94.3129 lehnt der Bundes- rat den Einbezug des Vingelztunnels in die Planung der Süd- umfahrung von Biel ab. Vielmehr will er dieses Teilstück in eine Gesamtplanung «Biel-Le Landeron» integrieren.
Ist der Bundesrat heute in der Lage, einen Zeitrahmen für diese Planung und Ausführung bekanntzugeben? Oder kann er versichern, dass der Vingelztunnel im Zuge der Ausführung der Südumfahrung von Biel erstellt wird?
Texte de la question du 6 juin 1994
Dans sa réponse à mon postulat 94.3129, le Conseil fédéral re- fuse d'incorporer le tunnel de Vigneules dans la planification du contournement de Bienne par le sud. Il déclare qu'il est pré- férable d'intégrer ce tronçon dans la planification globale concernant le secteur Bienne-Le Landeron.
Le Conseil fédéral est-il à présent en mesure de faire connaître le calendrier des travaux concernant la planification et l'exécu- tion de ce projet? Sinon, peut-il garantir que le tunnel de Vi- gneules sera percé à la suite des travaux de contournement de Bienne par le sud?
Ogi Adolf, Bundesrat: Der Bundesrat hat in einem Schreiben vom 11. Mai 1994 an die Regierung des Kantons Bern bekräf- tigt, dass er nicht bereit ist, den Vingelztunnel in den Rahmen der generellen Projektierung «Umfahrung Biel» einzube- ziehen.
Er hat aber auch bekräftigt, Herr Scherrer Jürg, dass er sich im Rahmen des dannzumal über das generelle Projekt «Umfah- rung Biel» zu treffenden Entscheides vorbehalte, auch über die Fortsetzung ab Anschluss Seevorstadt, also Biel-West - das heisst über eine Sanierungsstudie für die gesamte Bieler- seestrecke der bestehenden N 5 -, zu befinden. Aussagen über einen Zeitrahmen für diese Planung und deren Ausfüh- rung lassen sich heute nicht machen, ebensowenig über den Zeitpunkt der allfälligen Erstellung eines Vingelztunnels. Es ist für den Bundesrat vorrangig, zunächst die bestehenden Netz- lücken zu schliessen.
Scherrer Jürg (A, BE): Ich danke Ihnen für die Beantwortung meiner Frage. Ist sich der Bundesrat bewusst, dass doch noch eine Lücke im Nationalstrassennetz existieren wird, wenn der Vingelztunnel nicht mit der Südumfahrung zusammen gebaut wird, auch wenn sie nur 200 oder 300 Meter beträgt?
Ogi Adolf, conseiller fédéral: Le Conseil fédéral est conscient de ce problème.
N 6 juin 1994
852
Heure des questions
94.5088
Frage Dünki Kosten der Aktion «Sparflamme» («Energie 2000», Ressort öffentliche Hand) Question Dünki Coûts de la campagne «Sparflamme» («Energie 2000», secteur public)
94.5093
Frage Bär Verhältnisse in der Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen (HSK) Question Bär Situation de la Division principale de la sécurité des installations nucléaires
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994 Ich frage den Bundesrat:
Warum wurden bei einer Energiesparaktion schwere Last- wagen eingesetzt, um bei 250 Gemeinden und Städten leere Fässer zu deponieren und wieder einzusammeln?
Was kostet dieser wenig originelle Werbegag gesamthaft, was bezahlt der Bund insbesondere dem beauftragten priva- ten Werbebüro, und wie hoch waren die Auslagen für die Last- wagenfahrten?
Texte de la question du 6 juin 1994
Le Conseil fédéral est prié de répondre aux questions suivan- tes:
Comment expliquer l'emploi de camions pour déposer puis recueillir des fûts vides dans 250 localités, dans le cadre d'une campagne d'économies d'énergie?
Qu'a coûté ce «gag» publicitaire peu original? Quelle part la Confédération a-t-elle versée à l'agence de publicité manda- tée? A combien se sont montées les dépenses dues aux tra- jets effectués par les camions?
Ogi Adolf, Bundesrat: Sinn und Zweck der «Aktion Spar- flamme», nämlich die energietechnische Sanierung der Ge- meindebauten, sind zweifellos richtig und wichtig, doch wurde die Aktion - wie bereits mündlich ausgeführt, Herr Dünki - psy- chologisch ungeschickt eingeleitet, wie die zahlreichen nega- tiven Reaktionen und die Stimmen in der Presse zeigen. Es gibt aber auch viele positive Signale aus verschiedenen Ge- meinden.
Zu Ihren zwei Fragen zwei klare Antworten: Zweck der «Aktion Sparflamme» ist die Mobilisierung der schweizerischen Ge- meinden für eine sparsame und rationelle Energieverwen- dung in den gemeindeeigenen Bauten. Die angesprochenen Verwaltungen von mittelgrossen Gemeinden sind in der Regel heute mit einer Vielzahl von Problemen beschäftigt. Energie spielt leider dabei eine untergeordnete Rolle. Eine einfache briefliche Einladung zu einer weiteren Veranstaltung zum Energiesparen landet vielerorts direkt im Papierkorb. Deshalb wurde von dem beigezogenen PR-Büro eine Aktion durchge- führt, welche Aufsehen und Erfolg versprach. Eine Nachfrage bei dem mit der Verteilung der Fässer beauftragten Transpor- teur hat ergeben, dass er sie im Rahmen seines normalen Ver- teilzyklus transportierte und daher keine Extrafahrten allein für die Fässer unternahm.
Zur zweiten Frage: Gemäss Kostenzusammenstellung ko- stete die ganze Auftaktkampagne insgesamt 89 299 Franken. Die Auslagen für die Lastwagenfahrten betrugen 38 263 Fran- ken, jene für das PR-Büro für Konzeption, Ausarbeitung und Begleitung 24 307 Franken. Die restlichen 26 729 Franken ver- teilten sich auf die Fassbeschriftung und Fassreinigung und den Faxversand der Aktion.
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
In der Fernsehsendung «Rundschau» vom 18. Mai 1994 wurde bekannt, dass dem Bundesrat ein Gutachten vorliegt, in dem festgestellt wird, dass die Hauptabteilung für die Sicher- heit der Kernanlagen (HSK)
nicht unabhängig vom Bundesamt für Energiewirtschaft (BEW) arbeiten kann;
personell völlig unterdotiert ist.
Bestätigt der Bundesrat diese alarmierenden Feststellungen, die gravierende Folgen für die Sicherheit unserer Atomkraft- werke hätten? Wenn ja, wie gedenkt er raschmöglichst diese unhaltbare Situation zu beheben?
Texte de la question du 6 juin 1994
L'émission de télévision «Rundschau» du 18 mai 1994 a révélé que le Conseil fédéral est en possession d'une expertise qui établit que la Division principale de la sécurité des installations nucléaires:
ne peut pas travailler en toute indépendance par rapport à l'Office fédéral de l'énergie;
dispose de trop peu de personnel.
Le Conseil fédéral est-il en mesure de confirmer ces affirma- tions alarmantes, qui ne sont pas sans conséquences graves pour la sécurité de nos centrales nucléaires? Si tel est le cas, qu'entend-il faire pour mettre un terme le plus rapidement pos- sible à cette situation inacceptable?
Ogi Adolf, Bundesrat: In der ersten Hälfte 1992 wurden die Tä- tigkeiten der Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanla- gen (HSK) im Rahmen einer Aufgabenanalyse überprüft. Mit der Durchführung der Aufgabenanalyse wurde - gestützt auf die Empfehlung des Eidgenössischen Personalamtes - eine private Unternehmensberatungsfirma beauftragt. Die Arbeit dieser Beratungsfirma wurde durch einen Projektausschuss begleitet und bewertet. Zum Bericht des Projektausschusses ist folgendes zu sagen:
Die administrative Unterstellung der HSK unter das Bundes- amt für Energiewirtschaft (BEW) beziehungsweise unter das Eidgenössische Verkehrs- und Energiewirtschaftsdeparte- ment (EVED) tangiert in keiner Weise deren fachliche Unab- hängigkeit. Der Bericht des Projektausschusses enthält keine Aussagen oder Hinweise, wonach die HSK nicht unabhängig vom BEW arbeiten könnte.
Der Bericht kommt u. a. zum Schluss, dass die HSK insge- samt die Prioritäten richtig setzt, ihre Aufgaben wahrnimmt und diese im Rahmen der bestehenden personellen Möglich- keiten im wesentlichen richtig löst.
Der Bericht stellt weiter fest, dass bei der HSK ein gewisser personeller Mehrbedarf vorhanden ist, einerseits um beste- hende Aufgaben noch gründlicher bearbeiten zu können, an- dererseits um sich vermehrt neuen Aufgaben im Bereich der nuklearen Sicherheit widmen zu können. Um den wachsen- den Aufgaben der Sicherheitsbehörden Rechnung zu tragen, hat das Eidgenössische Verkehrs- und Energiewirtschaftsde- partement der HSK Anfang 1994 fünf weitere Stellen zugeteilt. Der Stellenbestand der HSK ist trotz dem seit 1975 geltenden Personalstopp von 35 Stellen im Jahre 1979 auf heute 72 Stel- len gewachsen. Er hat sich somit innert 15 Jahren mehr als verdoppelt, obgleich in dieser Periode keine neuen Werke mehr in Planung gegeben worden sind und seit 1990 das Mo- ratorium in Kraft ist.
Fragestunde
853
94.5096
Frage Steinemann PTT als Sponsor bei Sportveranstaltungen Question Steinemann PTT. Parrainage de manifestations sportives
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
Gemäss einer Meldung betätigen sich die PTT als Sponsor bei Sportveranstaltungen - wohl im Trend der Zeit und in Nachah- mung vieler finanzkräftiger Firmen -, damit die PTT ins Blick- feld der Öffentlichkeit kommen.
Schwer zu verstehen, dass der Grossbetrieb, den jedes Kind im Vorschulalter kennt, diese Publizität nötig hat.
Gäbe es nicht unzählige Möglichkeiten zur Imageförderung im Zusammenhang mit eigenen Tätigkeiten?
Wäre es nicht vorteilhafter, die aus früheren Zeiten bekann- ten Begriffe wie Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Kundenfreund- lichkeit usw. besser zu pflegen und so treffsichere Werbeargu- mente einzusetzen?
Texte de la question du 6 juin 1994
On a appris que les PTT parrainent des manifestations sporti- ves afin d'accrocher l'attention du public. C'est dans l'air du temps et cela reproduit l'attitude des entreprises solides finan- cièrement.
Mais il est difficile de comprendre pourquoi le géant jaune, que tout enfant connaît avant même d'entrer à l'école, a besoin de cette publicité.
Ogi Adolf, Bundesrat: Zwei Fragen und zwei Antworten, Herr Steinemann.
Die PTT stehen mit den meisten Dienstleistungen in starker Konkurrenz zur Privatwirtschaft und nutzen demzufolge auch die verschiedenen Kommunikationsinstrumente, um auf die Unternehmung, ihre Dienstleistungen und Produkte aufmerk- sam zu machen. Sponsoring ist, wie etwa Werbung, Verkaufs- förderung und PR-Aktionen, nichts anderes als ein modernes und erwiesenermassen wirkungsvolles Instrument, mit dem Marketing- und Imageziele erreicht werden können.
Erfolgreiche Werbung und Öffentlichkeitsarbeit lassen sich nur auf der Basis einwandfreier Produkte und Dienstleistun gen erbringen. Die Erfüllung der Markt- und Kundenbedürf- nisse stehen deshalb auch bei den PTT im Zentrum der Aktivi- täten. Darauf stützen sich ihre Kommunikationsmassnahmen ab.
94.5101
Frage Bircher Peter SBB. Neuer Juradurchstich in der Nordwestschweiz Question Bircher Peter CFF. Projet de tunnel dans le nord-ouest de la Suisse
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
Es wird offensichtlich ein neuer Juradurchstich im Raum Lie- stal/Olten/Rupperswil oder Stein/Brugg geplant. Wieweit sind die Planungsarbeiten gediehen? Besteht eine hohe Dringlich- keit für die Forcierung dieses Projektes, und wie stellt sich der zeitliche Rahmen? Welches sind die massgebenden Kriterien, die einen solchen neuen Juradurchstich als notwendig er- scheinen lassen?
Texte de la question du 6 juin 1994
Les CFF envisagent manifestement de percer un nouveau tun- nel à travers le Jura dans la région de Liestal/Olten/Rupperswil ou Stein/Brugg. Où en est le projet? Sa réalisation est-elle très urgente? Comment le calendrier des travaux se présente-t-il? Sur quels critères s'appuie-t-on pour considérer que cette nouvelle ligne à travers le Jura est nécessaire?
Ogi Adolf, Bundesrat: Der neue Juradurchstich ist ein Be- standteil des Konzepts «Bahn 2000». Er wird mit grösster Wahrscheinlichkeit das Hauptelement der zweiten Etappe sein. Eine Arbeitsgruppe, zusammengesetzt aus Vertretern des Bundesamtes für Verkehr und der SBB, untersucht mögli- che Linienführungen im Raume Basel-Olten-Brugg. Bis zum Jahre 1995 sollten die Planungsarbeiten soweit abgeschlos- sen sein, dass die künftige Linienführung festgelegt werden kann. Eine entsprechende Vorlage ist Ende der neunziger Jahre zu erwarten.
94.5102
Frage Bär Beschwerde gegen Kernkraftwerke Question Bär Requête en matière de centrales nucléaires
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994 Mit Entscheid vom 11. Mai 1994 ist die Zweite Kammer der Eu- ropäischen Menschenrechtskommission auf eine Be- schwerde eingetreten, die sich gestützt auf Artikel 6 EMRK ge- gen den Mühlebergentscheid des Bundesrates vom 14. De- zember 1992 (Betriebsbewilligung und Leistungserhöhung) richtet. Gerügt wurde das geltende Atomrecht; es schliesst den Weiterzug des bundesrätlichen Entscheides an eine un- abhängige Gerichtsbehörde aus.
Ist der Bundesrat angesichts des Signals aus Strassburg be- reit, die hängigen Gesuche von Beznau II und Leibstadt bis zum Vorliegen des Urteils zurückzustellen?
Texte de la question du 6 juin 1994 Par décision du 11 mai 1994, la deuxième Chambre de la Commission européenne des droits de l'homme est entrée en matière sur une requête qui, se fondant sur l'article 6 de la Convention européenne des droits de l'homme, vise la déci- sion du Conseil fédéral du 14 décembre 1992 relative à la cen- trale de Mühleberg (autorisation d'exploiter et augmentation de la puissance). La critique portait sur le droit en vigueur dans le domaine nucléaire, qui exclut la possibilité de porter la déci-
Heure des questions
854
N
6 juin 1994
sion du Conseil fédéral devant une autorité judiciaire indépen- dante.
Le Conseil fédéral est-il prêt, en raison de ce signal en prove- nance de Strasbourg, à suspendre les demandes des exploi- tants de Beznau II et Leibstadt jusqu'à ce que le verdict ait été rendu?
Ogi Adolf, Bundesrat: Die Europäische Kommission für Men- schenrechte in Strassburg hat am 11. Mai 1994 beschlossen, die Beschwerde, von der Frau Bär spricht, der schweizeri- schen Regierung zur Stellungnahme zu unterbreiten. Gestützt darauf wird die Kommission entscheiden, ob die Beschwerde zulässig ist. Erst danach stellt sich der Kommission die Frage, ob die Beschwerde inhaltlich berechtigt ist. Bis zu diesem Ent- scheid dürften zwei bis drei Jahre vergehen. Angesichts der langen Dauer und des höchst ungewissen Ausganges des Verfahrens besteht für den Bundesrat kein Anlass, die Bewilli- gungsverfahren für die Kernkraftwerke Beznau Il und Leib- stadt bis zum Vorliegen des Urteils zurückzustellen.
Bär Rosmarie (G, BE): Herr Bundesrat Ogi, Sie gehen mit mir sicher einig, dass das Atomgesetz nicht irgendein Gesetz ist, und Sie wissen auch, dass 80 Prozent der Fälle die Hürde, die diese Beschwerde in Strassburg genommen hat, bereits nicht mehr nehmen. Das heisst, die Zulassung ist in diesem Sinne schon ein Signal an die Schweiz. Das Atomgesetz ist singulär in der Schweiz, in dem Sinne, dass kein unabhängiger Weiter- zug mit einer verwaltungsrechtlichen Beschwerde möglich ist. Wäre es, angesichts der Tatsache, dass diese Leistungserhö- hung in Mühleberg gegen das Moratorium verstösst, staatspo- litisch nicht klug, wenn der Bundesrat diese zwei Jahre tat- sächlich warten würde, namentlich, weil kein zeitlicher Druck vorhanden ist? Sie haben ja die Bewilligung für Beznau II kürz- lich um ein Jahr verlängert, und Sie brauchen nicht jetzt eine unbefristete Betriebsbewilligung zu geben. Ich denke, das würde dem Energiefrieden nützen.
Ogi Adolf, Bundesrat: Wir versuchen alles, Frau Bär, um dem Energiefrieden eine Chance zu geben. Aber ein Entscheid der Europäischen Menschenrechtskommission hat keinerlei Aus- wirkungen auf bereits erteilte Bewilligungen, sondern ist eine Aufforderung an den betroffenen Staat, seine Gesetzgebung so zu ändern, dass sie der Europäischen Menschenrechts- konvention entspricht. Das ist die permanente Aufgabe. In be- zug auf die weiteren Bewilligungen kann ich zum heutigen Zeitpunkt einem Entscheid des Bundesrates nicht vorgreifen.
Texte de la question du 6 juin 1994
Lorsqu'il a rejeté la demande de concession déposée par RTL Suisse, le Conseil fédéral, en compensation, a promis aux édi- teurs de pouvoir renforcer leur collaboration avec S plus. Peut-il - après que la SSR a relancé S plus - garantir que la di- rection de cette chaîne restera indépendante, ce que la concession exige d'ailleurs expressément?
Peut-il en outre garantir que S plus restera ouverte aux particu- liers et aux minorités linguistiques?
94.5114
Frage Fritschi Oscar Zementierung des SRG-Monopols Question Fritschi Oscar Consolidation du monopole de la SSR
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
Nachdem das Schicksal von S plus in die Hände einer Task force unter Leitung von Peter Schellenberg, Direktor von Schweizer Fernsehen DRS, gelegt worden ist, frage ich den Bundesrat:
Widerspricht die abzusehende Entwicklung nicht dem vom Parlament im Gesetz und in der Diskussion zum Ausdruck ge- brachten Willen, privaten Veranstaltern den Zugang zum Fern- sehmarkt zu ermöglichen und das Schweizer Fernsehen DRS vermehrt dem Wettbewerb auszusetzen?
Führt das Scheitern von S plus als selbständigem Fernseh- programm nicht de facto zu einer Zementierung des SRG- Monopols im Fernsehbereich der welschen und ratoromani- schen Schweiz?
Texte de la question du 6 juin 1994
Etant donné que le sort de S plus a été mis dans les mains d'un groupe de travail dépendant de M. Peter Schellenberg, directeur de la DRS, je demande au Conseil fédéral de répon- dre aux questions suivantes:
Les développements à attendre ne sont-ils pas incompati- bles avec la volonté exprimée par le Parlement lors des débats et dans la loi d'ouvrir la télévision aux entreprises privées et de soumettre la DRS à une concurrence accrue?
L'échec de la tentative visant à faire de S plus un programme télévisé indépendant n'aboutit-il pas en fait au renforcement du monopole de la SSR en Suisse allemande et romanche?
94.5105
Frage Columberg Verstärkte Förderung von S plus Question Columberg Encouragement accru de la chaîne de télévision S plus
94.5115
Frage Cincera Unabhängiges Fernsehen Question Cincera Chaîne de télévision indépendante
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
Im Zusammenhang mit der Ablehnung des Konzessionsgesu- ches von RTL Schweiz hat der Bundesrat den privaten Verle- gern als Alternative eine verstärkte Kooperation mit S plus ver- sprochen.
Kann der Bundesrat - nachdem die SRG einen Neubeginn von S plus in die Wege geleitet hat - Gewähr bieten, dass S plus weiterhin über eine autonome Direktion verfügt, wie dies ausdrücklich in der Konzession verlangt wird?
Kann der Bundesrat weiter zusichern, dass S plus in Zukunft für Privatanbieter und für die sprachlichen Minderheiten offen bleibt?
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994 Im neuen Radio- und Fernsehgesetz sind die Grundsätze für den Betrieb der vierten Sendekette geregelt. Die neueste Ent- wicklung und die Vorfälle rund um S plus lassen befürchten, dass nicht im Sinne des Gesetzgebers gehandelt wird. Ich frage deshalb:
Warum wurde für die vierte Sendekette (S plus) nicht eine wirklich autonome Direktion geschaffen?
S plus entsprach dem Willen des Gesetzgebers, als autono- mer Sender eine Monopolstellung der SRG zu verhindern. Was gedenkt der Bundesrat zu unternehmen, damit dieses Ziel erreicht wird?
Fragestunde
855
Texte de la question du 6 juin 1994
La nouvelle loi sur la radio et la télévision fixe les principes qui doivent régir la quatrième chaîne télévisée. Les développe- ments les plus récents et les incidents en rapport avec S plus, laissent craindre que les intentions du législateur soient mé- connues. Je demande par conséquent au Conseil fédéral de répondre aux questions suivantes:
Pourquoi n'a-t-on pas donné une direction vraiment auto- nome à la quatrième chaîne télévisée (S plus)?
S plus correspondait à la volonté du législateur de mettre fin au monopole de la SSR, en créant une chaîne autonome. Qu'est-ce que le Conseil fédéral entend entreprendre pour at- teindre cet objectif?
Le Conseil fédéral est-il d'avis qu'il est opportun que le groupe de travail chargé de trouver une solution soit subor- donné à M. Peter Schellenberg qui, en tant que directeur de la DRS, est directement concerné?
Ogi Adolf, Bundesrat: Die Fragen beziehen sich alle auf die neuste Entwicklung rund um S plus. Wie erwähnt, beantwortet der Bundesrat diese Fragen gemeinsam.
Es trifft nicht zu, dass S plus als selbständiges Programm ge- scheitert ist, und es zeichnet sich auch keine Zementierung des SRG-Monopols ab, im Gegenteil. Die vierte Senderkette bietet Privaten die Chance, mit dosiertem finanziellen Risiko ins Fernsehgeschäft einzusteigen. Die «NZZ» und die Rin- gier AG haben diese Chance für eine Zusammenarbeit mit der SRG ergriffen und sind seit letztem Herbst auf Sendung. Wei- tere Veranstalter werden folgen. Nur braucht es ein attraktives Grundprogramm, damit es sich für Verleger lohnt, bei S plus einzusteigen. Das Ziel des Neustarts ist also eine Attraktivitäts- steigerung des S-plus-Programmes. Dafür müssen Synergien innerhalb der SRG besser genutzt werden. Für S plus ist aber weiterhin eine autonome Programmdirektion verantwortlich, die direkt der Generaldirektion untersteht.
Mit dem RTL-Entscheid vom 27. April 1994 hat der Bundesrat seine mit der Schaffung von S plus eingeleitete Medienpolitik gestützt. Er hat gleichzeitig die SRG beauftragt, im Rahmen der geltenden Konzession eine Neukonzeption auszuarbei- ten, um S plus zum Erfolg zu verhelfen. Wie und mit welchen Experten die SRG dies macht, liegt in ihrem Ermessen. Der Bundesrat kann und will sich dazu nicht äussern. Er wird die Entwicklung aber genau verfolgen.
Die Frage nach einem wirklich autonomen Sender mit einem Vollprogramm lässt sich mit vier Worten kurz beantworten: wünschbar, aber nicht finanzierbar. Die Schweiz ist ein zu klei- ner Markt, als dass zwei Vollprogramme zu finanzieren wären. Aus dieser Erkenntnis stammt die Konstruktion des Parlamen- tes mit dem Fenster oder mit dem Verbundmodell zwischen SRG und Dritten. Und schliesslich: S plus ist und bleibt ein wichtiges Element zur Verwirklichung dieser Ziele.
Columberg Dumeni (C, GR): Mit grosser Befriedigung habe ich die Ausführungen von Herrn Bundesrat Ogi zur Kenntnis genommen. Wenn man jedoch die Ausführungen der DRS- Verantwortlichen an der in der letzten Woche durchgeführten Medienkonferenz verfolgt hat, hat man den Eindruck, die Me- dienpolitik vom SF DRS gehe in eine andere Richtung, näm- lich in Richtung einer möglichst vollständigen Integration von S plus im normalen DRS-Programm. Deshalb meine Zusatz- frage: Welche Möglichkeiten hat denn der Bundesrat tatsäch- lich, um die von ihm verfolgte Medienpolitik durchzusetzen?
Fritschi Oscar (R, ZH): Ich möchte zur Frage des Leiters der Task force nachstossen, der nun die Aufgabe hat, S plus zu re- organisieren.
Herr Bundesrat, Sie haben gesagt, die vierte Kette biete den Privatanbietern eine Chance, in dieses Programm einzustei- gen. Da frage ich mich nur: Hat man nicht mit Direktor Schel- lenberg den Bock zum Gärtner gemacht, wenn es darum geht,
mehr Wettbewerb für die SRG zu erhalten? Herr Schellenberg hat sich öffentlich dafür ausgesprochen, dass eigentlich auch dieser vierte Kanal dem Schweizer Fernsehen DRS, also sei- ner Direktion, unterstellt werden sollte. Ist das nicht eine Aus- gangslage, bei der die Privatanbieter wenig motiviert sein wer- den, in dieses S plus einzusteigen?
Ogi Adolf, Bundesrat: Zunächst zur Zusatzfrage von Herrn Co- lumberg.
Aus der Sicht des Bundesrates gibt es aufgrund unseres Wis- sens heute keinen Grund, an der Gesetzes- und Konzessions- treue der SRG zu zweifeln. Allenfalls wird die Aufsichtsbehörde selbstverständlich die vom Gesetz vorgesehenen Massnah- men ins Auge fassen. Herr Columberg, die Konzession für S plus ist beschränkt bis Ende 1997. Sie wird aber automa- tisch bis Ende des Jahres 2002 verlängert, wenn sie nicht zu- vor durch den Bundesrat oder die SRG in diesem Punkt ge- kündigt wird. Bei einer vorzeitigen Rückgabe würde sich für den Bundesrat die Frage einer neuen Trägerschaft für den vierten Kanal früher stellen als geplant. Die SRG weiss nach dem Entscheid in Sachen RTL genau, um was es geht. Damit kann ich die Brücke schlagen zur Zusatzfrage von Herrn Frit- schi.
Die Ausführungen von Herrn Direktor Schellenberg will ich hier nicht kommentieren, aber ich kann Sie davon in Kenntnis setzen, dass diese Ausführungen und diese Erklärungen ge- macht wurden, bevor der Bundesrat den RTL-Entscheid ge- troffen hat. Unmittelbar vor und nach diesem Entscheid sind weitere Gespräche geführt worden, so dass ich der Meinung bin, dass die Chance für die Privaten jetzt vorhanden ist.
94.5106
Frage Maeder Wasserkraftnutzung. Ausgleichsbeiträge aufgrund des revidierten Gewässerschutzgesetzes
Question Maeder Utilisation des forces hydrauliques. Montants compensatoires prévus par la loi sur la protection des eaux
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
Durch den Verzicht der konzessionsberechtigten Kraftwerkge- sellschaften auf den Bau eines Greina-Wasserkraftwerks in Graubünden sind die Gemeinden Vrin und Sumvitg erhebli- cher Wasserzinseinnahmen verlustig geworden.
Nachdem im revidierten Gewässerschutzgesetz die Rechts- grundlagen für Ausgleichsbeiträge geschaffen worden sind, frage ich den Bundesrat: Wann endlich werden die Gemein- den Vrin und Sumvitg in den Genuss dieser wohlverdienten Beiträge gelangen?
Texte de la question du 6 juin 1994
Depuis que les entreprises concessionnaires ont décidé de ne pas construire l'usine hydraulique de la Greina aux Grisons, les communes de Vrin et de Sumvitg se voient privées d'impor- tantes recettes qu'elles auraient pu toucher sur la redevance annuelle.
Comme, depuis sa révision, la loi sur la protection des eaux prévoit désormais des montants compensatoires, je pose au Conseil fédéral la question suivante: quand les communes de Vrin et de Sumvitg obtiendront-elles enfin ces compensations qu'elles méritent largement?
Ogi Adolf, Bundesrat: Die Ausrichtung von Ausgleichsbeiträ- gen machte zunächst die Ausarbeitung einer Ausführungsver- ordnung erforderlich. Diese wird dem Bundesrat demnächst zum Erlass vorgelegt werden können. Um in den Genuss von
N 6 juin 1994
856
Heure des questions
Beiträgen zu gelangen, werden die Gemeinden Vrin und Sum- vitg den Bundesbehörden noch ein Gesuch einreichen müs- sen, das den Anforderungen der Verordnung entspricht.
Maeder Herbert (U, AR): Diese Ausgleichsleistungen, wie sie vom Volk vor zwei Jahren angenommen wurden und nun im neuen Gewässerschutzgesetz stehen, waren als Ausgleichs- leistungen für finanzschwache Berggemeinden gedacht, auf deren Buckel der Landschaftsschutz eben nicht stattfinden soll. Stimmt es, Herr Bundesrat, dass sich nun auch der Kan- ton Graubünden, der das neue Gewässerschutzgesetz vehe- ment bekämpft hatte, anstellt und ebenfalls in den Genuss von solchen Ausgleichsleistungen gelangen will?
Ogi Adolf, Bundesrat: Mir ist von einer solchen Stellungnahme des Kantons Graubünden nichts bekannt, aber ich werde die- ser Sache nachgehen und Sie später mündlich orientieren.
94.5109
Frage Miesch Umfahrungsstrasse Sissach/BL. Subventionsgesuch Question Miesch Contournement de Sissach/BL. Demande de subvention
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
Mit Schreiben vom 18. November 1993 hat die Bau- und Um- weltschutzdirektion des Kantons Basel-Landschaft beim Bun- desamt für Strassenbau nochmals nachdrücklich um die um- gehende Behandlung des Subventionsgesuchs von 1991 ge- beten, nachdem sämtliche Voraussetzungen auf kantonaler Ebene für die Realisierung erfüllt sind.
Erfüllt die Umfahrung die Bedingungen der Bundessubventio- nen?
Wenn ja, ist der Bundesrat bereit, die Zusicherung der Sub- vention schriftlich zu erteilen, damit die siebenjährige Bauzeit in Angriff genommen werden kann?
Wann dürfen das Baselbietervolk und die leidgeprüfte Bevöl- kerung von Sissach mit einem Entscheid rechnen?
Texte de la question du 6 juin 1994
Par lettre du 18 novembre 1993, la direction des constructions et de l'environnement de Bâle-Campagne a demandé encore une fois avec insistance à l'Office fédéral des routes d'exami- ner sans délai sa demande de subvention de 1991. La ré- ponse se fait toujours attendre.
Le contournement de Sissach répond-il aux conditions fixées pour les subventions fédérales?
Si oui, le Conseil fédéral est-il prêt à garantir cette subvention par écrit afin que la construction, qui doit s'étendre sur sept ans, puisse commencer?
Quand le peuple de Bâle-Campagne et la population de Sis- sach, exaspérés, peuvent-ils escompter recevoir une ré- ponse?
Ogi Adolf, Bundesrat: 1. Das Projekt erfüllt an sich die Bedin- gung für eine Bundessubvention unter dem Treibstoffzollge- setztitel «Landschaftsschutz, Ortsbildschutz», und dafür wäre ein Beitragssatz von 23 Prozent vorgesehen. Der Landrat des Kantons Basel-Landschaft hat jedoch entschieden, dass mit dem Bau erst begonnen werden darf, wenn vom Bund Bei- träge in der für subventionierte Hauptstrassen vorgesehenen Grössenordnung zugesichert worden seien. Hier würde der Beitragssatz 72 Prozent betragen. Der Kanton hat deshalb be- antragt, die Umfahrung Sissach ins Hauptstrassennetz aufzu- nehmen.
Der Bundesrat legt das schweizerische Hauptstrassennetz fest. Er beschliesst somit auch über allfällige Netzerweiterun- gen. Eine Subventionierung in der vom Kanton Basel-Land- schaft erwarteten Höhe kommt somit erst nach erfolgtem Netz- beschluss in Frage. Ein vorzeitiger Baubeginn ist aufgrund des Subventionsgesetzes aber nicht möglich.
Der Bundesrat ist nicht in der Lage, Herr Miesch, einen un- gefähren Zeitpunkt für die Prüfung der Erweiterung des Haupt- strassennetzes zu nennen.
94.5118
Frage Misteli Auflösung der Swisspetrol Holding AG Question Misteli Dissolution de Swisspetrol Holding SA
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
Laut Pressenachrichten wird die Swisspetrol Holding AG bis Ende 1994 aufgelöst. Als einzige der zehn Tochtergesellschaf ten soll die AG für schweizerisches Erdöl (Seag) in Zürich die geologischen und exploratorischen Daten aus mehr als 35 Jahren Tätigkeit sichern.
Der Nationalrat hat in der Frühlingssession 1993 grossmehr- heitlich der Verlängerung des Kredites über 10 Millionen Fran- ken bis zum 31. Dezember 1999 zugestimmt. Dies, obwohl die Privatwirtschaft nach 1988 ihren Finanzierungsbeitrag ange- sichts der aussichtslosen Zukunft der Erdgasexploration in der Schweiz stark reduziert und sich dadurch der Finanzie- rungsanteil von Bund und Kantonen massiv vergrössert hatte. Bis Ende 1992 waren vom Kredit 4,8 Millionen Franken bean- sprucht worden.
Kann der Bundesrat Auskunft geben, wieviel vom Kredit noch vorhanden ist und ob von seiten der Swisspetrol Holding AG noch weitere Forderungen bis Ende Jahr zu erwarten sind? Ist der Bundesrat bereit, die Zahlungen an die Swisspetrol Hol- ding AG einzustellen?
Sind der Zugang des Bundes zu den geologischen und explo- ratorischen Daten aus den mit Bundesgeldern mitfinanzierten Tätigkeiten und deren Verwendung für eigene wissenschaftli- che Zwecke auch in Zukunft garantiert?
Texte de la question du 6 juin 1994
Selon la presse, il est question de dissoudre Swisspetrol Hol- ding SA d'ici à la fin de 1994. Parmi les dix filiales, seule Seag (AG für schweizerisches Erdöl) à Zurich devrait conserver les résultats des études géologiques et des forages effectués pendant plus de 35 ans d'activité.
Au cours de la session de printemps 1993, une forte majorité du Conseil national a approuvé la prorogation jusqu'au 31 dé- cembre 1999 du crédit, qui dépasse 10 millions de francs, et ce, bien que le secteur privé ait notablement diminué sa contri- bution financière après 1988, considérant que la recherche de gaz naturel en Suisse était sans avenir. De ce fait, la participa- tion financière de la Confédération et des cantons a fortement augmenté. A fin 1992, un montant de 4,8 millions de francs avait été prélevé sur le crédit disponible.
Le Conseil fédéral peut-il indiquer à combien se monte la part encore disponible du crédit et si l'on doit s'attendre à d'autres demandes de la part de Swisspetrol Holding SA d'ici à la fin de l'année?
Le Conseil fédéral entend-il suspendre les versements à ladite société?
L'accès de la Confédération aux données géologiques et à celles relatives aux forages, dont l'obtention a été cofinancée par elle, ainsi que l'exploitation de ces données pour ses pro- pres objectifs scientifiques, sont-ils garantis?
857
Fragestunde
Ogi Adolf, Bundesrat: Es stimmt, Frau Misteli, dass an der Ge- neralversammlung der Swisspetrol Holding AG, welche am 10. Juni 1994 stattfinden wird, der Antrag des Verwaltungsra- tes auf Liquidation der Gesellschaft traktandiert ist. Laut Anga- ben der Swisspetrol sollen ausserdem neun ihrer zehn Toch- tergesellschaften bis Ende Jahr aufgelöst werden. Nur die AG für schweizerisches Erdöl (Seag) wird als Auffanggesellschaft der Swisspetrol weiterbestehen. Die Swisspetrol Holding AG rechnet damit, dass die Liquidation bis Ende Jahr abgeschlos- sen sein wird.
In die schweizerische Erdöl- und Erdgasexploration sind rund 317 Millionen Franken investiert worden. Dazu hat der Bund 5,3 Millionen Franken beigetragen. Vom Kredit von insgesamt 10 Millionen Franken sind also noch 4,7 Millionen Franken nicht ausgegeben worden.
Die zwischen dem Bund und der Swisspetrol Holding AG ab- geschlossene Vereinbarung legt fest, dass der Bund die For- schungsergebnisse, von denen er aufgrund des Darlehens- vertrages Kenntnis erhält, für eigene Zwecke verwenden kann. Der Zugang zu den Resultaten der seit 1983 durchgeführten Untersuchungen ist auch weiterhin gegeben. Es gilt, die Ge- samtheit der vorhandenen Daten, die sich zum Teil noch bei den ausländischen Partnern der Swisspetrol Holding AG be- finden, für die Schweiz zu sichern. Zwischen den zuständigen Bundesstellen und der Swisspetrol Holding AG sind diesbe- züglich Verhandlungen im Gang. Der Bund möchte den Zu- gang auch zu den Daten, die vor 1983 gewonnen wurden. Dar- über hinaus sollen diese Daten auch der Wissenschaft frei zur Verfügung gestellt werden.
Die Bundeshilfe für die Weiterführung der Erdöl- und Erdgas- forschung in der Schweiz bezieht sich explizit auf die Swisspe- trol Holding AG. Mit der Liquidation dieser Gesellschaft wer- den, abgesehen von den Kosten für Datenübernahme, keine weiteren Zahlungen mehr aus diesen Darlehen erfolgen.
94.5120
Frage Grendelmeier Kommunikationsmöglichkeiten des Zugspersonals Question Grendelmeier Lignes RER reliées au réseau Natel
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
Beim S-Bahn-Unfall bei Dübendorf/ZH ergaben sich offen- sichtlich wiederum technische Schwierigkeiten bei der Kom- munikation zwischen dem Zugspersonal und anderen Dienst- stellen. Ähnliche Probleme ergeben sich, wenn das Zugsper- sonal (z. B. im hintersten Wagen eines Intercity-Zuges) die Po- lizei am Zielbahnhof informieren sollte.
Ich frage daher den Bundesrat, ob es nicht möglich wäre, das Zugspersonal mit Natel-Geräten auszurüsten.
Texte de la question du 6 juin 1994
Lors de l'accident survenu sur une ligne RER près de Düben- dorf/ZH, des difficultés techniques ont de toute évidence à nouveau perturbé la communication entre le personnel de la rame et d'autres services. Des problèmes analogues surgis- sent lorsque le personnel (se trouvant par exemple dans le dernier wagon d'un train intercity) doit communiquer une in- formation à la police de la gare de destination.
Je demande donc au Conseil fédéral s'il serait possible d'équi- per de Natel le personnel des trains.
Ogi Adolf, Bundesrat: Mit Ausnahme der mit Stichkontrollen für Fahrausweise betrauten Equipen werden dem Zugsperso- nal keine Natel-Apparate abgegeben. Eine generelle Abgabe dieser Geräte ist von den SBB auch nicht geplant. Auf den mit dem Betriebsfunk ausgerüsteten Linien der SBB besteht in
den Zügen eine Sprechanlage zwischen dem Gepäckwagen, dem Zugführer und dem Lokführerstand, also dem Lokführer. Damit ist eine indirekte Kommunikationsverbindung vom Zugspersonal zur Betriebsleitzentrale sichergestellt.
Beim kondukteurlosen Betrieb im Regional- und Agglomerati- onsverkehr der SBB werden den Lokführern Natel-Apparate abgegeben, sofern der Betriebsfunk nicht funktioniert bezie- hungsweise nicht verfügbar ist.
Grendelmeier Verena (U, ZH): Sie nehmen ja wohl nicht an, dass ich mit dieser Antwort einverstanden bin. Oder anders gesagt: Meine Frage war zu höflich gestellt, wenn ich fragte, ob es nicht möglich sei, dass man dem Zugspersonal ein Na- tel zur Verfügung stelle, heute, wo jeder, aber wirklich jeder- mann in seinem Auto verbotenerweise telefonieren kann, auch da, wo es überhaupt nicht nötig ist. Wenn es irgendwo nötig ist, dann wohl in den Zügen, vor allen Dingen in jenen Zügen, die unbegleitet sind, das heisst in den Regionalzügen. Wie stellen Sie sich das bei einem Unglück vor, wie jetzt demjeni- gen in Dübendorf - und bei der Serie, die wir jetzt hatten, muss man wohl annehmen, dass es nicht das letzte war? Wie kön- nen wir mit nicht mittelalterlichen Methoden die Leute infor- mieren und die Sicherheit des Zugspersonals ganz vorne im Führerstand, aber auch der Zugspassagiere sicherstellen, wenn noch nicht einmal das banalste, nämlich ein Telefon, ein Natel, möglich sein soll?
Ich bitte Sie, Herr Bundesrat, nicht nur diese Frage zu beant- worten, sondern dafür zu sorgen, dass die Züge nach den Prinzipien eines halbwegs modernen Fahrzeugs ausgerüstet werden.
Ogi Adolf, Bundesrat: Die «halbwegs modernen» SBB haben wir, so glaube ich. Ich glaube auch sagen zu müssen, dass es nicht nur von der Verbindung abhängig ist, obschon sie sehr wichtig ist. Noch folgendes:
Ich habe in meinen Ausführungen gesagt, Frau Grendel- meier, dass die Lok-Führer beim kondukteurlosen Betrieb im Regional- und Agglomerationsverkehr der SBB mit Natel- Geräten ausgerüstet sind, sofern der Betriebsfunk nicht funk- tioniert.
Die Unfälle der letzten Wochen werden dazu führen, dass man die ganze Angelegenheit neu überdenken und überprü- fen muss.
Schliesslich ist alles möglich, nur muss es jemand bezahlen.
94.5131
Frage Suter Starkstromleitung in Biel Question Suter Ligne à haute tension à Bienne
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
Das Plangenehmigungsverfahren ist unter Ausschluss der Öf- fentlichkeit durchgeführt worden. Die von der Freileitung be- troffene Bevölkerung konnte keine Einsprache- und Be- schwerderechte gegen die über ihre Köpfe hinweg verfügte Hochspannungsleitung geltend machen.
Ist der Bundesrat bereit, in einer Zeit, wo - überspitzt formu- liert - das Begraben eines Kanarienvogels im Garten einer Be- willigung bedarf, die Wiederaufnahme des Plangenehmi- gungsverfahrens anzuordnen und damit die Wahrung des rechtlichen Gehörs der in ihren Rechten betroffenen Bevölke- rung zu ermöglichen?
Ist der Bundesrat bereit, den Baubeginn der strittigen Hoch- spannungsleitung hinauszuschieben, bis ein neuer Sachent- scheid rechtskräftig gefällt sein wird?
21-N
N
6 juin 1994
858
Heure des questions
Texte de la question du 6 juin 1994
Le public a été exclu de la procédure d'approbation des plans de la ligne à haute tension prévue à Bienne. La population concernée par la mise en place de cette ligne n'a pu ni faire opposition ni déposer de recours contre la décision d'appro- bation, qui a été prise derrière son dos.
A une époque où, en exagérant à peine, il faudra bientôt une autorisation pour enterrer son canari dans son jardin, le Conseil fédéral est-il prêt à ordonner la reprise de la procédure d'approbation des plans et à garantir ainsi le droit d'être en- tendu de la population lésée?
Le Conseil fédéral est-il prêt à reporter le début des travaux de mise en place de la ligne à haute tension controversée jusqu'à ce qu'une décision matérielle ayant force exécutoire soit prise?
Ogi Adolf, Bundesrat: Herr Suter, am 18. Februar 1994 reichte die Stadt Biel beim Bundesrat ein Wiedererwägungsgesuch ein mit dem Begehren, den Entscheid vom 3. Februar 1993 aufzuheben, mit dem die Beschwerde gegen die Plangeneh- migung für die Hochspannungsfreileitung abgelehnt worden war. Dieses Gesuch wird zurzeit beim Eidgenössischen Ju- stiz- und Polizeidepartement geprüft. Am 31. Mai 1994 reich- ten Sie, Herr Suter, in Ihrer Eigenschaft als Anwalt bei den SBB ein Gesuch ein um Eröffnung eines Enteignungsverfahrens: beim Bundesrat ein Revisionsgesuch gegen den Beschwer- deentscheid vom 3. Februar 1993 und beim Eidgenössischen Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement eine Aufsichts- anzeige gegen die SBB zur Sicherstellung der Einleitung des Enteignungsverfahrens.
Wie der Bundesrat in seiner Antwort vom 25. Mai 1994 auf die Einfache Anfrage Rychen vom 18. März 1994 in der gleichen Angelegenheit ausführte, erachtete er es schon damals aus grundsätzlichen Überlegungen als nicht möglich, neben den rechtlichen Verfahren auch noch den politischen Dialog mit den Bielern aufzunehmen. Dies würde zu einer unakzeptablen Vermischung von Aufgaben führen. Diese Aussage muss jetzt noch viel mehr gelten, nachdem - wie erwähnt - noch drei wei- tere Verfahren eingeleitet wurden. Die Anordnung rechtlicher Vorkehrungen andererseits gehört klarerweise in den Rahmen der erwähnten Verfahren.
Suter Marc (R, BE): 6000 Bielerinnen und Bieler sind betroffen von dieser Hochspannungsleitung, die direkt über ihre Köpfe hinweg geführt werden soll. Nun ist in der Tat ein Revisionsge- such eingereicht worden. Meine Frage: Sind Sie, Herr Bun- desrat Ogi, bereit, das Revisionsgesuch zur Kenntnis zu neh- men, anzuschauen und sich selber ein Bild zu machen? In die- sem Revisionsgesuch sind alle rechtlichen Argumente - nicht die politischen, sondern alle rechtlichen Argumente - festge- halten, die Ihnen einen neuen Sachentscheid, ein neues Ver- fahren, ermöglichen sollen.
Ogi Adolf, Bundesrat: Ich bin selbstverständlich bereit, dieses Revisionsgesuch zur Kenntnis zu nehmen. Ich bin auch bereit, die Sache anzuschauen und mir persönlich ein Bild zu ma- chen. Entscheiden wird aber am Schluss der Bundesrat.
94.5097
Frage Steinemann Unverhältnismässiger Einsatz der Bundesräte vor eidgenössischen Abstimmungen
Question Steinemann Engagement disproportionné des conseillers fédéraux avant les votations fédérales
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
In Beantwortung einer Einfachen Anfrage 1989 stellt der Bun- desrat folgendes fest: « .... war er (der Bundesrat) der Auffas- sung, dass staatliche Eingriffe in Wahl- und Abstimmungs- kampagnen wettbewerbsverzerrend wirken könnten .... »
Nimmt der Bundesrat mit seinem extrem intensiven Enga- gement (in TV und allen Presseerzeugnissen usw.) nicht zu einseitig Einfluss auf den Abstimmungsausgang?
Wieviel Steuergelder sind für diese Abstimmungsbeeinflus- sung etwa ausgegeben worden (Saläre der Bundesräte und Beamten, inklusive Spesen und Transporte, Drucksachen, Broschüren usw.)?
Stimmt es, dass ehemalige Blaumützen (Ärzte u. ä.) für ihre Einsätze im Abstimmungskampf für Schweizer Blauhelmtrup- pen vom Bund «Spesenersatz» erhalten?
Texte de la question du 6 juin 1994
Dans sa réponse à une question ordinaire de 1989, le Conseil fédéral affirmait que les interventions étatiques dans les cam- pagnes précédant des votations ou des élections pouvaient altérer les conditions de concurrence.
De par son engagement particulièrement soutenu (à la télé- vision et dans toutes sortes de journaux et magazines), le Conseil fédéral n'influence-t-il pas de manière trop partiale l'is- sue du scrutin?
Quelle part des recettes fiscales dépense-t-on pour financer ces interventions (salaires des conseillers fédéraux et des fonctionnaires, y compris frais généraux et de transport, impri- més, brochures, etc.)?
Est-il vrai que d'anciens bérets bleus (médecins et autres) ont reçu des dédommagements pour les frais encourus lors d'interventions dans le cadre de la campagne électorale pour les troupes de casques bleus suisses?
Couchepin François, chancelier de la Confédération: Pour le Conseil fédéral, l'information représente une tâche perma- nente dans la mesure où le fonctionnement de la démocratie directe présuppose que les votants soient informés le plus lar- gement possible. Le Conseil fédéral considère qu'il est de son devoir de donner des explications sur les différents objets mis au vote, de corriger des informations erronées et de dévelop- per les arguments en faveur du projet gouvernemental et du Parlement. Les opposants présentant également leurs argu- ments, le débat est objectif et ne peut pas être taxé de partial. Sur votre deuxième question: cette activité d'information parti- culière est comprise dans l'activité générale d'information exercée par le gouvernement et les autorités. Le Conseil fédé- ral n'entend pas chiffrer spécialement cette partie de son acti- vité dont la totalité transparaît dans le budget et les comptes de la Confédération.
Et sur votre troisième question: les anciens bérets bleus qui se sont engagés dans la campagne pour ces votations l'ont fait durant leur temps libre et sans aucun dédommagement de la part de la Confédération.
Steinemann Walter (A, SG): Was hier ausgeführt wurde, be- trachte ich natürlich anders. Mit der mit Steuergeldern finan- zierten Abstimmungsbeeinflussung unter Verzicht auf objek- tive Darstellung betritt der Bundesrat noch mehr Neuland. Dies hat mit Information und Darstellung von Argumenten nichts mehr zu tun. Es ist eine andere Art, davon zu sprechen.
N
859
Fragestunde
Der Bundesrat spricht von Information und ich von Abstim- mungsbeeinflussung.
Wer Blauhelme stellt, solidarisiert sich mit der Instanz der Blau- helme, die diese braucht. Wieso wird unser allfälliger zukünfti- ger Partner, nämlich der Uno-Sicherheitsrat, konsequent ver- schwiegen? Dieser bestimmt, wer, wann, wo was tut.
Ich glaube auch nicht, dass die Ärzte, die im Abstimmungs- kampf eingesetzt wurden, keine Spesen erhalten, weil ich von einem Kontrahenten von mir gehört habe, dass er Spesener- satz vom EMD bekomme. Ich möchte genau wissen, ob dem so ist. Wenn ja, frage ich Sie an, ob wir aus Gerechtigkeitsgrün- den für alle, die sich engagierten, auch auf der Gegnerseite, Spesenersatz einfordern können.
Couchepin François, chancelier de la Confédération: Je vous l'ai dit: le Conseil fédéral est de l'avis que dans les débats qui précèdent des votations fédérales, il a le droit, comme tous les autres groupes qui participent à la campagne, de faire valoir ses arguments. Il n'a pas à s'en tenir aux explications de vote écrites qui sont fournies à tous les citoyens.
Les conseillers fédéraux, comme tous les autres citoyens, ont le droit d'exprimer leur avis et de participer à la campagne. En ce qui concerne les bérets bleus, je ne peux que confirmer ce que je vous ai dit: à ma connaissance, aucun d'entre eux n'a été indemnisé pour cette participation.
94.5098
Frage Moser Missbrauch vertraulicher Informationen durch die Presse Question Moser Informations confidentielles divulguées par la presse. Abus
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
Am letzten Montag, 30. Mai 1994, erhielt ich die Antwort zu meiner Interpellation bezüglich Missbrauch vertraulicher Infor- mationen durch die Presse (93.3572). Typischerweise war der Inhalt der bundesratlichen Antwort bereits am Sonntag, 29. Mai, in der «SonntagsZeitung» publiziert. Über die Antwort des Bundesrates frohlocken die Printmedien; sie sind nicht schuldig, es sind die Parlamentarier und die Verwaltung. Ich werde zu einem späteren Zeitpunkt noch detailliert auf diese Antwort eingehen. Damit ich mich bis zur Behandlung im Rat keiner Verfehlung schuldig mache, möchte ich dem Bundes- rat folgende Frage stellen:
Ist es richtig, dass wir in Zukunft Papiere mit dem bekannten Aufdruck «Vertraulich» an die Öffentlichkeit tragen können, so- lange nicht ausdrücklich auf dem Papier vermerkt wird «Nicht zur Publikation bzw. Weiterverbreitung bestimmte Informa- tion» (vgl. Antwort zu Frage 3 meiner Interpellation)? Gilt dies für Nationalrat und Medienschaffende?
Texte de la question du 6 juin 1994
Lundi 30 mai 1994, j'ai reçu une réponse à mon interpellation concernant la divulgation par la presse d'informations confi- dentielles (93.3572). Comme d'habitude, le contenu de la ré- ponse du Conseil fédéral avait déjà été publié par la «Sonn- tagsZeitung» du dimanche 29 mai. La presse écrite exulte, ce n'est pas elle qui est mise en cause, mais les parlementaires et l'administration. Je reviendrai en détail sur cette réponse dans quelque temps. Afin de ne pas me rendre coupable d'aucun manquement d'ici aux délibérations au Conseil national, j'ai- merais poser au Conseil fédéral la question suivante: Est-il vrai que nous pourrons, à l'avenir, transmettre au public les documents portant la mention «confidentiel», sauf dans les cas où il est expressément signalé sur le document «Informa- tion non destinée à la publication ni à la divulgation» (cf. ré-
ponse à la question 3 de mon interpellation)? Cela s'appli- que-t-il aussi au Conseil national et aux médias?
Couchepin François, chancelier de la Confédération: Les per- sonnes qui, par leur fonction, disposent d'informations confi- dentielles sont tenues au strict respect des règles de confiden- tialité. C'est exactement et clairement ce que le Conseil fédéral dit dans son rapport écrit concernant votre interpellation «Di- vulgation par la presse d'informations confidentielles» (93.3572).
Sans vouloir anticiper les délibérations qui se tiendront dans ce Conseil, il faut en conclure que les conclusions que vous ti- rez de cette réponse ne correspondent pas à l'avis exprimé par le Conseil fédéral.
Moser René (A, AG): Herr Bundeskanzler, das war eine ganz dürftige Antwort. Sie haben auf die Frage, die ich gestellt habe, nicht Antwort gegeben. Ich möchte Sie jetzt nochmals bitten: Sagen Sie uns ganz genau, was auf einem vertraulichen Pa- pier stehen muss, damit es nicht in einer Boulevardzeitung pu- bliziert wird, bevor wir in der Kommission überhaupt etwas da- von wissen.
Couchepin François, chancelier de la Confédération: Je pense qu'il n'appartient pas au Conseil fédéral de dire à des élus du peuple ce qu'ils doivent faire. C'est dans cet esprit que la réponse du Conseil fédéral vous a été donnée.
94.5081
Frage Comby Winterolympiade 2002. Schweizer Kandidatur Sitten/Wallis Question Comby Jeux olympiques 2002. Candidature suisse Sion/Valais
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
Am 28. Januar 1994 hat das Schweizerische Olympische Co- mité die Kandidatur von Sitten/Wallis für die Olympischen Win- terspiele 2002 einstimmig angenommen. In der Frühjahrsses- sion 1994 haben 130 Nationalrätinnen und Nationalräte deut- lich zum Ausdruck gebracht, dass der Bund die Organisation dieses grossen internationalen Sport- und Jugendtreffens mo- ralisch, technisch und finanziell unterstützen sollte.
Ist der Bundesrat unter Wahrung der Befugnisse des Parla- mentes bereit, für die Olympischen Spiele Sitten/Wallis eine Defizitgarantie zu übernehmen, falls das Walliservolk am 12. Juni die Organisation gutheisst?
Auf welchen Betrag würde sich diese Garantie gegebenenfalls erstrecken?
Texte de la question du 6 juin 1994
Le 28 janvier 1994, le Comité olympique suisse a accepté à l'unanimité la candidature de Sion/Valais pour l'organisation des Jeux olympiques d'hiver de 2002. Durant la session de printemps 1994, 130 conseillères et conseillers nationaux avaient clairement exprimé leur volonté d'obtenir un appui mo- ral, technique et financier de la part de la Confédération pour l'organisation de cette grande rencontre internationale du sport et de la jeunesse.
Sous réserve d'un vote positif du peuple valaisan le 12 juin prochain et du respect des compétences du Parlement, le Conseil fédéral est-il disposé à accorder une garantie de défi- cit à l'organisation des Jeux olympiques Sion/Valais 2002? Et si oui, quel serait le montant de la garantie?
Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: Vous le savez, le 30 mai 1994, le Conseil fédéral a écrit au comité de candidature «Jeux
N 6 juin 1994
860
Heure des questions
olympiques d'hiver 2002 Sion/Valais» qu'il était prêt, et je cite, «à soutenir des Jeux olympiques d'hiver respectant la nature et utilisant pour l'essentiel les installations et l'infrastructure déjà existante à condition que le vote cantonal du 12 juin soit positif.»
Le Conseil fédéral, bien sûr, comme je crois le comité de can- didature lui-même, part de l'idée que l'organisation de ces Jeux olympiques n'entraînera pas de déficit. Mais, au cas où il y aurait déficit, pour ce cas spécial, il est prêt à envisager d'ac- corder une garantie de déficit du même ordre de grandeur que celles du canton et des communes organisateurs. Cette cita- tion signifie que si la somme totale des garanties de la part des communes organisatrices atteint 30 millions de francs, c'est- à-dire autant que la garantie prévue par le canton, le Conseil fédéral proposera également une garantie de 30 millions de francs.
Mais en tout cas, comme vous le savez, ce n'est pas le Conseil fédéral, mais le Conseil national et le Conseil des Etats qui en décideront définitivement sur la base de cette proposition.
94.5087
Frage Gross Andreas Kooperation mit der neuen Europäischen Umweltagentur Question Gross Andreas Coopération avec la nouvelle Agence européenne de l'environnement
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
Vergangene Woche nahm in Kopenhagen unter dem früheren spanischen Umweltstaatssekretär Domingo Jimenez-Beltran die neue Europäische Umweltagentur ihre Tätigkeit auf. Sie soll ein umweltpolitisches Informationsnetz aufbauen, Daten aufbereiten und bewerten. Ausdrücklich ist die Europäische Umweltagentur auch Staaten offen, die nicht der EU ange- hören.
Gedenkt der Bundesrat diese Chance zu nutzen, und wie soll diese Kooperation gestaltet werden?
Texte de la question du 6 juin 1994
Dirigée par l'ancien secrétaire d'Etat espagnol chargé de l'en- vironnement, Domingo Jimenez-Beltran, la nouvelle Agence européenne de l'environnement a donné le coup d'envoi à ses activités la semaine dernière à Copenhague. Sa mission consiste à mettre sur pied un réseau d'informations sur l'envi- ronnement, à traiter les données et à procéder à leur évalua- tion. Il est prévu explicitement que cette agence est aussi ou- verte aux Etats qui ne sont pas membres de l'Union euro- péenne.
Le Conseil fédéral a-t-il l'intention de saisir cette occasion et quelles seront les modalités de cette coopération?
Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: La participation de la Suisse à l'Agence européenne de l'environnement est inscrite dans le Plan de législature 1991-1995 du 25 mars 1992, au point 1.1.4. Depuis 1990, la Suisse, tout comme ses partenai- res de l'AELE, a entrepris plusieurs démarches en vue de parti- ciper à l'agence. Sur initiative suisse, la participation à l'agence a été incluse dans l'Accord sur l'Espace économique européen, au protocole 31, article 3. Peu après le choix de Co- penhague comme siège de l'agence, les pays de l'EEE y ont obtenu le statut d'observateurs, hélas pas la Suisse.
Un mandat de négociation pour un accord bilatéral est actuel- lement en préparation au sein de l'administration fédérale. Il sera soumis au Conseil fédéral lors d'une prochaine séance. Un tel accord devrait permettre à la Suisse de participer aux activités de l'agence sur un pied d'égalité avec les autres pays membres.
94.5090
Frage Sandoz Instruktoren und Militärversicherung Question Sandoz Officiers instructeurs et assurance militaire
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
Mit dem Inkrafttreten der neuen Bestimmungen des Militärver- sicherungsgesetzes sind die höheren Instruktionsoffiziere ver- pflichtet worden, künftig die Prämien der Privatversicherun- gen, die über die Grundversicherung hinausgehen, ganz oder teilweise selbst zu bezahlen. Diese neue Praxis stützt sich auf eine Auslegung und nicht auf den Wortlaut des Gesetzes, das sich zu diesem Punkt nicht äussert. Die Verpflichtung kommt einer Gehaltsverminderung gleich, denn bis zum 1. Januar 1994 ist die ganze Versicherungsprämie vom Bund übernom- men worden.
Sind alle Instruktionsoffiziere dieser neuen Regelung unter- stellt, oder gibt es Ausnahmen? Wenn ja, welche?
Texte de la question du 6 juin 1994
L'entrée en vigueur des nouvelles dispositions de la loi sur l'assurance militaire a eu pour conséquence - en vertu d'une interprétation de la loi et non pas en vertu de la loi elle-même, muette sur ce point - que les officiers instructeurs supérieurs doivent dorénavant payer tout ou partie des primes des assu- rances privées complémentaires de l'assurance de base. Cette obligation équivaut à une baisse de salaire, puisque, jusqu'au 1er janvier 1994, l'entier de la prime d'assurance était à la charge de l'administration.
Tous les officiers instructeurs ont-ils subi ce nouveau régime ou bien y a-t-il des exceptions? Si oui, lesquelles?
Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: Ce n'est pas seulement en vertu d'une interprétation de la loi, «muette sur ce point» - si vous me permettez cette citation, du nouveau droit de l'assu- rance militaire entré en vigueur le 1er janvier 1994, mais ex- pressément de l'article 17 de la nouvelle loi qui prescrit que l'assurance militaire ne paie plus que les frais pour la division commune des hôpitaux à tous les assurés, y compris aux offi- ciers instructeurs de l'armée.
Autrefois, les officiers avaient droit, selon leur grade militaire, à l'indemnisation pour la division privée ou semi-privée. Ils su- bissent donc effectivement un préjudice financier par rapport à jadis. En effet, s'ils veulent continuer d'être couverts pour la di- vision privée ou semi-privée, ils peuvent et doivent souscrire une assurance complémentaire à leurs frais. Cette réglemen- tation est applicable à tous les officiers instructeurs, sous ré- serve du droit transitoire.
En harmonie avec les décisions des Chambres fédérales, le Conseil fédéral a effectivement fixé, à l'article 38 de l'ordon- nance sur l'assurance militaire, une réglementation transitoire appropriée grâce à laquelle les officiers instructeurs reçoivent une indemnité respectivement de 750 et de 500 francs pen- dant trois ans en compensation de leur prime d'assurance. Une mesure d'exception a été prévue pour les personnes hos- pitalisées au-delà du 1er janvier 1994, en raison d'une affec- tion antérieure, et qui ne peuvent pas souscrire une assurance complémentaire.
Fragestunde
861
94.5091
Frage Sandoz Drogenpolitik Question Sandoz Politique en matière de stupéfiants
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
Der Bericht des Bundesrates über seine Geschäftsführung 1993, 1. Teil, enthält folgende Aussage: «Die Situation im Be- reich des illegalen Betäubungsmittelhandels wird sich in na- her Zukunft noch nicht entscheidend verbessern. Auf interna- tionaler Ebene ist nach wie vor keine grundsätzliche Änderung der Drogenpolitik, etwa im Sinne einer allgemeinen Liberali- sierung des Drogenkonsums, festzustellen.» (S. 8, Ziff. 1.1.5) Es ist klar, dass eine Liberalisierung des Drogenkonsums dem Betäubungsmittelhandel zugute kommen würde; dieser wäre dann nicht mehr illegal.
Bedeutet der zitierte Passus, der Bundesrat wünsche herbei, dass der Betäubungsmittelhandel durch dessen Befreiung vom Makel der Illegalität bessergestellt wird?
Texte de la question du 6 juin 1994
Le rapport du Conseil fédéral sur sa gestion 1993, première partie, contient le passage suivant: «La situation en matière de commerce illégal des stupéfiants ne devrait pas s'améliorer de manière décisive dans un avenir proche. Au niveau internatio- nal, un changement radical de la politique à l'égard de la dro- gue n'est pas encore intervenu, dans le sens par exemple d'une libéralisation de la consommation.» (p. 8, ch. 1.1.5) Il est clair qu'une libéralisation de la consommation des dro- gues serait favorable au commerce des stupéfiants qui cesse- rait d'être illégal.
Le passage cité du rapport signifie-t-il que le Conseil fédéral appelle de ses voeux une amélioration du commerce des stu- péfiants par la suppression de son caractère illégal?
Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: Madame Sandoz, la question que vous posez se base malheureusement sur une faute de traduction du rapport du Conseil fédéral sur sa ges- tion et je m'en excuse. La phrase en allemand est : «Auf inter- nationaler Ebene ist nach wie vor keine grundsätzliche Ände- rung der Drogenpolitik, etwa im Sinne einer allgemeinen Libe- ralisierung des Drogenkonsums, festzustellen.» Elle a été tra- duite abusivement en français par: «Au niveau international, un changement radical de politique à l'égard de la drogue n'est pas 'encore' intervenu dans le sens, par exemple, d'une libéralisation de la consommation», ce qui aurait laissé enten- dre que nous attendions une telle evolution. Le texte allemand, comme vous le voyez, n'a pas du tout cette connotation.
Quant au contenu de vos questions, Madame Sandoz: non, la politique suivie par le Conseil fédéral depuis 1990 ne vise pas une libéralisation du commerce ni de la consommation de dro- gue, mais une réduction des dommages liés à l'usage de la drogue. Un ensemble de mesures très diverses a été pris dans ce sens par la Confédération, dont le Conseil fédéral a pris acte le 27 avril dernier dans un rapport de l'Office fédéral de la santé publique, qui a d'ailleurs été rendu public.
Il faut préciser, en outre, que les essais sur prescription médi- cale de stupéfiants ne constituent pas une libéralisation du commerce de la drogue.
La répression du crime organisé reste un point essentiel de la coopération internationale et la Suisse souhaite accroître ses capacités en la matière. Les décisions du Parlement au cours de la session de printemps 1994 - délit d'organisation de cri- minels, Joi fédérale sur les mesures de contrainte en matière de droit des étrangers - seront encore complétées par une loi fédérale relative à la lutte contre le blanchissage d'argent et par un renforcement des structures policières de lutte contre le crime organisé. J'espère ainsi vous avoir rassurée quant aux intentions du Conseil fédéral.
94.5092
Frage Jöri Nach der Jagd auf junge Versicherte Jagd auf alte Versicherte? Question Jöri Assurances. Après la chasse aux jeunes, la chasse aux vieux?
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
Nachdem auf gesetzgeberischer Ebene mit der Einführung ei- nes Risikoausgleichs unter den Versicherungen die Entsolida- risierung gebremst werden konnte, scheinen sich gewisse Versicherungen mit fragwürdigen Werbemethoden dieser Massnahme zu entziehen. 100 Franken werden Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen pro Versicherungsabschluss mit Betag- ten über 60 Jahren ausbezahlt. Damit wird versucht, die Risi- kostruktur in dem Sinn zu verbessern, dass keine Ausgleichs- zahlungen geleistet werden müssen oder sogar Gelder bean- sprucht werden können. Im Zusammenhang mit dieser frag- würdigen Angelegenheit bitte ich den Bundesrat um die Be- antwortung folgender Fragen:
Wie beurteilt er dieses Geschäftsgebaren grundsätzlich?
Gibt es rechtliche Möglichkeiten zur Verhinderung dieser missbräuchlichen Praktiken?
Texte de la question du 6 juin 1994
Si, dans un premier temps, la compensation des risques, ins- taurée par la loi, a permis de freiner la désolidarisation des as- surances, il semble aujourd'hui que certaines de ces derniè- res se soustraient à cette mesure en employant des méthodes publicitaires douteuses. On verse 100 francs aux collabora- teurs et aux collaboratrices par contrat d'assurance conclu avec des personnes de plus de 60 ans. On tente ainsi d'amé- liorer la structure des risques, pour n'avoir à verser aucune compensation, ou même pour pouvoir prétendre à en rece- voir. En relation avec ces circonstances douteuses, je prie le Conseil fédéral de répondre aux questions suivantes:
Que pense-t-il de cette façon de faire des affaires?
Y a-t-il des moyens juridiques pour empêcher ces pratiques abusives?
Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: Ni le Conseil fédéral ni l'Office fédéral des assurances sociales n'ont, jusqu'ici, eu di- rectement connaissance des pratiques évoquées, mais il n'est effectivement pas exclu que certaines caisses-maladie se li- vrent à de telles méthodes de publicité. Celles-ci transgres- sent, à des fins étrangères à la cause, la règle en vigueur concernant le changement de caisse et la réserve.
Aucune directive plus précise sur les méthodes de publicité et les remises publicitaires n'a été donnée à ce jour aux cais- ses-maladie. Il ne serait du reste guère aisé de contrôler si de telles instructions sont respectées. L'arrêté fédéral urgent permet cependant de sanctionner, en réduisant les subsides de la Confédération, des frais administratifs qui auraient aug- menté à l'excès. Enfin, les pratiques en question ne peuvent être jugulées que grâce au libre passage intégral des person- nes assurées tel que le prévoit la nouvelle Lamal. En effet, les caisses-maladie ne pourront alors plus sélectionner l'admis- sion de leurs assurés en fonction de l'état de santé de ces personnes.
Heure des questions
862
N
6 juin 1994
94.5099
Frage Steinemann Drogenmissbrauch und IV Question Steinemann Abus de stupéfiants et assurance-invalidité
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
Texte de la question du 6 juin 1994
Combien de personnes ont-elles été déclarées invalides et obtiennent-elles une rente d'invalidité pour cause d'abus de stupéfiants?
Combien coûtent ces prestations à l'assurance-invalidité?
Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: Il faut souligner que la dé- pendance de la drogue n'est pas en soi une invalidité au sens de l'assurance-invalidité. En revanche, elle joue un rôle déter- minant en matière d'Al si elle a provoqué une maladie ou un accident à la suite de quoi l'intéressé a subi une atteinte à sa santé physique ou mentale qui réduit sa capacité de gain, ou si cette dépendance résulte elle-même d'une telle atteinte ayant valeur de maladie.
Dans les statistiques de l'Al, la dépendance de la drogue n'ap- paraît donc pas comme infirmité isolée. Elle fait partie soit des infirmités provoquées par la dépendance ou ayant provoqué la dépendance de la drogue, soit des toxicomanies, qui com- prennent aussi la dépendance de médicaments, la dépen- dance de la nicotine, l'obésité et d'autres atteintes à la santé. Pour ces raisons, il n'est pas possible de répondre de façon exacte à vos questions concernant le nombre de rentiers Al et le montant des prestations versées par l'Al dans le domaine de la dépendance de la drogue.
94.5104
Frage Rechsteiner Inkrafttreten des Freizügigkeitsgesetzes Question Rechsteiner Entrée en vigueur de la loi sur le libre passage
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994 Kann immer noch davon ausgegangen werden, dass das Bundesgesetz über die Freizügigkeit in der beruflichen Vor- sorge auf den 1. Januar 1995 in Kraft gesetzt wird? Wann ist der entsprechende Beschluss des Bundesrates, der für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von grosser Be- deutung ist, zu erwarten?
Texte de la question du 6 juin 1994 Peut-on encore espérer que la loi fédérale sur le libre passage dans le cadre de la prévoyance professionnelle sera mise en vigueur le 1er janvier 1995? Quand le Conseil fédéral prendra-t-il sa décision, qui est si im- portante pour les travailleurs?
Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: Le Conseil fédéral a, lors des délibérations consacrées à la loi sur le libre passage, pro- mis à maintes reprises de tout faire pour mettre en vigueur la loi au 1er janvier 1995. La Commission fédérale de la pré- voyance professionnelle délibérera le 27 juin 1994 sur l'ordon- nance concernant le libre passage et sur celle concernant l'en- couragement de la propriété du logement
Une proposition commune du Département fédéral de l'inté- rieur et du Département fédéral de justice et police sera en- suite présentée au Conseil fédéral. La décision du Conseil fé- déral est prévue pour le mois d'août.
94.5107
Frage Jenni Peter Nutzen von Tempolimiten für die Luftqualität Question Jenni Peter Effet des limitations de vitesse sur la qualité de l'air
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
Ich bitte den Bundesrat, mir mitzuteilen, warum nach den Er- gebnissen der neuesten Messungen des TCS die Niedrigge- schwindigkeits-Szenarien aufrechterhalten werden, da diese für die Luftqualität nachweisbar so gut wie nichts bringen.
Texte de la question du 6 juin 1994 Je prie le Conseil fédéral de me dire pourquoi, sur la base des résultats des dernières mesures faites par le TCS, les projets de limitations de vitesse sont maintenus, alors qu'il est prouvé qu'ils ne changent pratiquement rien à la qualité de l'air.
Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: L'interprétation de résul- tats de mesures d'émission sur des véhicules n'est pertinente que si ces résultats sont représentatifs de l'ensemble du parc automobile en circulation. Selon le «TÜV Rheinland» à Colo- gne, spécialiste reconnu, les mesures du TCS sur des voitures présentant un faible kilométrage ne permettent pas de tirer des conclusions quant à la relation entre émission de NO, et vì- tesse pour l'ensemble du parc automobile actuel.
Pour les véhicules immatriculés jusqu'en 1990, l'augmenta- tion des émissions de NO, avec la vitesse sur l'autoroute, jusqu'aux vitesses moyennes pratiquées aujourd'hui, a été dé- montrée à maintes reprises, en particulier par les experts de la commission de l'Union européenne, le groupe Corinair. Des mesures sont actuellement en cours auprès de l'Empa sur des véhicules plus récents.
Jenni Peter (A, BE): Ihrer Antwort, Frau Bundesrätin, ent- nehme ich, dass der Bundesrat zurzeit nicht weiss, wieviel diese Temporeduktionen für die Luftqualität bringen. Ist das richtig?
Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: Ce sont des valeurs moyennes et ma réponse avait pour but principal de montrer que des études qui ne portent que sur une partie du parc auto- mobile ne nous donnent pas des réponses satisfaisantes.
Fragestunde
863
94.5113
Frage Steinemann «Schweizer Kultur» in Paris Question Steinemann «Culture helvétique» à Paris
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
Das Schweizer Kulturzentrum in Paris schockiert zurzeit mit ei- ner Polaroid-Ausstellung von - gemäss «Blick» - «Pferdeär- schen». Das von der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia fi- nanzierte Zentrum ist immerhin das teuerste Schaufenster für Schweizer Kultur im Ausland.
Ist der Bundesrat der Meinung, die Mehrheit der Steuerzahler stehe hinter einer solchen Darbietung helvetischen Kultur- schaffens?
Texte de la question du 6 juin 1994
Le Centre culturel suisse à Paris présente actuellement une exposition choquante réunissant des photos Polaroid de ce que le quotidien «Blick» appelle des culs de chevaux («Pfer- deärsche»). Ce centre, financé par la fondation Pro Helvetia, constitue tout de même la vitrine la plus onéreuse de la culture suisse à l'étranger!
Le Conseil fédéral pense-t-il que la majorité des contribuables est derrière les auteurs de cette représentation de la création culturelle helvétique?
Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: L'art contribue à stimuler la discussion et la réflexion. Le rôle de l'Etat est de soutenir les forces créatrices, de rendre possible le processus de création par l'entremise de ces institutions d'encouragement de la culture. Le Centre culturel suisse à Paris s'est affirmé au cours de ces années comme une vitrine originale de la création artis- tique suisse et s'est taillé une réputation enviée parmi les cen- tres culturels étrangers à Paris.
Il n'appartient pas à l'Etat d'émettre des exigences sur le contenu des créations artistiques. Laissons aux Etats totalitai- res le soin de décider où l'art commence et où il finit.
Steinemann Walter (A, SG): Frau Bundesrätin, ich frage Sie konkret: Ist der Bundesrat der Meinung, dass die Mehrheit der Steuerzahler - und es geht mir um das Bezahlen dieser Aus- stellung - hinter einer solchen Darbietung helvetischen Kultur- schaffens stehe?
Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: Ma réponse montre que dans une démocratie, la majorité des contribuables est certai- nement favorable à une vision libérale de la promotion cultu- relle et n'imagine pas être en mesure de décider de la valeur d'une exposition particulière dans un centre aussi reconnu que le centre Poussepin.
En d'autres termes, je suis persuadée que le peuple suisse a une vision libérale de la culture et de la promotion culturelle.
94.5129
Frage Mauch Rolf Kriterien für Filmförderung Question Mauch Rolf Encouragement des activités cinématographiques. Critères appliqués
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
Trifft es zu, dass für einen Film über unseren Kollegen Jean Ziegler unter dem Titel «Kulturförderung» vom EDI eine Sub- vention in Höhe von 85 000 Franken bewilligt wurde? Falls ja: Welches sind die Rechtsgrundlagen einer solchen Ausgabe, und welche Kriterien werden für solche Subventi- onsentscheide angewandt?
Texte de la question du 6 juin 1994
Est-il exact qu'une subvention se montant à 85 000 francs ait été versée par le DFI pour la réalisation d'un film sur notre col- lègue Jean Ziegler, à titre d'encouragement de la culture? Si oui, quelles sont les bases légales et quels sont les critères régissant l'octroi de telles subventions?
Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: Le projet de film «Arra- chez les masques, Jean Ziegler» a été examiné par le comité d'experts compétent, selon l'article 5 lettre a de la loi fédérale sur le cinéma, et les articles 10 et 23 de l'ordonnance sur le ci- néma.
Le comité consultatif d'experts avait rejeté une première ver- sion du projet en décembre 1993. La version soumise à ce même comité, en mars 1994, a été jugée de qualité et soute- nue à l'unanimité des membres du comité. L'attribution d'une subvention a été décidée par l'Office fédéral de la culture, sur la base du dossier complet présenté par la maison de produc- tion joint-venture de Zurich, le 16 mai 1994. Le film est une co- production entre la Belgique, qui assume 55 pour cent des frais, la Suisse, 32 pour cent, et la France, 13 pour cent
Mauch Rolf (R, AG): Die kulturelle und politische Darstellung und Selbstdarstellung unseres Landes ist in den letzten Jah- ren nicht ohne Nebengeräusche über die Bühne gegangen und hat zu einigen heiklen Fragen in der Öffentlichkeit geführt. Ich habe den Ausführungen von Frau Bundesrätin Dreifuss entnommen, dass der von mir angesprochene konkrete Ent- scheid offenbar in die Zuständigkeit einer untergeordneten In- stanz gefallen ist. Ich stelle die Zusatzfrage deshalb, weil es eine Rolle spielt, ob dies höchstdepartementale Entscheide sind oder ob Entscheidfällung und Zuständigkeit nach unten delegiert sind; ob die Verantwortung weiter unten, bei politisch nicht verantwortlichen Stellen zu suchen ist. Gehe ich mit mei- ner Interpretation Ihrer Antwort richtig?
Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: Nous déléguons au co- mité d'experts la tâche de juger la qualité des projets de films pour lesquels est présentée une demande de subvention à la Confédération.
Cette exigence de qualité a fait l'objet de cet examen; le comité d'experts nous l'a recommandée à l'unanimité.
Personnellement, je ne connais pas de cas - ils doivent être très réduits - où l'administration ou moi-même nous permet- trions de ne pas suivre les recommandations du comité d'ex- perts.
Heure des questions
864
N
6 juin 1994
94.5130
Frage Rychen AHV-Renten. Finanzierung Question Rychen Financement des rentes AVS
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
Frau Bundesrätin Dreifuss will unter anderem die Reserven des AHV-Fonds für die Finanzierung der Renten heranziehen. Ist das wirklich so?
Wenn ja, will der Bundesrat die Änderung der gesetzlichen Grundlagen vorschlagen, die derzeit den Verzehr der AHV- Reserven in der Höhe einer Jahresausgabe verbieten?
Texte de la question du 6 juin 1994
Est-il exact que Mme Dreifuss, conseillère fédérale, veuille no- tamment se servir des réserves du fonds AVS pour financer les rentes?
Si oui, le Conseil fédéral se propose-t-il de modifier les bases légales actuelles, qui ne permettent pas de puiser dans les réserves de l'AVS un montant équivalant à ses dépenses annuelles?
Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: Lors de sa séance du 24 mai dernier, le Conseil fédéral a effectivement décidé de proposer au Parlement de réduire la contribution de la Confé- dération au fonds AVS de 17,5 à 17 pour cent à partir de 1996, dans le cadre des mesures d'assainissement des finances fé- dérales pour 1994.
L'article 107 alinéa 3 de la loi fédérale sur l'assurance-vieil- lesse et survivants (Lavs) prévoit que le fonds de compensa- tion ne doit pas, en règle générale, tomber au-dessous du montant des dépenses annuelles. Actuellement, le fonds se monte à 101 pour cent d'une dépense annuelle; entre 1978 et 1990, il se situait cependant également en dessous d'une dé- pense annuelle. Actuellement, il n'est pas prévu de procéder à une adaptation de l'article 107 alinéa 3 Lavs.
94.5132
Frage Zisyadis Entsorgung von Altpapier. Gebühr Question Zisyadis Elimination du vieux papier. Taxe
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994 Verschiedenen Informationen zufolge soll die Einführung ei- ner Gebühr für die Entsorgung von Altpapier geplant sein. Kann der Bundesrat über diese Pläne und über die voraus- sichtlichen Auswirkungen dieser Gebühr orientieren?
Texte de la question du 6 juin 1994 Diverses informations font état de l'introduction possible d'une taxe sur le vieux papier pour son élimination. Le Conseil fédéral peut-il informer sur ces projets et sur les conséquences prévisibles de cette taxe?
Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: La collecte du vieux pa- pier est souhaitable pour des raisons écologiques, parce que la valorisation pollue moins l'environnement que la production à partir de matières premières. En plus, le recyclage décharge les installations de traitement de déchets. Au cours de ces der- nières années, le prix du vieux papier a fortement chuté; il en résulte donc des frais de collecte importants pour les commu- nes, qui peuvent aller jusqu'à 90 francs par tonne. Il serait sou-
haitable que ces coûts soient couverts par des taxes d'élimina- tion anticipées sur le papier ou les imprimés. Les organisa- tions faîtières recherchent actuellement une solution, en vue de couvrir les frais de valorisation du vieux papier par des contributions volontaires.
Avec la modification en cours de la loi sur la protection de l'en- vironnement, le Conseil fédéral veut créer les bases légales nécessaires à l'introduction des taxes d'élimination antici- pées, au cas où les branches concernées ne pourraient pas parvenir elles-mêmes à un accord.
Le président: Les réponses aux questions restantes seront données par écrit.
94.5080
Frage Ruffy Nothilfe für Rwanda Question Ruffy Aide d'urgence aux Rwandais
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
Die Schweiz unterhält im Rahmen der Entwicklungszusam- menarbeit und der humanitären Hilfe seit langem besonders enge Beziehungen zu Rwanda. Darum sind wir von den ge- genwärtigen tragischen Ereignissen und von der Not der über- lebenden Bevölkerung umso mehr betroffen. Wir fragen den Bundesrat:
Ist er bereit, zu gestatten, dass Kinder, welche medizinische Hilfe benötigen, die an Ort und Stelle nicht geleistet werden kann, in die Schweiz kommen können?
Ist er bereit, die Hilfe an Flüchtlinge in Rwanda selbst zu ver- stärken?
Ist er bereit, den Nachbarstaaten Hilfe zu leisten, die Flücht- linge aus Rwanda aufgenommen haben und selbst sehr arm sind?
Texte de la question du 6 juin 1994
La Suisse a établi depuis longtemps des relations d'aide et de coopération particulièrement importantes avec le Rwanda. Aussi les événements tragiques actuels et la détresse des res- capés nous frappent-ils d'autant plus. Nous demandons au Conseil fédéral de nous dire:
s'il est prêt à autoriser la venue en Suisse d'enfants ayant besoin de soins médicaux impossibles à donner sur place;
s'il s'engage à renforcer les secours aux personnes dépla- cées à l'intérieur du Rwanda;
s'il est d'accord de venir en aide aux Etats voisins qui ont ac- cueilli des Rwandais, et qui sont eux-mêmes des pays très pauvres.
Réponse écrite du Conseil fédéral
Fragestunde
865
plus que les moyens initialement prévus pour la coopération au développement ont été bloqués. Cette aide dépend toute- fois des possibilités d'action du CICR sur place, qui sont ac- tuellement très limitées. En cas d'une stabilisation de la situa- tion à l'intérieur du pays, des soutiens financiers, en personnel et en matériel plus importants sont à prévoir.
94.5083
Frage Gross Andreas Europäischer Rat. Haltung der Schweiz Question Gross Andreas Conseil européen. Attitude de la Suisse
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
In einer gemeinsamen Erklärung anlässlich der Eröffnungs- konferenz zum «Stabilitätspakt» in Europa von Ende Mai ha- ben Bundeskanzler Kohl und Premierminister Balladur ange- regt, «die Staats- und Regierungschefs der beitrittswilligen Länder einmal im Jahr zu einem Europäischen Rat» der EU einzuladen, «damit sie mit den Zwölf und demnächst den Sechzehn Fragen gemeinsamen Interesses erörtern und auf diese Weise unsere Zusammenkunft vertiefen».
Fühlt sich der Bundesrat von einer solchen Anregung ange- sprochen, oder meint er, der Terminus «beitrittswillig> beziehe sich bloss auf die mittel- und osteuropäischen Staaten, die der EU beitreten möchten, aber aus wirtschaftlichen Gründen nicht können, während die Schweiz könnte, aber vorläufig (noch) nicht möchte?
Texte de la question du 6 juin 1994
Lors de l'ouverture de la conférence sur le «pacte de stabilité» en Europe, qui s'est tenue fin mai, le chancelier allemand, M. Kohl, et le premier ministre français, M. Balladur, ont, dans une déclaration commune, suggéré d'inviter au Conseil euro- péen - une fois par an - les chefs d'Etat et de gouvernement des pays souhaitant entrer dans l'Union européenne. Ils pour- raient ainsi débattre avec les Douze, et bientôt avec les Seize, des questions d'intérêt commun de manière à approfondir le dialogue.
Le Conseil fédéral se sent-il concerné par cette proposition, ou est-il d'avis que le terme «souhaitant entrer dans l'Union euro- péenne» s'applique uniquement aux Etats d'Europe centrale et orientale qui voudraient adhérer à l'Union européenne, mais qui ne peuvent le faire pour des raisons économiques, alors que la Suisse le pourrait, mais ne le veut pas, ou pas en- core?
Schriftliche Antwort des Bundesrates
Die Idee, die «Staats- und Regierungschefs der beitrittswilli- gen Länder einmal im Jahr zu einem Europäischen Rat einzu- laden», wurde vorgebracht, hat aber nicht zu entsprechenden Einladungen geführt. Solche auszusprechen, wäre freilich Sa- che der gesamten EU, und dieser stünde es auch zu, den Teil- nehmerkreis zu bestimmen.
Die Frage stellt sich mithin derzeit für den Bundesrat nicht. Sollte sie sich dereinst konkretisieren, würde sie vom Bundes- rat im Sinne des Berichts über die Aussenpolitik der Schweiz in den neunziger Jahren wohlwollend geprüft.
94.5117
Frage Spielmann Die Schweiz und der Frieden in Korea Question Spielmann La Suisse et la paix en Corée
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
Der Bundesrat hat sich in der Antwort auf ein Postulat kürzlich einverstanden erklärt, seine Guten Dienste zugunsten der Fortführung des Friedensprozesses in Korea anzubieten. Seit- her hat sich die Situation dort in einem Masse zugespitzt, dass selbst die Präsenz und die Rolle der Schweiz als neutraler Be- obachterin der Überwachung der Waffenstillstands-Vereinba- rungen in Frage gestellt sind.
Welchen Auftrag und welche Rolle wird die Schweizer Mission in Panmunjom fortan haben?
Texte de la question du 6 juin 1994
Le Conseil fédéral a accepté dans sa réponse à un récent pos- tulat d'offrir ses bons offices en faveur du développement des processus de paix en Corée. Depuis, la situation s'est profon- dément dégradée au point que même la présence et le rôle de la Suisse comme observateur neutre de la surveillance des ac- cords d'armistice sont remis en cause.
Quels seront désormais le mandat et le rôle de la présence suisse à Panmunjom?
Réponse écrite du Conseil fédéral
Le mandat et le rôle des Etats membres de la Commission neutre de contrôle en Corée, donc ceux de la Suisse, sont défi- nis par la Convention d'armistice conclue le 27 juillet 1953 entre l'Organisation des Nations Unies d'une part, la Républi- que populaire démocratique de Corée et la République popu- laire de Chine d'autre part. La Suisse entend maintenir sa pré- sence et respecter ses engagements dans cette commission aussi longtemps que la Convention d'armistice restera en vi- gueur.
94.5122
Frage Weder Hansjürg Zollfreistrasse zwischen Lörrach und Weil am Rhein Question Weder Hansjürg Route entre Lörrach et Weil am Rhein
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994 In einem Postulat vom 29. November 1989 hat alt Nationalrat Burckhardt Martin, Basel-Stadt, «den Bundesrat eingeladen (dem Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt zu empfehlen), angesichts des grundlegend veränderten Stellenwertes des Umweltschutzes im Strassenbau und der sich daraus erge- benden veränderten Haltung weiter Kreise der Gemeinde Rie- hen zu prüfen, ob in nützlicher Frist mit der Bundesrepublik Deutschland Möglichkeiten gefunden werden können, in ei- nem dringlichen Planungsvorgang ohne wesentlichen Zeit-
22-N
Heure des questions
866
N
6 juin 1994
verlust eine machbare Alternative der Strassenführung herbei- zuführen, welche die noch unberührte Flusslandschaft der Wiese zur Gänze schont».
Ich frage dem Bundesrat an, wann der entsprechende Bericht erwartet werden darf.
Texte de la question du 6 juin 1994
M. Burckhardt Martin, ancien conseiller national, de Bâle-Ville, a déposé le 29 novembre 1989 un postulat dont la teneur était la suivante: «Compte tenu du fait que la protection de l'envi- ronnement joue un rôle de plus en plus important dans la construction des routes et que l'attitude d'une grande partie des habitants de la commune de Riehen s'en trouve modifiée, le Conseil fédéral est invité à recommander au Conseil d'Etat du canton de Bâle-Ville de vérifier si, dans un délai raisonna- ble, on pourrait parvenir à un accord avec l'Allemagne fédé- rale, qui viserait à mettre en oeuvre, dans le cadre d'un proces- sus urgent de planification, une solution de rechange à l'actuel tracé de la route, de manière à ne pas défigurer le paysage en- core intact des alentours de la rivière Wiese.»
De l'avis du Conseil fédéral, quand peut-on s'attendre à voir paraître le rapport concernant cette question?
Schriftliche Antwort des Bundesrates
Das Postulat Burckhardt vom 29. November 1989 ist bereits im Rahmen des Geschäftsberichtes des Bundesrates 1992 als erfüllt bzw. gegenstandslos abgeschrieben worden. In der Tat hatte, wie der Bundesrat im Geschäftsbericht aus- führte, die Überprüfung durch die im Staatsvertrag von 1977 vorgesehene Gemischte Kommission im Jahr 1990 ergeben, dass die im Vertrag festgelegte Linienführung für die Zollfrei- strasse zwischen Lörrach und Weil am Rhein unter Würdi- gung aller Umstände, insbesondere derjenigen des Umwelt- und Gewässerschutzes, die beste ist. Nachdem das Baude- partement des Kantons Basel-Stadt am 17. Januar 1992 das deutsche Bauprojekt für die Zollfreistrasse genehmigt hatte, waren die wesentlichen Voraussetzungen zu dessen Reali- sierung gegeben.
Im übrigen hatte der Bundesrat dem Fragesteller bereits am 24. August 1992 auf dessen Einfache Anfrage vom 19. Juni 1992 (Einhaltung des Staatsvertrages über die Zollfreistrasse Riehen) in gleichem Sinne geantwortet. Er sieht keinen Grund, von seiner Auffassung abzuweichen.
94.5126
Frage Dünki Blockade Griechenlands gegen Mazedonien Question Dünki Blocus de la Grèce contre la Macédoine
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
Griechenland hat gegen Mazedonien eine Blockade errichtet und begründet diese Massnahme u. a. mit der Staatsflagge Mazedoniens. Dabei handelt es sich um eine Begründung, welche der Kanton Bern auch gegen das Wappen des Kan- tons Jura vorbringen könnte, was aber vernünftigerweise un- terblieben ist.
Was gedenkt der Bundesrat zu tun, um Mazedonien gegen diese griechische Blockade beizustehen?
Hat der Bundesrat bei den zuständigen Stellen Griechenlands gegen diese unverhältnismässige Massnahme protestiert?
Texte de la question du 6 juin 1994
La Grèce a décrété un blocus contre la Macédoine à cause, notamment, du drapeau qu'elle s'est donné. Le canton de Berne aurait pu faire le même reproche au canton du Jura si la raison n'eût primé.
Que pense faire le Conseil fédéral pour aider la Macédoine, soumise au blocus grec?
Le Conseil fédéral a-t-il protesté auprès des autorités grec- ques contre cette mesure disproportionnée?
Schriftliche Antwort des Bundesrates
Der Konflikt zwischen der ehemaligen jugoslawischen Repu- blik Mazedonien und Griechenland umfasst mehr als nur ei- nen Streit um die Staatsflagge. Der Konflikt bildet zurzeit Ge- genstand eines Vermittlungsverfahrens unter der Schirmherr- schaft der Uno. Der Bundesrat hat beide Seiten ermuntert, alle strittigen Fragen im Rahmen dieses Verfahrens zu lösen. Er betrachtet Massnahmen wie diejenigen, welche Griechenland gegen die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien verhängt hat, als einer politischen Lösung abträglich. In der KSZE hat sich die Schweiz zugunsten einer Mitgliedschaft die- ses Landes ausgesprochen, in der Meinung, dass dadurch auch die Beziehungen zu Griechenland sich auf die bewähr- ten KSZE-Prinzipien abstützen lassen.
Die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien ist zusätz- lich auch von den durch die Uno verhängten Wirtschaftssank- tionen gegen Restjugoslawien (Serbien/Montenegro) hart be- troffen. Die Schweiz beteiligt sich mit 1,4 Millionen Dollar an der Regelung der Zahlungsrückstände dieses Landes gegen- über der Weltbank.
94.5127
Frage Zwygart Waffenembargo gegen Bosnien-Herzegowina Question Zwygart Ventes d'armes. Embargo à l'encontre de la Bosnie-Herzégovine
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
Nachdem die Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien der Vergangenheit angehört und aus ihr unabhängige Staaten entstanden sind, hat Serbien einen Angriffskrieg gegen Slowe- nien (1991 erfolgreich abgewehrt), Kroatien und Bosnien-Her- zegowina eröffnet.
Das Waffenembargo wirkt sich aufgrund der tatsächlichen Lage für Serbien und seine Verbündeten positiv aus. An militä- rischen Mitteln scheint keinerlei Mangel zu bestehen. Hinge- gen ist Bosnien-Herzegowina kaum in der Lage, dieser serbi- schen Übermacht mit wirksamer Gegenwehr, d. h. Verteidi- gungsmassnahmen, zu begegnen.
Ist der Bundesrat bereit, die bestehenden Embargobestim- mungen in der Weise zu lockern, dass die militärische Verteidi- gung Bosnien-Herzegowinas, insbesondere von Städten wie Sarajewo, Bihac, Gorazde, Tuzla usw., verbessert werden kann?
Texte de la question du 6 juin 1994
Après l'éclatement de la République socialiste fédérative de Yougoslavie et l'accession à l'indépendance des Etats qui la composaient, la Serbie a déclenché une guerre offensive contre la Slovénie (évitée en 1991), contre la Croatie et contre la Bosnie-Herzégovine.
En raison de la situation sur le terrain, l'embargo sur les armes avantage la Serbie et ses alliés. Ceux-ci ne semblent pas man- quer de matériel militaire, loin de là. La Bosnie-Herzégovine, par contre, ne peut pas lutter de manière efficace (c'est-à-dire se défendre) contre la toute-puissance serbe.
Le Conseil fédéral est-il prêt à assouplir l'embargo de telle ma- nière que la Bosnie-Herzégovine puisse mieux se défendre mi- litairement, et notamment mieux défendre les villes de Sara- jevo, Bihac, Gorazde, Tuzla, etc .?
Fragestunde
867
Schriftliche Antwort des Bundesrates
Eine allfällige Lockerung oder gar Aufhebung des Embargos hätte die Ausweitung und Verlängerung des Krieges zur siche- ren Folge. Waffenlieferungen nach Bosnien-Herzegowina würden möglicherweise andere Regierungen bewegen, mili- tärische Unterstützung zugunsten Serbiens zu leisten. Letzt- lich würden Waffenlieferungen nach Bosnien kein militäri- sches Gleichgewicht zwischen Muslimen und Serben herstel- len, da in einem solchen umfassenden Krieg lediglich 4 Millio- nen Muslime 12 Millionen Serben gegenüberständen. Im übrigen liefert die Schweiz aufgrund des Kriegsmaterialge- setzes von 1972 ohnehin keine Waffen in Spannungsgebiete.
94.5128
Frage Sieber Bürgerkrieg im Sudan Question Sieber Guerre civile au Soudan
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
Seit Jahren tobt im Sudan ein Bürgerkrieg, unter welchem in erster Linie die schwarze und in der Regel christliche Bevölke- rung im Süden des Landes leidet. Die islamisch ausgerichtete Regierung scheint unmenschliche Gesetzesbestimmungen (Scharia) auch gegen Christen richten zu wollen. Wie beurteilt der Bundesrat die Lage der christlichen Bevölke- rung im Sudan? Welche Möglichkeiten der Hilfe sieht er für die Schweiz?
Texte de la question du 6 juin 1994
Depuis des années, la guerre civile fait rage au Soudan. Elle éprouve durement la population noire et, plus généralement, la population chrétienne du sud du pays. Le gouvernement islamiste semble vouloir appliquer des lois inhumaines (la charia) aussi à l'encontre des chrétiens. Que pense le Conseil fédéral de la situation des chrétiens au Soudan? Comment la Suisse peut-elle les aider?
Schriftliche Antwort des Bundesrates
Die etwa 7 Millionen Christen und Anhänger von Naturreligio- nen leben traditionellerweise im Süden des Sudan. Als Folge des seit 1983 andauernden Bürgerkrieges, unter welchem die Bevölkerung Sudans ungeachtet von deren ethnischen, reli- giösen und sprachlichen Zugehörigkeit leidet, sind u. a. rund 4 Millionen Christen aus dem Süden vertrieben worden und le- ben in Flüchtlingslagern in der Umgebung von Khartum. In den Flüchtlingslagern rund um Khartum sind muslimische Hilfsorganisationen tätig, die ihre Hilfe bevorzugt an Muslime verteilen. Der Islam ist die Staatsreligion im Sudan. Obwohl nach offiziellen Angaben Religionsfreiheit herrscht, hat in der Praxis die nichtmuslimische Bevölkerung gegen eine zuneh- mende Intoleranz zu kämpfen und wird diskriminiert. Im Zuge der Islamisierung versucht die Regierung, die Minderheiten zu assimilieren.
Der Bundesrat teilt die Besorgnis des Fragestellers über die Menschenrechtslage im Sudan. Es wird in diesem Zusam- menhang auf die Antwort des Bundesrates auf die Einfache Anfrage Baumberger (Tragödie im Südsudan) verwiesen, worin u. a. auch die humanitäre Hilfe der Schweiz an die leid- geprüfte Bevölkerung beschrieben wird.
94.5133
Frage Zisyadis Schweiz-Italien. Bilaterale Beziehungen Question Zisyadis Relations bilatérales entre la Suisse et l'Italie
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg sind in die italieni- sche Regierung faschistische Minister berufen worden; dies führt in den Mitgliedstaaten des Europarates weiterhin zu sehr unterschiedlichen Reaktionen.
Wie gedenkt sich die Schweiz bei künftigen bilateralen Ge- sprächen zu verhalten?
Texte de la question du 6 juin 1994
La nomination, pour la première fois depuis la fin de la Deuxième Guerre mondiale, de ministres fascistes au sein du nouveau gouvernement italien continue à susciter des réac- tions très diverses de la part des pays représentés au sein du Conseil de l'Europe.
Quelle sera l'attitude de la Suisse lors des futures rencontres bilatérales?
Réponse écrite du Conseil fédéral
Le Conseil fédéral n'a pas l'intention de changer quoi que ce soit dans ses rapports avec le nouveau gouvernement italien. La Suisse entretient avec l'Italie des relations de bon voisi- nage, traditionnellement amicales.
94.5100
Frage Bischof Wasserfilter für Uno-Interventionsgebiete? Question Bischof Filtres-épurateurs d'eau pour les zones d'intervention de l'ONU
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994 Kürzlich war zu lesen, dass Peter Arbenz (Uno-Truppen- Inspektor und Präsident der SOG) als Verwaltungsratspräsi- dent der Firma Katadyn Produkte AG gewählt wurde. Die Kata- dyn AG vertreibt Produkte, die für die Wasseraufbereitung be- nötigt werden.
Ist diese Funktion als Verwaltungsratspräsident mit der Auf- gabe eines Uno-Truppen-Inspektors vereinbar?
Wäre es denkbar, dass bei einer Annahme der Blauhelmvor- lage durch unser Schweizervolk diese Filteranlagen in Gebie- ten wie z. B. Wüsten, Einöden, in denen sich dann ja auch un- sere Uno-Truppen aufhalten würden, durch diese Firma re- spektive Herrn Arbenz vertrieben werden könnten?
Texte de la question du 6 juin 1994 On a pu lire récemment que Peter Arbenz (inspecteur des trou- pes de l'ONU et président de la Société suisse des officiers) a été nommé président du conseil d'administration de la société Katadyn Produkte AG, qui vend des articles servant à épurer l'eau.
Cette fonction de président du conseil d'administration est- elle compatible avec la mission d'inspecteur des troupes de l'ONU?
Serait-il pensable, au cas où l'envoi de casques bleus serait accepté en votation populaire, que ces filtres soient vendus par cette société ou par M. Arbenz dans des régions déserti- ques, notamment où se tiendraient nos troupes de l'ONU?
Heure des questions
868
N
6 juin 1994
Schriftliche Antwort des Bundesrates
Brigadier Arbenz hat sich als Milizoffizier für die Funktion des Uno-Truppen-Inspektors für das ehemalige Jugoslawien zur Verfügung gestellt. Er wird dafür vom Bund pro effektiven Arbeitstag entschädigt. Mit diesem Arrangement wird der Tat- sache Rechnung getragen, dass er als Selbständigerwerben- der einen Teil seiner privaten beruflichen Tätigkeit auch wäh- rend seines Uno-Mandats weiterführt.
Bei einem positiven Ausgang der Volksabstimmung vom 12. Juni 1994 werden für das Schweizer Blauhelmbataillon voraussichtlich auch Wasseraufbereitungsgeräte beschafft werden müssen. Der Typenentscheid für diese Geräte ist noch nicht getroffen. Zuständig für die Beschaffung der Ausrüstung des Schweizer Blauhelmkontingents wären die Gruppe für Rü- stungsdienste und letztlich das Parlament.
94.5108
Frage Jenni Peter Broschüre Schweizer Blauhelme Question Jenni Peter Casques bleus suisses. Brochure
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
Ich bitte den Bundesrat, mir mitzuteilen, welche Kosten die Broschüre EMD/EDA «Schweizer Blauhelme» verursachte, ob diese privat finanziert wurde oder welchem Budgetposten sie angerechnet wird.
Texte de la question du 6 juin 1994
Je prie le Conseil fédéral de m'indiquer les coûts occasion- nés par la brochure du DMF et du DFAE sur les casques bleus et de préciser s'ils ont été financés par le secteur privé ou, si ce n'est pas le cas, à quelle rubrique budgétaire ils ont été imputés.
Schriftliche Antwort des Bundesrates
Bei der vom Fragesteller angesprochenen Broschüre «Schweizer Blauhelme» handelt es sich um einen Umschlag aus Halbkarton, der dem Versand von Informationsunterlagen der Bundesverwaltung zum Thema Blauhelme diente und nach wie vor dient. Text und Layout dieser Mappe sind eine Ei- genleistung der Verwaltung; es wurde kein externes Mandat erteilt. Inhaltlich beschränkt sich die Information auf Fakten des Gesetzes und sachliche Angaben. Gedruckt wurde der Umschlag in einigen tausend Exemplaren, wobei der Stück- preis etwa jenem einer Fotokopie des Formates A3 entspricht. Die Finanzierung erfolgte über einen ordentlichen EMD-Kredit für friedenserhaltende Aktionen.
94.5111
Frage Misteli Finanzierung der Blauhelmaktionen Question Misteli Casques bleus. Financement des opérations
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
Die Antwort des Bundesrates in der Fragestunde vom 14. März 1994 auf die Frage nach der Finanzierung der schweizerischen Blauhelmtruppen hat infolge ihrer Unschärfe Beunruhigung ausgelöst Vor einer Volksabstimmung haben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger das Recht, über die Folgen eines Referendums Bescheid zu wissen.
Ich ersuche den Bundesrat um eine formelle Klarstellung, dass die Folgekosten der Blauhelmvorlage nicht im Rahmen der Entwicklungshilfe aufgefangen werden müssen bzw. dass der Bundesrat dem Parlament keine derartigen Anträge stel- len wird.
Texte de la question du 6 juin 1994
La réponse floue que le Conseil fédéral a donnée, pendant l'heure des questions du 14 mars 1994, à la question concer- nant le financement des troupes de casques bleus suisses a suscité de l'inquiétude. A la veille d'un scrutin populaire, les électeurs ont le droit de connaître les conséquences d'un réfé- rendum.
Je prie donc le Conseil fédéral d'établir formellement que les casques bleus ne seront pas financés au détriment de l'aide au développement et que le Conseil fédéral ne fera pas de pro- position dans ce sens au Parlement.
Schriftliche Antwort des Bundesrates
Die Bereitstellung der finanziellen Mittel wurde in der Botschaft zum Bundesgesetz über schweizerische Truppen für friedens- erhaltende Operationen genau beschrieben. Die Kredite für die Kosten des schweizerischen Blauhelmkontingents wer- den gemäss geltendem Recht dort eingestellt, wo die Verant- wortung für den Aufbau und den Einsatz des Kontingents liegt: im Voranschlag der Gruppe für Generalstabsdienste. Andere Budgetposten des Bundeshaushaltes - wie beispielsweise derjenige für die Entwicklungshilfe - werden davon nicht be- troffen.
94.5123
Frage Hollenstein Prüfungsresultate der Rekruten Question Hollenstein Tests dans les écoles de recrues. Résultats
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
Die Schlussfolgerungen der Rekrutenprüfungsresultate der drei Herren Girod, Klöti und Dubs sind in ihrer Frauenfeindlich- keit skandalös und demonstrieren eine tendenziös patriarcha- lische Wissenschaftlichkeit. Der Bericht kommt unter anderem zum Schluss, dass die ideale Voraussetzung für eine bessere Intelligenz der Söhne eine Mutter ohne Beruf mit einem Vater im oberen Kader ist.
Ist der Bundesrat bereit, dafür zu sorgen, dass in Zukunft sol- che Untersuchungen von einem paritätisch zusammengesetz- ten Wissenschaftsteam von Frauen und Männern gemacht werden?
Texte de la question du 6 juin 1994
Les conclusions tirées par MM. Girod, Klöti et Dubs des résul- tats de tests effectués dans les écoles de recrues sont scanda- leusement misogynes et procèdent à des démonstrations scientifiques tendancieusement patriarcales. Le rapport par- vient notamment à la conclusion que la condition idéale de l'in- telligence pour les hommes est d'avoir une mère sans profes- sion et un père cadre supérieur.
Le Conseil fédéral est-il disposé à faire en sorte que de telles études soient à l'avenir confiées à une équipe scientifique composée à part égale d'hommes et de femmes?
StGB und MStG. Strafbare Handlungen
869
94.5124
Frage Goll Prüfungsresultate der Rekruten Question Goll Tests dans les écoles de recrues. Résultats
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
«Je berufstätiger die Mütter, desto dümmer die Söhne» - zu diesem hochwissenschaftlichen Schluss kommt die Schwei- zerische Rekrutenprüfung. Kann aus dieser Untersuchung ge- schlossen werden, dass die Mütter von Entscheidungsträgern in Wissenschaft, Militär, Wirtschaft und Politik grossmehrheit- lich berufstätig waren?
Teilt der Bundesrat die Schlussfolgerung über den Zusam- menhang zwischen Frauenberufstätigkeit und Rekrutenintelli- genz?
Was gedenkt der Bundesrat zu unternehmen, um solche frau- enfeindlichen Untersuchungen künftig zu verhindern?
Texte de la question du 6 juin 1994
«Plus les mères travaillent, plus les fils sont bêtes» - voilà la conclusion hautement scientifique à laquelle parvient le test dans les écoles de recrues. Est-on autorisé à déduire de cette étude que les mères des pontes de la science, de l'armée, de l'économie et de la politique travaillaient pour la plupart?
Le Conseil fédéral se range-t-il à ces conclusions concernant le rapport entre l'activité professionnelle des femmes et l'intel- ligence des recrues?
Que pense-t-il faire pour empêcher à l'avenir ce genre d'étu- des misogynes?
94.5125
Frage von Felten Rekrutenprüfung Question von Felten Tests dans les écoles de recrues. Résultats
Wortlaut der Frage vom 6. Juni 1994
Die Studie zur Schweizerischen Rekrutenprüfung kommt zum Schluss, wonach die Intelligenz der Söhne sich zur berufli- chen Position der Mütter umgekehrt proportional verhält. Um die Aussagekraft dieses Ergebnisses beurteilen zu können, sind Angaben über die berufliche Situation der Autorenmütter notwendig. Hat der Bundesrat diesbezügliche Kenntnisse? Ist der Bundesrat bereit, dafür zu sorgen, dass Untersuchun- gen, die dem wissenschaftlichen Mindeststandard nicht genü- gen, künftig nicht mehr in dieser Form veröffentlicht werden?
Texte de la question du 6 juin 1994
L'étude sur les tests effectués dans les écoles de recrues par- vient à la conclusion que l'intelligence des hommes est inver- sement proportionnelle à la position professionnelle de leur mère. Pour juger de la validité de cette étude, il nous semble indispensable d'avoir des indications sur la situation profes- sionnelle des mères de ses auteurs. Le Conseil fédéral a-t-il des renseignements à ce sujet?
Le Conseil fédéral fera-t-il en sorte que les études qui ne satis- font pas à un standard minimum de scientificité ne soient plus publiées sous cette forme?
Schriftliche Antwort des Bundesrates zu den Fragen 94.5123, 94.5124 und 94.5125 Gemäss Artikel 118 des Bundesgesetzes über die Militärorga- nisation werden in den Rekrutenschulen Pädagogische Re-
krutenprüfungen durchgeführt. Diese haben im Interesse des Bildungswesens Aufschluss über den Stand der Information und Ausbildung der dienstpflichtigen männlichen Jugend zu geben und im langfristigen Vergleich einen allfälligen Werte- wandel aufzuzeigen. Sie schaffen damit wissenschaftlich gesi- cherte Grundlagen für die Weiterentwicklung von Bildung und Unterricht. Für die weiblichen Mitbürgerinnen besteht die Möglichkeit einer solchen Befragung leider nicht.
Die Pädagogischen Rekrutenprüfungen werden von einer vom EMD völlig unabhängigen Expertenorganisation durch- geführt. Die Ergebnisse werden von wissenschaftlichen For- schungsstellen ausgewertet und jährlich publiziert Das EMD ist nur insofern an den Prüfungen beteiligt, als es mit den Re- kruten die zu Befragenden zur Verfügung stellt
Der Bundesrat hat sich zur Veröffentlichung der Prüfungser- gebnisse nicht zu äussern. Bildungspolitische Untersuchun- gen unterliegen keiner Zensur. Es ist Sache der beteiligten Forschungsstellen und insbesondere der Autoren des Be- richts, sich mit der in Ihrem Rat geäusserten Kritik auseinan- derzusetzen.
91.032
StGB und MStG. Strafbare Handlungen gegen das Vermögen und Urkundenfälschungen CP et CPM. Infractions contre le patrimoine et faux dans les titres
Differenzen - Divergences
Siehe Seite 329 hiervor - Voir page 329 ci-devant Beschluss des Ständerates vom 31. Mai 1994 Décision du Conseil des Etats du 31 mai 1994
A. Schweizerisches Strafgesetzbuch. Militärstrafgesetz (Strafbare Handlungen gegen das Vermögen und Urkun- denfälschungen)
A. Code pénal suisse. Code pénal militaire (Infractions contre le patrimoine et faux dans les titres)
Fischer-Sursee Theo (C, LU), Berichterstatter: Es bestehen zum Ständerat noch zwei grundsätzliche Differenzen, nämlich in Ziffer I Artikel 149 (Zechprellerei), Artikel 156 (Erpressung) und Artikel 251 (Urkundenfälschung).
Bei Artikel 149, Zechprellerei, schlägt Ihnen unsere Kommis- sion mit 7 zu 6 Stimmen vor, dem Ständerat zu folgen; das heisst, die Zechprellerei nicht bloss als Übertretung, sondern als Vergehen zu qualifizieren. Der Unrechtsgehalt und die doch beachtliche Verbreitung dieses Tatbestandes vor allem in unserem Tourismusgebiet, häufig auch begangen durch in- ternationale Delinquenten, rechtfertigen dies.
Bei Artikel 156, Erpressung, halten wir hingegen an unserem Beschluss und somit an der Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates fest. Im Unterschied dazu hat der Ständerat als weitere Tatbestandvoraussetzung noch beigefügt: « .... oder wer durch Verabreichen von Betäubungsmitteln den gleichen Zweck anstrebt .... ». Dabei ist mit Zweck wohl die Erpressung gemeint. Dieser Zusatz ist nicht erforderlich; im Gegenteil, er schafft mehr Unklarheit als Klarheit und wirft mehr Fragen auf, als er beantwortet. Sind nur Betäubungsmittel gemäss Betäu- bungsmittelgesetz gemeint, oder auch Alkoholika?
Im Auftrage und Namen der Kommission halte ich hier zuhan- den der Materialien ausdrücklich fest, dass die Verabreichung von Drogen, in der Absicht, jemanden dadurch zum Wider- stand unfähig zu machen und ihn so zu einem vermögens- schädigenden Verhalten zu bestimmen, durch den Grundtat- bestand abgedeckt beziehungsweise in ihm enthalten ist. Das fällt unter den Gewaltbegriff, wie das Bundesgericht schon
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Fragestunde
Heure des questions
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Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
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1994
Anno
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Sommersession
Session
Session d'été
Sessione
Sessione estiva
Rat
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Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
06
Séance
Seduta
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Datum 06.06.1994 - 14:30
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Data
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