N 18 mars 1994
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Postulat von Felten
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Die Bekämpfung des gewalttätigen Extremismus ist eine Daueraufgabe des Staates. Die jüngste Vergangenheit hat ge- zeigt, dass wir von einem plötzlichen Anstieg des gewalttäti- gen Extremismus überrascht werden können, wenn wir die entsprechenden Szenen nicht im Auge behalten. Die Tatsa- che, dass der rechtsextreme, rassistische und fremdenfeindli che Extremismus plötzlich zu einer explosionsartigen Zu- nahme verbrecherischer Aktionen führte, ohne dass die Öffentlichkeit über die Existenz einer entsprechenden Szene orientiert war, spricht eine deutliche Sprache. Der rechtsex- treme Terrorismus in Österreich, den man mit der Verurteilung der Führer erledigt glaubte, hat seine verbrecherische Energie mit den Sprengstoffbriefen plötzlich wieder gezeigt.
Periodische Berichte des Bundesrates sind ein geeignetes Mittel, um die Öffentlichkeit auf die Probleme des gewalttäti- gen Extremismus aufmerksam zu machen. Dies zeigen auch die periodischen Berichte des Verfassungsschutzes der BRD. Eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit ist - neben der direk- ten staatlichen Repression - ein wichtiges Mittel zur Bekämp- fung des gewalttätigen Extremismus. Die Urheber der poli- tisch motivierten Kriminalität müssen auch politisch isoliert werden. Dies kann nur geschehen, wenn die Öffentlichkeit orientiert wird.
Derartige Berichte zeigen Parlament und Öffentlichkeit zu- gleich auf, in welcher Richtung die Organe des Staatsschutzes arbeiten. Fehlentwicklungen, wie sie in der Fichenaffäre zum Ausdruck kamen, kann damit rechtzeitig entgegengetreten werden. Dies überdies in einer Form, die es den Organen des Staatsschutzes ermöglicht, ihren Beitrag zur Sicherheit der Menschen in diesem Lande deutlich zu machen.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 2. Februar 1994 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 2 février 1994 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Überwiesen - Transmis
93.3652
Postulat Wyss William Selbstfahrende landwirtschaftliche Arbeitsmaschinen. Ausrüstungsvorschriften Machines agricoles automotrices. Homologation
Wortlaut des Postulates vom 16. Dezember 1993
In der Schweiz sind verschiedene leistungsfähige landwirt- schaftliche Arbeitsmaschinen im Einsatz, die nur auf dem in- ternationalen Markt beschafft werden können.
Verschiedentlich verursachen die inländischen, restriktiven Zulassungsbestimmungen hohe Umrüstungskosten, welche die Produktionskosten der schweizerischen Landwirtschaft unnötig erhöhen.
Im Interesse einer konkurrenzfähigen schweizerischen Land- wirtschaft und im Hinblick auf die vielgepriesenen Deregulie- rungsmassnahmen ersuche ich den Bundesrat, alles zu unter- nehmen, damit die verwaltungsinternen Auslegungen der Ausrüstungsvorschriften für selbstfahrende landwirtschaftli- che Arbeitsmaschinen so ausgelegt werden, dass unseren Bauern keine unnötigen Umrüstungskosten entstehen.
Texte du postulat du 16 décembre 1993
Diverses machines agricoles performantes utilisées en Suisse ne peuvent être obtenues que sur le marché international. Souvent, les restrictions concernant leur homologation obli- gent à procéder à des transformations très coûteuses qui ren- chérissent inutilement les produits de notre agriculture. Afin de renforcer la compétitivité de nos paysans et en prévi- sion des mesures de déréglementation si souvent préconi- sées, je demande au Conseil fédéral de tout entreprendre pour que l'interprétation par l'administration, des dispositions d'exécution concernant les machines agricoles automotrices permette d'éviter que nos agriculteurs n'aient à supporter des frais inutiles pour la transformation desdites machines.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bühler Simeon, Daepp, Fehr, Fischer-Hägglingen, Hari, Hess Otto, Müller, Neuen- schwander, Reimann Maximilian, Rohrbasser, Rutishauser, Rychen, Schmied Walter, Zölch (14)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 16. Februar 1994 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 16 février 1994 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Überwiesen - Transmis
93.3612
Postulat von Felten Bericht über die Keimbahntherapie Lignées génétiques. Applications thérapeutiques
Wortlaut des Postulates vom 14. Dezember 1993 Das geltende verfassungsmässige Verbot, in das Erbgut von menschlichen Keimzellen einzugreifen, darf die verantwortli- chen Behörden nicht davon dispensieren, frühzeitig eine öf- fentliche Diskussion über die absehbaren Entwicklungen in diesem Bereich einzuleiten.
Der Bundesrat wird eingeladen, einen Bericht über die Keim- bahntherapie vorzulegen. Der Bericht soll die medizinischen, ethischen, rechtlichen und geisteswissenschaftlichen As- pekte der Keimbahntherapie beleuchten. Die Grundlagenfor- schung ist schon lange im Gange. Wissenschaftler nehmen an, dass der Schritt zur therapeutischen Anwendung in etwa zehn Jahren zu erwarten ist. Die Vertagung der Debatte birgt die Gefahr, dass Forschung und Anwendung in gesellschaft- lich unkontrolliertem Raum erfolgen. Eugenik im modernen Gewand ist schon heute zu thematisieren.
Texte du postulat du 14 décembre 1993
La constitution interdit toute intervention dans le patrimoine génétique des cellules germinales humaines. Cette interdic- ton de dispense pas les autorités responsables d'engager en temps utile un débat public sur les conséquences prévisibles de la recherche dans ce domaine.
Le Conseil fédéral est prié de présenter un rapport sur la théra- pie par intervention dans la lignée germinale, qui devra analy- ser les aspects médicaux, éthiques, légaux et scientifiques de cette thérapie. La recherche fondamentale est déjà fort avan- cée. Les chercheurs pensent que le passage à l'application thérapeutique pourra se faire dans une dizaine d'années. Le report du débat comporte le danger que la recherche et ses
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Postulat Seiler Hanspeter
applications progressent dans un espace non contrôlé socia- lement. On évoque la possibilité d'une réapparition de l'eugé- nique sous un nouveau déguisement.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bäumlin, Bodenmann, Brügger Cyrill, Caspar-Hutter, Danuser, Goll, Haering Binder, Hafner Ursula, Hämmerle, Herczog, Jöri, Rechsteiner, Steiger Hans, Strahm Rudolf (14)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Urheberin verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 28. Februar 1994 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 28 février 1994 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Überwiesen - Transmis
93.3661
Postulat Zwygart Verstärkung des Verursacherprinzips bei strassenverkehrsbedingten Umweltschutzmassnahmen
Circulation routière et principe pollueur-payeur
Wortlaut des Postulates vom 16. Dezember 1993
Mit der Revision des Treibstoffzollgesetzes wurde die Möglich- keit geschaffen, strassenverkehrsbedingte Umweltschutz- massnahmen mitzufinanzieren. Über verschiedene Ausfüh- rungsverordnungen werden die Beitragssätze festgeschrie- ben. Eine volle Kostendeckung wird aber keineswegs erreicht. Ich bitte den Bundesrat, das Verursacherprinzip verstärkt an- zustreben; und
kurzfristig die Beitragssätze in den Ausführungsverordnun gen gemäss Umweltwirksamkeit zu erhöhen;
die verschiedenen Verordnungen zu vereinheitlichen oder anzustreben, diese in eine einzige Verordnung zusammenzu- fassen;
die Ansätze im Treibstoffzollgesetz anzuheben;
längerfristig im Treibstoffzollgesetz eine Grundlage zu schaf- fen zur Anrechnung externer Kosten des Strassenverkehrs.
Texte du postulat du 16 décembre 1993
La révision de la loi concernant les droits d'entrée sur les car- burants a rendu possible le cofinancement des mesures de protection de l'environnement dans le domaine de la circula- tion routière. Les taux des subventions ont été fixés dans diver- ses ordonnances d'exécution. Mais une couverture intégrale des frais ne peut être atteinte en aucun cas.
Je demande au Conseil fédéral de poursuivre ses efforts afin de mettre en oeuvre le principe pollueur-payeur et tout particu- lièrement:
d'augmenter les taux des subventions à court terme dans les ordonnances d'exécution en tenant compte de l'impact sur l'environnement;
d'unifier les diverses ordonnances ou de veiller à ce que cel- les-ci soient contenues dans une seule ordonnance;
d'augmenter les taux dans la loi concernant les droits d'en- trée sur les carburants;
de créer, à plus long terme, une base juridique dans la loi concernant les droits d'entrée sur les carburants permettant d'imputer les frais externes de la circulation routière.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Dünki, Grendelmeier, Jae- ger, Maeder, Meier Samuel, Sieber, Weder Hansjürg, Wieder- kehr (8)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Das Umweltschutzgesetz sieht in Artikel 2 im Grundsatz das Verursacherprinzip vor. Mit dem Treibstoffzollgesetz vom 22. März 1985 wurde die Möglichkeit geschaffen, sich diesem Grundsatz anzunähern und strassenverkehrsbedingte Um- weltschutzmassnahmen mitzufinanzieren. Allerdings ist kei- neswegs die volle Kostendeckung der Umweltmassnahmen vorgesehen. Durch die heutige Finanzlage ist man in der Aus- richtung der Beiträge noch weiter eingeengt. Bei der heutigen Höhe der Beitragssätze wird der Verkehrsbereich indirekt durch die Öffentlichkeit mitfinanziert, gerade auch in Berei- chen strassenverkehrsbedingter Umweltmassnahmen. So be- steht etwa bei den Luftreinhalte-Massnahmen in den Agglo- merationen eine völlig ungenügende Kostendeckung. Um- weltschutz darf jedoch nicht durch zu klein bemessene Bei- träge in Frage gestellt werden.
Der Bund hat die Kantone mit dem Vollzug des Umweltschutz- gesetzes beauftragt. Heute bestehen eine Vielzahl von Sub- ventionsverordnungen im Bereich Strassenverkehr, so dass die Kantone Mühe haben mit der Handhabung. Neben den vielen Verordnungen, wie zum Beispiel Luftreinhaltung, An- schlussgeleise, Lärmschutz, Bau von Parkplätzen usw., wirkt erschwerend, dass verschiedene Bundesämter zuständig sind. Ein einziger Ansprechpartner müsste hier zuständig wer- den. Eine über alle Bereiche gehende Ausführungsverord- nung zum Treibstoffzollgesetz oder mindestens eine gewisse Zusammenfassung der bestehenden Verordnungen wäre für alle Beteiligten hilfreich. Aber auch auf Kantonsebene gibt es verschiedene Ansprechpartner. Eine bessere Übersichtlich- keit ist auf allen Ebenen in die Wege zu leiten, um auch den Vollzug zu beschleunigen.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
vom 16. Februar 1994 Rapport écrit du Conseil fédéral
du 16 février 1994
Der Bundesrat ist bereit, die Verstärkung des Verursacherprin- zips zu prüfen. Internalisierung der Kosten heisst aber, den Automobilisten zusätzlich mit Kosten für den nicht gedeckten Teil zu belasten. Die blosse Umverteilung der heutigen Treib- stoffzollgelder von der Kreditrubriken der Strasseninfrastruk- tur auf diejenigen des Umweltschutzes im Strassenbereich ist nicht als Verstärkung des verursacherprinzips zu bezeichnen.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat ist bereit, mit dieser Präzisierung das Postulat entgegenzunehmen.
Überwiesen - Transmis
93.3653
Postulat Seiler Hanspeter Vollzug neue Finanzordnung Nouveau régime financier. Application
Wortlaut des Postulates vom 16. Dezember 1993 Der Bundesrat wird ersucht, beim Vollzug der ab 1. Januar 1995 gültigen neuen Finanzordnung (Mehrwertsteuerprinzip) die folgenden Massnahmen zu berücksichtigen:
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat von Felten Bericht über die Keimbahntherapie Postulat von Felten Lignées génétiques. Applications thérapeutiques
In
Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1994
Année
Anno
Band
I
Volume
Volume
Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
18
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 93.3612
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
18.03.1994 - 08:00
Date
Data
Seite
596-597
Page
Pagina
Ref. No
20 023 864
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