Motion Hafner Ursula
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N
18 mars 1994
Vorzugszinsen für neu gegründete Unternehmungen sowie für solche, die sich vorübergehend in Schwierigkeiten be- finden;
Verlängerung der Tilgungsfristen und erleichterte Bedingun- gen bei den Zinszahlungen für juristische und natürliche Per- sonen mit finanziellen Schwierigkeiten;
Erlass oder Senkung der Schulden der öffentlich-rechtli- chen Körperschaften oder des produzierenden Primär- und Sekundärsektors;
Finanzierung von öffentlichen und privatwirtschaftlichen Vorhaben des primären und sekundären Sektors;
Naturalausgleich der Schuldentilgung für leistungsfähige Unternehmen mit konjunkturbedingten Schwierigkeiten;
Erleichterung des Kreditzuganges für leistungsfähige Unter- nehmen, die sich aber aus denselben Gründen in Liquiditäts- engpässen befinden;
Finanzierung der Forschung und der Sozialhilfe.
Erwägungen der Kommission
Die Kommission befasste sich am 11. November 1993 mit die- ser Petition. Nach ihrer Auffassung kann den Banken, objektiv betrachtet, kein unmoralisches oder politisch falsches Verhal- ten angelastet werden. Vor allem sollte nicht der Idee Vor- schub geleistet werden, dass ein Wirtschaftszweig bestraft wird, sobald er floriert.
Der Petition liegen falsche Vorstellungen über das Bankenwe- sen zugrunde. Spezielle Abgaben für Banken wären verfas- sungswidrig und steuerrechtlich nicht zulässig.
Was die Gewinne der Banken betrifft, ist nicht zu vergessen, dass die Kantonal- und Regionalbanken zu schwache Ge- winnmargen aufweisen. Durch eine auferzwungene Senkung der Hypothekarzinssätze würden ihre Schwierigkeiten nur noch vergrössert. Auch muss daran erinnert werden, dass die Grossbanken zwei Drittel ihrer Geschäfte im Ausland tätigen und ihre Gewinne demzufolge dort erwirtschaften.
Matthey Francis (S, NE) présente au nom de la Commission de l'économie et des redevances (CER) le rapport écrit sui- vant:
Le Mouvement humaniste a déposé le 6 septembre 1993 une pétition qui demande la mise en place d'une législation vi- sant à faire des banques suisses des partenaires plus équita- bles par une redistribution d'une partie de leurs bénéfices dans le circuit économique et social de notre pays, voire à l'extérieur. Ceci après consolidation de leurs réserves et dé- gagement d'une marge bénéficiaire qui leur reste acquise. Les options possibles sont:
redistribution sous forme de liquidités aux secteurs public et privé qui sont les plus menacés;
baisse des taux d'intérêts pour les secteurs prioritaires, c'est-à-dire le primaire et le secondaire;
taux d'intérêts préférentiels pour les entreprises en phase de lancement ainsi que celles qui se trouvent momentané- ment en difficultés;
prolongement des délais de remboursement des intérêts et amortissements pour les personnes morales et privées en difficultés;
remise ou abaissement de dettes pour les collectivités pu- bliques ou des secteurs productifs prioritaires du primaire et du secondaire;
financement de projets d'utilité publique ou privée des sec- teurs prioritaires;
compensation en nature du remboursement d'une dette pour les entreprises viables, mais en difficultés pour raisons conjoncturelles;
faciliter les lignes de crédit pour les entreprises viables, mais en manque de liquidités pour les mêmes raisons;
financement de la recherche et de l'aide sociale.
Considérations de la commission
La commission a traité cet objet le 11 novembre 1993. Elle es- time que l'on ne peut pas dire, objectivement, que les banques se comportent d'une manière immorale ou politiquement
fausse. Il ne faudrait surtout pas donner l'idée qu'à partir du moment où une branche va bien, on doit la punir.
Derrière cette pétition, se cachent de fausses représentations du monde des affaires bancaires. Soumettre les banques à des taxes spéciales serait contraire à la constitution et ne serait pas admissible en matière de droit fiscal.
En ce qui concerne les bénéfices bancaires, il ne faut pas ou- blier que les banques cantonales et régionales ont des mar- ges bénéficiaires trop faibles. Baisser les taux hypothécaires de manière contraignante ne ferait qu'accroître leurs diffi- cultés.
Il faut aussi rappeler que les grandes banques font les deux tiers de leurs affaires à l'étranger et que c'est de là que provien- nent leurs bénéfices.
Antrag der Kommission
Die Kommission beantragt mit 15 zu 0 Stimmen, von der Peti- tion Kenntnis zu nehmen, ihr aber keine Folge zu geben.
Proposition de la commission
La commission propose, par 15 voix sans opposition, de pren- dre connaissance de la pétition sans y donner suite.
93.3569
Motion Hafner Ursula Schaffung eines Jugendparlamentes Création d'un Parlement des jeunes
Wortlaut der Motion vom 7. Dezember 1993
Der Bundesrat wird beauftragt, die organisatorischen und ma- teriellen Grundlagen für die Institutionalisierung eines eidge- nössischen Jugendparlamentes zu schaffen und gegebenen- falls die gesetzlichen Grundlagen vorzulegen.
Texte de la motion du 7 décembre 1993
Le Conseil fédéral est chargé de créer les bases matérielles et structurelles pour qu'un Parlement fédéral des jeunes soit ins- titué et, le cas échéant, de soumettre au Parlement des dispo- sitions légales à ce sujet
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Bär, Baumann, Bäumlin, Brügger Cyrill, Brunner Christiane, Bühlmann, Bundi, Caspar-Hutter, de Dardel, Diener, Dormann, Eggen- berger, Fankhauser, von Felten, Goll, Grossenbacher, Hafner Rudolf, Hämmerle, Leemann, Leuenberger Ernst, Marti Wer- ner, Nabholz, Raggenbass, Rebeaud, Ruffy, Steiger Hans, Tschäppät Alexander, Vollmer, Wanner, Wick, Zbinden (32)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Die Jugendsession, welche am vergangenen Wochenende zum zweiten Mal im Bundeshaus stattgefunden hat, ist ein Mit- tel zur politischen Integration und zum Verständnis zwischen den Generationen. Sie fördert das demokratische Bewusst- sein der Jugendlichen und deren Verständnis für die politi- schen und parlamentarischen Institutionen. Sie ermöglicht den Jugendlichen aber auch, ihre politischen Anliegen zu arti- kulieren, eigene Ideen und Projekte zur eidgenössischen Poli- tik zu lancieren. Damit wird der Meinungsaustausch zwischen ihnen und der Bundespolitik verbessert, und die Jugendses- sion kann den eidgenössischen Räten und Behörden Impulse für ihre Arbeit vermitteln. So entwickelten die Jugendlichen an ihrer letzten Session Vorschläge zur Verminderung oder Ver- hütung von Gewalt, zu Verbesserungen im Bildungswesen und zur politischen Aktivierung der Jungen. Sie verabschiede- ten auch eine Petition für ein schweizerisches Jugendparla- ment, die innerhalb von zweieinhalb Wochen über 6000 Unter- schriften auf sich vereinigte. Ich bitte den Bundesrat, in Zu-
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Motion Goll
sammenarbeit mit den Jugendverbänden - welche mit wach- sendem Geschick die letzten zwei Jugendsessionen vorberei- tet haben - die notwendigen Schritte zur Realisierung dieses Anliegens einzuleiten.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 2. Februar 1994 Rapport écrit du Conseil fédéral du 2 février 1994
Der Bundesrat ist der Auffassung, dass Jugendsessionen durchaus eines von mehreren Mitteln sein können, um die po- litische Integration der Jugendlichen zu fördern und das Ver- ständnis zwischen den Generationen zu verbessern. Deshalb hat er auch seine Bereitschaft erklärt, im Anschluss an die er- ste Jugendsession im Jahre 1991 eine Nachfolgesession zu unterstützen, die - organisiert von der Schweizerischen Ar- beitsgemeinschaft der Jugendverbände - am 4. Dezember 1993 stattgefunden hat. Der Bundesrat ist bereit, die von den Jugendverbänden in eigener Initiative und in eigener Verant- wortung geplanten und organisierten Jugendsessionen finan- ziell auch in Zukunft zu unterstützen. Er hat die entsprechen- den finanziellen Mittel im Voranschlag und Finanzplan 1994 bis 1997 eingestellt.
Der Bundesrat ist jedoch der Meinung, dass die in der Motion vorgeschlagene staatliche Institutionalisierung eines eidge- nössischen Jugendparlamentes erhebliche materielle und or- ganisatorische Konsequenzen hätte, die bei der gegenwärti- gen Finanzlage des Bundes einer sehr sorgfältigen Überprü- fung bedürfen. Ein ständiges Jugendparlament ist zudem nur eine Form von Möglichkeiten jugendpolitischer Partizipation und Einflussnahme. Andere Modelle könnten gegebenenfalls die mit der Motion anvisierte Zielsetzung des Meinungsaus- tausches zwischen den Jugendlichen und der Bundespolitik, der Förderung des demokratischen Bewusstseins und des Verständnisses für die politischen und parlamentarischen In- stitutionen ebenso gut erfüllen.
Der Bundesrat ist deshalb der Auffassung, dass - ausgehend von den Erfahrungen der bisher durchgeführten Jugendses- sionen - verschiedene Modelle und Formen jugendpolitischer Partizipation (dazu gehört auch die Institutionalisierung eines Jugendparlamentes) geprüft werden müssen. Dabei sollen die Erfahrungen, die mit den in den letzten Jahren durchge- führten Jugendsessionen und institutionalisierten Jugendpar- lamenten auf kantonaler und lokaler Ebene gemacht worden sind, berücksichtigt werden. Nach eingehender Prüfung der Möglichkeiten ist der Bundesrat auch bereit, zusammen mit den Jugendverbänden abzuklären, wie Anliegen und Impulse von Jugendsessionen oder anderer Formen jugendpoliti- scher Partizipation in einer verbindlicheren Form in die eidge- nössische Politik Eingang finden könnten. Er wird die Notwen- digkeit und Möglichkeiten entsprechender gesetzlicher Grundlagen prüfen. Zur Abklärung aller offenen Fragen bean- tragt der Bundesrat jedoch, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral
Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln.
Präsidentin: Der Vorstoss wird von Herrn Bischof bekämpft Die Diskussion wird verschoben.
Verschoben - Renvoyé
93.3593
Motion Goll Unterstützung der Frauenhäuser Soutien des maisons pour femmes battues
Wortlaut der Motion vom 9. Dezember 1993 Der Bundesrat wird ersucht, die Frauenhäuser in der Schweiz zu unterstützen.
Texte de la motion du 9 décembre 1993 Le Conseil fédéral est chargé de subventionner les maisons pour femmes battues en Suisse.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bär, Bäumlin, Brunner Christiane, Bühlmann, Caspar-Hutter, Danuser, Diener, Dor- mann, Fankhauser, von Felten, Gardiol, Gonseth, Grendel- meier, Haering Binder, Hafner Ursula, Haller, Jeanprêtre, Lee- mann, Lepori Bonetti, Mauch Ursula, Misteli, Robert, Stamm Judith, Wittenwiler (24)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Gewalt an Frauen und Kindern ist kein individuelles Problem, sondern gesellschaftlich bedingt.
Die finanzielle Situation der 13 Frauenhäuser in der Schweiz ist keineswegs befriedigend und für Trägervereine, Stiftungen und Mitarbeiterinnen zunehmend belastend. Im vergangenen Jahr haben die Frauenhäuser über 42 000 Übernachtungen von Frauen und Kindern verzeichnet. Rund 630 Frauen und fast ebenso viele Kinder wurden aufgenommen, doch min- destens 750 Frauen, die Schutz vor Gewalt suchten, mussten wegen Platzmangels abgewiesen werden. Die Jahresberichte zeigen, dass die Frauenhäuser unter Geld- und Personal- knappheit leiden.
Nicht jeder Kanton verfügt über ein Frauenhaus, weshalb schutzsuchende Frauen und Kinder auch auf entsprechende ausserkantonale Einrichtungen angewiesen sind. Je nach Standortkanton werden individuelle Finanzierungsmöglich- keiten und unterschiedliche Subventions- oder Defizitverträge ausgehandelt.
Aufgrund der unbestrittenen Notwendigkeit und der finanziell bedrohlichen Situation der Frauenhäuser in der Schweiz muss der Bund in die Verantwortung mit einbezogen werden. Frauenorganisationen haben heute (9. Dezember 1993) Un- terschriftenbogen ihrer Petition «Stopp der Gewalt» einge- reicht, in der sie den Bundesrat zu einer breit angelegten Kam- pagne gegen Gewalt auffordern. Die Finanzierung der Frauen- häuser in der Schweiz wäre ein konkreter Beitrag.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 16. Februar 1994 Rapport écrit du Conseil fédéral du 16 février 1994
Der Bundesrat anerkennt ausdrücklich die immense Aufbau-, Betreuungs- und Öffentlichkeitsarbeit, welche die Frauenhäu- ser und Notaufnahmestellen für Kinder und Jugendliche seit den siebziger Jahren vollbracht haben. Ohne ihren - in den Anfangszeiten fast ausschliesslich unentgeltlich geleisteten - Einsatz wäre die Gewalt gegen Frauen und Kinder nach wie vor ein Tabuthema. Dank der Öffentlichkeitsarbeit der Frauen- organisationen, der Frauenbewegung und nicht zuletzt der Frauenhäuser ist heute anerkannt, dass es sich bei dieser Art von Gewalt nicht um ein Randphänomen, sondern um ein ge- sellschaftliches und deshalb gesamtschweizerisch politisch anzugehendes Problem handelt.
Die dritte Europäische Fachministerinnen- und Fachminister- konferenz zur Gleichstellung von Frau und Mann im Oktober 1993, an der auch die Schweiz vertreten war, verabschiedete eine Deklaration über die Politik zur Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen. Ein wichtiger Punkt des Aktionsprogrammes,
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion Hafner Ursula Schaffung eines Jugendparlamentes Motion Hafner Ursula Création d'un Parlement des jeunes
In
Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1994
Année
Anno
Band
I
Volume
Volume
Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
18
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 93.3569
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 18.03.1994 - 08:00
Date
Data
Seite
580-581
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Pagina
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20 023 842
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