Initative parlementaire. Investissements publics
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N 17 mars 1994
Verfassung vorgesehenen Rahmen lösen müssen, lösen wol- len. Ich zähle auf Ihre Unterstützung.
Herr Pini, Sie fordern einen raschen Bau der Neat. Es ist Tatsa- che, dass wir Ersatz anbieten könnten. Wie ich die Probleme sehe, die Sie mit der Monteforno haben, muss ich Ihnen sa- gen: Wenn man mit dem Bau der Neat starten könnte, wären einige Arbeitsplätze - nicht nur im Kanton Tessin, sondern auch in den Kantonen Uri, Wallis und Bern - damit verbunden. Ich bin mit Ihnen einverstanden. Die Infrastruktur muss attrakti- ver werden. Die Neat, die «Bahn 2000» sind rasch zu bauen. Ende Jahr, wenn wir mit dem Kreditbegehren kommen, wer- den wir dann sehen, ob Sie dann zu Ihren Worten und zu Ihren Forderungen stehen werden. Sie werden das tun, ich weiss das, aber ich möchte jetzt schon ein Rendez-vous mit Ihnen bestimmen, damit wir dann sicher auf Ihre Unterstützung und auf Ihre Anwesenheit zählen können.
Die Infrastrukturkonzepte und der Infrastrukturausbau sind in- ternational koordiniert voranzutreiben, und jetzt, nach der An- nahme der Alpen-Initiative, zu modernisieren; sonst werden wir die Versprechen nicht einhalten können.
Herr Thür, ich bin dankbar, dass Sie und Ihre Partei nun auch bedenkenlos und ohne Vorbehalte hinter der Neat stehen. We- nigstens so haben nicht nur ich, sondern viele, die im Saal noch anwesend waren, sie interpretiert. Sie müssen jetzt zur Neat stehen; alles andere wäre sonst nicht mehr verständlich. Ich zähle nun aber auch bei der zügigen Realisierung auf Ihre Unterstützung. Ich zähle auf Ihre Hilfe bei der Abkürzung zeit- raubender, aufwendiger Verfahren, auf Ihr Augenmass für das finanziell und wirtschaftlich Tragbare.
Herr Binder, ich danke Ihnen für Ihre Ausführungen. Sie haben mir aus dem Herzen gesprochen, und ich darf Ihnen versi- chern, dass wir alle Kräfte einsetzen werden, um rasch, verfas- sungskonform zu handeln, zu Lösungen zu kommen, welche dem Willen des Souveräns entsprechen.
Volk und Stände haben am 20. Februar 1994 der Alpen-Initia- tive zugestimmt. Der Bundesrat hat die Aufgabe, diese Initia- tive umzusetzen, und zwar so, wie es der Initiativtext vorsieht. In China übersetzt man das Wort Krise mit Gefahr und Chance. Zusammen wollen wir die Chance ergreifen, dem Souverän folgen und es als Chance betrachten, dieses Problem, das uns beschäftigt, zu lösen. Zusammen können wir es schaffen. Ich bitte um Ihre Unterstützung. (Beifall)
94.400
Parlamentarische Initiative (WAK-NR) Förderung der öffentlichen Investitionen Initative parlementaire (CER-CN) Encouragement des investissements publics
Differenzen - Divergences
Siehe Seite 278 hiervor - Voir page 278 ci-devant Beschluss des Ständerates vom 17. März 1994 Décision du Conseil des Etats du 17 mars 1994
Antrag der Kommission Mehrheit
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates Minderheit (Ledergerber, Baumann, Bodenmann, Brunner Christiane, Fasel, Hafner Ursula, Strahm Rudolf, Thür) Festhalten
Proposition de la commission Majorité
Adhérer à la décision du Conseil des Etats Minorité
(Ledergerber, Baumann, Bodenmann, Brunner Christiane, Fasel, Hafner Ursula, Strahm Rudolf, Thür)
Maintenir
Stucky Georg (R, ZG), Berichterstatter: Der Ständerat hat das Paket «Investitionsbonus und Vorsteuerabzug» ungeöffnet an uns zurückgeschickt, mit andern Worten, er hat mit 23 zu 16 Stimmen beschlossen, nicht einzutreten. Da es sich um ei- nen Bundesbeschluss handelt, müssen wir uns nach Ge- schäftsverkehrsgesetz noch einmal damit befassen: Obwohl es ursprünglich eine parlamentarische Initiative war, also ein Vorverfahren, ist durch die Umwandlung in einen Bundesbe- schluss das Verfahren für Gesetze zu befolgen.
In der Diskussion im Ständerat war die Tendenz offensichtlich günstig, den Vorsteuerabzug bereits auf den Juli 1994 einzu- führen. Dagegen ist eigentlich nicht gesprochen worden, son- dern es ist das Bedauern darüber ausgedrückt worden, dass die Räte nicht zuständig sind.
Beim Investitionsbonus war die Meinung offensichtlich geteilt: Die Befürworter rückten hauptsächlich - vielleicht etwas im Unterschied zu unserm Rat - regionale Aspekte in den Vorder- grund; die Gegnerschaft, die stärker war, wies auf die falsche konjunkturelle Wirkung hin und führte aus, dass eine zweite Tranche prozyklisch wirken könnte. Was aber von einer über- wiegenden Mehrheit - man kann sagen: eigentlich von der Gesamtheit - der Votanten nicht verstanden wurde, war un- sere geniale Lösung, eine Bedingung einzubauen und ein Pa- ket zu schnüren. Aber man darf ruhig hinzufügen: Etwas Bes- seres hat der Ständerat auch nicht gefunden. Die Folge dieses Nichteintretens ist nun, dass der Investitionsbonus dahinfällt, während der Vorsteuerabzug, der ohnehin nicht in unsere Kompetenz fällt, einfach dem Bundesrat anheimgestellt wird. Man darf noch ein anderes Element nicht verkennen: den Zeit- druck. Im Grunde genommen geht es nicht, dass dringliche Vorlagen im Ständerat erst am Donnerstag der dritten Woche behandelt werden. Damit ist die Übungsanlage schon so vor- programmiert, dass man mit der Beratung der Vorlage nicht durchkommt. Der Ständerat müsste morgen Freitag diese Vor- lage noch einmal behandeln, wenn wir heute Festhalten be- schliessen würden. Sie können sich die Jubelstimmung vor- stellen, die morgen im Ständerat herrscht, wenn sich die Her- ren und Damen Ständeräte - statt um 8.15 Uhr heimzugehen - noch mit dieser Materie befassen müssten. Ich will damit auf- zeigen, dass eine dringliche Vorlage in der ersten Woche in den Erstrat gehört und in der zweiten Woche - das ist nun ein Schulbeispiel dafür - in den Zweitrat. Sonst kommen wir defi- nitiv zu spät. Wir können diesen Beschluss auch nicht auf die nächste Session verschieben.
Aus diesen Gründen möchte ich Ihnen nahelegen, die Mehr- heit Ihrer Kommission zu unterstützen, die - das Abstim- mungsresultat in der Kommission lautete 14 zu 8 Stimmen - Zustimmung zum Ständerat beantragt.
Gobet Alexis (C, FR), rapporteur: Je vous rappelle que, après mûre réflexion, la majorité de la Commission de l'économie et des redevances vous avait proposé un deuxième pro- gramme de bonus à l'investissement qui prévoyait d'injecter 100 millions de francs dans l'économie à des conditions pré- cises pour aider, notamment, aux rénovations, aux modifica- tions et aux extensions de bâtiments existants ainsi qu'à la construction ou à la rénovation d'installations destinées à l'utilisation d'énergies renouvelables et d'installations de cou- plage-force.
La majorité de la commission assortissait son projet d'un élé- ment quelque peu particulier, à savoir que la décision entrerait en vigueur dix jours après son adoption, pour autant qu'une déduction de l'impôt préalable soit accordée dès le 1er juillet de cette année. Il s'agissait donc d'introduire dès le 1er juillet à venir le système de déduction préalable tel qu'il existe dans le système de la TVA adopté par le peuple l'automne dernier et qui devrait entrer en vigueur au début 1995. Concrètement,
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cela aboutissait à éliminer dans les plus brefs délais la taxe oc- culte qui grève les investissements des entreprises dans le système d'Icha que nous connaissons.
Ce projet visait notamment à éviter que les entreprises ne re- portent à l'année prochaine des investissements qui devraient normalement se réaliser cette année encore afin de pouvoir bénéficier de la déduction prévue de l'impôt préalable dès l'introduction de la TVA. Elle avait donc une certaine logique, elle allait dans le même sens que le bonus à l'investissement: encourager les investissements cette année encore, afin de donner un coup de pouce bienvenu à la reprise tant attendue. Sous l'angle formel cependant, le projet était tout de même boiteux, en raison du mélange des compétences qu'il com- portait. Le bonus à l'investissement était de la compétence des Chambres fédérales, mais l'obligation d'introduire la dé- duction de l'impôt préalable était, elle, de la compétence du Conseil fédéral.
Notre Conseil en avait débattu et une proposition de décou- pler ces éléments pour ne garder que ce qui relevait directe- ment de notre compétence a été faite. Elle a été rejetée claire- ment par 94 voix contre 72 et avec 4 abstentions. L'ensemble du projet a donc été adopté, puis transmis au Conseil des Etats pour le parcours habituel. Le Conseil des Etats a décidé de ne pas entrer en matière. Cette décision a été prise à une majorité claire. Suite à cette décision, notre commission s'est réunie. Elle a considéré que deux possibilités s'offraient à nous en raison du temps dont nous disposons encore, comme vous l'a dit M. Stucky: soit le maintien du projet et de la divergence avec le Conseil des Etats, avec l'impossibilité quasi certaine de pouvoir la régler au cours de cette session, soit l'élimination de la divergence en n'entrant pas en matière. Les discussions qui ont eu lieu ici même, ainsi que les déci- sions que nous avons prises, ont clairement démontré notre volonté de présenter un projet d'ensemble. Le Conseil des Etats a aussi été partagé entre ces deux éléments: bonus à l'in- vestissement et déduction de l'impôt préalable. Néanmoins, il a décidé très clairement de ne pas entrer en matière. La diver- gence est donc trop importante, comme je l'ai dit, pour qu'on puisse envisager de trouver, au cours de cette session encore, les voies d'une entente possible.
Dès lors, la majorité de votre commission s'est prononcée en faveur de la solution la plus raisonnable. Par 14 voix contre 8, elle vous invite à vous rallier au Conseil des Etats et à ne pas entrer en matière.
Ledergerber Elmar (S, ZH), Sprecher der Minderheit: Kollege Stucky hat gesagt, der Ständerat habe das Paket ungeöffnet an uns zurückgesandt. Ich muss Sie daran erinnern, dass ein wichtiger Grund für dieses Refusé darin bestand, dass Sie hier einen Konnex zwischen diesem Vorsteuerabzug und der zweiten Tranche des Investitionsbonus hergestellt haben; wir haben letzte Woche darüber gesprochen. Es erweist sich jetzt sehr deutlich, dass das eigentlich ein «Buebestückli» war und nicht Politik, die Sie hier hätten machen sollen! Ich möchte Sie an die hitzige Debatte erinnern, die wir im Zusammenhang mit der dringlichen Interpellation Carobbio (94.3083) zu Monte- forno geführt haben. Da haben Sie, alle Tessiner Nationalräte quer durch alle Parteien, gefordert, dass der Bund, der Staat Wirtschaftspolitik machen, Struktur- und Regionalpolitik und unter anderem auch Konjunkturpolitik betreiben solle. Dann kommt der Ständerat und schickt uns einfach das Paket wie- der zurück, als ob das die einfachste Sache wäre, wie nichtbe- stellte Drucksachen, die man zurücksenden kann.
Dieses Paket ist keine solche Drucksache, sondern hier geht es um Inhalte, die Ihnen allen und auch den «Ständeherren» und den wenigen «Ständedamen» sehr wohl am Herzen lie- gen müssten. Ich möchte Sie daran erinnern, dass im Stände- rat alle Vertreter der lateinischen Schweiz diesem Paket zuge- stimmt haben, die Vertreter jener Regionen, die Sie diese Wo- che mit Krokodilstränen bedacht haben, als wir über die Sprachregionen gesprochen haben. Sie haben von Liebeser- klärungen gesprochen und weiss ich was!
Es gibt Leute, die können von der Liebe leben, aber die Ro- mandie und das Tessin können das nicht. Wir haben in diesen Regionen mit Abstand die höchsten Arbeitslosenquoten, und
da kommt nun der Ständerat und sagt: Wir brauchen hier keine weitere Konjunkturpolitik - auch hier gibt es einige Her- ren und Damen, die das sagen -, das ganze Problem wird sich von selbst lösen. So kann das nicht gehen! Es darf doch nicht wahr sein, dass wir hier, und dass Sie, die bürgerlichen staats- tragenden Regierungsparteien, nachdem Sie keine konsi- stente Wirtschaftspolitik haben, jetzt auch noch auf jede Kon- junkturpolitik verzichten!
Wir haben mit dem Investitionsbonus - der, wie alle staatlichen Instrumente, gewisse Nachteile hat - ein taugliches Instru- ment, das in den letzten eineinhalb, zwei Jahren wesentliche konjunkturelle Impulse gebracht hat. Wir haben einen fast eu- phorischen Bericht vom Bundesamt für Konjunkturfragen er- halten, der gezeigt hat, dass 30 000 Personenjahre Arbeit ge- schaffen und rund 800 Millionen Franken Ausgaben bei der Arbeitslosenversicherung eingespart worden sind. Hier haben wir eine einfache Aufstockung um 100 Millionen Franken in ei- ner bedrohten Branche, die 1994 nochmals auf dem Krebs- gang sein wird und in bedrohten Regionen rund 10 000 Perso- nenjahre Arbeit schaffen und einige hundert Millionen Franken weniger Ausgaben bei den Arbeitslosenversicherungen be- wirken könnte. Da kommt der Ständerat und sagt: Refusé. - So geht das nicht!
Ich weiss, einige von Ihnen sind abstimmungsreif. Aber wir sollten dieses Geschäft nicht einfach übers Knie brechen. Ich möchte Sie bitten, hier der Minderheit zu folgen, an unserem Entscheid festzuhalten und sich nicht unter Druck setzen zu lassen, weil morgen Freitag ist und wir morgen nachmittag wieder alle zu Hause sein werden. Es ist ein Geschäft, das Tau- sende von Leuten in diesem Land angeht, und es ist dringend notwendig, dass wir hier wenigstens das Bisschen Konjunk- turpolitik, das wir noch machen können, noch betreiben.
Es ist ja schlimm genug - wir haben es gestern angespro- chen -, dass im Rahmen der Wirtschaftspolitik in diesem Land nichts läuft, dass es möglich ist, dass wir die gesetzli- che Grundlage für die Finanzhilfe an wirtschaftlich bedrohte Regionen auslaufen lassen und während etwa eines Jahres keine gesetzliche Grundlage für diese regionale Unterstüt- zung haben, die für den föderalistischen Zusammenhalt die- ses Landes ganz entscheidend ist. So können wir mit Wirt- schaftspolitik und mit Konjunkturpolitik nicht umgehen!
Ich bitte Sie auch namens der sozialdemokratischen Fraktion, hier festzuhalten.
Lassen Sie mich noch ein Wort sagen zur Verknüpfung mit dem Vorsteuerabzug. Sie haben wahrscheinlich den bitter- bösen Artikel von Beat Kappeler in der «Weltwoche» gelesen - Beat Kappeler, der meiner Meinung nach manchmal sehr in- teressante Dinge schreibt, manchmal etwas Unverständli ches, in der letzten Zeit eher häufiger von der zweiten Katego- rie -, der geschrieben hat, die Linke und die Rechte plünder- ten die Kasse von Bundesrat Stich gemeinsam und dass das sozusagen eine Strassenräuberattacke auf den Bundeshaus- halt und eine unheilige Koalition sei.
Ich möchte Ihnen diese Positionen noch einmal ganz kurz er- läutern. Per saldo ist der Investitionsbonus ein Geschäft für die öffentliche Hand. Wenn Sie privat solche Geschäfte tätigen könnten: ein Franken Investition, drei Franken Gewinn in ei- nem Jahr, dann würden Sie das ohne weiteres machen.
Beim Vorsteuerabzug ist es etwas problematischer. Da sind natürlich einige von Ihnen angetreten mit der Absicht, ein wei- teres Steuergeschenk an ihre Klientele zu machen, ein Steuer- geschenk, das konjunkturpolitisch nicht von grosser Bedeu- tung ist. Es ist allerdings so, dass in der bestehenden Vorlage eine Formulierung gewählt wurde und die Kompetenzen rechtlich auch so gegeben sind, dass der Bundesrat absolut in der Lage wäre, den Vorsteuerabzug so auszugestalten, dass er für die Bundeskasse ertragsneutral ist. Er könnte 1994 und 1995 den Vorsteuerabzug schrittweise einführen und so über die Jahre verteilen, dass das Ganze ertragsneutral wäre und Ihr deklariertes Ziel - nämlich einen Investitionsstau zu verhin- dern - locker erreicht werden könnte. Da kann man mit Fug und Recht nicht davon sprechen, dass die Linke mit der Rech- ten hier den Bundeshaushalt plündern wollte.
Ich bitte Sie, deutlich am Investitionsbonus Il festzuhalten und den Leuten draussen ein klares Zeichen zu geben, dass wir
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gewillt sind, konjunkturpolitisch etwas zu machen - das, was wir machen können.
Vielleicht könnten Sie sich in Zukunft sogar wirtschaftspoli- tisch einige Gedanken machen, die diesem Land tatsächlich die notwendigen Strukturveränderungen bringen könnten, ohne dass wir den sozialen Kahlschlag herbeiführen.
Hegetschweiler Rolf (R, ZH): In der Analyse der Situation muss ich Kollege Ledergerber natürlich recht geben. Wir ha- ben so beschlossen, haben diese Verknüpfung gemacht Wenn wir in der gegenwärtigen Diskussion zu den Auswirkun- gen der Alpen-Initiative die Klagen und Befürchtungen über mögliche Beschäftigungseinbrüche in den betroffenen Regio- nen hören, wäre es wirklich unverständlich, wenn der Natio- nalrat jetzt einfach dem Ständerat folgte und auf das Paket ver- zichtete, das er vor einigen Tagen mit dem Investitionsbonus und dem Vorsteuerabzug zusammenschnürte. Wir haben be- schlossen, positive Beschäftigungsimpulse sowohl im öffentli- chen Bau wie in der Industrie auszulösen, und es gibt keine sachlichen Gründe, von dieser Haltung abzuweichen.
Die Auswirkungen sind bekannt, ich möchte das nicht wieder- holen. Die Unterstützung ist wirklich dringend nötig, und eine prozyklische Wirkung kann ausgeschlossen werden. Es ist auch so, dass beim Investitionsbonus ja auf die regionalen Be- schäftigungszahlen, also auf die Arbeitslosenzahlen, Rück- sicht genommen würde. Ich möchte das ausdrücklich zuhan- den der Vertreter solcher Randregionen sagen.
Ich glaube, gerade die Alpen-Initiative bewirkt, dass öffentli- che Aufträge ausfallen werden. Ich bitte Sie, am Beschluss des Nationalrates festzuhalten. Ich glaube, Zeitdruck und Koordi- nationsprobleme mit dem Ständerat können ja im Ernst kein Grund sein, dass wir ein Geschäft nicht seriös behandeln. Un- sere Freunde vom Ständerat sind ja vermutlich schon beim Nachtessen. Wenn sie morgen fünf Minuten länger bleiben müssten, wäre das nicht ein so grosses Unglück. Ich bitte Sie, an unserem Beschluss festzuhalten.
David Eugen (C, SG): Die CVP-Fraktion ist mehrheitlich der Meinung, dass uns nichts anderes übrig bleibt, als uns dem Ständerat anzuschliessen, und zwar nur darum, weil der Stän- derat klargemacht hat, dass er an seiner Position festhält. Da- mit kann er morgen den Beschluss so oder so zu Fall bringen. Deshalb hat es auch vom Verfahren her keinen Sinn mehr, dass wir es verlängern. Auf der anderen Seite muss man doch betonen, dass der Ständerat - ich sage das mehr aus meiner persönlichen Sicht - die Wirtschaftslage in unserem Lande zu optimistisch beurteilt. Ich bin der Meinung, dass auch der Bun- desrat das tut, und ich bedaure auch sehr, dass der Bundesrat hier nicht vertreten ist, denn es geht immerhin um eine recht grosse Zahl Arbeitsplätze, die hier zur Diskussion steht. Wir müssen ernsthaft befürchten, dass ein Investitionsstau eintritt, wenn der Vorsteuerabzug nicht geregelt wird. Ich hätte gerne noch vom Bundesrat eine Aussage gehört darüber, was er mit dem Mehrwertsteuerabzug macht.
Ich finde es gegenüber dem Parlament nicht richtig, dass der Bundesrat, obwohl wir Session haben und diese wichtige Frage zur Diskussion steht, die ganze Geschichte immer hin- ausschiebt, uns nach Hause entlässt und sagt: Ihr könnt dann in der Zeitung lesen, was wir machen. Es ist auch gegenüber der Industrie nicht richtig, die ihre Entscheide treffen muss. Ich verstehe dieses Verhalten konjunkturpolitisch nicht, denn in der Verfassung ist ganz klar der Auftrag an den Bund veran- kert, Vorkehrungen für die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zu treffen. Das ist die Konjunkturpolitik, die der Bund hier betrei- ben müsste. Aus dieser Sicht bedaure ich, dass wir die Übung abbrechen müssen. Die Verantwortung dafür trägt in erster Li- nie der Ständerat, aber letztendlich, was insbesondere den Vorsteuerabzug betrifft, der Bundesrat. Ich hoffe, dass er diese Verantwortung doch noch wahrnehmen wird.
Fischer-Hägglingen Theo (V, AG): Der Beschluss des Stände- rates entspricht ja dem seinerzeitigen Minderheitsantrag aus unserem Rat, dem unsere Fraktion zugestimmt hatte. Der Ent- scheid des Ständerates entspricht somit der Meinung der SVP.
Die Vorlage der Kommission war eine Missgeburt, der nun eine möglichst schickliche Beerdigung zuteil werden soll. Wir haben uns eingehend über den Investitionsbonus unterhal- ten. Es hat keinen grossen Wert, diese Diskussion heute noch einmal zu führen. Der Investitionsbonus ist zum heutigen Zeit- punkt überflüssig und trägt kaum zum Abbau der Arbeitslosig- keit bei. Er bringt auch im Fall Monteforno, der nun herangezo- gen wird, nichts. Dieser Betrieb - wie alle anderen ähnlich ge- lagerten Betriebe - kann nicht mit staatlichen Mitteln über Wasser gehalten werden. Es besteht auch keine Chance da- für, dass der Ständerat am letzten Tag dieser Session noch auf seinen Beschluss zurückkommt und die Vorlage noch einmal durchberät. Eine Verschiebung auf die Sommersession hätte auch keinen Sinn mehr. Deshalb ist es am besten, diese nutz- lose Diskussion aufzugeben und die völlig «in die Hose gegan- gene» Vorlage bachab zu schicken.
Strahm Rudolf (S, BE): Auch wenn es spät ist, ist uns die Sa- che wichtig. Ich halte mich kurz und gehe nur noch auf drei Punkte ein.
Es ist jetzt wieder gesagt worden, hier würden Betriebe mit staatlichen Mitteln über Wasser gehalten. Das ist ein Missver- ständnis! Der Investitionsbonus ist ein Anreiz oder eine Beloh- nung dafür, dass Kantone und Gemeinden Investitionen, die später getätigt werden müssen, vorziehen. Das ist keine Sub- ventionierung von Betrieben. Wir wissen, dass der Bonus greift. Wir wissen, dass er tatsächlich Arbeitsplätze schafft. Er ist bewährt, der Apparat ist eingespielt. Es geht um eine Auf- stockung des früheren Bonus. Mindestens 7000 Arbeitsplätze während eines Jahres werden zusätzlich geschaffen und ent- sprechende Einsparungen - das zwei- bis dreifache - bei der Arbeitslosenversicherung erzielt.
Ein Wort zum Vorsteuerabzug. Ich möchte auf Falschmel- dungen und Kommentare der Presse eingehen. Es ist wieder unterstellt worden, wir möchten mit dem Vorsteuerabzug die Bundeskasse um 600 bis 800 Millionen Franken erleichtern. Wir haben immer gesagt, wenn er 600 bis 800 Millionen Fran- ken Einnahmenausfälle ausmachen würde, könnten wir nicht dafür sein. Es gibt aber mehrere Modelle - der Zusatz im Be- schluss lässt deren Anwendung offen. Ein Modell beispiels- weise - Herr Ledergerber tönte es bereits an - sieht eine «Glät- tung» vor, dass wir also den Abzug über eine längere Zeit ver- teilen, so dass das praktisch einkommensneutral ist Eine zweite Möglichkeit bestünde darin, beim Vorsteuerabzug die Importgüter auszunehmen. Es hat keinen Sinn, aus konjunk- turpolitischen Gründen Lastwagen aus Europa oder Compu- ter aus Japan zu entlasten, weil wir ja nicht die ausländische Konjunktur stützen wollen und müssen. Es ist möglich, alle Bagatellimporte oder Bagatellinvestitionen von Beträgen, die beispielsweise eine halbe Million Franken nicht übersteigen, auszunehmen. Es ist möglich und sinnvoll, die Baubranche auszunehmen, weil nämlich die Vorlaufzeiten beim Bau so- wieso länger sind. Wenn also jetzt über einen Bau entschieden wird, wird die Leistung ohnehin erst 1995 fakturiert. Das waren einige technische Argumente.
Jetzt noch zur Frage der Prozedur, eine Antwort an Herrn David. Herr David sagte - so wird natürlich unser Beschluss «gekillt» -, es bleibe uns nichts mehr übrig, als dem Stände- rat zu folgen. Der Ständerat wäre darauf eingerichtet, morgen nochmals darauf zurückzukommen. Die Signale, die wir er- halten haben, sind jedenfalls andere. Die ständerätliche WAK hat relativ knapp gegen Eintreten gestimmt. Im Ständerat fiel das Resultat der Abstimmung - 23 zu 16 Stimmen gegen Ein- treten - ebenfalls relativ knapp aus. Wir sind der Meinung, dass der Ständerat bei einiger Überzeugungsarbeit ein- schwenken würde, wenn der Nationalrat festhält. Der Stände- rat wird auch aus regionalpolitischen Gründen einschwenken müssen.
Ich bitte Sie aus diesen Gründen, jetzt nicht in Resignation zu machen. Dieser Betrag ist nicht hoch, aber er ist wichtig. Er ist ein wichtiges politisches Signal, nämlich das Signal, dass das Parlament und «Bundes-Bern» gegen diese Konjunkturlage ankämpfen und etwas gegen die Arbeitslosigkeit tun will. Es ist an sich das einzige Instrument, das kurzfristig wirkt. Es gibt keine anderen Instrumente, die so kurzfristig wirken.
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Früh Hans-Rudolf (R, AR): Die Mehrheit der FDP-Fraktion ist selbstverständlich für Zustimmung zum Beschluss des Stän- derates.
Ich darf Ihnen noch schnell sagen, wo und wie man in der Schweiz investieren könnte, ohne dass man - wie mein Freund Beat Kappeler das gesagt hat - die Bundeskasse mel- ken muss. «Firma Schweiz» ist die Investitionsoffensive von 300 000 kleinen und mittleren Betrieben. Wir haben im Kanton Basel-Stadt heute abend 200 Millionen Franken Investitions- zusicherungen - aufgrund dieser Offensive. Das bringt Schwung in die Schweiz, nicht Geld aus der Bundeskasse!
Präsidentin: Die LdU/EVP-Fraktion und die liberale Fraktion lassen mitteilen, dass sie die Mehrheit unterstützen. Die grüne Fraktion lässt mitteilen, dass sie der Minderheit zustimmt.
Stucky Georg (R, ZG), Berichterstatter: Auch ich will es sehr kurz machen. Ich danke den Herren Strahm Rudolf und Leder- gerber, die mit Recht darauf hingewiesen haben, das das, was in der Presse kolportiert worden ist, namentlich von Herrn Kap- peler, wirklich nicht auf Tatsachen beruht. Das fängt schon mit der Erwähnung der 700 Millionen Franken im Titel an. Ich habe mich gefragt, woher Herr Kappeler diese Zahl hat. Wir haben ja in aller Deutlichkeit darauf hingewiesen, dass diese Berech- nung gar nicht angestellt werden kann, solange man die Be- dingungen beim Vorsteuerabzug nicht kennt.
Im Grunde genommen läuft unser Entscheid - wenn man ma- teriell nicht mehr gross darüber debattieren kann - darauf hin- aus, abzuschätzen, wie der Ständerat in seiner morgigen Sit- zung handeln wird. Finden Sie es - wie die Mehrheit der Kom- mission - realistisch, dass er an seinem Beschluss festhalten wird, wahrscheinlich mit einem noch grösseren Mehr als heute, dann können Sie heute schon die schickliche Beerdi- gung einleiten. Wenn Sie aber glauben, dass der Ständerat heute nacht noch überzeugt werden könnte, doch noch auf das Geschäft einzutreten, wäre das ein Argument, der Minder- heit zuzustimmen - wir sehen diese Möglichkeit schwinden. Ich selber glaube nicht daran, und die Mehrheit der Kommis- sion auch nicht.
Im Grunde genommen bleibt in dieser Situation zum Schluss nur eines: den Bundesrat zu bitten, dass er beim Vorsteuerab- zug darauf achtet, dass konjunkturell nichts Falsches passiert, und das Falsche wäre ein Investitionsstau. Deshalb möchte ich den Bundesrat noch einmal an die Verantwortung erin- nern, die er trägt, und an ihn appellieren, hier zum Rechten zu sehen.
Namentliche Abstimmung - Vote par appel nominal
Für den Antrag der Minderheit stimmen: Votent pour la proposition de la minorité:
Aguet, Baumberger, Bäumlin, Béguelin, Bezzola, Boden- mann, Brunner Christiane, Buhlmann, Chevallaz, Columberg, Comby, de Dardel, David, Deiss, Dormann, Ducret, Duvoisin, Eggenberger, Engler, Epiney, Eymann Christoph, Fasel, Fehr, von Felten, Giger, Gonseth, Gross Andreas, Grossenbacher, Gysin, Haering Binder, Hafner Rudolf, Hämmerle, Hari, Heget- schweiler, Hildbrand, Hollenstein, Iten Joseph, Jeanprêtre, Jöri, Keller Anton, Ledergerber, Leemann, Lepori Bonetti, Leu Josef, Leuenberger Ernst, Leuenberger Moritz, Mamie, Marti Werner, Mauch Ursula, Misteli, Neuenschwander, Oehler, Pini, Ruckstuhl, Ruffy, Schmidhalter, Schweingruber, Segmül- ler, Seiler Hanspeter, Spielmann, Steiger Hans, Strahm Ru- dolf, Thür, Vollmer, Wick, Ziegler Jean (66)
Für den Antrag der Mehrheit stimmen: Votent pour la proposition de la majorité:
Aregger, Berger, Binder, Bircher Peter, Bischof, Blatter, Bonny, Borradori, Bortoluzzi, Bühler Simeon, Bührer Gerold, Bürgi, Camponovo, Cincera, Couchepin, Daepp, Dettling, Dreher, Dünki, Eggly, Fischer-Hägglingen, Fischer-Seengen, Fischer-Sursee, Frey Claude, Friderici Charles, Fritschi Oscar, Früh, Gobet, Gros Jean-Michel, Heberlein, Hess Otto, Hess Peter, Jenni Peter, Keller Rudolf, Kern, Leuba, Loeb François, Maurer, Meier Hans, Moser, Müller, Nabholz, Narbel, Perey,
Philipona, Poncet, Raggenbass, Reimann Maximilian, Rohr- basser, Sandoz, Scheurer Rémy, Schmied Walter, Schwab, Spoerry, Stalder, Stamm Luzi, Steinegger, Steinemann, Stucky, Vetterli, Wanner, Wyss Paul, Wyss William (63)
Der Stimme enthalten sich - S'abstiennent: Grendelmeier, Meier Samuel, Weder Hansjürg (3)
Abwesend sind - Sont absents:
Allenspach, Aubry, Bär, Baumann, Blocher, Borel François, Borer Roland, Brügger Cyrill, Bundi, Caccia, Carobbio, Ca- spar-Hutter, Cavadini Adriano, Danuser, Darbellay, Diener, Fankhauser, Frey Walter, Gardiol, Giezendanner, Goll, Graber, Hafner Ursula, Herczog, Hubacher, Jaeger, Jäggi Paul, Kühne, Maeder, Maitre, Maspoli, Matthey, Mauch Rolf, Meyer Theo, Miesch, Mühlemann, Nebiker, Pidoux, Rebeaud, Rechsteiner, Robert, Ruf, Rutishauser, Rychen, Savary, Scher- rer Jürg, Scherrer Werner, Schmid Peter, Schnider, Seiler Rolf, Sieber, Stamm Judith, Steffen, Steiner Rudolf, Suter, Theubet, Tschäppät Alexander, Tschopp, Tschuppert Karl, Wiederkehr, Wittenwiler, Zbinden, Zisyadis, Zölch, Züger, Zwahlen, Zwy- gart (67)
Präsidentin, stimmt nicht - Présidente, ne vote pas: Haller (1)
An den Ständerat - Au Conseil des Etats
Schluss der Sitzung um 21.00 Uhr La séance est levée à 21 h 00
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Jahr
1994
Année
Anno
Band
I
Volume
Volume
Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
17
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 94.400
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
17.03.1994 - 15:00
Date
Data
Seite
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Pagina
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