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StGB und MStG. Strafbare Handlungen
dass das - gemessen an der Absicht, die den vorgeschlage- nen Bestimmungen zugunde liegt - nicht zweckmässig ist; die Absicht ist, Juxlisten einzuschränken, nicht aber etwa, kleine politische Gruppierungen zu behindern.
Die Gründe bezüglich des Unterschriftenquorums sind er- wähnt worden, darüber muss ich mich nicht mehr verbreiten: 200 Unterschriften in mittleren Kantonen, 400 Unterschriften in grossen Kantonen - diese Erhöhung ist dazu angetan, nicht nur Juxlisten, sondern auch kleine politische Gruppierungen zu behindern. Umgekehrt kann eine vernünftig angesetzte Kaution durchaus eine gewisse Abhaltewirkung gegenüber Juxlisten erzielen. Und vernünftig angesetzt ist die Kaution. Bitte bedenken Sie, dass der einzelne Unterzeichner einer Wahlliste - falls die Kantone überhaupt von dieser Möglichkeit Gebrauch machen - mit gerade 10 Franken zum Zuge kommt, wenn das Quorum nicht erreicht wird. Dieses Quorum ist zu- dem - das muss ebenfalls betont werden - ausgesprochen tief.
Ich möchte Ihnen das an einem Beispiel zeigen: Ich habe mit Absicht heute morgen nochmals in der Statistik der Zürcher Nationalratswahlen 1991 nachgesehen. Da ist mir - in Asso- . ziation an ein Geschäft, das wir ebenfalls in dieser Session be- handeln - die Liste mit der Bezeichnung «Liste gegen Männer benachteiligende Gesetze / Gegen unmenschliche Tierversu- che» aufgefallen. Die Einheit der Materie ist also bei der Be- zeichnung von Wahllisten offenbar nicht verlangt!
Ich würde eine ziemlich hohe Wette eingehen, dass die mei- sten meiner zürcherischen Kolleginnen und Kollegen im Saal diese Liste überhaupt nicht mehr gekannt haben. Ich habe sie auch nicht mehr gekannt, bevor ich heute morgen die Statistik nachgelesen habe, weil seit der Einreichung der zitierten Wahlliste von diesen Leuten nichts mehr zu hören war. Aber, und das ist nun der springende Punkt, diese Liste hat in den Wahlen zwei Promille der Stimmen gemacht! Sie hätte damit keine Kaution berappen müssen, weil im Kanton Zürich die Li- mite bereits bei 1,2 Promille liegen würde. Da kann man doch wirklich nicht von einer prohibitiven Grenze sprechen.
Das Argument, dass die Demokratie nichts kosten dürfe, tönt zwar populär, ist aber bei Licht betrachtet nicht sehr überzeu- gend. Das Funktionieren der direkten Demokratie kostet alle Parteien und Gruppierungen auch in anderen Bereichen sehr wohl etwas. Es wäre zudem noch anzumerken, dass sich sol- che Beträge in modifizierter Form in den welschen Kantonen schon seit langem eingebürgert haben.
Insgesamt kommt die Kommission deshalb zum Schluss, dass diese Kombination zweier mässig hoher Hürden das ge- eignetere Mittel als der Vorschlag des Ständerates darstellt. Sie empfiehlt Ihnen deshalb mit 18 zu 3 Stimmen bei Absatz 1, mit 11 zu 9 Stimmen bei Absatz 3 und mit 12 zu 8 Stimmen bei Absatz 4, an unserem Beschluss und damit an der Fassung des Bundesrates festzuhalten.
Couchepin François, chancelier de la Confédération: Je ferai deux remarques: j'insisterai tout d'abord sur l'aspect para- doxal de ce débat, où le Conseil des Etats se montre finale- ment plus centralisateur que le Conseil national dont la solu- tion est manifestement plus fédéraliste; ensuite, je préciserai que le Conseil fédéral est tout aussi soucieux que tous les intervenants des droits démocratiques, mais qu'il entend pré- cisément parler de démocratie et non pas de farce.
Nous pensons que demander, dans le pire des cas, que des gens qui signent des listes de candidats paient 10 francs de leur poche pour prouver qu'ils font un acte sérieux est infini- ment plus démocratique et fédéraliste que l'obligation de trou- ver 400 signatures dans les grands cantons, ce qui est une obligation imposée par la Confédération, alors que la solution que vous avez choisie est une solution qui laisse à chaque canton, par une loi démocratiquement approuvée, le droit d'in- troduire ou non cette solution.
En conclusion, le Conseil fédéral s'en remet donc à votre déci- sion, mais il souhaite en tous les cas que la proposition de la minorité ne soit pas suivie, parce que celle-là, qui supprime toutes les barrières, supprime également la dignité des élec- tions et transforme ces dernières en farces.
Le président: Nous voterons alinéa par alinéa. A l'alinéa 1er, nous opposerons la proposition de la commission (maintenir) à la proposition Ruckstuhl/Wanner. Mais tout d'abord M. Darbellay défendra sa motion d'ordre.
Darbellay Vital (C, VS): J'ai une autre proposition à vous faire concernant le vote sur les alinéas 3 et 4.
Au Conseil des Etats, on a proposé l'augmentation du nombre de signatures et on a supprimé la caution exigée. Il n'y a donc pas de sens de voter en premier lieu sur le nombre de signatu- res. Il faut d'abord savoir si l'on maintient ou non la caution que le Conseil fédéral propose; si on la maintient, on n'a pas de rai- son spéciale d'augmenter le nombre de signatures.
Je propose donc de commencer par les alinéas 3 et 4 ensem- ble, et ensuite de revenir à l'alinéa 1er.
Abstimmung - Vote Für den Ordnungsantrag Darbellay offensichtliche Mehrheit Dagegen Minderheit
Abs. 3, 4 - Al. 3, 4
Abstimmung - Vote Für den Antrag der Minderheit/ Ruckstuhl/Wanner Für den Antrag der Mehrheit
82 Stimmen 75 Stimmen
Abs. 1 -Al. 1
Abstimmung - Vote Für den Antrag Ruckstuhl/Wanner 84 Stimmen
Für den Antrag der Kommission 55 Stimmen
91.032
StGB und MStG. Strafbare Handlungen gegen das Vermögen und Urkundenfälschungen CP et CPM. Infractions contre le patrimoine et faux dans les titres
Differenzen - Divergences
Siehe Jahrgang 1993, Seite 953 - Voir année 1993, page 953 Beschluss des Ständerates vom 9. Dezember 1993 Décision du Conseil des Etats du 9 décembre 1993
A. Schweizerisches Strafgesetzbuch. Militärstrafgesetz (Strafbare Handlungen gegen das Vermögen und Urkun- denfälschungen)
A. Code pénal suisse. Code pénal militaire (Infractions contre le patrimoine et faux dans les titres)
Fischer-Sursee Theo (C, LU), Berichterstatter: Die Kommis- sion schlägt Ihnen vor, bei den Differenzen weitgehend dem Ständerat zu folgen, mit Ausnahme von folgenden Artikeln: 144bis, 149, 156, 251 und 251bis. Im Namen der Kommission habe ich folgende Bemerkungen zuhanden des Protokolls an- zubringen:
Zu Artikel 144bis, Datenbeschädigung: Hier geht es um die Herstellung von Computerviren. Mit der Formulierung «weiss oder annehmen muss» in Absatz 2 wird klargestellt, dass nur vorsätzliches oder eventualvorsätzliches Handeln bestraft wird, nicht aber blosse Fahrlässigkeit. Strafbarkeit liegt aber bereits vor, wenn der Täter klare Anhaltspunkte hat, dass Dritte die Absicht haben, die Computerviren in ein Datenverarbei tungsprogramm einzuschleusen.
Zu Artikel 148, Check- und Kreditkartenmissbrauch: Der Stän- derat hat Absatz 1 dieses Artikels neu gefasst, indem er das
42-N
N 14 mars 1994
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CP et CPM. Infractions
Wort «missbraucht» durch «verwendet» ersetzt, dafür aber ex- plizit umschreibt, was Missbrauch ist.
Wir stimmen zu, möchten aber festhalten, dass die Verwen- dung von Check- und Kreditkarten im Sinne dieses Artikels dann Missbrauch und somit strafbar ist, wenn der Täter be- wusst die Sicherheitsvorkehren des Ausstellers unterläuft Zu Artikel 149, Zechprellerei: Hier schliessen wir uns der ver- besserten Formulierung des Ständerates grundsätzlich an, halten aber daran fest, dass Zechprellerei nur mit Haft oder Busse und nicht mit Gefängnis bestraft wird. Der Grund ist, dass gegenüber der ursprünglichen Formulierung des Bun- desrates der Straftatbestand ausgeweitet wurde - unter «Dienstleistungen» fallen z. B. Telefongebühren. Wir sind da- her der Auffassung, dass man die Zechprellerei als Übertre- tung und nicht als Vergehen qualifizieren soll.
Zu Artikel 156, Erpressung: Der Ständerat hat als Tatbestands- merkmal den Passus «indem er» - gemeint ist der Täter - «sie» - d. h. die betroffene Person - «auf andere Weise zum Widerstand unfähig macht, .... » in den Gesetzestext aufge- nommen. Wir sind zusammen mit dem Bundesrat der Mei- nung, dass bei der Erpressung die Widerstandsunfähigkeit nicht vorausgesetzt wird, da das Opfer die vermögensschädi- gende Handlung selbst vornimmt, also noch eine gewisse Handlungsfähigkeit aufweisen muss. Macht der Täter das Op- fer so zum Widerstand unfähig, dass es keine Möglichkeit zur Gegenwehr mehr hat, begeht er Raub. Wir halten daher am Beschluss unseres Rates fest.
Auf Artikel 251 und Artikel 251bis werde ich in der Detailbera- tung eingehen, weil dort ein Minderheitsantrag vorliegt.
Leuba Jean-François (L, VD), rapporteur: Après les décisions prises par la commission ou sa majorité, il reste des divergen- ces aux articles 144bis, 149, 156, 251 et 251bis. Je me permettrai, parce que cela me paraît plus clair pour la poursuite du débat, d'intervenir lorsque les différents articles concernés seront traités.
Art. 110 Ziff. 5 Abs. 1 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Art. 110 ch. 5 al. 1 Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Angenommen - Adopté
Art. 128bis Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates (die Änderung betrifft nur den französischen Text) Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Leuba Jean-François (L, VD), rapporteur: A l'article 128bis, la commission fait une remarque parce que le texte adopté par le Conseil des Etats, en français en tout cas, comprend deux fois sur la même ligne - ce qui doit être un record absolu - les mots «sans raison».
De l'avis de la commission, c'est une fois de trop. La commis- sion prie donc la Commission de rédaction de revoir la chose et d'éviter un texte qui paraît d'une rare inélégance.
Angenommen - Adopté
Art. 137 Ziff. 2; 141; 141bis; 142 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Art. 137 ch. 2; 141; 141bis; 142 Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Angenommen - Adopté
Art. 144 Abs. 2 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Art. 144bis Antrag der Kommission Ziff. 1
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates Ziff. 2
.... anbietet oder sonstwie
Art. 144 al. 2 Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Art. 144bis Proposition de la commission Ch. 1 Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Ch. 2
.... , offert ou d'une
Leuba Jean-François (L, VD), rapporteur: L'article 144 concerne le dommage à la propriété. Le Conseil fédéral et no- tre Conseil ne l'avaient pas modifié et avaient prévu d'intro- duire à l'alinéa 2 la détérioration des données. Fort opportuné- ment à notre avis, le Conseil des Etats a retiré l'alinéa 2 pour en faire un article 144bis (nouveau) chiffre 1. Il a ajouté un chiffre 2, qui permet de réprimer notamment l'introduction de virus dans les ordinateurs.
Sur le principe, votre commission est d'accord avec la concep- tion du Conseil des Etats. Nous vous proposons néanmoins une correction de nature plutôt rédactionnelle, en supprimant les mots «mis à disposition», qui nous paraissent répéter la no- tion qui est contenue dans le mot «offert», sans rien ajouter. Sans doute la notion d'«offrir» est-elle un tout petit peu plus re- streinte que celle de «mettre à disposition». On peut penser par exemple à celui qui sait qu'il a une disquette qui contient un virus et qui la laisse sur son bureau, en pensant bien que son collègue de travail va s'en emparer pour l'emporter chez lui, mais un tel comportement est aussi visé par l'expression qui est restée dans la loi «d'une quelconque manière rendu accessibles». C'est pourquoi la commission a décidé de biffer, dans le texte allemand, «überlässt», ce qui entraîne la dispari- tion dans le texte français de «mis à disposition».
Angenommen - Adopté
Art. 148 Abs. 1 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Art. 148 al. 1 Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Leuba Jean-François (L, VD), rapporteur: Il s'agit de l'utilisa- tion abusive des cartes-chèques et des cartes de crédit.
Le Conseil fédéral avait prévu d'employer les mots: « .... en uti- lisant de manière abusive une carte-chèque, une carte de cré- dit ou tout autre moyen de paiement analogue». Le Conseil des Etats a biffé les mots «de manière abusive», puisque l'abus réside précisément dans le fait qu'on utilise une carte alors qu'on se sait insolvable ou qu'on n'est pas disposé à s'acquitter de son dû.
La commission s'est demandé s'il fallait réintroduire la notion d'abus dans l'utilisation, mais elle a rejeté une proposition al- lant dans ce sens par 12 voix contre 4. Il faut bien considérer à cet égard que le Conseil des Etats a restreint la portée de ces dispositions en exigeant que l'organisme d'émission et l'entreprise contractuelle prennent les mesures que l'on pou- vait attendre d'eux pour éviter l'abus de la carte. Cette solution a donc convaincu la majorité de notre commission.
Angenommen - Adopté
331
StGB und MStG. Strafbare Handlungen
Art. 149 Antrag der Kommission .... auf Antrag, mit Haft oder mit Busse bestraft.
Art. 149 Proposition de la commission .... , sera puni des arrêts ou de l'amende.
Leuba Jean-François (L, VD), rapporteur: Nous maintenons la divergence à cet article.
Lors du premier débat, le Conseil national, suivant sa commis- sion, avait étendu à d'autres prestations qui peuvent être obte- nues dans un hôtel, par exemple les frais de téléphone, l'état de fait déclenchant la filouterie d'auberge. Le Conseil des Etats s'est rallié à cette proposition en donnant une définition plus précise des prestations en cause, et là nous sommes d'accord. Toutefois, contrairement au Conseil national, le Conseil des Etats entend punir la filouterie d'auberge de l'em- prisonnement ou de l'amende alors que nous nous étions dé- cidés pour les arrêts ou l'amende.
Par 12 voix contre 2, votre commission vous propose d'en res- ter à notre version initiale, c'est-à-dire les arrêts ou l'amende.
Angenommen - Adopté
Art. 152, 155 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Angenommen - Adopté
Art. 156 Ziff. 1 Antrag der Kommission Festhalten
Art. 156 ch. 1 Proposition de la commission Maintenir
Leuba Jean-François (L, VD), rapporteur: A l'article 156, il s'agit de l'extorsion et du chantage. Le Conseil fédéral avait volontairement supprimé de la loi actuelle la formule «en la mettant .... hors d'état de résister», ce qui avait été approuvé par notre Conseil. Le Conseil des Etats a réintroduit la notion par les mots «ou en la mettant, de toute autre façon, hors d'état de résister».
Votre commission considère que le Conseil des Etats crée ici une confusion fâcheuse avec le brigandage. L'extorsion et le chantage nécessitent la coopération forcée de la personne qui en est la victime, tandis que le brigandage, au contraire, sup- pose l'inaction de cette personne. Au Conseil des Etats, on a voulu faire tomber sous cette définition le cas de l'auteur qui mettrait la victime sous l'effet de narcotiques, par exemple, pour lui faire accomplir des actes préjudiciables à ses intérêts. Votre commission estime toutefois que si la personne est en- core capable d'agir, même sous l'effet de narcotiques, elle est victime de violences au sens large du terme, ce que prévoit en fait l'article 156. Si, au contraire, elle n'est plus capable de se rendre compte de ce qu'elle fait, elle tombe sous le coup de brigandage selon l'article 140.
Dans ces conditions, votre commission vous propose de vous en tenir au projet du Conseil fédéral.
Angenommen - Adopté
Art. 157 Ziff. 1; 158 Ziff. 3; 160 Ziff. 1; 171; 171bis Abs. 2 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Art. 157 ch. 1; 158 ch. 3; 160 ch. 1; 171; 171bis al. 2 Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Angenommen - Adopté
Art. 251 Ziff. 1; 251bis Antrag der Kommission Mehrheit Festhalten Minderheit
(Dünki, Bircher Peter, Camponovo, Frey Claude, Leuba) Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Art. 251 ch. 1; 251bis Proposition de la commission Majorité Maintenir Minorité (Dünki, Bircher Peter, Camponovo, Frey Claude, Leuba) Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Dünki Max (U, ZH), Sprecher der Minderheit: Sie wissen alle, dass die Frage, ob private Falschbeurkundung strafbar blei- ben soll, in unserer Kommission, wie auch das letzte Mal hier im Plenum, gleichsam zu einem Glaubenskrieg geführt hat. Glaubenskriege haben es zumeist in sich, dass der Blick für die Realitäten verlorengeht. In diesem Sinn meine ich, die Dis- kussion müsste auf eine pragmatische Basis zurückgeführt werden. Betrachtet man die hier relevanten Fragen realistisch, so hält es die Kommissionsminderheit für die bessere Lösung, an der gegenwärtigen Fassung von Artikel 251 Strafgesetz- buch festzuhalten.
Im Sinne dieser Minderheit beantrage ich Ihnen, bei den vorlie- genden Differenzen dem Ständerat zuzustimmen. Es ist nicht das erste Mal, dass der Ständerat etwas zurechtgebogen hat, das wir falsch gemacht haben.
Dieser Schritt drängt sich unseres Erachtens aus folgenden Gründen auf:
Zunächst ist auffallend, dass im Ständerat bzw. in dessen Kommission nicht nur ein Hochschullehrer wie Herr Petitpierre für die Beibehaltung dieser Strafbarkeit eintrat. Sehr dezidiert sprachen sich in dieser Richtung vor allem die Herren Béguin und Salvioni aus, die als juristische Praktiker aus ganz ver- schiedenen Ecken die Bedeutung der Falschbeurkundung bei der Begehung von Wirtschaftsdelikten und die Notwendig- keit dieser Strafnorm zu deren Bekämpfung kennen. Obwohl die Argumente der Minderheit zur Genüge bekannt sind, möchte ich noch kurz darauf hinweisen, dass diese Strafbe- stimmung sicher nicht die wichtigste Waffe im Kampf gegen die Wirtschaftskriminalität darstellt, aber immerhin eine, die nicht selten auch ohne den häufig damit gekoppelten Betrug zur Anwendung gelangt.
Es gibt für mich wenig Sinn, etwa auf dem Gebiet der Geld- wäscherei und des organisierten Verbrechens laufend neue Normen zu schaffen, andernorts aber ohne Not Strafbestim- mungen abzuschaffen, die bei praktisch allen Fällen von Wirt- schaftskriminalität und notabene gerade bei Geldwäscherei- affären vorkommen. Ohne Falschbeurkundung geht hier - um es auf einen kurzen Nenner zu bringen - so gut wie nichts.
Häufig wird als Argument gegen diese Variante der Urkunden- fälschung angeführt, dass die entsprechenden Machenschaf- ten zumeist als Betrug verfolgt werden können. Diese Argu- mentation verkennt einerseits, dass dies ebenso gegen die Ur- kundenfälschung im engeren Sinne, also das Erstellen einer falschen, unechten Urkunde ins Feld geführt werden könnte. Wer so argumentiert, müsste konsequenterweise für die völ- lige Streichung der Urkundenfälschung nach Artikel 251 ein- treten. Diese Betrachtungsweise übersieht im übrigen auch vollständig, dass beim Betrug und bei der Urkundenfälschung völlig andere Rechtsgüter geschützt sind.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass in diesem Saal jemand der Urkunde und dem in ihr liegenden öffentlichen Vertrauen in ihre Richtigkeit den strafrechtlichen Schutz entziehen will.
Zu einem anderen gängigen Argument gegen die Beibehal- tung des Straftatbestandes der Falschbeurkundung, nämlich er sei ohne Konturen, ist immerhin festzustellen, dass mittler- weile 50 Jahre Bundesgerichtspraxis die meisten der gängi- gen Anwendungsfragen geklärt haben. Liest man die Proto- kolle der ständerätlichen Kommission, so wird im weiteren
N 14 mars 1994
332
CP et CPM. Infractions
deutlich, dass das Ungenügen des alternativ für die aufge- hobene Strafbarkeit der Falschbeurkundung vorgeschlage- nen Straftatbestandes der falschen Buchführung von Arti- kel 251bis offensichtlich wesentlich dazu beitrug, dass jene Kommission schliesslich ohne Gegenstimme für die Beibehal- tung der bisherigen Regelung eintrat. Die Frage ist ja nicht nur, was wir mit einer Aufhebung des Straftatbestandes der Falsch- beurkundung gewinnen, sondern was wir uns mit dem als Er- satz gedachten Artikel 251bis einhandeln.
Diese neue Bestimmung ist leider weder in der Kommission noch das letzte Mal im Juni 1993 hier im Plenum diskutiert wor- den. Analysiert man diese Bestimmung, so kann man zu kei- nem anderen Schluss kommen, als dass Artikel 251bis, würde er in der bisher behandelten Form angenommen, weitgehend eine Totgeburt wäre. Wie in der ständerätlichen Kommission festgestellt wurde, könnte nach der Formulierung «unter Ver- letzung einer gesetzlichen Pflicht» als Täter offensichtlich nur jemand in Frage kommen, der persönlich der Buchführungs- pflicht untersteht. In einer Aktiengesellschaft wäre dies gerade nicht der Buchhalter, da die Buchhaltungsführungspflicht die AG und nicht den Buchhalter persönlich trifft.
Es ist mir unverständlich, dass die Anhänger dieser von der Kommissionsmehrheit getragenen Lösung es nicht fertigge- bracht haben, diesen schweren Mangel des vorgeschlagenen Artikels 251bis zu beheben - einen Mangel, der übrigens schon im Vernehmlassungsverfahren und auch nachher im- mer wieder hervorgehoben wurde. Es wäre ein Schildbürger- streich, hier ein solches Sonderdelikt zu schaffen, wie es in der vergleichbaren Form im alten Artikel 140 Ziffer 2 anzutreffen war. Die Problematik im neuen Artikel 138 Ziffer 2 ist zwar jetzt durch Artikel 172 entschärft. Diese Bestimmung ist jedoch nach ihrem Wortlaut nur auf die Vermögensdelikte, nicht aber auf die Urkundenfälschung anwendbar.
Im übrigen ist leicht zu prognostizieren, dass viele der Pro- bleme, die die Richter bei der Falschbeurkundung beschäfti- gen, keineswegs vom Tisch wären, sondern vielmehr unter vielleicht noch erschwerten Bedingungen die Justiz fortan un- ter Artikel 251 beschäftigen würden. Man denke an den be- rühmten Fall der falschen Rechnung. Die inhaltlich falsche Rechnung ist nach Bundesgericht im Regelfall keine Falsch- beurkundung. Ob sie es nach dem vorgeschlagenen Arti- kel 251bis wäre, wissen die Götter oder möglicherweise Juri- sten. Die Antwort hängt wohl davon ab, was man unter Ge- schäftsbüchern versteht: Gehören die Belege dazu, wie dies die kaufmännische Buchhaltungslehre annimmt? Es ist zu hof- fen, dass dies der Fall ist, denn der Ausgangspunkt einer fal- schen Buchung ist regelmässig ein falscher Beleg. Da muss man sich jedoch fragen, weshalb der Gesetzestext diesen zen- tralen Fall des falschen Buchungsbelegs nicht einschliesst, hingegen das Inventar.
Als unverzeihlicher Mangel ist jedoch festzustellen, dass das Erstellen falscher Revisionsberichte klarerweise nicht unter Ar- tikel 251bis fallen würde. Artikel 152 erfasst bekanntlich nur Falschangaben in Berichten, die an die Öffentlichkeit bzw. die Gesamtheit der Aktionäre gehen, aber nicht in den häufig ebenso wichtigen Berichten an den Verwaltungsrat allein. Es handelt sich hier um Fälle, die bisher nach unbestrittener Lehre und Praxis als Falschbeurkundung galten. Dass sol- ches Verhalten künftig straflos sein soll, würde wohl allgemein nicht verstanden.
Aus all diesen Gründen bin ich davon überzeugt, dass es im- mer noch besser ist, die sicher nicht ganz ohne Probleme an- wendbare, im gesamten gesehen aber doch notwendige Falschbeurkundung in Artikel 251 beizubehalten, anstatt das unsichere, bereits zum vornherein höchst problematische Ex- periment mit diesem neuen Artikel 251bis zu wagen.
Ich ersuche Sie, dem Minderheitsantrag zuzustimmen.
Bircher Peter (C, AG): Wir sollten in diesem Punkt zur Revi- sionsvorlage des Bundesrates zurückkehren und die materi- elle Falschbeurkundung weiterhin unter Strafe stellen.
Eine differenzierte, bald 50jährige Praxis in der Rechtspre- chung des Bundesgerichtes besteht. Sehr oft bildet die private Falschbeurkundung den ersten Angriffspunkt, bei welchem seitens der Untersuchungsorgane angesetzt werden kann,
um anschliessend weiterreichende Fälle von Wirtschaftskrimi- nalität ans Tageslicht zu befördern.
Es ist in der Praxis gewiss nicht immer einfach, die strafbare Lug-Urkunde von den Fällen der einfachen schriftlichen Lüge zu trennen, die nicht strafbar ist. Aber vor allem kriminalpoliti- sche Erwägungen sind es, die uns veranlassen müssen, im In- teresse der durch die Praxis erlangten Rechtssicherheit am bisherigen Gesetzestext festzuhalten.
Folgen Sie dem Ständerat, stimmen Sie für die Minderheit Dünki.
Rechsteiner Paul (S, SG): Ich bitte Sie im Namen der SP-Frak- tion, der Fassung der Kommissionsmehrheit zuzustimmen und in bezug auf die private Falschbeurkundung auf einen Zu- stand zurückzukommen, der rechtsstaatlichen Anforderun gen entspricht. Es trifft zu, dass die private Falschbeurkun- dung nach dem heutigen Recht strafbar ist Praktisch sämtli- che Rechtslehrer, die sich mit dieser Frage beschäftigt haben, sind aber übereinstimmend der Auffassung, dass es sich da- bei um einen gesetzgeberischen Betriebsunfall handelt, der vor 50 Jahren zur Aufnahme dieser Formulierung ins Gesetz geführt hat - entgegen der Auffassung des Bundesrates, ein- zig durch einen Entscheid der nationalrätlichen Kommission. Der Entscheid, der damals getroffen worden ist, hat sich in be- zug auf die Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität, auch in bezug auf die Bekämpfung der Kriminalität überhaupt, nicht segensreich ausgewirkt, wie das Herr Dünki wahrhaben will. Vielmehr hat die Rechtssicherheit in der Vergangenheit unter der sehr schwankenden Praxis zu diesem Tatbestand stark gelitten.
Wenn man die Praxis des Bundesgerichts zum Straftatbe- stand der privaten Falschbeurkundung betrachtet, kann man nie zum vornherein sagen, ob eine schriftliche Lüge oder eine private Falschbeurkundung vorliegt. Die Praxis des Bundes- gerichts kommt einem eigentlichen Slalomlauf gleich. Auch wenn die Praxis in der jüngeren Vergangenheit etwas restrikti- ver geworden ist, kann man nicht ausschliessen, dass diese Praxis in Zukunft wieder weiter wird. Der Bekämpfung der Wirt- schaftskriminalität, die wir natürlich unterstützen - wir haben immer entsprechende Anträge gestellt, gerade jetzt wieder in Zusammenhang mit der Vorlage über das organisierte Verbre- chen -, ist mit unklaren, schwammigen Tatbeständen nicht gedient. Die Wirtschaftskriminalität muss mit Tatbeständen bekämpft werden, die in der Praxis greifen, die ein klar um- schriebenes unrichtiges Verhalten sanktionieren, damit es in der Praxis von einem rechtmässigen Verhalten unterschieden werden kann.
Ich meine, dass wir im Rahmen der Revision des Vermögens- strafrechts, die zwar auch problematische Teile enthält, aber insgesamt geglückt ist, die Möglichkeit haben, einen Fehlent- scheid zu beseitigen, der vor 50 Jahren getroffen worden ist; eine Norm, die ein schweizerisches Unikum darstellt - das muss auch bemerkt werden -, über die die umliegenden Staa- ten, die die Wirtschaftskriminalität ebenfalls bekämpfen, nicht verfügen. Die Schweiz sollte diese Gelegenheit benützen, für die Falschbeurkundung und die Urkundenfälschung einen klaren Tatbestand einzuführen.
Der Bundesrat hat in der ersten Lesung, auch wenn vor dem Ständerat eine andere Auffassung vertreten worden ist, aus- drücklich erklärt, der Fassung der Kommissionsmehrheit fol- gen zu wollen, wenn im übrigen seiner eigenen Konzeption zugestimmt würde. Die Mehrheit des Rates hat den Vorschlä- gen des Bundesrates in bezug auf die übrigen Entscheide, die zum Urkundenbegriff zu treffen waren, zugestimmt. In diesem Sinne wäre es folgerichtig, wenn bei der privaten Falschbeur- kundung nun konsequent gehandelt würde und diese in Zu- kunft nicht mehr strafbar wäre. Die Fassung der Kommissions- mehrheit ist rechtssicherer.
Ich bitte Sie namens der SP-Fraktion, dieser Fassung zu folgen.
Fischer-Sursee Theo (C, LU), Berichterstatter: Hier haben wir die gewichtigste Differenz zum Ständerat. Dieser möchte am geltenden Recht, wie es ursprünglich der Bundesrat vorge- schlagen hatte, festhalten und die sogenannte private Falsch-
StGB und MStG. Strafbare Handlungen
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beurkundung unter Strafe stellen. Demgegenüber hatten wir beschlossen, die Bestrafung der privaten Falschbeurkundung aufzuheben.
Die Kommissionsmehrheit empfiehlt Ihnen mit 13 zu 5 Stim- men, an unserem Beschluss festzuhalten. Die Entscheidung wird für uns etwas erschwert, da unter den Strafrechtsgelehr- ten darüber eine wahre Expertenschlacht besteht.
Worum geht es? Im Bereich der Urkunden unterscheidet man zwischen der Urkundenfälschung und der materiellen Falsch- beurkundung. Urkundenfälschung liegt vor, wenn eine schon erstellte Urkunde abgeändert wird, wenn zum Beispiel noch eine Null an eine Zahl angehängt wird. Dieser Tatbestand ist und bleibt strafbar.
Hingegen stellt die private Falschbeurkundung ein Problem dar. Man nennt sie privat, weil die Strafbarkeit einer unwahren Beurkundung durch eine Behörde oder ein Amtsmitglied oder einen Notar nicht bestritten ist und anderswo geregelt und un- ter Strafe gestellt ist. Dasselbe gilt für die Erschleichung einer Falschbeurkundung. Eine private Falschbeurkundung nimmt vor, wer in eine Urkunde, also in ein Schriftstück, etwas hinein- schreibt, das materiell nicht wahr ist. Im Strafrecht gilt grund- sätzlich, dass eine schriftliche Lüge nicht bestraft werden soll. Strafbar ist aber eine solche schriftliche Lüge dann, wenn sie in einer Urkunde niedergelegt ist, in einem Schriftstück, das eine besondere Beweiseignung hat und welchem eine er- höhte Glaubwürdigkeit zukommt. Die Frage jedoch, welche Dokumente eine erhöhte Glaubwürdigkeit haben und welche nicht, ist in der Praxis höchst umstritten und hat seit jeher grösste Schwierigkeiten bereitet. Das ist die Crux des gelten- den Rechts.
Das Bundesgericht hat zwar in einer jahrelangen differenzier- ten Rechtsprechung eine Abgrenzung versucht und ent- wickelt. Mit dieser Abgrenzung kann man an und für sich le- ben. Es war aber eher ein Slalom, und absolute Klarheit herrscht nicht. Daher und aus Gründen der Rechtssicherheit hat sich die Mehrheit der Kommission für die Aufhebung der Strafbarkeit der privaten Falschbeurkundung entschieden. Sie folgt damit auch der Auffassung der Praktiker und von Pro- fessor Stratenwerth. Es geht also darum, die private schriftli- che Lüge zu entkriminalisieren. Dafür halten wir aber am neuen Artikel 251bis, nämlich am Straftatbestand der falschen Buchführung, fest.
Der Ständerat und Herr Dünki, der die Minderheit vertritt, ver- treten die Auffassung, die Version von Bundesrat und Stände- rat ermögliche eine bessere Bekämpfung der Wirtschaftskri- minalität und sei daher politisch richtiger.
Ganz von der Hand zu weisen ist dieses Argument nicht. Im- merhin ist zu den von Herrn Dünki angeführten Beispielen und Argumenten folgendes zu sagen: Er hat einmal den Fall der falschen Revisionsberichte hervorgehoben. Nach unserer Auf- fassung wäre dies durch Artikel 251bis abgedeckt, denn wer einen falschen Revisionsbericht erstellt, ist Gehilfe oder Mittä- ter bei einer falschen Buchführung, so dass man dem auf diese Weise beikommen könnte.
Es wurde ferner darauf hingewiesen, dass dieser Artikel 251bis, mit dem wir die falsche Buchführung erfassen wollen, eine Totgeburt sei, da gewisse Täter oder handelnde Perso- nen nicht erfasst werden könnten. Herr Dünki hat konkret den Buchhalter angesprochen. Er hat gesagt, dass nur die Organe der Gesellschaft, nicht aber zum Beispiel gewöhnliche Buch- halter, strafbar seien. Diese Auffassung ist offensichtlich falsch, denn wenn der Buchhalter darum gewusst hat, dann handelt er als Mittäter, mindestens aber als Gehilfe. Somit wäre der Buchhalter mit dieser neuen Bestimmung auch er- fasst.
Herr Dünki hat ferner angeführt, dass die Ausstellung einer fal- schen Rechnung - zum Beispiel einer fingierten Rechnung, die verwendet wird, um in der Buchhaltung einen Ausgaben- posten einzubuchen und somit die Buchhaltung tatsächlich zu fälschen - nicht strafbar sei. Wenn eine gefälschte, eine fin- gierte Rechnung verwendet wird, wird sie auch Bestandteil der Buchhaltung. Es ist ja ein Beleg, der zur Buchhaltung gehört; hat der Aussteller dieser fingierten oder falschen Rechnung gewusst, dass sie missbraucht wird, kommt er als Gehilfe, al- lenfalls als Mittäter in Frage.
Herr Dünki hat auch noch darauf hingewiesen, dass die Geld- wäscherei nicht oder schwerer erfassbar sei, wenn wir den Straftatbestand der privaten Falschbeurkundung nicht beibe- hielten. Bei der Geldwäscherei haben wir einen eigenen Straf- tatbestand; ich vermag nicht zu erkennen, wie da noch der Straftatbestand der Falschbeurkundung dazu dienen soll, zu bestrafen, wenn ein Täter wegen Geldwäscherei nicht bestraft werden kann. Wenn nämlich eine falsche Urkunde zum Zweck der Geldwäscherei erstellt wird, dann ist ja der Tatbestand der Geldwäscherei gegeben. Kann er nicht nachgewiesen wer- den, so nützt es strafrechtlich wenig, auch wenn Sie nachwei- sen können, dass dieser Beleg nicht richtig ist. Damit wegen Falschbeurkundung bestraft werden könnte, müsste der Vor- satz nachgewiesen werden, dass die Urkunde erstellt oder verwendet wurde, um sich einen unrechtmässigen Vorteil - das wäre das Geldwaschen - zu verschaffen.
Die Wirtschaftskriminalität wird daher richtigerweise mit klaren gesetzlichen Grundlagen bekämpft, nicht mit unklaren gesetz- lichen Begriffen. Wir sind ja gerade daran, die erforderlichen gesetzlichen Grundlagen zu schaffen und haben dies bereits zum Teil vollzogen.
Sie sind also in der nicht gerade beneidenswerten Lage, einen wissenschaftlichen Expertenstreit zu entscheiden. Wie kontro- vers die Frage ist, zeigt, dass sich Herr Bundesrat Koller wäh- rend der nationalrätlichen Debatte unserer Meinung an- schliessen konnte. Sowohl im Ständerat als auch in der Kom- mission hat er dann aber aus politischen Erwägungen die Ver- sion des Bundesrates und des Ständerats wieder vorgezogen, also das bisherige Recht.
Sie sehen also, Sie können sich für beide Fälle, ob Sie so oder so stimmen, auf die Autorität von Bundesrat Koller berufen und machen so oder so keinen Sündenfall.
Die Kommissionsmehrheit hat schliesslich an unserer Version festgehalten, um eine Differenz zu schaffen, damit der Stände- rat nochmals Gelegenheit hat, das Problem vertiefter zu über- denken, vor allem auch den Artikel 251bis, der offenbar noch zu gewisser Kritik Anlass gibt.
Präsidentin: Die SVP- und die FDP-Fraktion lassen mitteilen, dass sie der Mehrheit zustimmen.
Leuba Jean-François (L, VD), rapporteur: Il s'agit ici, ainsi que vous l'avez entendu par le développement de la proposition de minorité Dünki, du seul point sur lequel la commission n'a pas pu adopter une position unanime. C'est le fameux pro- blème du faux intellectuel que vous trouvez à l'article 251 chiffre 1: «Celui qui .... aura .... constaté ou fait constater faus- sement, dans un titre, un fait ayant une portée juridique, .... » Le Conseil fédéral proposait, dans son projet, de ne pas modifier le texte actuel, de considérer donc encore le faux intellectuel comme un crime.
Lors du premier passage devant notre Conseil, celui-ci avait donné raison à la commission contre les propositions Dünki, déjà à l'époque, en biffant cette référence au faux intellectuel. Le Conseil des Etats a rétabli cette référence selon le projet du Conseil fédéral. Maintenant, la majorité de votre commission propose de nouveau la suppression, tandis que la minorité, se ralliant au projet du Conseil fédéral, est pour le maintien de la version du Conseil fédéral, c'est-à-dire du faux intellectuel.
Lors du premier examen du projet, votre commission a assisté à une superbe bataille d'experts, entre les professeurs Schmid, favorable au maintien du faux intellectuel, et Straten- werth, qui lui est opposé. Le Conseil fédéral avait paru se rallier à la première décision du Conseil national, mais, après le dé- bat au Conseil des Etats, il revient à son projet.
Je crois donc qu'il n'est pas très utile, devant ce Parlement, de refaire la bataille d'experts et d'exposer en détail tous les argu- ments qui sont favorables ou défavorables, juridiquement par- lant, à ce maintien ou à cette suppression. J'aimerais me limiter à quelques remarques générales de nature plus politique.
La majorité de la commission fait valoir que la doctrine est lar- gement en faveur de la suppression du faux intellectuel. La ju- risprudence du Tribunal fédéral a constamment varié, et elle est très difficile à suivre, de telle sorte qu'on se débat dans une casuistique qui n'est pas toujours très éclairante.
N 14 mars 1994
334
CP et CPM. Infractions
La majorité ne croit pas que les exemples qui ont été cités par le professeur Schmid, notamment le cas Lucona, soient convaincants, car dans tous ces cas d'autres articles pou- vaient être invoqués, entre autres ceux sur l'escroquerie. La majorité fait aussi remarquer que le faux dans les titres intellec- tuels ou que le faux dans les titres privés est une spécialité hel- vétique, inconnue - ainsi que M. Rechsteiner l'a dit - dans la plupart des pays qui nous entourent. Selon la majorité, la cri- minalité économique, principalement visée par cette disposi- tion, est mieux combattue par l'application des autres disposi- tions du Code pénal, sans que l'on recoure à celle-ci, dont les contours sont souvent peu précis. La majorité de la commis- sion vous propose dès lors d'abandonner le faux intellectuel, dont la distinction avec le mensonge écrit non punissable est souvent très difficile, pour mettre fin à une jurisprudence du Tri- bunal fédéral très flottante.
Pour la minorité de la commission, au contraire, le faux intel- lectuel présente un avantage pratique dans la lutte contre la criminalité économique. C'est souvent par l'inculpation pour faux intellectuel que peuvent être ouvertes des enquêtes pé- nales qui aboutissent souvent à la découverte d'autres délits. Au surplus, la minorité fait observer que la suppression du faux intellectuel avait soulevé, lors de la procédure de consultation, de multiples objections de la part des praticiens. Ce sont enfin des motifs de prévention criminelle et d'une certaine moralisa- tion de la vie des affaires qui motivent sa position.
Au nom de la majorité de la commission, je vous recommande donc de maintenir la décision prise par notre Conseil lors du premier débat et de supprimer la référence au faux intellectuel à l'article 251, ce qui entraîne du même coup le maintien de l'article 251bis.
Personnellement, je me prononcerai avec la minorité de la commission.
Koller Arnold, Bundesrat: Bei der Frage, ob die Strafbarkeit der privaten Falschbeurkundung aufgehoben werden soll, sind wir in einer echten Pattsituation gelandet. Schon in der nationalrätlichen Kommission waren wir alle Zeugen eines ve- hement geführten Expertenstreits; jetzt hat sich dieser Streit leider zu einem Streit zwischen beiden Kammern ausgedehnt. Wir müssen meines Erachtens daher heute politisch entschei- den. Die Pro- und Kontra-Argumente sind genügend bekannt: Für die einen ist der Straftatbestand der privaten Falschbeur- kundung ein gesetzgeberischer Missgriff, der in der Praxis grosse Schwierigkeiten bereitet, und für die anderen ein wich- tiger kriminalpolitischer Ansatzpunkt, um weiterreichende Fälle von Wirtschaftskriminalität ans Tageslicht zu befördern. Ich empfehle Ihnen aus politischen Gründen - ich gebe das gerne zu -, hier dem Ständerat und dem Bundesrat zuzustim- men. Ohne Prophet spielen zu wollen: Wenn Sie in dieser Frage dem Ständerat und dem Bundesrat zustimmen, haben wir wahrscheinlich eine echte Chance, dass alle Differenzen ausgeräumt sind. Wenn ich die anderen Differenzen be- trachte, die Sie heute behandelt haben, scheint es mir wahr- scheinlich, dass der Ständerat Ihnen zustimmt. Wenn Sie aber hier festhalten, bin ich fast sicher, dass der Ständerat, der sei- nen Entscheid praktisch einstimmig gefällt hat, hier nicht nachgibt und das Geschäft nicht reif wird für die Schlussab- stimmung.
Da muss Ihnen ehrlich sagen, dass mir diese Vorlage einfach zu gut ist, um noch einmal die ganze Zeit bis zur nächsten Ses- sion zu verlieren. Es ist jetzt unbedingt nötig, dass vor allem die Computerkriminalität wirksam bekämpft werden kann. Wenn Sie in der Frage der privaten Falschbeurteilung dem Ständerat und dem Bundesrat folgen, haben wir eine echte Chance, dass die Vorlage nach Ablauf der Referendumsfrist im nächsten Herbst in Kraft gesetzt werden kann; andernfalls werden wir noch einmal eine Session für die Differenzbereini- gung benötigen.
All jenen, die nach wie vor verständlicherweise dogmatische Bedenken haben, möchte ich doch zu bedenken geben, dass das Bundesgericht in seinem Entscheid (BGE 119 IV 54ff) die Grenzen der Strafbarkeit der privaten Falschbeur- kundung doch recht klar und einigermassen berechenbar aufgezeichnet hat.
Aus diesen Gründen und weil es hier wirklich um eine mög- lichst rasche und wirksame Bekämpfung der Computerkrimi- nalität geht, möchte ich Sie dringend bitten, der Minderheit Ihrer Kommission, dem Ständerat und dem Bundesrat zu folgen.
Art. 251 Ziff. 1 - Art. 251 ch. 1
Abstimmung - Vote Für den Antrag der Mehrheit Für den Antrag der Minderheit
104 Stimmen
50 Stimmen
Art. 251bis
Abstimmung - Vote Für den Antrag der Mehrheit Für den Antrag der Minderheit
108 Stimmen 47 Stimmen
Art. 317 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Angenommen - Adopté
Ziff. Il Art. 129 Ziff. 2; 133 Abs. 1, 2; 133bis; 134 Abs. 2 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Ch. Il art. 129 ch. 2; 133 al. 1, 2; 133bis; 134 al. 2 Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Angenommen - Adopté
Art. 136 Ziff. 1 Antrag der Kommission .... wird mit Haft oder mit Busse bestraft.
Art. 136 ch. 1 Proposition de la commission ... sera puni des arrêts ou de l'amende.
Angenommen - Adopté
Art. 137a Ziff. 1 Antrag der Kommission Festhalten
Art. 137a ch. 1 Proposition de la commission Maintenir
Angenommen - Adopté
Art. 137b Ziff. 1 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Art. 137b ch. 1 Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Angenommen - Adopté
Art. 172 Ziff. 1, 172bis Antrag der Kommission Mehrheit Festhalten Minderheit (Dünki, Bircher Peter, Camponovo, Frey Claude, Leuba) Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Motion des Ständerates (Bloetzer)
335
Art. 172 ch. 1, 172bis Proposition de la commission Majorité Maintenir Minorité (Dünki, Bircher Peter, Camponovo, Frey Claude, Leuba) Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Präsidentin: Hier ist analog zu den Artikeln 251 und 251bis StGB der Mehrheit zugestimmt worden.
Angenommen gemäss Antrag der Mehrheit Adopté selon la proposition de la majorité
Art. 175 Abs. 1 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Art. 175 al. 1 Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats Angenommen - Adopté
An den Ständerat - Au Conseil des Etats
92.3467
Motion des Ständerates (Bloetzer) Entflechtung der Vollzugsaufgaben von Bund und Kantonen Motion du Conseil des Etats (Bloetzer) Pour une nette répartition des tâches d'exécution entre les cantons et la Confédération
Wortlaut der Motion vom 17. Juni 1993
Im Rahmen der bestehenden Verwaltungsorganisation und des geltenden Verfahrensrechtes müssen im Verhältnis zwi- schen dem Bund und den Kantonen immer wieder Doppel- spurigkeiten sowie damit verbundene Erschwernisse und Ver- zögerungen in der Entscheidungsfindung festgestellt werden. Der Bundesrat wird deshalb eingeladen, die bestehende Or- ganisation und das geltende Verfahren zu überprüfen, dem Parlament darüber zu berichten und Vorschläge zur Entflech- tung der Vollzugsaufgaben zu unterbreiten. Dabei sind insbe- sondere folgende Ziele zu verfolgen:
Ausschaltung von Kompetenzvermischungen zwischen Bundes- und Kantonsbehörden im Zusammenhang mit den Koordinationspflichten;
Verankerung und Durchsetzung einer ungeteilten Zustän- digkeit für die erstinstanzliche Instruktion und Entscheidung.
Texte de la motion du 17 juin 1993
Vu l'organisation actuelle de l'administration et les règles de procédure en vigueur, il arrive régulièrement que des tâches soient exécutées à double par la Confédération et par les can- tons. Il en résulte des difficultés et des retards dans le proces- sus décisionnel.
C'est pourquoi, le Conseil fédéral est invité à réexaminer l'or- ganisation existante et la procédure en vigueur, à soumettre un rapport au Parlement et à faire des propositions qui permet- traient de mieux départager les tâches d'exécution. A cet égard, il faudrait viser les objectifs suivants:
Départager les compétences de la Confédération et des cantons en ce qui concerne les tâches de coordination.
Fixer et faire appliquer le principe d'une compétence uni- que pour ce qui est de l'instruction et de la prise de décision en première instance.
Reimann Maximilian (V, AG) unterbreitet im Namen der Kom- mission für Rechtsfragen (RK) den folgenden schriftlichen Be- richt:
Am 30. November 1992 reichte Ständerat Bloetzer eine Motion zur Entflechtung der Vollzugsaufgaben von Bund und Kanto- nen ein.
Der Ständerat beschloss am 17. Juni 1993, zwei Punkte der Motion zu überweisen, nachdem sich der Bundesrat zu deren Entgegennahme bereit erklärt hatte.
Erwägungen der Kommission
Die Kommission für Rechtsfragen, welcher dieses Geschäft zur Beratung zugewiesen wurde, befasste sich am 11. Januar 1994 mit dieser Motion des Ständerates. Sie hält dazu mit dem Ständerat folgendes fest:
Die Erfahrungen zeigen, dass die uneinheitlichen Kompetenz- regelungen zwangsmässig zu Doppelspurigkeiten und oft zu widersprüchlichen Gesamtbeurteilungen auf Bundes- und Kantonsebene führen. Aus solchen Gegensätzen entstehen grosse Verzögerungen. Die Kommission unterstützt es des- halb, dass der Bundesrat ersucht wird, Massnahmen für eine Rationalisierung der Verfahren sowie die Festlegung ungeteil- ter Zuständigkeiten zu ergreifen.
Reimann Maximilian (V, AG) présente au nom de la Commis- sion des affaires juridiques (CAJ) le rapport écrit suivant:
Le 30 novembre 1992, M. Bloetzer, député au Conseil des Etats, déposait une motion visant à améliorer la répartition des tâches d'exécution entre la Confédération et les cantons. Le 17 juin 1993, le Conseil des Etats décidait, suite à l'accord du Conseil fédéral d'accepter cette même motion, d'en trans- mettre deux points.
Considérations de la commission
La Commission des affaires juridiques, chargée de l'examen préalable du dossier, a traité cette motion du Conseil des Etats le 11 janvier 1994.
En accord avec le Conseil des Etats, elle constate ce qui suit: L'expérience montre que la réglementation disparate des compétences conduit obligatoirement, à l'échelon de la Confédération et des cantons, à des doubles emplois et fré- quemment à des appréciations globales contradictoires. Or, de tels contrastes provoquent des retards considérables. Par conséquent, la commission appuie les efforts visant à inviter le Conseil fédéral à prendre des mesures destinées à rationaliser la procédure ainsi qu'à définir des compétences uniques.
Antrag der Kommission Die Kommission beantragt einstimmig, die Motion des Stän- derates zu überweisen.
Proposition de la commission La commission propose, à l'unanimité, de transmettre la motion.
Überwiesen - Transmis
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
StGB und MStG. Strafbare Handlungen gegen das Vermögen und Urkundenfälschungen CP et CPM. Infractions contre le patrimoine et faux dans les titres
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Dans
In
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Jahr
1994
Année
Anno
Band
I
Volume
Volume
Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
11
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 91.032
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 14.03.1994 - 14:30
Date
Data
Seite
329-335
Page
Pagina
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20 023 773
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