2463
Motion RK-NR (92.082)
können die Kriterien nicht verändern. Es bleibt bei objektiv richtigen Kriterien. Also muss ohnehin geprüft werden, ob Rechtshilfe gewährt werden würde oder nicht. Das sicherste Kriterium ist, dass Sie den Fall zuerst durchziehen. Das natür- lich zum Preis, dass das Verfahren sehr lange dauert.
Die Kommissionsmehrheit bittet Sie - mit 11 zu 8 Stimmen -, ihrem Antrag zuzustimmen.
Bundesrat Stich: Es gibt viele Leute, die dauernd kämpfen und dauernd für internationale Zusammenarbeit antreten. Aber wenn einmal ein konkretes Beispiel vorliegt, eine ge- wisse Verpflichtung besteht, die Möglichkeit zu internationaler Zusammenarbeit zu schaffen, dann versucht man diese auf alle Arten zu torpedieren und zu sabotieren.
Was die Minderheit und der Bundesrat vorschlagen, ist die Pra- xis der Bankenkommission und gilt im Bankengesetz. Es gibt keinen Grund, eine abweichende Lösung zu treffen; diese Ge- setze werden von der gleichen Behörde angewendet. Dazu kommt, dass der Antrag der Mehrheit unlogisch ist, wenn sie sagt: «Die Weiterleitung von Informationen an Strafbehörden ist unzulässig, wenn die Rechtshilfe in Strafsachen nicht gewährt wurde.» Wenn die Rechtshilfe nicht gewährt wurde, ist die Sa- che ohnehin erledigt. In der Fassung des Bundesrates und der Kommissionsminderheit heisst es aber umgekehrt: « .... wenn die Rechtshilfe in Strafsachen ausgeschlossen wäre.» Wenn man die Rechtshilfe also gar nicht leisten kann und nicht leisten darf, darf man diese Information nicht weitergeben. Wenn die Sache abgeschlossen ist, ist die Information ohnehin überflüs- sig. Wenn ein Rechtshilfeverfahren durchgeführt worden ist, hat man sämtliche Informationen, die man braucht. Die Bestim- mung brauchen Sie dann sicher nicht mehr.
Ich bitte Sie, für die Rechtshilfe die gleiche Lösung zu schaffen wie im Bankengesetz und der Kommissionsminderheit und dem Bundesrat zuzustimmen.
Abstimmung - Vote Für den Antrag der Mehrheit Für den Antrag der Minderheit
70 Stimmen
42 Stimmen
Art. 63-66 Antrag der Kommission Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Proposition de la commission Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Art. 67 Antrag der Kommission Abs. 1 Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Abs. 2 Streichen
Art. 67
Proposition de la commission Al. 1 Adhérer au projet du Conseil fédéral Al. 2 Biffer
Iten Joseph, Berichterstatter: Hier ist eine Präzisierung zu ma- chen. Bei Artikel 67 Absatz 2 (auf Seite 21 der Fahne) hat die Kommission mit 12 zu 7 Stimmen beschlossen, Absatz 2 zu streichen.
Ich bitte Sie, auf der Fahne diese Korrektur vorzunehmen.
M. Poncet, rapporteur: La situation est la même dans la ver- sion française du dépliant. Le vote intervenu qui a eu pour conséquence que l'alinéa 2 de l'article 67 a été biffé a échappé à l'attention de l'imprimeur. Par conséquent, il convient de reporter cette correction manuellement dans le dépliant.
Angenommen - Adopté
Art. 68-75 Antrag der Kommission Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Proposition de la commission Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Entwurfes 110 Stimmen (Einstimmigkeit)
Abschreibung - Classement
Antrag des Bundesrates Abschreiben der parlamentarischen Vorstösse gemäss Seite 1 der Botschaft Proposition du Conseil fédéral Classer les interventions parlementaires selon la page 1 du message
Angenommen - Adopté
An den Ständerat - Au Conseil des Etats
93.3528
Motion RK-NR (92.082) Fiskalische Massnahmen im Bereich der Anlagefonds Motion CAJ-CN (92.082) Allègements fiscaux dans le domaine des placements
Wortlaut der Motion vom 26. Oktober 1993 Der Bundesrat wird beauftragt, ebenfalls die Wettbewerbsfä- higkeit und Attraktivität des schweizerischen Finanzplatzes im Bereich der Anlagefonds durch fiskalische Massnahmen zu stärken, insbesondere durch eine EG-kompatible Ausgestal- tung der Verrechnungssteuer.
Texte de la motion du 26 octobre 1993
Le Conseil fédéral est chargé de renforcer également la com- pétitivité et l'attractivité de la place financière suisse dans le domaine des placements, en accordant des allègements fis- caux, notamment par le réaménagement de l'impôt anticipé de façon à le rendre compatible avec les normes de la CE.
Schriftliche Begründung Die Urheber verzichten auf eine Begründung und wünschen eine schriftliche Antwort.
Développement par écrit Les auteurs renoncent au développement et demandent une réponse écrite.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 6. Dezember 1993
Einleitend ist zu betonen, dass die am 1. April 1993 in Kraft ge- tretene Revision des Bundesgesetzes über die Stempelabga- ben speziell für die Anlagefonds massive Erleichterungen mit sich gebracht hat. So unterliegt die Ausgabe von Anteilen an einem Anlagefonds nicht mehr der Emissionsabgabe.
Zurzeit gibt es in der EG keine harmonisierte Quellensteuer. Zwar schlug die EG-Kommission bereits Anfang 1989 eine EG-weite Quellensteuer auf Zinserträgen mit einem Mindest- satz von 15 Prozent vor. Mangels Zustimmung aller Mitglied-
N
16 décembre 1993
2464
Motion CAJ-CN (92.082)
staaten musste die Kommission den Vorschlag aber in der Folge fallen lassen. Daraufhin war die EG bestrebt, der Gefahr der Steuerhinterziehung mit einer intensiveren Zusammenar- beit zwischen den einzelnen nationalen Steuerbehörden (so- genannte Amtshilfe) zu begegnen. Nachdem nun Deutsch- land am 1. Januar 1993 eine sogenannte Zinsabschlagsteuer von 30 bzw. 35 Prozent eingeführt hat, dürfte die Lösung mit- tels Quellensteuer auch in der EG wieder vermehrt diskutiert werden. Bisher liegt aber keine Einigung der EG-Staaten zu dieser Frage vor. Ob und wann es zu einer EG-Harmonisie- rung auf dem Gebiet der Quellensteuern kommen wird, ist da- her zurzeit ungewiss.
Bekanntlich sind grundsätzlich alle Erträge des beweglichen Kapitalvermögens Gegenstand der Verrechnungssteuer, so- weit der Ertragsschuldner Inländer ist. Auch die Ausschüttung von Erträgen durch inländische Anlagefonds ist nach Artikel 4 Absatz 1 Buchstabe c des Bundesgesetzes über die Verrech- nungssteuer steuerbar. Bezüglich der Quellensteuer auf Anla- gefondserträgen gibt es in der EG ebenfalls keinen Acquis. Somit kann auch nicht die Rede davon sein, unser Verrech- nungssteuersystem sei im Bereich der Anlagefonds nicht EG- kompatibel.
Rapport écrit du Conseil fédéral du 6 décembre 1993
Il convient de prime abord de souligner que la révision de la loi fédérale sur les droits de timbre, entrée en vigueur le 1er avril 1993, a apporté des allègements fiscaux très importants, no- tamment pour les fonds de placement. Ainsi, l'émission de parts sociales à un fonds de placement n'est plus frappée du droit de timbre d'émission.
A l'heure actuelle, il n'existe pas d'harmonisation de l'impôt à la source dans la CE. Au début de 1989 déjà, la Commission de la CE a certes proposé à ses Etats membres l'instauration d'un impôt à la source sur le produit du loyer de l'argent au taux minimum de 15 pour cent. Faute de consensus de tous les Etats membres, la commission s'est vue contrainte d'aban- donner sa proposition. Pour parer au danger de soustraction d'impôt, la CE s'est par la suite efforcée d'intensifier la collabo- ration avec les différentes autorités fiscales nationales par le truchement de l'entraide administrative. Après que l'Allema- gne eut introduit, en date du 1er janvier 1993, une retenue d'impôt à la source de 30 ou 35 pour cent sur les intérêts (Zinsabschlagsteuer), les discussions relatives à la solution moyennant l'impôt à la source devraient avoir repris avec plus d'intensité, également au sein de la CE. A ce jour, aucun ac- cord n'a toutefois été trouvé sur ce sujet entre les différents Etats membres de la CE. Quant à savoir si la Communauté parviendra à une harmonisation dans le domaine de l'imposi- tion à la source et, le cas échéant, à quelle date, cette double question reste donc pour l'heure sans réponse.
Comme on le sait, tous les revenus des capitaux mobiliers sont en principe soumis à l'impôt anticipé pour autant que le débiteur du rendement imposable soit une personne domici- liée en Suisse. Selon l'article 4 alinéa premier lettre c de la loi fédérale sur l'impôt anticipé, les revenus distribués par un fonds de placement suisse sont eux aussi imposables. Il n'existe pas non plus d'«acquis communautaire» en ce qui concerne l'impôt à la source sur le produit des fonds de place- ment. Il est donc hors de propos de prétendre que notre sys- tème d'impôt anticipé ne soit pas eurocompatible en matière de fonds de placement
Schriftliche Erklärung des Bundesrates
Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln.
Déclaration écrite du Conseil fédéral
Le Conseil fédéral propose de transformer la motion en pos- tulat.
Antrag der Kommission Mehrheit Ueberweisung der Motion
Minderheit
(Herczog, Bär, Bühlmann, de Dardel, von Felten, Grendel- meier, Marti Werner, Rechsteiner, Stamm Judith) Ablehnung der Motion
Proposition de la commission Majorité
Transmettre la motion Minorité
(Herczog, Bär, Bühlmann, de Dardel, von Felten, Grendel- meier, Marti Werner, Rechsteiner, Stamm Judith) Rejeter la motion
Herczog, Sprecher der Minderheit: Wir bitten Sie aus folgen- den Gründen, diese Motion nicht zu überweisen:
Diese Motion widerspricht der Zielsetzung dieser Gesetzes- revision. Wie wir beim Immobilienfonds keinen Mieterschutz betreiben konnten oder wollten, genauso kann es jetzt nicht unsere Aufgabe sein, im Zusammenhang mit dieser Gesetzes- revision noch Steuerschutz zu betreiben.
Es geht nicht an, einerseits eine EG-Kompatibilität auf der Ebene der Verrechnungssteuer - lediglich der Verrechnungs- steuer - zu verlangen und andererseits zu verschweigen, wie hoch die Kompatibilität auf der Stufe der Mehrwertsteuer sein würde, zu verschweigen, dass die Mehrwertsteuer im EU-Raum um etliches höher ist als bei uns.
Der Zweck dieser Gesetzesrevision war und ist der Anleger- schutz und die Oeffnung der Anlagemärkte für neue Anlage- möglichkeiten. Aber hier geht nun der Anlegerschutz eindeu- tig zu weit, indem man wieder einmal, wie vorher auch schon bei den direkten Steuern, Steuergeschenke verteilen will.
Es wird auch von Fachleuten - das wurde in der Kommis- sion klar zum Ausdruck gebracht - betont, dass die Fonds von schweizerischen Gesellschaften bezüglich Kosten und Lei- stung im internationalen Vergleich absolut konkurrenzfähig sind. Amerikanische Fondsgesellschaften etwa verrechnen wesentlich höhere Kosten.
Die Motion betreibt - das ist politisch eigentlich die wichtige Einschätzung - eine Steuerpolitik mit äusserst einseitigen und sektoriellen Interessen. Denn letztlich geht es - ein bisschen versteckt, so, wie es formuliert ist - darum, an der Verrech- nungssteuer bei den Anlagefonds soweit zu «korrigieren», bis sie zumindest reduziert oder gar abgeschafft werden.
Ich bitte Sie, jetzt - nach Annahme der Mehrwertsteuer und der entsprechenden sozialen Umlagerung, nach der Budget- debatte, wo wir teilweise sogar um Tausende von Franken ge- feilscht haben, und in der heutigen Wirtschaftslage, wo Arbeit- nehmerinnen und Arbeitnehmer Reallohneinbussen und unsi- chere Arbeitsplätze haben -, in einer solchen wirtschaftlichen Lage, keine einseitigen Steuerprivilegien für Vermögen zu ver- teilen. Diese Verteilung der Steuerprivilegien ist politisch falsch und für die Oeffentlichkeit nicht verständlich. Es ist auch, so, wie es die Motion anpeilt, fiskalpolitisch falsch, jetzt einfach sektoriell eine Steuer herauszugreifen und das über- prüfen zu wollen.
Wir bitten Sie deshalb, die Motion nicht zu überweisen.
M. Comby: J'aimerais au nom du groupe radical attirer votre attention sur trois points.
Premièrement, nous reconnaissons que des efforts ont déjà été entrepris afin de renforcer la place économique et finan- cière helvétique. Nous faisons notamment référence à la révi- sion de la loi fédérale sur les droits de timbre, entrée en vi- gueur cette année, qui a apporté des allègements fiscaux en faveur des fonds de placement. Quant à l'introduction de la TVA à partir de 1995, elle aura aussi bien sûr des répercus- sions économiques bénéfiques pour l'ensemble de notre pays par la suppression de la fameuse taxe occulte.
Deuxièmement, il est à notre avis indispensable de prendre de nouvelles mesures afin d'améliorer l'attractivité et la compétiti- vité de la place financière suisse. La révision de la loi sur les fonds de placement obéit à cette politique. En outre, avec rai- son, la majorité de la commission a estimé qu'il fallait à l'avenir accorder aussi de nouveaux allègements fiscaux, notamment par le réaménagement de l'impôt anticipé, c'est-à-dire de l'im-
Motion RK-NR (92.082)
2465
pôt à la source. Je répète, Monsieur Herczog, qu'il ne s'agit pas ici de la suppression de l'impôt anticipé, il s'agit d'un réa- ménagement de cet impôt.
Le groupe radical-démocratique rappelle à M. Stich, conseil- ler fédéral, que les motions Cavadini Adriano (92.3212) et Rüesch (92.3208) ont été transmises respectivement par le Conseil national et le Conseil des Etats. Il y a une année déjà que le Conseil national a transmis la motion Cavadini Adriano intitulée «Politique fiscale propice à l'implantation d'industries en Suisse», qui demandait en particulier de ramener l'im- pôt anticipé au niveau pratiqué par les grands pays de la Communauté.
Troisième et dernier point. Dans un contexte marqué du sceau de l'interdépendance et de la concurrence de plus en plus ai- guë sur le plan international, un réaménagement de l'impôt anticipé revêt une importance capitale pour donner plus de chances à la place financière helvétique et à la création de nouveau emplois, bien sûr dans notre pays. C'est pourquoi nous proposons à moyen terme - il ne s'agit pas d'un change- ment immédiat - de réaliser cette harmonisation de l'impôt anticipé en tenant compte de la pratique des autres pays euro- péens, de l'Allemagne par exemple.
En conclusion, le groupe radical-démocratique, à l'unanimité, transmettra la motion de la majorité de la Commission des af- faires juridiques.
Reimann Maximilian: Nur noch ganz kurz: Ich möchte zu- nächst doch meiner grossen Genugtuung Ausdruck geben, dass der Bundesrat die Motion der Mehrheit der Kommission immerhin in Form des Postulats entgegenzunehmen bereit ist. Ich beantrage Ihnen aber so oder so, auch im Namen meiner Fraktion, unseren Vorstoss in Motionsform zu überweisen. Zwei Gründe möchte ich dafür ins Feld führen:
Unsere Kommissionsmotion liegt ganz auf der Linie jener Vor- stösse, nämlich den Finanzplatz Schweiz fiskalisch nicht schlechter als den EG-Standard auszugestalten. Bei der Ver- rechnungssteuer und teilweise immer noch bei der Stempel- steuer liegen wir klar hinter dem EG-Standard zurück. Wir wol- len aber zumindest gleich lange Spiesse, und genau das strebt unsere Motion an.
Lernen wir aus diesen Fehlern. Eine gute Möglichkeit dazu gibt uns die Ueberweisung der Motion der Mehrheit der Kom- mission.
Präsidentin: Die CVP-Fraktion lässt mitteilen, dass sie für die Ueberweisung der Motion ist.
Scherrer Jürg: Die Fraktion der Auto-Partei unterstützt die Mo- tion der Kommissionsmehrheit und bittet Sie, sich nicht auf den Handel mit der Umwandlung in ein Postulat einzulassen. Es ist dringend an der Zeit, den Wirtschaftsstandort Schweiz attraktiver zu gestalten.
Ich erinnere daran, dass Luxemburg eine Verrechnungssteuer von 0 Prozent hat. Die Konsequenzen sind uns allen bekannt. Dass natürlich die Sozialisten, wenn es darum geht, die Wirt- schaft zu entlasten, von einem Steuergeschenk sprechen, wundert mich nicht - eine Partei und eine Fraktion, die kein ei- gentliches Wirtschaftsprogramm haben, sondern sich ledig- lich Gedanken darüber machen, wie das Geld, das andere ver- dient haben, umverteilt werden kann.
Iten Joseph, Berichterstatter: Die Mehrheit der Kommission beantragt Ihnen, den Vorstoss in Form einer Motion zu über- weisen. Sie haben gehört, dass der Bundesrat bereit wäre, ihn in Form eines Postulates entgegenzunehmen.
Wir haben in der Kommission die Frage Postulat oder Motion nicht diskutiert. Demzufolge geht es für die Kommissions- mehrheit heute nur um ein Festhalten an der Motion. Dies
scheint mir für das Abstimmungsverfahren wichtig zu sein, weil dann sehr wahrscheinlich in der Abstimmung nur über die Frage Motion oder nicht entschieden werden kann.
Sie haben jetzt aus den Fraktionserklärungen der freisinnigen und der SVP-Fraktion im wesentlichen die Zusammenfassung der für die Kommissionsmehrheit massgeblichen Gründe, an dieser Motion festzuhalten, gehört. Ich will Sie nochmals aus- drücklich auf den Wortlaut der Motion hinweisen. Die Motion ist nämlich so formuliert, dass sie dem Bundesrat jenen Spiel- raum überlässt, den er von sich aus vorgegeben hat, näm- lich durch die Bereitschaft, den Vorstoss als Postulat anzu- nehmen.
Es geht nicht darum, durch diese Motion den verbindlichen Auftrag an den Bundesrat zu erteilen, die erwähnten Steuern, insbesondere die Verrechnungssteuer, ersatzlos oder kon- zeptlos aufzuheben, sondern es heisst: « .... insbesondere durch eine EG-kompatible Ausgestaltung der Verrechnungs- steuer.»
Der Kommissionsmehrheit geht es, das haben Sie aus den Darlegungen der Fraktionen gehört, um die wirtschaftlichen Aspekte. Wir haben uns in der Kommission für Rechtsfragen auch darüber unterhalten, ob es besonders sinnvoll sei, wenn diese Kommission eine spezifisch wirtschaftliche Frage in Form eines Kommissionsvorstosses aufs Tapet bringe. Die Mehrheit ist der Auffassung, dass es so richtig ist, weil das Thema an sich keiner weiteren Erörterungen bedarf. Das Thema ist dem Parlament bekannt, es geht jetzt darum, zu- sätzlich zur Verabschiedung des Anlagefondsgesetzes noch weitere Massnahmen zu verlangen. Eine der weiteren Mass- nahmen wird in diesem Vorstoss aufgeführt.
Wir sind der Ueberzeugung, dass das verabschiedete neue Anlagefondsgesetz allein nicht ausreicht. Wir können wahr- scheinlich mit dem neuen Anlagefondsgesetz langfristig wie- der etwas an Terrain gutmachen. Aber die Kommissionsmehr- heit ist der Ueberzeugung, dass das nicht ausreicht, um verlo- rene Wettbewerbsanteile wieder zurückzugewinnen. Dazu braucht es zusätzliche Massnahmen. Es entspricht auch der Meinung der Kommissionsmehrheit, selbst wenn sie eine EG-kompatible Lösung will, dass damit für das Hauptanlie- gen, das der Finanzminister gegen diese Motion anführt, näm- lich dem Kampf gegen die Steuerhinterziehung im eigenen Land, ohne weiteres noch Raum vorhanden bleibt.
Die Kommission hat mit 12 zu 9 Stimmen beschlossen, diesen Vorstoss in Form einer Motion überweisen zu lassen. Ich bitte Sie, diesem Antrag zuzustimmen.
M. Poncet, rapporteur: En 1980, il y avait environ 150 fonds de placement créés par des grandes banques suisses en Suisse. En 1991, ce chiffre était de 200 environ, soit une augmentation d'un petit 35 pour cent. Pendant la même période, les grandes banques suisses - je souligne - avaient créé 100 fonds de pla- cement au Luxembourg en 1980. Ces 100 fonds de place- ment, créés par des banques suisses et gérés par des ban- ques suisses au Luxembourg, étaient devenus 800 en 1991, soit une augmentation de 800 pour cent. Cette détérioration de la compétitivité de notre place financière dans ce domaine était due principalement à deux raisons: d'abord, une loi sur les fonds de placement qui n'était pas eurocompatible et qui manquait de souplesse. Vous y avez remédié par votre vote et par vos discussions de tout à l'heure.
Deuxièmement, des conditions fiscales qui ne sont pas attrac- tives. Vous y avez remédié, en partie, par les modifications qui sont intervenues dans le domaine du droit de timbre, mais cela ne suffira pas, il faudra aller plus loin et prévoir des aménage- ments en matière d'impôt anticipé pour ce qui est des revenus de parts de fonds de placement.
Voilà ce que la Commission des affaires juridiques vous de- mande par 12 voix contre 9. Il s'agit tout simplement de faire un pas de plus pour rétablir la compétitivité de notre place fi- nancière qui s'est malheureusement beaucoup érodée ces dernières années.
Bundesrat Stich: Sie haben bereits gehört, dass der Bundes- rat diese Motion im Prinzip als Postulat entgegennehmen würde. Ich finde es seltsam, dass die Kommission für Rechts-
Motion CAJ-CN (92.082)
2466
N
16 décembre 1993
fragen Vorschläge zur Finanzordnung, zur Steuerordnung, zu wirtschaftspolitischen Vorstellungen unterbreitet. Es ist nicht möglich, dass man sich in jeder Kommission mit allem be- schäftigt.
Die Motion will den Bundesrat beauftragen, «ebenfalls die Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität des schweizerischen Finanzplatzes im Bereich der Anlagefonds durch fiskalische Massnahmen zu stärken, insbesondere durch eine EG-kom- patible Ausgestaltung der Verrechnungssteuer».
Wenn wir den Finanzplatz Schweiz stärken wollen, müssen wir zuerst den Haushalt sanieren; das ist das Wichtigste. Die Er- fahrung hat gezeigt, dass alle verschuldeten Länder - Muster- beispiel Belgien, Sie können auch andere Länder nehmen - schlicht und einfach an Wettbewerbskraft verlieren. Die Folge der Verschuldung: Man muss nachher zuviel Substanz, zu viele Steuern aufwenden, damit man die Zinsen bezahlen kann.
Es ist seltsam, dass Sie wieder mit einer Motion kommen. Ich habe immer noch die gleichlautenden Motionen Cavadini Adriano (92.3212) und Rüesch (92.3208) in der Schublade, die insgesamt dasselbe möchten. Sie möchten die Kapitalerträge grundsätzlich von allen Belastungen befreien. Diesen Auftrag haben wir bereits, den müssen Sie uns nicht mehr geben.
Es ist zu sagen, dass das Stempelsteuergesetz, das am 1. April 1993 in Kraft getreten ist, eine massive Erleichterung für die Anlagefonds mit sich bringt. Die Ausgabe von Anteilen an einem Anlagefonds ist beispielsweise nicht mehr der Emis- sionsabgabe unterstellt. Das ist schon eine sehr starke Er- leichterung.
In bezug auf die zweite Forderung, die Anpassung an eine EG-kompatible Ausgestaltung der Verrechnungssteuer, muss ich Ihnen sagen: Es gibt noch keine Verrechnungssteuer, die in der EG akzeptiert ist. Vielleicht ist es gut, wenn ich Sie wie- der einmal daran erinnere, was das Gegenstück zur Verrech- nungssteuer ist, was die EG möchte: Die EG möchte nicht eine Verrechnungssteuer, sondern die Amtshilfe in Fiskalsachen. Das ist viel zweckmässiger. Ich selbst habe dafür keine Vor- liebe, das muss ich Ihnen gestehen, und zwar weil das erstens eine riesige Bürokratie braucht und zweitens der Erfolg noch davon abhängt, wie einzelne Länder diese Amtshilfe durchfüh- ren. Ich möchte lieber eine Verrechnungssteuer haben als Amtshilfe in Steuersachen. Aber das wäre die Alternative.
Sie können noch Motionen bis dahin und dorthin überweisen, aber am letzten Dreiertreffen hat mich der Finanzminister Deutschlands, Theo Waigel, darauf angesprochen und ge- sagt, er möchte gerne mit der Schweiz darüber diskutieren. Ich habe ihm zugesagt, dass wir bereit seien, darüber zu dis- kutieren. Sie können die Weichen jetzt schon stellen, auch für mich. Wenn Sie eine Verrechnungssteuer grundsätzlich ab- lehnen oder sie unmöglich machen wollen, können Sie das tun; aber das ist nicht sehr sinnvoll. Sie sollten nicht so voreilig sein und alle diese guten Gründe, die wir haben, von vornher- ein verkaufen.
Ich bitte Sie, die Motion im besten Fall als Postulat zu überwei- sen. Der Bundesrat wäre bereit, das zu akzeptieren.
Abstimmung - Vote Für Ueberweisung der Motion Dagegen
58 Stimmen
49 Stimmen
Schluss der Sitzung um 13.05 Uhr La séance est levée à 13 h 05
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion RK-NR (92.082) Fiskalische Massnahmen im Bereich der Anlagefonds Motion CAJ-CN (92.082) Allégements fiscaux dans le domaine des placements
In
Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1993
Année
Anno
Band
V
Volume
Volume
Session
Wintersession
Session
Session d'hiver
Sessione
Sessione invernale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
13
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 93.3528
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 16.12.1993 - 08:00
Date
Data
Seite
2463-2466
Page
Pagina
Ref. No
20 023 501
Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.