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Postulat Ziegler Jean
desmittel allzusehr nach dem sattsam bekannten «Giesskan- nenprinzip» auf zu viele verteilt und die Zielsetzung des IHG werde dadurch verwässert.
Diese Feststellung ist keine Behauptung aus dem hohlen Bauch heraus. Zu gleichen Schlussfolgerungen gelangt die Studie des Nationalen Forschungsprogrammes «Regional- probleme in der Schweiz». Aufgrund eingehender Untersu- chungen fordert Dr. Ernst A. Brugger zu Recht ein Umdenken bei der Anwendung dieses wichtigen Instrumentes einer effizi- enten Regionalpolitik. So führte er aus:
«Die bisherigen Mittel der Regionalpolitik können zwar grund- sätzlich beibehalten werden, sollten jedoch wie folgt modifi- ziert werden:
Regionen, die früher einmal mit Recht als förderungsbedürf- tig eingestuft worden sind, jedoch mittlerweile deutlich aufge- holt haben, sollten als Zeichen des Erfolges aus der Bundes- hilfe entlassen werden.
Das IHG ist sachlich und räumlich selektiver anzuwenden: sachlich stärker auf tatsächlich entwicklungsrelevante und re- gional bedeutsame Infrastruktureinrichtungen und räumlich stärker auf die Förderung der innerregionalen Zentren zu kon- zentrieren.
Angezeigt ist eine stärkere Dezentralisierung von Realisie- rungskompetenzen im regionalpolitischen Bereich. Auch könnte ein Teil des IHG-Fonds direkt durch die Kantone ver- waltet werden. Zweckgebundene Bundesbeiträge sollten zum Teil durch Globalbeiträge ersetzt werden
An neuen Massnahmen stehen im Sinne von Ergänzungen zur bisherigen Regionalpolitik im engeren Sinne oder als Alter- nativen im Vordergrund:
die Förderung der Attraktivität und Funktionsfähigkeit der Ar- beitsmärkte von Regionen und Regionsgruppen; ....
die Förderung von hochentwickelten Dienstleistungen in re- gionalen Zentren;
die Verfolgung einer aktiveren und kreativeren Kulturpolitik im ländlichen und peripheren Raum;
die stärkere Dezentralisierung von Bundesaufträgen ....;
die Verwirklichung altbekannter ordnungspolitischer Refor- men, vor allem in den Bereichen Finanzausgleich und Aufga- benteilung;
die Entwicklung einer 'grünen' Regionalpolitik, d. h. die bes- sere Verzahnung von Regional- und Umweltpolitik .... »
So weit die Schlussfolgerungen dieser regionalpolitisch wich- tigen Studie des Nationalfonds. Das Bemerkenswerte daran ist der Umstand, dass diese Aussagen schon zu Beginn des Jahres 1985 gemacht worden sind. Und obwohl in dieser Sa- che der Handlungsbedarf zugenommen hat, ist wenig bis nichts passiert. Weiterhin werden über das Instrument des IHG weite Teile unseres Landes auch ausserhalb des Bergge- bietes gefördert und unterstützt. Gemeinden, die längst ihre Selbständigkeit erreicht haben, erhalten für Infrastrukturvorha- ben immer wieder Bundesgelder - Gelder, die dann, weil die Mittel bekanntlich drastisch zurückgegangen sind, in den ei- gentlich förderungsbedürftigen Gemeinden und Regionen fehlen.
Es ist dringend nötig, dass der Begriff der Region neu definiert wird. Förderungsberechtigt wären demnach nur die Gemein- den, welche im eigentlichen Berggebiet liegen. In der Vergan- genheit konnte man immer wieder feststellen, wie verhältnis- mässig gutsituierte Gemeinden des dem eigentlichen Bergge- biet vorgelagerten Vorderlandes in den Genuss von IHG-Dar- lehen gelangten, derweil Gemeinden im Berggebiet, weil die Eigenmittel fehlten, die Realisierung teurer Infrastrukturen gar nicht ins Auge fassen konnten. In dieser Beziehung hat die An- wendung des IHG zu grotesken Beispielen geführt. Soll das Ziel einer echten Berggebietsförderung tatsächlich erreicht werden, dann müssen dringend nötige Revisionen im Sinne einer Redimensionierung der Regionen und damit verbunden eines gezielteren Mitteleinsatzes im unterstützungsbedürfti- gen Berggebiet eingeleitet werden. Die gegenwärtigen Schwierigkeiten gebieten, dass diese Revisionen jetzt vorge- nommen werden, nicht erst morgen. Deshalb genügt die vom Bundesrat vorgeschlagene Umwandlung meines Vorstosses in ein Postulat nicht. Ich bitte Sie, meinen Vorstoss als Motion zu bestätigen.
Der Bundesrat weist übrigens in seiner Antwort auf die Aktuali- tät, ja die Dringlichkeit dieser Revisionsarbeiten hin. Als Schlussfolgerung führt er aus: «Die Schaffung des europäi- schen Binnenmarktes, Rationalisierungsbestrebungen bei den SBB und PTT sowie die Verwirklichung des Armeeleitbil- des 95 werden in den wirtschaftlich schwächeren Berg- und Randgebieten und in den ländlichen Räumen spürbare Aus- wirkungen zeitigen. Im Hinblick auf diese Entwicklungen hat der Bundesrat in seinem Bericht vom 25. März 1992 über die Legislaturplanung 1991-1995 denn auch in Aussicht gestellt, eine generelle Ueberprüfung der direkten regionalpolitischen Instrumente des Bundes vorzunehmen. Dabei soll u. a. der re- gionalpolitische Leistungsauftrag des Bundes neu umschrie- ben sowie die Revision des IHG und des Bundesbeschlusses über die Finanzierungsbeihilfen zugunsten wirtschaftlich be- drohter Regionen an die Hand genommen werden.»
Es ist unverständlich, weshalb der Bundesrat angesichts die- ser klaren eigenen Ausführungen trotzdem die Postulatsform vorschlägt.
Ich bitte Sie, meinen Vorstoss als Motion zu überweisen.
M. Delamuraz, conseiller fédéral: Je n'ai pas voulu intervenir le premier dans ce débat, car le motionnaire entendait défen- dre et illustrer son oeuvre, ce qu'il a fait brillamment.
Je dois dire cependant que le Conseil fédéral accepte cette motion en tant que motion, et non plus en tant que postulat. Pourquoi? Eh bien, parce qu'une motion rédigée en termes quasi semblables par M. Bloetzer, au Conseil des Etats, que nous voulions accepter comme postulat, a été transmise à une large majorité par le Conseil des Etats - c'était il y a une année environ -, et le Conseil national, lors de sa session d'été de cette année, a également transmis cette motion. Il n'y aurait aucun sens de continuer une petite guerre des tranchées, de vous demander une transformation en postulat, que vous transmettiez finalement la motion, nous acceptons tout de suite la motion.
Columberg: Ich danke Herrn Bundesrat Delamuraz herzlich für die Bereitschaft, den Vorstoss als Motion entgegenzuneh- men. Etwas anderes wäre völlig unverständlich gewesen. Die Stellungnahme des Bundesrates zur Motion Brügger Cyrill ist nämlich durchaus positiv und unterstreicht die Notwendigkeit einer Revision. Nur die Schlussfolgerung, der Vorstoss könne nicht als Motion entgegengenommen werden, ist dann völlig unverständlich.
Ich danke für die Bereitschaft und hoffe, dass die Vorberei- tungsarbeiten, die eingeleitet worden sind, mit grösster Nach- haltigkeit fortgesetzt werden können, denn eine Ueberprüfung und Verstärkung der Regionalpolitik ist in Anbetracht der ver- änderten Umstände dringend nötig.
Ueberwiesen - Transmis
91.3400
Postulat Ziegler Jean Schweizerisches Kernkraftwerk-Projekt in der Tschechoslowakei Projet suisse de centrale nucléaire en Tchécoslovaquie
Wortlaut des Postulates vom 9. Dezember 1991
Die Regierung in Prag kündigt an, dass ihr die multinationale Gesellschaft ABB von Baden eine Offerte für den Bau eines schlüsselfertigen Kernkraftwerks zum Preis von 1,293 Milliar- den Dollar unterbreitet hat. Aller Wahrscheinlichkeit nach han- delt es sich um Dumping.
Der Bundesrat wird eingeladen, für dieses Projekt keine Risi- kogarantie zu übernehmen. Für dieses Projekt sollte über-
11-N
N
1er décembre 1993
2142
Interpellation Gardiol
haupt kein Kredit (etwa aus dem Rahmenkredit, der zugun- sten der wirtschaftlichen Entwicklung der osteuropäischen Länder gesprochen wurde) gewährt werden.
Texte du postulat du 9 décembre 1991
Le gouvernement de Prague annonce que la société multina- tionale ABB de Baden soumet une offre pour la construction, clés en main, d'une centrale nucléaire au prix de 1,293 milliard de dollars. Il s'agit selon toute vraisemblance d'un prix de dumping.
Le Conseil fédéral est invité à ne pas accorder la GRE à ce pro- jet. Subsidiairement, aucun crédit (prélevé par ex. sur le cré- dit-cadre voté en faveur du développement économique des pays de l'Est) ne devrait être attribué à ce projet
Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Le peuple suisse, jugeant que la technologie nucléaire ac- tuelle n'offre pas toutes les garanties de sécurité indispensa- bles à la santé et à la survie des populations riveraines, a dé- cidé du moratoire pour toute construction de centrales nu- cléaires sur le sol suisse. Or, le peuple tchécoslovaque a droit aux mêmes protections que la population suisse. Le gouver- nement suisse ne doit donc pas favoriser l'exportation de cen- trales nucléaires.
L'offre d'ABB relève d'un prix de dumping. La dernière cen- trale construite par ABB, la centrale de Leibstadt, a coûté plus du double du prix annoncé par l'offre faite à la Tchécoslova- quie, soit l'équivalent d'environ 3,2 milliards de dollars.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 13. Mai 1992 Rapport écrit du Conseil fédéral du 13 mai 1992
Les dangers que présentent les centrales nucléaires construi- tes d'après la technologie soviétique constituent un sujet re- connu prioritaire dans la coopération entre les pays de l'OCDE et les Etats d'Europe centrale et d'Europe de l'Est (y compris les pays de la CEI).
Les premiers résultats des discussions intervenues dans le ca- dre du G-24, de la Banque européenne pour la reconstruction et le développement, de la Charte européenne de l'énergie et de l'Agence internationale de l'énergie atomique montrent que la fermeture pure et simple de centrales engendrerait une inacceptable pénurie d'énergie dans la plupart des pays concernés. Il faut donc envisager une série de mesures com- plémentaires: remplacement des centrales nucléaires actuel- les par des complexes combinés modernes (turbines à gaz avec récupération de chaleur) fonctionnant au moyen de com- bustible fossile, arrêt de réacteurs et remplacement de ceux-ci par des centrales thermiques en utilisant les turbines et géné- rateurs existants, remplacement de centrales nucléaires an- ciennes par d'autres centrales construites selon les techni- ques occidentales de notre temps, modernisation des systè- mes de contrôle et de sécurité de centrales qui s'y prêtent Pa- rallèlement, il faut augmenter l'efficacité de l'engagement d'énergie, réduire les émissions polluantes des centrales ther- miques conventionnelles et promouvoir les énergies propres (l'énergie hydraulique, entre autres).
Dans ce contexte, la Tchécoslovaquie a lancé un appel d'of- fres pour une centrale atomique moderne, correspondant aux normes occidentales; à cette occasion, elle s'est également tournée vers ABB et c'est ABB-USA qui a fait une offre. Les prix mentionnés dans le postulat ne sont pas exacts, selon ABB, et les comparaisons entre Leibstadt et le projet tchécoslovaque, dont les données diffèrent, tant du pont de vue de la configura- tion que de l'ampleur de la livraison, ne sont pratiquement pas possibles.
La réhabilitation du domaine énergétique en Europe centrale et orientale et dans les pays de la CEI exige une coopération à l'échelle mondiale. La Suisse ne saurait se dérober à cet effort de solidarité. Elle ne saurait non plus sélectionner certains do- maines ou tenter d'en bloquer d'autres par le biais de l'octroi de garanties, afin d'influencer unilatéralement la politique
énergétique de ces pays. Dans l'intérêt d'un accroissement de la sécurité et d'une optimisation des efforts, il faut au contraire que chaque pays ou chaque entreprise concentre ses efforts là où il/elle offre des avantages comparatifs et une technologie adéquate. La Suisse accorde par ailleurs une très grande im- portance aux efforts visant à améliorer l'efficacité de l'engage- ment d'énergie et, dans le cadre de la coopération internatio- nale, défend cette position avec vigueur.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Le Conseil fédéral propose de rejeter le postulat.
Le président: M. Ziegler nous a communiqué qu'il était d'ac- cord de retirer son postulat.
Zurückgezogen - Retiré
92.3029
Interpellation Gardiol Finanzierung von Schneekanonen Financement de canons à neige
Wortlaut der Interpellation vom 31. Januar 1992
Die Seilbahngesellschaft von Leysin (STL) hat für den Bau ei- nes Sessellifts Aï-Berneuse den Kanton Waadt um eine Fi- nanzhilfe im Rahmen des Bundesgesetzes über Investitions- hilfe für Berggebiete ersucht. Der Kanton ist an den Bund ge- langt, um für die STL für dieses Vorhaben ein Darlehen von 750 000 Franken zu erwirken.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Waadt hat in einem Ent- scheid vom 11. Dezember 1991 (AC 7416/7444) festgestellt, dass das Projekt neben dem Sessellift auch Installationen für den Einsatz von Schneekanonen vorsieht, d. h. Leitungen und 14 Wasseranschlüsse (Entscheid S. 9).
Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:
Hat der Bund der STL für den Bau eines Sessellifts Aï-Ber- neuse ein Darlehen im Rahmen des Bundesgesetzes über In- vestitionshilfe für Berggebiete gewährt? Wenn ja:
Ist ein Teil dieses Darlehens für die Einrichtung von Schnee- kanonen verwendet worden? Stünde dies nicht im Wider- spruch zu der restriktiven Praxis, auf die der Bundesrat in sei- ner Antwort auf die dringliche Einfache Anfrage Bundi Nr. 91. 1106 hingewiesen hat?
Die Gemeinde Leysin bezieht ihr Wasser zum grössten Teil aus der Gegend am Fuss des Chamossaire; das Wasser wird nach Leysin und dann bis hinauf zur Berneuse gepumpt (etwa 1000 Meter Höhendifferenz). Kann man in diesem Fall von sparsamer und rationeller Energieverwendung sprechen, wie der Energiebeschluss sie verlangt?
Texte de l'interpellation du 31 janvier 1992
La Société des téléphériques de Leysin (STL) a sollicité une aide financière, dans le cadre de crédits LIM, pour la construc- tion du télésiège Aï-Berneuse auprès du canton de Vaud. Ce dernier a sollicité la Confédération pour l'octroi d'un prêt à la STL de 750 000 francs pour ce projet.
Le tribunal administratif du canton de Vaud a mis en évidence, dans un arrêt du 11 décembre 1991 (AC 7416/7444), que le projet comprend, en plus du télésiège, des aménagements destinés à des installations d'enneigement, à savoir des conduites et 14 prises d'eau pour canons à neige (arrêt p. 9). Je prie le Conseil fédéral de bien vouloir répondre aux ques- tions suivantes:
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat Ziegler Jean Schweizerisches Kernkraftwerk-Projekt in der Tschechoslowakei Postulat Ziegler Jean Projet suisse de centrale nucléaire en Tchécoslovaquie
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Jahr
1993
Année
Anno
Band
V
Volume
Volume
Session
Wintersession
Session
Session d'hiver
Sessione
Sessione invernale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
03
Séance
Seduta
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Datum 01.12.1993 - 08:00
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Data
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