735
Delegation bei der Interparlamentarischen Union
Die Oberaufsicht über die Verwaltung durch das Parlament ist notwendig. Der Geschäftsbericht ist aber längst nicht mehr das Hauptmittel, um diese Oberaufsicht wahrnehmen zu kön- nen. Das dauernde Gespräch zwischen Parlament und Ver- waltung, die vertieften Inspektionen, die wissenschaftlich ge- führten Evaluationen der PVK und die in die Geheimsphäre eindringende Kontrolle der Geschäftsprüfungsdelegation sind effizienter und vertrauenschaffender als eine langwierige, oft langweilige Behandlung des einjährigen Geschäftsberich- tes. Es genügt vollauf, wenn der Bundesrat seine Berichter- stattung im Zweijahresrhythmus vornimmt. Es hat dies dann allerdings in engem Zusammenhang mit der Legislaturpla- nung zu geschehen, in der Zwischenzeit mit einem Zwischen- bericht, deshalb zweijähriger Turnus.
In diesem Sinne empfehle ich Ihnen die Ueberweisung mei- nes Vorstosses. Es ist ein kleiner Beitrag zur Entlastung der Verwaltung und des Parlamentes und gleichzeitig zur Effizi- enzsteigerung. Im Kanton Luzern machte ich mit dem zweijäh- rigen Staatsverwaltungsbericht, identisch mit unserem Ge- schäftsbericht, nur gute Erfahrungen.
Küchler, Berichterstatter: Das Büro hat sich am 3. September 1993 mit der Motion unseres Kollegen Bühler Robert befasst, und es beantragt Ihnen, die Motion in der Form eines Postula- tes zu überweisen, und zwar aus folgenden Ueberlegungen: Der Motionär verlangt, dass der Bundesrat der Bundesver- sammlung nur noch alle zwei Jahre einen Geschäftsbericht vorlegt. Der Motionär verspricht sich davon eine Entlastung des Parlamentes und der Verwaltung. Das Büro ist grundsätz- lich mit dem Motionär der Auffassung, dass die Oberaufsicht der Bundesversammlung über den Bundesrat und die Bun- desverwaltung so effizient und rationell wie nur möglich zu ge- schehen hat. Deshalb sind auch alle Anstrengungen und Vor- schläge zu prüfen, die eine Entlastung der betroffenen Perso- nen und Instanzen bringen könnten. Es geht aber auch bei der Thematik Oberaufsicht des Parlamentes nicht bloss um den Geschäftsbericht des Bundesrates. Dies möchte ich betonen. Grundsätzlich aber hat sich der Jahresrhythmus bewährt. Ebenso wie viele private Betriebe arbeitet auch die Verwaltung mit ganz klaren Jahreszielen, und der Bundesrat hat jährlich über die Geschäftstätigkeit der Bundesverwaltung Rechen- schaft abzulegen. Auch die SBB, die PTT, die Eidgenössische Alkoholverwaltung oder das Bundesgericht legen jährlich Ge- schäftsberichte vor. Man kann sich im Zusammenhang mit dem Geschäftsbericht des Bundesrates höchstens fragen, ob die Berichterstattung jedes Jahr derart detailliert und umfang- reich ausfallen muss, wie dies heute der Fall ist. Doch muss klar darauf hingewiesen werden, dass die Geschäftsprüfungs- kommissionen des Nationalrates und des Ständerates am 11. beziehungsweise 18. November 1991 detaillierte Anforde- rungen an den Geschäftsbericht formuliert haben. Diese Richtlinien sind nach wie vor gültig.
Bei einem Uebergang von der einjährigen zur zweijährigen Be- richterstattung würden sich verschiedene Fragen stellen, die nach Auffassung des Büros zuerst sorgfältig und umfassend abzuklären sind. Dazu gehört beispielsweise die Zusammen- arbeit zwischen den Geschäftsprüfungskommissionen und den Finanzkommissionen, die ihre Aufsichtstätigkeit koordi- nieren und zum Teil auch gemeinsame Arbeitsgruppen ha- ben. Staatsrechnung und Budget werden ebenfalls im Jahres- rhythmus vorgelegt.
Es muss auch geprüft werden, ob die erwähnten Geschäftsbe- richte von SBB, PTT und Eidgenössischer Alkoholverwaltung nur noch in einem Zweijahresrhythmus vorzulegen wären.
Eine weitere Frage schliesslich betrifft die Aufsichtsbeschwer- den gegen den Bundesrat, über deren Behandlung die Ge- schäftsprüfungskommission heute ebenfalls jährlich berich- tet. Dies sind nur einige wenige der verschiedenen Grundsatz- fragen und Probleme, die sich im Zusammenhang mit einer Aenderung der jährlichen Berichterstattung sofort und unwei- gerlich stellen.
Das Büro ist darüber informiert, dass unsere Staatspolitische Kommission bereits im Mai 1993 grundsätzlich beschlossen hat, im Rahmen einer zweiten Phase der Parlamentsreform un- ter anderem auch die Frage der Oberaufsicht des Parlamentes
über Bundesrat und Verwaltung zu überprüfen. So soll zum Beispiel abgeklärt werden, ob zwischen dem Nationalrat und dem Ständerat allenfalls eine stärkere Arbeitsteilung gesucht werden soll, ob zum Beispiel die verschiedenen Geschäftsbe- richte alternierend - in einem Jahr nur vom Ständerat, im an- deren Jahr nur vom Nationalrat - behandelt werden sollen. In diesen Rahmen der allgemeinen, umfassenden Ueberprü- fung der parlamentarischen Oberaufsicht über Bundesrat und Verwaltung passt die Anregung unseres Kollegen Bühler Robert.
Das Büro beantragt Ihnen daher, die Motion als Postulat zu überweisen und unsere Staatspolitische Kommission damit zu beauftragen, die aufgeworfenen und weiteren Fragen zu- sammen mit den betroffenen Kommissionen zu klären und dem Rat alsdann ausführlich Bericht zu erstatten. Ich bitte Sie, der Ueberweisung als Postulat zuzustimmen.
Bühler Robert: Ich bin damit einverstanden, dass die Motion in ein Postulat umgewandelt wird, jedoch nicht mit der Begrün- dung, wie sie jetzt abgegeben wurde. Ich zweifle etwas daran, dass dieses Problem wirklich ernsthaft angegangen wird. Ich wäre schon froh, wenn noch zugesichert werden könnte, dass man das Problem auch tatsächlich ernst nimmt. Denn was Sie sagten, stimmt zum Teil nicht: Die Anforderungen, die wir for- mulierten - an den Geschäftsbericht, an die Behandlung des Geschäftsberichtes -, konnten wir nicht durchhalten. Die Sa- che wurde auch vom Bundesrat und von der Verwaltung nicht so gehandhabt, wie wir das wollten. Das zeigt auf, dass hier et- was geschehen muss. Also muss die Sache ernsthaft über- prüft werden; Deregulieren tut in diesem Falle gut.
Küchler, Berichterstatter: Ich kann Herrn Bühler Robert versi- chern, dass die ganze Frage, die ganze Thematik, in unserer Staatspolitischen Kommission ernsthaft geprüft wird, wenn wir ihr das Ganze zuweisen, und zwar in Zusammenarbeit mit den betroffenen Kommissionen, seien es die Geschäftsprüfungs- kommissionen beider Rate, die Finanzkommissionen beider Räte oder die entsprechenden Delegationen. In diesem Sinne kann ich also eine Zusicherung abgeben.
Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
93.040
Delegation bei der Interparlamentarischen Union. Bericht
Délégation auprès de l'Union interparlementaire. Rapport
Beschluss des Nationalrates vom 23. September 1993 Décision du Conseil national du 23 septembre 1993
Herr Rhinow unterbreitet im Namen der Delegation bei der In- terparlamentarischen Union den folgenden schriftlichen Be- richt (texte français voir Bulletin officiel du Conseil national, ses- sion d'automne 1993):
Die Interparlamentarische Union (IPU) hat im Jahre 1992 vier Konferenzen abgehalten. Die 87. Konferenz fand vom 6. bis zum 11. April 1992 in Yaoundé (Kamerun) statt, die Interparla- mentarische Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit im Mittelmeerraum vom 15. bis zum 20. Juni in Malaga (Spa- nien), die 88. Konferenz vom 7. bis zum 12. September in Stockholm (Schweden) und die Interparlamentarische Konfe- renz über Umwelt und Entwicklung vom 23. bis zum 27. No- vember in Brasilia (Brasilien).
19-S
Délégation auprès de l'Union interparlementaire
736
E
30 septembre 1993
Die Delegation wurde nach den eidgenössischen Wahlen von 1991 neu bestellt Für die Legislaturperiode 1991-1995 setzt sie sich zusammen aus René Rhinow, Markus Kündig und Rosmarie Simmen für den Ständerat sowie Pierre Aguet, Fran- çois Borel, Anton Keller, Maximilian Reimann und Georg Stucky für den Nationalrat
Ausser Borel François, der von Francine Jeanprêtre ersetzt wurde, und Markus Kündig, der an der Stockholmer Konfe- renz nicht teilnehmen konnte, haben alle Delegationsmitglie- der an den beiden Konferenzen teilgenommen.
In Brasilia war die Schweiz durch die Herren Stucky, Borel François und Keller Anton vertreten.
Nicht vertreten war die Delegation an der KSZM in Malaga. Nachstehend sind die Themenschwerpunkte aufgeführt:
Umwelt und Entwicklung: Die Meinung der Parlamentarier über die wichtigsten Tendenzen und Aussichten der Konfe- renz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung (Redner: Borel François und Keller Anton).
Der Aufbau und die Arbeitsweise der Demokratie und der Ausdruck der ethnischen Vielfalt als Mittel zur Gewährleistung der Stabilität aller Staaten, der wirtschaftlichen Entwicklung und eines besseren Einsatzes der Errungenschaften des Frie- dens zugunsten der Dritten Welt (Rednerin/Redner: Simmen und Stucky).
Generaldebatte über die politische, wirtschaftliche und sozi- ale Lage in der Welt (Redner: Kündig und Aguet).
Der pandemische Charakter der erworbenen Immunschwä- che (Aids): Ihre Bedrohung für das Weltwirtschaftswachstum sowie für die politische und soziale Stabilität, besonders in der Dritten Welt; die Förderung politischer Massnahmen zur Um- setzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Politik sowie soziales und politisches Engagement zur Milderung ihrer Aus- wirkungen (zusätzliches Traktandum).
Der Beitrag der Parlamente zur Stärkung der Rolle der Ver- einten Nationen sowie die verstärkte Mitwirkung der Parla- mente an der Aussenpolitik durch die Entwicklung der parla- mentarischen Diplomatie und die engere Zusammenarbeit zwischen der Exekutive und der Legislative (Redner/Rednerin: Rhinow und Jeanprêtre).
Die Notwendigkeit einer radikalen Lösung des Schuldenpro- blems in den Entwicklungsländern (Redner/Rednerin: Stucky und Simmen).
Generaldebatte über die politische, wirtschaftliche und sozi- ale Lage in der Welt (Redner: Reimann Maximilian und Aguet).
Weltweite Wanderbewegungen: Ihre demographischen, re- ligiösen, ethnischen und wirtschaftlichen Hintergründe; die Auswirkungen auf die Herkunfts- und Aufnahmeländer; die weltweiten Folgen und die Rechte der Flüchtlinge (zusätzli- ches Traktandum).
Unterstützung der jüngsten internationalen Initiativen zur Beendigung der Gewalt und der Menschenrechtsverletzun gen in Bosnien-Herzegowina (zusätzliches Traktandum).
Die Schweizer Delegation hat an den verschiedenen Konfe- renzen aktiv mitgewirkt. Frau Simmen arbeitete im Redakti- onsausschuss der Aids-Resolution in Yaoundé mit.
Die Herren Rhinow und Keller Anton wurden für die Mitarbeit im Redaktionsausschuss der Resolution «Uno und Mitwirkung der Parlamente an der Aussenpolitik» bestimmt. Die Delega- tion erstellte ein Memorandum und einen Resolutionsentwurf zu diesem Thema, das auf Initiative der Schweizer Delegation auf die Tagesordnung gesetzt wurde. Wie aus der angenom- menen Resolution hervorgeht, entspricht der neue Arti- kel 47bis a des GVG der internationalen Tendenz, die Parla- mentarier verstärkt an den Zielsetzungen der Aussenpolitik mitarbeiten zu lassen.
Die Delegation gab zu jedem der behandelten Themen ihre Stellungnahmen ab.
Die Delegationsmitglieder nahmen an den Sitzungen der westlichen Arbeitsgruppe der «Zwölf plus», an den Arbeiten der Ausschüsse und den Sitzungen der Parteien teil. Frau Sim- men wohnte der Sitzung der Parlamentarierinnen bei.
Frau Josi Meier, Präsidentin des Ständerates und ehemalige Präsidentin der Delegation, die dem parlamentarischen Men-
schenrechtsausschuss als Ersatzmitglied angehört hatte, wurde zum Vollmitglied dieses Ausschusses ernannt
Die Delegation nutzte die Gelegenheit ihres Aufenthaltes für eine Besichtigung der Projekte im Rahmen der Entwicklungs- zusammenarbeit an der Elfenbeinküste und in Kamerun. Zwei Delegationsmitglieder, Keller Anton und Stucky, trafen sich in Bamenda, Englisch-Kamerun, mit John Fru Ndi, der die Oppo- sition gegen Präsident Biya anführt. Der Oppositionsführer wurde in Bern von zwei Nationalräten empfangen. Am 11. Ok- tober wurde sein Wahlsieg in den Präsidentschaftswahlen durch Wahlbetrug verhindert. Laut offiziellen Ergebnissen be- trug sein Stimmenanteil 35,9 Prozent gegenüber 39,9 Prozent für den abtretenden Präsidenten.
Im September unterhielt sich die Delegation in Stockholm mit Parlamentariern aus den wichtigsten Parteien des schwedi- schen «Riksdag» über Fragen der europäischen Integration. Ein ausführlicher Bericht wurde den Aussenpolitischen Kom- missionen zugestellt
Am 1. Juni empfing die Delegation Sein Winn, den Premiermi- nister der «Nationalen Koalitionsregierung der Birmanischen Union» (Opposition des Militärregimes von Myanmar). Sie in- formierte den Premierminister über die Anstrengungen des parlamentarischen Menschenrechtsausschusses der IPU zu- gunsten von 65 birmanischen Abgeordneten; aus erster Hand wurde die Delegation über die tragische Situation in diesem asiatischen Land in Kenntnis gesetzt.
Verdankungen: Die Delegation möchte den Schweizer Bot- schaften an der Elfenbeinküste, in Kamerun, Schweden und Brasilien für deren effiziente Unterstützung ihren Dank aus- sprechen.
Antrag der Kommission Kenntnisnahme vom Bericht Proposition de la commission Prendre acte du rapport
Schmid Carlo: Im Zusammenhang mit diesem und dem letz- ten Geschäft würde ich gerne einen Wunsch ans Büro rich- ten: Es sind nicht nur die bundesrätlichen Geschäftsberichte, die uns belasten; die Berichte unserer Delegationen bei der IPU, bei der Efta, beim Europarat - kein Mensch liest sie - belasten uns ebensosehr. Wenn man hier einen Vierjahres- turnus einführen könnte, der übrigens vielleicht auch bei der Berichterstattung der Geschäftsprüfungskommission selbst angezeigt wäre, wäre ich Ihnen dafür sehr dankbar. Ich möchte das Büro gerne dazu auffordern, diese Fragen eben- falls zu prüfen.
Jagmetti: Herr Schmid Carlo, ohne das Büro konsultieren zu können, möchte ich doch folgendes bemerken: Wir nehmen Ihre Anregung an sich gerne auf. Auf der anderen Seite möchte ich aber davor warnen, die Kommunikation zwischen unseren Parlamentsdelegationen auf internationaler und na- tionaler Ebene zu vernachlässigen. Es scheint mir, dass diese Kommunikation immer bedeutsamer wird. Und wir haben ja versucht, in diese Delegationen nicht einen kleinen Kreis von Mitgliedern des Ständerates zu entsenden, sondern mög- lichst unterschiedliche Delegationen zu bilden, damit ein grösstmöglicher Teil der Mitglieder des Ständerates Gelegen- heit zu solchen internationalen Kontakten hat.
Ich meine, dass wir nach einem anderen Weg suchen müs- sen, Herr Schmid; aber Sie werden mit mir einverstanden sein, dass die Kommunikation von den internationalen Gremien zu den nationalen gut spielen sollte. Denn was sich jetzt im Euro- päischen Parlament, im Europarat und natürlich auch im EWR-Parlamentsausschuss, wo wir Beobachterstatus haben, und ebenso in der IPU abspielt, ist meines Erachtens von sol- cher Bedeutung, dass die Kommunikation in geeigneter Weise sichergestellt werden sollte. Es mag aber durchaus sein, dass die heutige Berichterstattungsform nicht der geeig- nete Weg ist; wir müssen einen anderen Weg finden, aber nicht mit Orientierungen nur alle vier Jahre, sondern möglichst laufend.
Delegation bei der Interparlamentarischen Union
737
M. Petitpierre: J'ai un petit problème quand j'entends M. Schmid Carlo. S'il veut régler un problème purement admi- nistratif pour gagner du temps, je peux entrer en matière sur sa proposition. Mais, si c'est une façon de dire - ce qui m'inquié- terait beaucoup plus - qu'au fond tout ce qui se passe en de- hors de nos frontières est largement dépourvu d'intérêt et qu'au fond, en dehors d'une négociation avec la Commu- nauté, nous n'avons pas à nous occuper de ce qui se passe au sein du Conseil de l'Europe, etc., ça m'inquiéterait beaucoup. Je comprends que ces rapports l'ennuient, mais je me de- mande s'il ne faudrait pas faire un effort fondamental en inver- sant complètement la perspective et nous obliger à lire ces rapports en nous disant qu'il y a peut-être dedans quelque chose d'intéressant.
J'aimerais en tout cas dire que, dans une période comme celle que nous traversons en Suisse, ne plus parler de ceux qui, pour le Parlement, sont des yeux ouverts sur l'extérieur serait extrêmement triste et inquiétant. Je pense qu'il y a un malen- tendu. Je pense que M. Schmid Carlo songe exclusivement à quelque chose d'administratif, mais ne tuons pas le fond avec la procédure!
Rhinow, Berichterstatter: Ich weiss, dass der Zeitpunkt kurz vor Sitzungsende etwas ungünstig ist, um die Arbeit der IPU hier einlässlich vorzustellen.
Ich möchte nur kurz drei Dinge zur eingeleiteten Diskussion hervorheben:
Diese Berichte sind Berichterstattungen darüber, was diese Delegationen wirklich tun. Ich weiss, dass immer wieder etwa gesagt wird: Die reisen umher und vergnügen sich dabei. Ich darf Ihnen versichern, dass in der IPU-Delegation seriöse Ar- beit geleistet wird. Und ich meine, der Rat habe Anspruch dar- auf zu wissen, worin diese Arbeit besteht und wer sich in wel- cher Hinsicht engagiert hat. Dieses Interesse erlahmt, wenn nur alle vier Jahre einmal pauschal und summarisch über diese Delegationstätigkeiten berichtet wird.
Wir haben heute mehrere Kommissionen und Delegatio- nen. Es geht auch darum, dass mit solchen Berichterstattun- gen Quervergleiche möglich werden. Wir haben auch in die- sem Rat immer wieder festgestellt, dass wir nicht wissen, was die eine Delegation tut und was die andere und mit wem schliesslich eine dritte verkehrt. Ich erinnere Sie daran, dass vor etwa einem oder zwei Jahren gleichzeitig zwei Delegatio- nen in Luxemburg waren und nichts voneinander wussten. Sie mussten von ausländischen Kollegen darauf aufmerksam ge- macht werden, dass die andere Kommission in unmittelbarer Umgebung ebenfalls Beratungen durchführte.
Ich bin gerne bereit, Ueberlegungen mit anzustellen, wie wir die Berichterstattung verbessern könnten. Die Aussenpoliti- schen Kommissionen sind aufgefordert, vermehrt das Ge- spräch mit den Delegationen zu pflegen, damit - wenn immer möglich - eine gewisse Einheitlichkeit im Auftreten nach aus- sen erreicht werden kann.
Die IPU-Delegation, die vor der Session in Australien war, hat sich sehr engagiert für die Entwicklung und Durchsetzung des humanitären Völkerrechts eingesetzt. Sie ist mit ihren Vor- schlägen, die zusammen mit dem IKRK ausgearbeitet worden waren, praktisch vollständig durchgedrungen und hat damit einen vollen Erfolg erzielt. Ich darf Ihnen versichern, dass es für die Schweiz gut war, dass sie auf internationaler Ebene wie- der einmal einen vollen Erfolg erzielt und ein überzeugendes Zeichen der Solidarität abgegeben hat.
Angenommen - Adopté
Schluss der Sitzung um 09.45 Uhr La séance est levée à 09 h 45
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Delegation bei der Interparlamentarischen Union. Bericht Délégation auprès de l'Union interparlementaire. Rapport
In
Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1993
Année
Anno
Band
IV
Volume
Volume
Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Ständerat
Conseil
Conseil des Etats
Consiglio
Consiglio degli Stati
Sitzung
07
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 93.040
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
30.09.1993 - 08:00
Date
Data
Seite
735-737
Page
Pagina
Ref. No
20 023 389
Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.