Landwirtschaftliche Produkte. Motionen
609
93.113 Folgeprogramm nach der Ablehnung des EWR-Abkommens (Swisslex) Arbeitsgesetz. Aenderung Programme consécutif au rejet de l'Accord EEE (Swisslex) Loi sur le travail. Modification
Differenzen - Divergences
Siehe Seite 258 hiervor - Voir page 258 ci-devant Beschluss des Nationalrates vom 17. Juni 1993 Décision du Conseil national du 17 juin 1993
Antrag der Kommission Festhalten Proposition de la commission Maintenir
Gemperli, Berichterstatter: Die vorliegende Revision des Ar- beitsgesetzes ist ebenfalls ein Relikt aus dem Eurolex-Paket, es wurde ins Swisslex-Paket übernommen. Der Ständerat hat die Vorlage bereits beraten und in der Aprilsession dieses Jahres gutgeheissen. Der Nationalrat hat aber mit 49 zu 29 Stimmen Nichteintreten auf diese Vorlage beschlossen. Für den Ständerat stellt sich daher die Frage, ob er an seinem ursprünglichen Beschluss festhalten will. Vorweg sei festge- halten, dass das Ganze kaum eine weltbewegende Sache ist. Vor allem besteht kein Grund, über eine negative Uebung an diesem Gesetz ein Exempel statuieren zu wollen und die Grundsatzfrage nach Sinn und Zweck von Swisslex an diesem Gesetz durchzuspielen.
Diese Vorlage beinhaltet, wenn man sie auf ihren materiellen Gehalt hin prüft, lediglich eine Ausweitung des Anwendungs- bereichs. Einerseits werden die Vorschriften über die Gesund- heitsvorsorge auf die Verwaltung des Bundes anwendbar er- klärt, und andererseits sollen bestimmte Arbeitnehmerkatego- rien, Kader und Assistenten beispielsweise, die bisher nicht eingeschlossen waren, neu den Schutzvorschriften des Ge- setzes unterstellt werden. Ich glaube, das Ganze ist sehr un- problematisch. Das wurde auch anlässlich des Hearings vom 1. April 1993 mit Vertretern der Arbeitgeber und der Arbeitneh- mer festgestellt.
Geltend gemacht wurde im Nationalrat beim Nichteintretens- antrag vor allem, dass das Arbeitsgesetz ohnehin revidiert werde. Es läuft zurzeit tatsächlich eine entsprechende Ver- nehmlassung. Wichtigste Punkte der Revision sind die Gleich- stellung von Mann und Frau in den Bereichen Ruhezeit und Arbeitszeit, die Verbesserung des Schutzes der in der Nacht beschäftigten Arbeitnehmer und die Flexibilisierung der Ar- beitszeitvorschrift. Die Vernehmlassungsfrist sollte am 24. September 1993 abgelaufen sein. Es wurde aber noch eine Verlängerung beantragt. Das Departement hofft, bis Ende Jahr den Gesetzentwurf ausgearbeitet zu haben.
Wir müssen aber bedenken, dass hier wesentliche Probleme vorhanden sind, deren Beratung Zeit beansprucht. Die Revi- sion des Arbeitsgesetzes kann angesichts der schwierigen Fragen, die diskutiert werden müssen, somit nicht in kürzester Zeit bewerkstelligt werden.
In Nachachtung des Grundsatzes «Verschiebe nicht auf mor- gen, was du heute kannst besorgen> beantragt Ihnen daher die Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK) mit 9 zu 2 Stimmen Festhalten am Beschluss des Ständerates.
Angenommen - Adopté
An den Nationalrat - Au Conseil national
93.3153
Motion Beerli Schutz einheimischer Qualitätsprodukte Protection des labels de qualité
Wortlaut der Motion vom 18. März 1993
Die Wettbewerbsfähigkeit der schweizerischen landwirtschaft- lichen Produktion muss verbessert werden, indem die Land- wirtschaftsprodukte und Nahrungsmittel auf dem Markt opti- mal positioniert werden. Das Ziel ist, den Marktanteil der ein- heimischen Nahrungsmittel zu halten und zu steigern, um das landwirtschaftliche Einkommen zu sichern; um dies zu errei- chen, soll der Verkauf von Produkten, die im Vergleich mit Vor- teilen aufwarten können, gefördert und die qualitative Unter- scheidung gegenüber Konkurrenzprodukten herausgearbei- tet werden.
Wir ersuchen den Bundesrat, eine Ergänzung zum Artikel 18 des Landwirtschaftsgesetzes auszuarbeiten, die den Schutz der Qualitätsprodukte gewährleisten soll.
Texte de la motion du 18 mars 1993
Il faut améliorer la compétitivité de la production agricole suisse par le positionnement optimal des produits agricoles et alimentaires. L'objectif est de maintenir et améliorer la part du marché pour les produits alimentaires d'origine indigène par la promotion de produits avec un avantage comparatif et en re- cherchant la distinction qualitative par rapport aux produits concurrents, dans le but de maintenir le revenu agricole. Le Conseil fédéral est invité à élaborer un manuel à l'article 18 de la loi sur l'agriculture, visant à garantir une protection des labels de qualité.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bisig, Bühler Robert, Bütti- ker, Flückiger, Loretan, Martin Jacques, Petitpierre, Rhinow, Rhyner, Salvioni, Schiesser, Schoch (12)
93.3154
Motion Beerli Abbau von Vorschriften in vorgelagerten Bereichen der landwirtschaftlichen Produktion Production agricole. Abrogation des dispositions portant sur les secteurs situés en amont
Wortlaut der Motion vom 18. März 1993 Unsere Landwirtschaft weist gegenüber ihrer ausländischen Konkurrenz erhebliche Wettbewerbsnachteile auf. Im Lichte der heutigen und kommenden Entwicklungen ist alles daran- zusetzen, um die Produktionskosten zu senken. Wir fordern deshalb den Bundesrat auf, in folgendem Bereich Massnah- men einzuleiten:
Abbau von Vorschriften im Bereich landwirtschaftlicher Hilfs- stoffe, soweit diese eine kostensteigernde Wirkung haben; - Ueberprüfen der Zulassungsvorschriften für landwirtschaftli- che Maschinen und Traktoren im Sinne eines Verzichtes auf Vorschriften, die ausschliesslich für unser Land gültig sind;
Revision des Milchwirtschaftsbeschlusses im Sinne ver- mehrten Spielraumes für die Produzenten, soweit dies nicht bereits eingeleitet ist;
Beseitigung kartellähnlicher Voraussetzungen im Bereich landwirtschaftlicher Produktionsmittel.
Produits agricoles. Motions
610
E
21 septembre 1993
Texte de la motion du 18 mars 1993
Notre agriculture subit des inconvénients majeurs sur le plan de la concurrence par rapport aux agricultures étrangères. Étant donné ce qui se passe aujourd'hui et ce qui va se passer demain, il faut tout faire pour abaisser les coûts de production. Nous demandons donc au Conseil fédéral:
d'abroger les prescriptions qui régissent le secteur des ma- tières auxiliaires de l'agriculture qui font monter les prix;
de réexaminer les prescriptions qui régissent l'homologa- tion des tracteurs et des machines agricoles en abrogeant celles qui ne sont valables que pour notre pays;
de réviser l'arrêté sur l'économie laitière en donnant une plus grande marge de manoeuvre aux producteurs, si cela n'est déjà fait;
d'éliminer les conditions qui ouvrent la porte aux ententes de type cartellaire dans le secteur des moyens de production agricoles.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bisig, Bühler Robert, Bütti- ker, Flückiger, Loretan, Martin Jacques, Petitpierre, Rhinow, Rhyner, Salvioni, Schiesser, Schoch (12)
93.3155
Motion Beerli Abbau von Vorschriften in nachgelagerten Bereichen der landwirtschaftlichen Produktion Production agricole. Abrogation des dispositions portant sur les secteurs situés en aval
Wortlaut der Motion vom 18. März 1993
Mit den Bundesausgaben für die schweizerische Landwirt- schaft soll primär eine leistungsfähige und nachhaltige Land- wirtschaft gefördert werden. Die der landwirtschaftlichen Pro- duktion vor- und nachgelagerten Bereiche gilt es möglichst marktnah zu gestalten und von Regulierungen und Subventio- nen auszunehmen.
Der Bundesrat wird deshalb aufgefordert:
Massnahmen zu ergreifen, welche ein marktgerechtes Ver- halten der Landwirte ermöglichen und fordern.
Dazu sind die auf den Verwertungsbereich bezogenen Re- gulierungen und Subventionen systematisch und nach vorzu- gebendem Zeitplan abzubauen.
Da die landwirtschaftliche Wertschöpfung schwergewichtig im Milchbereich erfolgt, ist die bestehende Käsemarktord- nung nach folgenden Kriterien neu zu gestalten:
a. Beschränkung der Bundesaufgaben auf die Ordnungs- und Aufsichtsfunktion;
b. Wiederherstellung der vollen Verantwortlichkeit und Kom- petenz der Milchverwertungsunternehmen, marktgerechte Produkte zu erstellen;
c. Wiederherstellung der marktwirtschaftlichen Eigenständig- keit von Käseherstellung und -vermarktung durch schrittwei- sen Abbau von Regulierungen und Subventionen gemäss ei- nem zu erstellenden Terminplan bis 1998.
Texte de la motion du 18 mars 1993
Les dépenses auxquelles la Confédération consent en faveur de l'agriculture doivent servir au premier chef à
promouvoir cette dernière afin qu'elle devienne durablement performante. Il faut, pour qu'il en soit ainsi, que les secteurs si- tués en amont et en aval de la production agricole soient plus proches des conditions du marché et qu'ils ne soient plus ni réglementés ni subventionnés.
Nous demandons donc au Conseil fédéral:
de prendre les mesures nécessaires pour que les agri- culteurs puissent se conformer aux lois du marché et mainte- nir ce cap;
dans ce but, de démanteler systématiquement, selon un ca- lendrier qui sera annoncé à l'avance, les réglementations et les subventions qui touchent le secteur de la transformation et de l'utilisation des produits agricoles;
sachant que le secteur laitier est celui qui crée le plus de va- leur ajoutée, de revoir la réglementation du marché du fro- mage en:
a. limitant les tâches de la Confédération à la réglementation et à la surveillance;
b. redonnant aux entreprises de transformation du lait la totale compétence et l'entière responsabilité de produire aux condi- tions du marché;
c. redonnant aux fabricants et aux vendeurs de fromage leur indépendance par rapport au marché, et ce, en supprimant progressivement les réglementations et les subventions, se- lon un échéancier qui sera fixé jusqu'en 1998.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bisig, Bühler Robert, Bütti- ker, Flückiger, Iten Andreas, Loretan, Martin Jacques, Petit- pierre, Rhinow, Rhyner, Salvioni, Schiesser, Schoch (13)
Frau Beerli: Ich erlaube mir, zu den drei Motionen gemeinsam Stellung zu beziehen, da sie einen sehr starken inneren Zu- sammenhang aufweisen. Wurden in der vorindustriellen Land- wirtschaft beinahe alle Produktionsmittel, wie Saatgut, Futter- mittel oder Arbeitsgeräte, im Agrarsektor respektive in den Be- trieben selbst hergestellt, so haben die Spezialisierung und die Arbeitsteilung der modernen Wirtschaft dazu geführt, dass die meisten Produktionsmittel der Landwirtschaftsbetriebe heute von ausserlandwirtschaftlichen Lieferanten, von soge- nannten vorgelagerten Bereichen, bezogen werden. Trafen sich in der vorindustriellen Landwirtschaft Endverbraucher und Produzenten häufig direkt am Markt, so stehen heute zwi- schen den Produzenten auf dem Bauernhof und dem Konsu- menten mehrere Verarbeitungs-, Vertriebs- und Dienstlei- stungsstufen, eben die nachgelagerten Bereiche. Der Land- wirtschaftssektor im weiteren Sinne ist damit in eine umfas- sende Kette vertikaler Aktivitäten vor- und nachgelagerter Wirt- schaftszweige integriert.
Die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der schweizerischen Agrarprodukte wird zu einem erheblichen Teil durch diese ver- tikale Einbettung der Landwirtschaft in vor- und nachgelagerte Bereiche mitbestimmt. Die Markt- und Wettbewerbsbedingun- gen vorgelagerter Bereiche bestimmen Niveau und Entwick- lung der Produktions- und Beschaffungskosten der landwirt- schaftlichen Herstellung pflanzlicher und tierischer Pro- duktion. Die Wettbewerbsverhältnisse auf nachgelagerter Ebene - im Verwertungsbereich - beeinflussen zu einem ebenso erheblichen Teil Niveau und Entwicklung der End- preise der Agrarprodukte oder der verarbeiteten Agrargüter. Produzentenpreise und Endpreise der Agrargüter können deshalb nicht gleichgesetzt werden. Der Preis pro Liter Milch, den beispielsweise ein Milchbauer erzielt, entspricht nicht dem Verkaufspreis, den der Konsument im Milchladen be- zahlt. Zwischen den Produzenten pflanzlicher oder tierischer Produkte und dem Detailhandel sind je nach Agrargütern ver- schiedene Vertriebsstufen eingeschaltet, welche zum Teil für die hohen Schweizer Agrarpreise mitverantwortlich sind.
Die Bundesausgaben für Landwirtschaft und Ernährung belie- fen sich im Jahre 1990 auf 2,675 Milliarden Franken. 1,2 Milliar- den Franken werden allein für die Verwertung landwirtschaftli- cher Produkte - vorwiegend für die Verwertung von Milch und Milchprodukten - eingesetzt. Der hohe Anteil für Verwertungs- massnahmen widerspiegelt die hohe Dichte staatlicher Rege- lung bei der Verwertung landwirtschaftlicher Produkte. Diese Bundesgelder sollten statt für eine Finanzierung der staatlichen Marktsteuerung nachgelagerter Bereiche zur Förderung einer leistungsfähigen und nachhaltigen Landwirtschaft eingesetzt werden. Damit die Landwirte als Produzenten landwirtschaftli- cher Produkte marktgerecht produzieren können, müssen im wesentlichen folgende drei Bedingungen erfüllt sein:
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion Beerli Abbau von Vorschriften in vorgelagerten Bereichen der landwirtschaftlichen Produktion
Motion Beerli Production agricole. Abrogation des dispositions portant sur les secteurs situés en amont
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1993
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IV
Volume
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Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Ständerat
Conseil
Conseil des Etats
Consiglio
Consiglio degli Stati
Sitzung
02
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 93.3154
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
21.09.1993 - 08:00
Date
Data
Seite
609-610
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Pagina
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