Interpellation Aubry
2002
N
8 octobre 1993
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
vom 1. September 1993 Rapport écrit du Conseil fédéral
du 1er septembre 1993
1.1 Technische Aspekte
Die abgebrannten Brennelemente enthalten bei ihrer Ent- nahme aus dem Reaktor eine grosse Menge an unverbrauch- tem Brennstoff. Es handelt sich um ungefähr 95 Prozent des anfänglich vorhandenen Urans und eine gewisse Menge Plu- tonium, welche während des Reaktorbetriebs aus einem Teil des Urans gebildet wurde. Bei der Wiederaufarbeitung trennt man das noch verwendbare Uran und das Plutonium von den radioaktiven Abfällen. Dieser abgetrennte Brennstoff kann für die Herstellung neuer Brennelemente direkt wiederverwendet werden. Das gewonnene Uran kann aber auch wieder ange- reichert und in dieser Form weiterverwendet werden. Die Wie- deraufarbeitung ermöglicht somit eine beträchtliche Brenn- stoffeinsparung, was gleichbedeutend ist mit der haushälteri- schen Nutzung einer nichterneuerbaren Energiequelle und damit auch der Reduktion des Rohstoffabbaus in Uranminen. Betrachtet man ferner den ganzen Brennstoffkreislauf vom Ab- bau in der Uranmine bis zum Endlager, so ist das gesamte Vo- lumen radioaktiver Abfälle bei der Wiederaufarbeitung gerin- ger oder höchstens etwa gleich gross wie bei der direkten Endlagerung der abgebrannten Brennelemente.
In Leichtwasserreaktoren wird ein Teil des in den Brenn- elementen enthaltenen Urans durch Kernspaltungsprozesse verbraucht. Gleichzeitig entsteht aus einem anderen Teil des Urans Plutonium, dessen Isotope 239 und 241 ebenfalls spalt- bar sind. Diese beiden Isotope werden ihrerseits teilweise di- rekt wieder im Reaktor verbraucht. Ihr Beitrag zur thermischen Energieproduktion des Kernkraftwerks beträgt etwa einen Drittel. Die Verbrennung von Plutonium ist also in Leichtwas- serreaktoren ein inhärenter Prozess und ist nicht zwingend von der Verwendung neuer, plutoniumhaltiger Brennelemente abhängig.
Das aus der Wiederaufarbeitung stammende Plutonium kann, wie erwähnt, in frische Brennelemente eingefügt werden als Ersatz von angereichertem Uran. Der Rest des Brennstoffs be- steht dann aus abgereichertem Uran oder aus Uran von der Wiederaufarbeitung. Eine solche Mischung von Uran- und Plu- toniumoxid wird MOX (Mischoxid) genannt. Die Wiederaufar- beitung von vier bis sechs gebrauchten Brennelementen er- möglicht die Herstellung von einem MOX-Brennelement und einem Uran-Brennelement. Der Einsatz von MOX-Brennele- menten in Leichtwasserreaktoren ermöglicht somit die Elimi- nierung von Plutonium.
Das in einem MOX-Brennelement enthaltene Plutonium be- steht nicht ausschliesslich aus Plutonium 239, sondern ent- hält auch andere Isotope. Dieses Isotopengemisch ist nicht geeignet zur Herstellung von nuklearem Sprengstoff.
1.2 Politische und völkerrechtliche Aspekte
In Westeuropa stehen zwei Wiederaufarbeitungsanlagen in Betrieb, die eine in La Hague (F) und die andere in Sellafield (GB), wo sich auch Thorp befindet. Verantwortlich für deren Si- cherheit und für die Anwendung der verschiedenen internatio- nal akzeptierten Normen, insbesondere jene des Strahlen- schutzes, sind die Behörden der betreffenden Länder. Frank- reich und Grossbritannien - wie übrigens auch die Schweiz - sind Mitglieder der NEA (Kernenergieagentur der OECD) und der IAEO (Internationale Atomenergie-Organisation), wo sol- che Normen erarbeitet werden. Zudem haben diese Länder den Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen (Atom- sperrvertrag) unterzeichnet.
Es gibt keine völkerrechtliche Grundlage für eine allfällige In- tervention der Schweiz bei den Regierungen der beiden Län- der, sind doch Bau und Betrieb einer Wiederaufarbeitungsan- lage von keinem internationalen Abkommen verboten.
1.3 Wirtschaftliche Aspekte
Die Verträge für die Wiederaufarbeitung sind langfristiger und privatrechtlicher Natur. Sie werden zwischen den Kernkraft- werkbetreibern und den Wiederaufarbeitungsunternehmen abgeschlossen. Die Kosten der Wiederaufarbeitung verän- dern sich im Laufe der Zeit relativ wenig, während der Uran-
preis nicht nur zeitlich, sondern auch je nach Ursprungsgebiet stärkeren Schwankungen ausgesetzt ist. Das Ausmass dieser Schwankungen kann im Zeitpunkt der Unterzeichnung der Verträge nicht vorausgesehen werden. Als die schweizeri- schen Kernkraftwerkbetreiber ihre ersten Verträge abschlos- sen, stand die Wirtschaftlichkeit der Wiederaufarbeitung aus- ser Zweifel. Es ist fraglich, ob unter den gegenwärtigen Ver- hältnissen solche Verträge abgeschlossen würden.
Der Einsatz von MOX-Elementen aus Uran und Plutonium ist gegenwärtig bis zu 30 Prozent teurer als die Verwendung von reinen Uranelementen. Dieser finanzielle Nachteil könnte sich aber innerhalb weniger Jahre verringern oder sogar ins Ge- genteil umschlagen.
Von ihrer Unterzeichnung an waren die laufenden Wiederauf- arbeitungsverträge mit Klauseln zur Rücknahme der Abfälle vorgesehen. Die Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernan- lagen des Eidgenössischen Verkehrs- und Energiewirtschafts- departementes hat Normen und Regeln, mit Einschluss eines Systems zur Qualitätskontrolle, aufgestellt, welche für die Rückführung der Abfälle in die Schweiz und insbesondere für deren Konditionierung verbindlich sind.
2.1 Mit der Rezyklierung von Material aus der Wiederaufarbei- tung werden die Grundsätze der Strahlenschutzgesetzge- bung eingehalten.
2.2 Die Studie der Eurodif ist nicht bekannt. Der Abreiche- rungsgrad und die Ausbeutung von Uranquellen werden in- dessen von technischen Entwicklungen und wirtschaftlichen Gegebenheiten bestimmt. Es ist nicht Sache des Bundesra- tes, Kostenvergleiche anzustellen.
2.3 Die im Zusammenhang mit der Wiederaufarbeitung nöti- gen Ein- und Ausfuhrbewilligungen erteilt das Bundesamt für Energiewirtschaft (BEW). Dabei werden alle Voraussetzungen zur Erteilung der Bewilligung geprüft.
2.4 Für eine Rücklieferung der Wiederaufarbeitungsabfälle müssen alle von der Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen (HSK) des BEW auferlegten Bedingungen erfüllt sein.
2.5/2.6 Die Schweiz hat aus völkerrechtlichen Gründen keine Möglichkeit dazu.
2.7 Nein, es besteht keine rechtliche Grundlage dazu.
2.8 Dem Bundesrat liegen keine solchen Berechnungen vor. 2.9 Die Wiederaufarbeitungsverträge sind privatrechtlicher Art und die darin festgehaltenen Kosten vertraulich. Eine Aussage darüber ist deshalb nicht möglich. Eine Umkonditionierung ist nicht vorgesehen.
2.10 Die Kernkraftwerkbetreiber haften nicht für Unfälle in aus- ländischen Kernanlagen.
Erklärung der Interpellantin: teilweise befriedigt Déclaration de l'interpellatrice: partiellement satisfaite
93.3117
Interpellation Aubry N 16 und Benzinzollerhöhung N 16 et surtaxe sur les carburants
Wortlaut der Interpellation vom 17. März 1993 Kann der Bundesrat nach der Annahme der Benzinzollerhö- hung am 7. März 1993 die Fertigstellung von Strassenab- schnitten beschleunigen, für die, wie für die N 16, zuwenig Geld zur Verfügung steht?
Texte de l'interpellation du 17 mars 1993
Le Conseil fédéral, à la suite du vote du 7 mars 1993 sur la taxe sur les carburants, peut-il accélérer l'achèvement de certains tronçons routiers en panne d'argent, à l'image de la N 16?
Interpellation Seiler Hanspeter
2003
Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Lors de la discussion du budget 1992, les Chambres ont voté un montant de 1,279 milliard de francs au poste de la cons- truction des routes nationales.
Le 4 septembre 1990, le Conseil des Etats acceptait la motion Cavadini Jean concernant l'achèvement du réseau des routes nationales en l'an 2000. Le 3 décembre 1990, le Conseil natio- nal en faisait de même avec la motion jumelle Kohler. Une mo- tion du groupe libéral allant dans le même sens a été déposée le 31 janvier 1992 et, aujourd'hui, nous disposons de la taxe de 20 centimes sur l'essence.
Or, sur le tronçon de la N 16 de Sonceboz à Tavannes, on ne dispose en 1993 que de 40 millions de francs pour continuer les travaux. C'est trop peu pour achever ces travaux dans un délai raisonnable et la direction cantonale des travaux publics aimerait pouvoir avancer plus rapidement si le Conseil fédéral lui mettait encore quelques dizaines de millions à disposition. L'état du compte routier le permettrait aisément et l'on se de- mande le pourquoi d'un tel frein. Depuis le 7 mars 1993, la si- tuation a changé et il n'y a plus l'excuse du manque d'argent. Je prie donc le Conseil fédéral de revoir les subventions accor- dées à ce tronçon afin de continuer les travaux dans une pé- riode aussi favorable au point de vue de la conjoncture. En ef- fet, c'est permettre au secteur de la construction de se mainte- nir ou de participer à des mesures de relance, bien nécessai- res dans une région où le chômage dépasse les 5 pour cent.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
vom 1. Juni 1993 Rapport écrit du Conseil fédéral
du 1er juin 1993
Le 1er avril 1992, le Conseil fédéral a adopté le quatrième pro- gramme à long terme de construction des routes nationales, après avoir consulté les cantons. Dans sa réponse, le canton de Berne avait demandé que les tronçons qu'il devait encore construire fussent planifiés par étapes successives, cela pour des raisons financières. Le programme a donc fixé le calen- drier des travaux en précisant les montants disponibles cha- que année pour les tronçons prévus.
Après le résultat positif du scrutin du 7 mars 1993 sur l'aug- mentation de la taxe sur les carburants, un montant supplé- mentaire de 100 millions de francs est disponible pour la cons- truction des routes nationales. Cette somme profitera en parti- culier au tronçon Sonceboz-Tavannes de la N 16, mentionné dans l'interpellation. Elle devra cependant être répartie, car le réseau des routes nationales comporte plusieurs chantiers im- portants. C'est la raison pour laquelle le tronçon en question ne bénéficiera pas de «quelques dizaines de millions», comme le propose l'auteur de l'interpellation, mais de 10 millions de francs, tout au plus.
Erklärung der Interpellantin: teilweise befriedigt Déclaration de l'interpellatrice: partiellement satisfaite
93.3185
Interpellation Seiler Hanspeter Abbau Regionalverkehr Démantèlement du trafic régional
Wortlaut der Interpellation vom 19. März 1993
Der Zwischenbericht der Groupe de réflexion, in welchem als Massnahme zur Gesundung der SBB u. a. auch gravierende Einschränkungen im Regionalverkehr vorgeschlagen wer- den, hat im ländlichen Raum neben Verständnis auch Verunsi- cherung und eine gewisse Enttäuschung ausgelöst. Die Ten-
denz, Investitionen zur Förderung des öffentlichen Verkehrs vorwiegend in den dichtbesiedelten Gebieten und auf be- triebswirtschaftlich interessanten Strecken einzusetzen, wird damit klar verstärkt, während die Gefahr wächst, dass der- selbe förderungswürdige Verkehr im ländlichen, dünnbesie- delten Raum in volkswirtschaftlich nicht sinnvoller Weise stän- dig abgebaut werden muss.
Der Bundesrat wird deshalb um Stellungnahme zu folgenden Problembereichen gebeten:
In Beantwortung einer entsprechenden Einfachen Anfrage des Interpellanten hat der Bundesrat mögliche Mehrfachnut- zungen von Stationsinfrastrukturen begrüsst. Die Realisierung solcher Nutzungen durch Dritte benötigt aber begreiflicher- weise sehr viel Zeit. Dies setzt eine frühzeitige Information der betroffenen Gemeinde oder/und Region voraus. Werden den erwähnten Betroffenen die geplanten Veränderungen (zum Beispiel Umwandlungen in eine unbediente Station) direkt und mindestens zwei Jahre vor der Realisierung der beschlos- senen Massnahme mitgeteilt?
Mögliche Mehrfachnutzungen scheitern auch an der Höhe des Miet- oder Pachtzinses. Richten sich diese Preise bzw. Zinse nach dem Grundsatz der Ortsüblichkeit und nach dem Angebots- und Nachfrageprinzip? Ist der Bundesrat bereit, dahin zu wirken, dass kostengünstige Lösungen getroffen werden?
Ein Abtreten von Anlagen und Infrastrukturen an Dritte muss im Interesse der Aufrechterhaltung der Dienstleistung im Sinne von Präsenz in der Fläche unter günstigen Rahmenbe- dingungen erfolgen können. Ist der Bundesrat bereit, Bestre- bungen dieser Art zu unterstützen?
Als mögliche Mitbenutzer können auch die PTT in Frage kommen. Ist der Bundesrat bereit, dahin zu wirken, dass die teilweise mangelhafte Koordination zwischen PTT, SBB und gegebenenfalls anderen Betrieben des Bundes verbessert wird?
Texte de l'interpellation du 19 mars 1993
Le rapport intermédiaire du Groupe de réflexion, qui propose notamment de réduire fortement le trafic régional pour assainir les CFF, s'il a été compris, a néanmoins provoqué dans les campagnes des réactions d'inquiétude et une certaine décep- tion. Ainsi se manifeste clairement la tendance qu'ont les CFF à investir pour promouvoir le trafic surtout dans les régions très peuplées et sur les tronçons les plus rentables pour l'entre- prise, alors que le danger augmente de voir diminuer progres- sivement dans les campagnes, moins peuplées, ce même tra- fic, tout aussi digne d'être promu, ce qui n'est guère sensé pour l'économie du pays.
Je prie donc le Conseil fédéral de répondre aux questions sui- vantes:
Dans sa réponse à une question ordinaire que j'avais po- sée, le Conseil fédéral avait bien accueilli l'idée d'une utilisa- tion multiple des infrastructures de certaines petites gares. La mise en place d'un tel système, ouvert à des tiers, nécessite cependant beaucoup de temps, comme on peut le compren- dre. Cela suppose que l'on informe à temps la commune ou la région concernées. Communique-t-on directement aux inté- ressés précités les modifications qui sont prévues (par exem- ple la suppression du service à la clientèle)? Le fait-on au moins deux ans avant la mise en oeuvre de la décision qui a été prise?
L'utilisation multiple des infrastructures se solde souvent par un échec, notamment en raison du montant du bail à loyer ou du bail à ferme. Ces prix sont-ils fixés en fonction des usa- ges locaux et du principe de l'offre et de la demande? Le Conseil fédéral est-il disposé à agir pour offrir des prix avanta- geux?
La cession d'installations et d'infrastructures à des tiers doit garantir, dans des conditions avantageuses, le maintien des prestations (présence assurée). Le Conseil fédéral est-il dis- posé à soutenir des efforts de ce type?
Les PTT sont aussi des co-utilisateurs potentiels. Le Conseil fédéral est-il disposé à faire en sorte que soit améliorée la coor- dination - en partie défaillante - entre les PTT, les CFF et, éven- tuellement, d'autres entreprises de la Confédération?
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Interpellation Aubry N 16 und Benzinzollerhöhung Interpellation Aubry N 16 et surtaxe sur les carburants
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Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
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Séance
Seduta
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Datum 08.10.1993 - 08:00
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