8 octobre 1993
N
1964
Motion Comby
bundenen Gefahr der Ausnutzung von rentablen Teilmärkten («Rosinenpicken») soll mit einer angemessenen Gebühr als Deckungsbeitrag für die interne Subventionierung von Benut- zergruppen, die von den PTT-Betrieben mit hohen Kosten be- dient werden müssen, wie beispielsweise die Berggebiete, entgegengewirkt werden.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 25. August 1993 Rapport écrit du Conseil fédéral du 25 août 1993
Das neue Fernmeldegesetz (FMG) trat am 1. Mai 1992 in Kraft. Es brachte eine weitgehende Liberalisierung, mit Ausnahme des Netz- und Telefoniemonopols der PTT-Betriebe. Sie üben das Netzmonopol allein oder in Zusammenarbeit mit Dritten aus. Es kann durch Konzessionen oder Bewilligungen an Dritte übertragen werden. Dabei legt der Bundesrat die Grund- sätze der Zusammenarbeit mit Dritten und der Konzessionser- teilung an Dritte fest (Art. 19 FMG). Das FMG ermöglicht somit ein Zusammenspannen der PTT mit Dritten, ohne aber die PTT dazu zu verpflichten. In der Praxis hat sich eine konsequente Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Netzbetrei- bern erst ansatzweise durchgesetzt Ein konkretes Beispiel sind die aktuellen Diskussionen um den Aufbau eines landes- weiten Netzes für die allgemeine Bundesverwaltung (KOMBV 3) mit einer Mitbenutzung der SBB-Netze durch die PTT. Offene Fragen bestehen hierbei insbesondere bei der ge- genseitigen Leistungsgestaltung und -verrechnung. Gestützt auf diese Gespräche wird zu prüfen sein, ob auf Verordnungs- stufe eine Regelung der Zusammenarbeit sinnvoll ist.
Anzustreben ist auch bei den Fernmeldenetzen ein möglichst effizienter Einsatz der Infrastruktur für volkswirtschaftlich sinn- volle Lösungen. Dazu braucht es grundsätzlich eine optimale Aufgabenteilung und ein landesweites Zusammenspiel zwi- schen allen Netzbetreibern, also zwischen PTT, SBB, Elektrizi- tätswerken, Kabelnetzbetreibern und Privaten.
Weil sich seit der Erarbeitung des FMG die wirtschaftlichen und technologischen Voraussetzungen im Fernmeldebereich erneut mit hoher Dynamik verändert haben, ist der Bundesrat bereit zu prüfen, wie unsere Fernmeldeordnung mit der not- wendigen Flexibilität für ein dynamisches Umfeld ausgestaltet werden muss (Motionen der freisinnig-demokratischen Frak- tion und von Herrn Ständerat Rhinow, beide vom 18.3.1993 und vom Bundesrat als Postulate am 7.6.1993 entgegenge- nommen). Eine überlegte, schrittweise und mit dem Ausland abgestimmte Entflechtung und Oeffnung unseres Fernmelde- marktes wird nötig sein, um die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Schweiz zu erhalten bzw. zu stärken. Gleichzeitig sind aber eine flächendeckende, zuverlässige und preiswerte Grundversorgung sowie die Leistungsfähig- keit der PTT-Betriebe zu sichern. Eine volkswirtschaftlich sinn- volle Aufgabenteilung ist bereits im Rahmen der heutigen Re- gelung voranzutreiben.
Abklärungen sind in Angriff genommen worden. Neben Fra- gen im Zusammenhang mit dem Netzmonopol sollen die Grundversorgung mit Telekommunikationsdienstleistungen, die Liberalisierung des Sprach-Telefondienstes, die Stellung der PTT-Betriebe sowie die Wettbewerbs- und Tarifregulierung bearbeitet werden.
Eine vollständige Liberalisierung der Fernmeldenetze stösst nicht nur in der Schweiz an Grenzen, wie die Diskussion auf in- ternationaler Ebene zeigt So hat beispielsweise der Minister- rat der Europäischen Gemeinschaften in seiner Resolution vom 16. Juni 1993, die eine Liberalisierung des Telefondien- stes bis 1998 verlangt, keine Entscheidung bezüglich der Netze gefällt.
Das Bundesamt für Kommunikation und die PTT-Betriebe ver- folgen die internationalen Liberalisierungs- und Privatisie- rungsschritte und werten die Erfahrungen aus, um den Hand- lungsbedarf für die weitere Entwicklung der schweizerischen Fernmeldeordnung zuhanden des Bundesrates und des Par- lamentes termingerecht vorzubereiten.
Der Bundesrat ist demnach der Meinung, dass das Anliegen des Motionärs, soweit nicht durch das geltende Recht schon abgedeckt, im Rahmen der umfassenden Ueberprüfung des
FMG aufzuwerfen ist, wozu die nötigen Schritte eingeleitet worden sind. Bei einer allfälligen Neuregelung des Netzmono- pols müssen die verschiedenen Optionen geprüft und muss eine Lösung für regionale Kostenunterdeckungen, insbeson- dere in Berggebieten, im Gesamtzusammenhang gesucht werden.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral
Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln.
Präsident: Der Vorstoss wird von Herrn Eggenberger auch als Postulat bekämpft. Die Diskussion wird verschoben.
Verschoben - Renvoyé
93.3212
Motion Comby Revision der Lex Friedrich. Förderung des Mehrfacheigentums an Zweitwohnungen Révision de la lex Friedrich. Encouragement à la multipropriété de logements de vacances
Wortlaut der Motion vom 28. April 1993
Wir beantragen dem Bundesrat, unverzüglich eine grundle- gende Revision der Lex Friedrich in die Wege zu leiten. Dabei sollen insbesondere die drei folgenden Punkte berücksichtigt werden:
Förderung des Mehrfacheigentums, indem beispielsweise der Grundbucheintrag eines Kaufvertrags für eine möblierte Wohnung mit kompletter Küchenausstattung, der zu einer jährlichen Nutzung von weniger als 16 aufeinanderfolgenden oder nicht aufeinanderfolgenden Wochen berechtigt, nicht der Lex Friedrich unterstellt wird;
Totalüberarbeitung des Systems der Kontingentierung im Sinne einer Flexibilisierung;
Ueberprüfung, ob eine mittelfristige Aufhebung der Lex Friedrich zweckmässig ist, um unsere Gesetzgebung auf Bundes- wie auch auf Kantonsebene europakompatibel zu machen.
Texte de la motion du 28 avril 1993
Nous proposons au Conseil fédéral d'entreprendre immédia- tement une révision fondamentale de la lex Friedrich, en rete- nant en particulier les trois points suivants:
encourager la multipropriété, en prévoyant, par exemple, que l'inscription au Registre foncier d'un acte de vente d'un lo- gement meublé et entièrement équipé, donnant droit à une jouissance annuelle inférieure à 16 semaines consécutives ou non, n'est pas soumise à la lex Friedrich;
effectuer une refonte complète du système du contingente- ment dans le sens d'un assouplissement;
analyser l'opportunité à moyen terme d'une abrogation de la lex Friedrich afin de rendre notre législation fédérale et can- tonale eurocompatible.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aregger, Berger, Campo- novo, Cavadini Adriano, Chevallaz, Ducret, Eggly, Epiney, Eti- que, Fischer-Seengen, Frey Claude, Fritschi Oscar, Gros Jean-Michel, Gysin, Mamie, Narbel, Perey, Philipona, Poncet, Rohrbasser, Savary, Scheurer Rémy, Stamm Luzi, Tschopp
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Motion Urek-NR
1965
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
La multipropriété ou «time-sharing» connaît un développe- ment réjouissant dans le monde entier. En France, par exem- ple, le «time-sharing» se distingue des autres produits immobi- liers, qui sont en chute libre, avec un taux de croissance an- nuel d'environ 25 pour cent. Le succès réside dans le fait que, dans la majorité des cas, le client achète une ou plusieurs se- maines de jouissance d'un appartement, et qu'ensuite, par le biais d'une bourse d'échange de séjours (plus de 2400 lieux possibles dans le monde), il peut troquer ses semaines contre des séjours dans d'autres destinations de vacances et aux da- tes qui lui conviennent.
Sur le plan économique, cette formule présente des avanta- ges indéniables. Elle permet, en effet, une meilleure utilisation des équipements et des infrastructures grâce à une occupa- tion quasi optimale des logements de vacances (35 à 45 se- maines en moyenne par année au lieu de 3 à 4 semaines pour un appartement acheté en pleine propriété). Elle favorise ainsi la création d'emplois à l'année dans les zones touristiques. Par ailleurs, à notre avis, la révision urgente de la lex Friedrich s'impose pour toutes les raisons déjà évoquées par plusieurs interventions parlementaires récentes (interpellation Epiney: «Augmentation du contingent d'autorisations de vente d'im- meubles aux étrangers»; motion Reymond: «Abrogation de la lex Friedrich»; motion du groupe radical-démocratique: «Mo- dification de la lex Friedrich»; et motion Ducret: «Révision de la lex Friedrich»). La justification donnée lors du débat sur le pa- quet Eurolex demeure entièrement valable aujourd'hui. Je déplore vivement le fait que le Conseil fédéral n'ait pas re- pris la révision de la lex Friedrich dans le premier paquet Swis- slex soumis au Parlement.
La nécessité de promouvoir l'économie suisse passe, en effet, par la suppression des tracasseries administratives et de tou- tes les entraves réglementaires et législatives au développe- ment. La relance de l'économie suisse est subordonnée à l'éli- mination de toute une série d'obstacles à l'économie de mar- ché. Dans cet esprit, la libéralisation progressive en matière de vente d'immeubles à des personnes domiciliées à l'étranger permettrait la poursuite d'un développement touristique har- monieux des régions alpines en particulier. Il ne s'agit en au- cun cas de sacrifier l'environnement sur l'autel du développe- ment. D'où l'importance d'appliquer simultanément une politi- que volontariste d'aménagement du territoire, en respectant les indispensables équilibres entre l'homme et la nature.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 15. September 1993 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 15 septembre 1993 Le Conseil fédéral est prêt à accepter la motion.
Präsident: Der Vorstoss wird von Herrn Keller Rudolf be- kämpft. Die Diskussion wird verschoben.
Verschoben - Renvoyé
93.3038
Motion Urek-NR Konzept für die Umsetzung der am Erdgipfel in Rio formulierten Ziele Motion Ceate-CN Projet de réalisation des objectifs formulés au Sommet de la Terre à Rio
Wortlaut der Motion vom 9. Februar 1993
Der Bundesrat wird beauftragt, so bald als möglich dem Parla- ment ein Konzept für die Umsetzung der am Erdgipfel in Rio formulierten Ziele zu unterbreiten. Darin soll dem Parlament und der Oeffentlichkeit dargelegt werden, mit welchen Mass- nahmen und welchem Zeitplan die Rio-Konventionen durch die Schweiz realisiert werden sollen.
Texte de la motion du 9 février 1993
Le Conseil fédéral est chargé de soumettre au plus vite au Par- lement un projet de réalisation des objectifs formulés au Som- met de la Terre à Rio. A l'adresse du Parlement et de l'opinion publique, ce projet devrait mettre en évidence les mesures et les délais de réalisation des Conventions de Rio par la Suisse.
Schriftliche Begründung Die Urheber verzichten auf eine Begründung und wünschen eine schriftliche Antwort.
Développement par écrit Les auteurs renoncent au développement et demandent une réponse écrite.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 23. Juni 1993
Der Bundesrat sieht für die Umsetzung der am Erdgipfel in Rio formulierten Ziele die folgenden Massnahmen, Fristen und Fi- nanzierungsmechanismen vor:
1.1 Die Verantwortung für Ausrichtung und Koordination aller Arbeiten wurde vom Bundesrat mit Beschluss vom 1. März 1993 einem neuen interdepartementalen Ausschuss auf Direktore- nebene (Idario) übertragen. Die erste Sitzung des Idario hat am 11. März 1993 stattgefunden. Der Ausschuss steht allen inter- essierten Bundesämtern offen. Sein Vorsitz wird im jährlichen Wechsel von der DEH (Vorsitz 1993), dem Buwal und dem Bawi übernommen. Der Ausschuss tritt nach Bedarf zusammen.
1.2 Eine interdepartementale Koordinationsgruppe, die sich aus Vertreterinnen und Vertretern aller interessierten Bundes- ämter zusammensetzt, wird den Ausschuss Idario unterstüt- zen. Diese Gruppe hat am 6. April und am 5. Mai 1993 Sitzun- gen durchgeführt Zu ihren ersten Aufgaben gehört die Vorbe- reitung eines nationalen Aktionsplans zur Umsetzung der Agenda 21, der auf den Ergebnissen der Auswertung der Agenda 21 durch die einzelnen Bundesämter basieren und den Bedarf für konkrete Massnahmen beschreiben soll. Das Buwał, die DEH und das Bawi haben bereits Analysen der ein- zelnen Kapitel der Agenda 21 zur Ermittlung des Handlungs- bedarfs in ihren Kompetenzbereichen durchgeführt. Ausser- dem laufen entsprechende Arbeiten in verschiedenen Nichtre- gierungsorganisationen und Forschungsinstitutionen.
Ferner bereitet die Koordinationsgruppe Mandate für eine Reihe von Arbeitsgruppen vor, die sich vertieft mit ausgewähl- ten prioritären Themenbereichen beschäftigen werden. Akti- onsplan und Mandate der Arbeitsgruppen müssen vom Aus- schuss Idario verabschiedet werden.
1.3 Vertreterinnen und Vertreter der nichtstaatlichen Sektoren werden an den Unced-Nachfolgearbeiten beteiligt sein. Ein er- stes Treffen mit Vertretern der Bundesverwaltung zwecks ge- genseitiger Information und Orientierung über bereits ange- laufene Arbeiten hat am 5. März 1993 stattgefunden. Die Koor-
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Motion Comby Revision der Lex Friedrich. Förderung des Mehrfacheigentums an Zweitwohnungen Motion Comby Révision de la lex Friedrich. Encouragement à la multipropriété de logements de vacances
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Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
15
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 93.3212
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Numero dell'oggetto
Datum 08.10.1993 - 08:00
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