Motion on medicines control transmitted

20023219Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB)07.10.1993Granted

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

On 7 October 1993, the National Council dealt with motion 92.3451 by the SGK-NR/CSSS-CN requesting a federal law on medicines control to replace the intercantonal concordat. The Federal Council had already declared that it was prepared to accept the motion, and the chamber transmitted it. The same session also contained the commission report on parliamentary initiative 93.405 by Robert concerning a qualified cantonal majority, but the excerpt does not show a final decision on that initiative.

Omnilex-Regeste

Parliamentary motion; transmission to the Federal Council where the government declares itself ready to accept it. The chamber may take note of the executive's willingness and transmit the motion accordingly; the excerpt contains no dispositive ruling on the accompanying parliamentary initiative.

Gesamter Gesetzestext

N

7 octobre 1993

1918

Initiative parlementaire. Majorité des cantons

92.3451

Motion SGK-NR Bundesgesetz über die Heilmittelkontrolle Motion CSSS-CN Loi fédérale sur le contrôle des médicaments

Wortlaut der Motion vom 26. Oktober 1992

Der Bundesrat wird beauftragt, ein Bundesgesetz über die Heilmittelkontrolle vorzulegen, welches das interkantonale Heilmittelkonkordat ersetzen kann.

Texte de la motion du 26 octobre 1992

Le Conseil fédéral est prié de proposer une loi sur le contrôle des médicaments qui remplace la convention intercantonale sur le contrôle des médicaments.

Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 24. Februar 1993 Der Bundesrat ist bereit, die Motion entgegenzunehmen.

Déclaration écrite du Conseil fédéral du 24 février 1993 Le Conseil fédéral est prêt à accepter la motion.

Ueberwiesen - Transmis

93.405

Parlamentarische Initiative (Robert) Qualifiziertes Ständemehr bei Doppelmehrabstimmungen Initiative parlementaire (Robert) Votations fédérales avec double majorité. Majorité qualifiée des cantons

Kategorie III, Art. 68 GRN - Catégorie III, art. 68 RCN

Wortlaut der Initiative vom 1. März 1993

Die Bundesverfassung sei in dem Sinne abzuändern, dass für Abstimmungen, die sowohl das Volks- wie das Ständemehr verlangen nur ein qualifiziertes Ständemehr von zwei Drittel re- spektive 15,5 Ständen ein Volksmehr zu Fall bringen kann.

Texte de l'initiative du 1er mars 1993

La Constitution fédérale doit être modifiée de sorte que, pour les votations qui nécessitent la majorité du peuple et des can- tons, seule une majorité qualifiée des cantons, soit deux tiers ou 15,5 cantons, puisse faire échec à la majorité du peuple.

Mitunterzeichner - Cosignataires: Bär, Baumann, Gardiol, Misteli, Rebeaud, Thür (6)

Frau Zölch unterbreitet im Namen der Kommission den fol- genden schriftlichen Bericht:

Wir unterbreiten Ihnen gemäss Artikel 21ter des Geschäftsver- kehrsgesetzes den Bericht der vorprüfenden Kommission über die von Frau Robert am 1. März 1993 eingereichte parla- mentarische Initiative. Die Initiative verlangt eine Aenderung

der Bundesverfassung in dem Sinne, dass nur ein qualifizier- tes Ständemehr ein Volksmehr zu Fall bringen kann. Die Kommission hat am 24. Juni die Initiantin angehört.

Begründung der Initiantin

Wandel der Kantonsdemographie zuungunsten des Demo- kratieprinzips

In den letzten Jahrzehnten hat sich das Gewicht des Föderalis- musprinzips (Gleichheit der Gliedstaaten) zuungunsten des Demokratieprinzips («one man, one vote») verändert: 1848 wog eine Neinstimme aus Appenzell Innerrhoden bei einem Doppelmehrreferendum das 11fache einer Zürcher Nein- stimme, heute hingegen das 38fache.

Die kleinste theoretische Sperrminorität d. h. die notwendige Anzahl Neinstimmen, um bei einem Doppelmehrreferendum eine Vorlage zu Fall zu bringen, sofern die Neinstimmen opti- mal auf die Kantone verteilt sind, liegt heute bei 9 Prozent der Stimmberechtigten.

Bei einem qualifizierten Ständemehr (d. h., nur noch eine Zweidrittel-Ständemehrheit, 15,5 Stände, könnte ein Volks- mehr zu Fall bringen) würde die theoretische Sperrminorität mindestens auf 17,4 Prozent steigen. Auch in diesem Fall könnte theoretisch noch eine Minderheit, nämlich 34,8 Pro- zent der Stimmberechtigten (d. h. diejenigen der 16 kleinsten Stände) über die Annahme einer Vorlage entscheiden. Mit die- sem Vorschlag wird das Föderalismusprinzip nicht verletzt, sondern nur der demographischen Entwicklung (Abwande- rung in die städtischen Ballungszentren) angepasst Inflation des Doppelmehrreferendums

Doppelmehrabstimmungen sind heute keine Seltenheit mehr und finden immer häufiger statt: So wurden zwischen 1950 und 1970 nur 50 Doppelmehrreferenden durchgeführt. Zwi- schen 1971 und 1990 stieg ihre Zahl hingegen auf 120. Steigende Gefahr von Volks- und Ständemehrkollisionen

Der kombinierte Effekt der sinkenden theoretischen Sperrmi- norität und der steigenden Anzahl von Doppelmehrabstim- mungen erhöht offenbar die Gefahr von Volks- und Stände- mehrkollisionen: Alle fünf real aufgetretenen Kollisionen sind neueren Datums. Die erste 1955, die letzte 1983, die übrigen in den siebziger Jahren. Alle Abstimmungen betreffen im wei- teren stark polarisierende Sachthemen (Mieterschutz, Bun- desfinanzen, Bildungsartikel, Konjunktur- und Energiepolitik). Die erhöhte Kollisionsgefahr zeigt sich auch bei der Zunahme der Beinahekollisionen (EWR-Abstimmung als letztes Bei- spiel).

Ein Beitrag zur eurokompatiblen Umgestaltung politischer In- stitutionen

Kein EG-Land kennt Ratifikationsmechanismen, bei denen es ein Doppelmehr von Volk und Ständen braucht. Mit einem qualifizierten Ständemehr wird einerseits dem schweizeri- schen Föderalismusgedanken Rechnung getragen, anderer- seits sinkt die Gefahr von oben erläuterten Kollisionen und er- höht damit die Verlässlichkeit der Schweizer Politik im Aus- land, was wiederum ihre Beteiligungs- und Einflusschancen erhöht.

Erwägungen der Kommission

Die schweizerische Bundesverfassung verlangt eine Mehrheit von Volk und Ständen für Verfassungsänderungen (Art. 123 Abs. 1), für die innert Jahresfrist erforderliche nachträgliche Genehmigung extrakonstitutioneller Bundesbeschlüsse (Art. 89bis Abs. 3) sowie für den «Beitritt zu Organisationen für kollektive Sicherheit oder zu supranationalen Gemeinschaf- ten» (Art. 89 Abs. 5). Das Erfordernis des doppelten Volks- und Ständemehrs bildet analog der Gleichberechtigung von Natio- nal- und Ständerat einen der institutionellen Grundsteine der schweizerischen Bundesstaatlichkeit, an welchem die Kom- mission nicht rütteln möchte. Neben dem Grundsatz der glei- chen Rechte der Bürgerinnen und Bürger steht gleichberech- tigt der Grundsatz der gleichen Rechte der Kantone als Träger des Bundes. Eine wesentliche Funktion der Bundesverfas- sung besteht in der Kompetenzverteilung zwischen Bund und Kantonen: Die Kantone haben mit ihrer mehrheitlichen Zu- stimmung zur Bundesverfassung von 1848 einen Teil ihrer Kompetenzen an den Bund abgetreten; es ist nichts als folge-

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Motion SGK-NR Bundesgesetz über die Heilmittelkontrolle Motion CSSS-CN Loi fédérale sur le contrôle des médicaments

In

Dans

In

Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr

1993

Année

Anno

Band

IV

Volume

Volume

Session

Herbstsession

Session

Session d'automne

Sessione

Sessione autunnale

Rat

Nationalrat

Conseil

Conseil national

Consiglio

Consiglio nazionale

Sitzung

14

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 92.3451

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 07.10.1993 - 08:00

Date

Data

Seite

1918-1918

Page

Pagina

Ref. No

20 023 219

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Schlagwörter

medicines controlmotionparliamentary initiativecantonal majoritytransmission

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the motion requiring a federal law on medicines control should be transmitted to the Federal Council.

Extrahierter Entscheid

The motion was transmitted; the Federal Council had stated it was ready to accept it.

Extrahierte Begründung

The chamber noted the Federal Council's written willingness to accept the motion.

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