1793
Gatt. Interpellationen
David, Berichterstatter: Die Kommissionsmehrheit empfiehlt Ihnen, dem Ständerat zu folgen und diese Differenz, die wir nun schon einige Zeit mit uns herumschleppen, zu erledigen und dem Arbeitsgesetz mit diesen Aenderungen zuzu- stimmen.
Herr Gros Jean-Michel beantragt Ihnen als Sprecher der Kom- missionsminderheit erneut, auf dieses Gesetz nicht einzutre- ten. Ich möchte auf seine Argumente eingehen.
Er führt an, mit diesem Gesetz würde keine Revitalisierung be- wirkt. Das mag vielleicht so sein: Wenn er unter Revitalisierung Förderungsmassnahmen oder etwas Aehnliches versteht, dann hat er recht. Hingegen ist dieses Gesetz durchaus geeig- net, technische und bürokratische Unterschiede, die wir im Vergleich zum europäischen Recht haben, zu beseitigen. Wie bei anderen Eurolex-Gesetzen, die wir im Swisslex-Paket wie- deraufgenommen haben, geht es darum, die technischen und bürokratischen Unterschiede zu beseitigen.
Ich begreife nicht, wieso Herr Gros, der sich als «Europäer» bezeichnet, in dieser Sache Widerstand anmeldet. Der Abbau der technischen und bürokratischen Unterschiede ist so oder so eine vernünftige und kluge Massnahme, unabhängig da- von, in welcher Weise wir uns Europa annähern. Wer meint, die Schweiz müsse ihre Identität, ihre Selbständigkeit und ihre Vitalität auch in bürokratischen Unterschieden, in technisch differenzierten Vorschriften, beweisen, liegt meiner Meinung nach falsch.
In diesem Sinne, Herr Gros, führen Sie die Auseinanderset- zung unter einem falschen Titel. Wenn schon, dann hätte man diese Auseinandersetzung allenfalls beim Arbeitsvertrag (OR) führen können. Unser Rat hat aber in der vergangenen Woche unter der genau gleichen Perspektive dem Arbeitsvertrag (OR) zugestimmt und dieses Geschäft erledigt. Es wäre absolut in- konsequent, jetzt, beim letzten und praktisch kleinsten techni- schen Geschäft, dieses Prinzip noch zu thematisieren.
Aus diesen Gründen empfehle ich Ihnen, sich dem Ständerat, der dieses Geschäft in der vorliegenden Fassung ohne Dis- kussion und ohne Opposition gutgeheissen hat, anzuschlies- sen und den Nichteintretensantrag der Minderheit Gros Jean- Michel abzulehnen.
M. Delamuraz, conseiller fédéral: Je ne vais pas monter héroï- quement aux barricades et affirmer que ce projet est la clé de voûte de législations nouvelles et futuristes pour notre pays tout entier, car il ne s'agit pas d'un gros projet. Il s'agit d'un tout petit projet qui a pour lui de nous permettre l'eurocompatibilité à bon marché. Je veux dire par là que ce projet n'entraînera aucun frais supplémentaire pour nos entreprises, que la plu- part d'entre elles ont déjà réalisé le contenu même de ce pro- jet, et qu'il ne s'agit dès lors que d'un «toilettage», en quelque sorte, de notre législation. Mais, par la forme qu'il revêt, ce toi- lettage est un élément supplémentaire parmi beaucoup d'au- tres qui nous permet, là encore, de gommer des différences inutiles et, par conséquent, de faciliter les ponts entre la Suisse et ses partenaires les plus importants, les pays membres de la Communauté et de l'Espace économique européen.
Je ne vous propose dès lors pas de tirer au canon contre une mouche, mais d'être tout simplement raisonnables et mesu- rés, en suivant le sage Conseil des Etats et en créant ainsi une compatibilité facile dans notre recherche constante de ces eu- rocompatibilités partout où elles peuvent être trouvées, sans douleur, et cette fois-ci sans aucun frais pour notre économie. Oui, Monsieur Gros Jean-Michel, c'est aussi de la revitalisation que d'aller dans cette direction et d'éviter sous tout prétexte des différences de base légale entre nos entreprises et celles de leurs premiers concurrents en Europe.
Abstimmung - Vote Für den Antrag der Mehrheit Für den Antrag der Minderheit
Detailberatung - Discussion par articles
Titel und Ingress, Ziff. I, II Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
78 Stimmen 47 Stimmen
Titre et préambule, ch. I, II Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Angenommen - Adopté
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Entwurfes Dagegen
78 Stimmen 49 Stimmen
An den Ständerat - Au Conseil des Etats
93.3387
Dringliche Interpellation der christlichdemokratischen Fraktion Gatt-Verhandlungen. Oekologische und soziale Interessen Interpellation urgente du groupe démocrate-chrétien Intérêts écologiques et sociaux dans les négociations du Gatt
Wortlaut der Interpellation vom 20. September 1993 Die CVP fordert den Bundesrat auf, seine Position auf die ab- schliessenden Verhandlungsrunden hin nochmals gründlich zu überprüfen und seine Haltung dem Parlament darzulegen. Die CVP ist der Auffassung, dass der Bundesrat die ganzheitli- chen Interessen der Schweiz im Auge behalten muss. Einer- seits ist die schweizerische Volkswirtschaft zur Erhaltung ihres Produktionsvolumens sowie zur Sicherung bestehender Ar- beitsplätze und zur Schaffung neuer auf offene und zuverläs- sige geregelte Weltmärkte angewiesen. Aber ebenso hat die Schweiz ein Interesse daran, über genügenden politischen Handlungsspielraum in mehr binnenorientierten Bereichen, wie der Umwelt- und Agrarpolitik, zu verfügen.
Die CVP verlangt vom Bundesrat, dass er insbesondere dafür kämpft, dass die politischen Absichten von Rio nicht den han- delspolitischen Interessen untergeordnet werden. In den Ver- handlungen über das Agrardossier verlangt die CVP, dass sich der Bundesrat insbesondere für Ausnahmen im Milchsek- tor stark macht. Es muss verhindert werden, dass die schwei- zerische Milchwirtschaft wegen der Ergebnisse in den Gatt- Verhandlungen Marktanteile verliert.
Texte de l'interpellation du 20 septembre 1993
Dans la perspective de la dernière phase des négociations, le PDC demande au Conseil fédéral de réexaminer minutieuse- ment sa position et de l'exposer au Parlement.
Le PDC est d'avis que le Conseil fédéral doit prendre en consi- dération l'ensemble des intérêts de la Suisse. D'une part, l'économie suisse est tributaire de marchés internationaux ou- verts et sûrs si elle entend maintenir son volume de produc- tion, assurer les emplois existants et en créer de nouveaux. D'autre part, la Suisse a également un intérêt à conserver une marge d'action politique suffisante dans certains domaines plus spécifiquement nationaux, tels l'environnement et l'agri- culture.
Le PDC exige du Conseil fédéral qu'il lutte pour que les inten- tions politiques exprimées à Rio ne cèdent pas le pas aux inté- rêts de la politique commerciale. Dans les négociations sur le volet agricole, le PDC demande que le Conseil fédéral fasse particulièrement entendre sa voix en vue d'obtenir des excep- tions dans le secteur laitier. Il convient d'éviter que l'économie laitière suisse perde des parts de marché à l'issue des négo- ciations du Gatt.
4 octobre 1993
N
1794
Gatt. Interpellations
Sprecher - Porte-parole: Hess Peter
Schriftliche Begründung Die Urheber verzichten auf eine Begründung und wünschen eine schriftliche Antwort.
Développement par écrit Les auteurs renoncent au développement et demandent une réponse écrite.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
vom 4. Oktober 1993
Die schweizerische Landwirtschaft ist eine tragende Säule un- serer Gesellschaft und ein wichtiger Teil der Volkswirtschaft. Der Bundesrat ist sich der Bedeutung des Gatt und seiner möglichen Auswirkungen besonders auf die Landwirtschaft voll bewusst. Während der gegenwärtigen, entscheidenden Verhandlungsphase hat er seine Anstrengungen verstärkt, die sich abzeichnenden Resultate noch zusätzlich zu verbessern. Er setzt sich namentlich für die Verankerung des Multifunktio nalitätsprinzips im Gatt ein.
Die Verhandlung betrifft die klassischen Gatt-Themen wie Zoll- tarife und nichttarifarische Massnahmen, ferner die Sektoren, welche der Anwendung der Gatt-Regeln bisher weitgehend entzogen waren (Landwirtschaft, Textilien, Stahl), sowie die neuen Themen (Dienstleistungen, geistiges Eigentum und In- vestitionen). Es geht somit um eine globale, den Gesamtbe- reich der Aussenwirtschaftspolitik betreffende Verhandlung, welche sich auf alle Sektoren auswirken wird und die inter- essen der Gesamtwirtschaft in Betracht zieht.
Jeder Verhandlungsteilnehmer ist an einer Verstärkung des Systems und an einer Verbesserung der Marktzutrittsbedin- gungen für seine Exportprodukte interessiert. So auch die Schweiz, welche einen von zwei Franken aus ihren Aussenbe- ziehungen verdient. Schon seit dem Gatt-Beitritt unseres Lan- des im Jahre 1966 hat sich der Bundesrat selbstverständlich von den schweizerischen Gesamtinteressen leiten lassen. Die Flexibilität und die Progressivität der aus der Gatt-Mitglied- schaft entstehenden Verpflichtungen - ein Ausdruck der Zu- sammenarbeit zwischen Regierungen - sind Mittel zur steti- gen Förderung der weltweiten Konvergenz zwischen nationa- len Handelspolitiken, unter gleichzeitiger Wahrung der für die Entwicklung und Durchführung einer eigenständigen natio- nalen Landwirtschafts- und Umweltpolitik notwendigen Auto- nomie.
Der Bundesrat hat die schweizerische Haltung in den Gatt- Verhandlungen verschiedentlich dargestellt, so in den parla- mentarischen Debatten über den Aussenwirtschaftsbericht und in den zuständigen parlamentarischen Kommissionen.
Die Schweiz hat die Gatt-Aktivitäten im Umweltbereich seit 1990 aktiv gefördert. Eine Arbeitsgruppe beschäftigt sich momentan mit der Frage der Berücksichtigung der Resultate des Umweltgipfels von Rio in der künftigen Ausgestaltung des multilateralen Welthandelssystems. Ausserdem berücksichti- gen, wie der Bundesrat in seiner Antwort auf die Interpellation Strahm Rudolf vom 7. Oktober 1992 (92.3425) bereits ausfüh- ren konnte, verschiedene Abkommensentwürfe der Uruguay- Runde umweltpolitische Anliegen (Landwirtschaft, Dienstlei- stungen, geistiges Eigentum, technische Handelshemm- nisse). Der Bundesrat wird alles in die Wege leiten, um diesen neuen Tätigkeitsbereich des Gatt zu fördern, und macht sich die Idee zu eigen, das Thema Handel/Umwelt spätestens in der nächsten Runde zu verhandeln.
Im Landwirtschaftsbereich verhandelt der Bundesrat auf der Basis seiner Offerte vom 1. April 1992. Er hat nicht die Ab- sicht, diese Offerte zugunsten eines einzigen Sektors abzuän- dern. Vor dem Verhandlungsabschluss werden allfällige An- passungen aufgrund der globalen Landwirtschaftsinteressen vorgenommen werden müssen, dies unter Berücksichtigung der besonderen Bedeutung des Milchsektors für die schwei- zerische Landwirtschaft. Nach der Meinung des Bundesrates kann dieser Sektor die vorgenommenen oder bevorstehen- den Reformen (erhöhte Bedeutung der Marktkräfte in der Pro- duktion und Verteilung von Agrarprodukten) auch im Sinne ei- ner Verteidigung oder Ausdehnung seiner Marktanteile in der Schweiz und im Ausland nutzen. Die Antwort auf die Interpella- tion Wyss William vom 15. Juni 1993 hat dem Bundesrat die Gelegenheit zur Darlegung seines diesbezüglichen Stand- punkts geliefert.
Rapport écrit du Conseil fédéral du 4 octobre 1993
L'agriculture suisse est un des piliers de notre société et repré- sente un facteur important de notre économie. Le Conseil fé- déral est entièrement conscient des enjeux du Gatt et de ses répercussions potentielles, notamment sur les agriculteurs. Il multiplie, en cette phase cruciale de la négociation, ses efforts pour améliorer encore les résultats en discussion. Il s'engage notamment à ce que la multifonctionnalité de l'agriculture soit ancrée dans le Gatt.
La négociation couvre les sujets traditionnels du Gatt (droits de douane, mesures non tarifaires), les secteurs pour lesquels l'application des règles du Gatt n'a pas fonctionné (agricul- ture, acier, textiles) et les domaines nouveaux (services, pro- priété intellectuelle et investissements). Il s'agit donc d'une né- gociation globale en matière de politique économique exté- rieure. Elle aura un impact sur tous les secteurs de l'économie et prend en compte les intérêts de l'ensemble de l'économie. 2. Chaque participant à la négociation a des intérêts dans le renforcement du système et dans l'amélioration des conditi- ons d'accès au marché pour ses exportations. Il en est ainsi de la Suisse, qui gagne un franc sur deux grâce à ses relations économiques extérieures. Il va sans dire que le Conseil fédéral a toujours eu à l'esprit, depuis l'accession de la Suisse au Gatt en 1966, les intérêts de la Suisse dans son ensemble. La flexi- bilité et la progressivité des engagements à prendre au Gatt - expression de la coopération intergouvernementale - consti- tuent les moyens pour favoriser une convergence à l'échelon mondial des politiques commerciales nationales, tout en sau- vegardant une marge de manoeuvre suffisante pour dévelop- per et gérer à l'échelon national des politiques telles que la po- litique agricole et la politique de l'environnement.
Le Conseil fédéral a eu l'occasion de présenter la position suisse dans les négociations du Gatt, aussi bien dans le cadre de l'examen du rapport sur la politique économique exté- rieure, que dans les commissions pertinentes des Chambres fédérales.
La Suisse a été, depuis 1990, le promoteur d'une activité au Gatt dans le domaine du commerce et de l'environnement Un groupe de travail examine actuellement comment tenir compte des résultats du Sommet de Rio dans le développe- ment futur du système commercial multilatéral. De plus, les ac- cords négociés dans le cadre du cycle de l'Uruguay (agricul- ture, services, propriété intellectuelle, obstacles techniques aux échanges) répondent d'ores et déjà à certaines préoccu- pations écologiques comme le Conseil fédéral a pu le relever
Oktober 1993 N
1795
Gatt. Interpellationen
dans sa réponse à l'interpellation Strahm Rudolf (92.3425) du 7 octobre 1992. Le Conseil federal mettra tout en oeuvre pour développer cette nouvelle activité du Gatt et fait sienne l'- idée de traiter du thème «commerce et environnement» dans un prochain cycle de négociation au plus tard.
93.3300
Interpellation Wyss William Gatt und Landwirtschaft Gatt et agriculture
Wortlaut der Interpellation vom 15. Juni 1993
Nach einer Studie des Bundesamtes für Landwirtschaft wird sich der im Rahmen des Gatt-Abkommens beabsichtigte Ab- bau der internen Stützung und der Produktionsmengen mas- siv auf Einkommen und Struktur der schweizerischen Land- wirtschaft auswirken.
Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zu beant- worten:
Ist die volle Kompensation des vorgesehenen Abbaus durch die Aufstockung von produkteunabhängigen Direktzah- lungen in Anbetracht der angespannten Finanzlage des Bun- des möglich?
Wenn nicht, wie gedenkt der Bundesrat das entstehende Einkommensmanko in der Landwirtschaft auszugleichen?
Lassen sich folgende im 7. Landwirtschaftsbericht veran- kerten Oberziele angesichts des mit einem Gatt-Abkommen sich beschleunigenden Strukturprozesses in der Landwirt- schaft noch erfüllen:
Sicherstellung der Nahrungsmittelversorgung;
Sicherstellung der dezentralen Besiedlung;
Pflege der Landschaft und Zurverfügungstellung eines intak- ten Erholungsgebietes?
Wenn nicht, wie sieht der Bundesrat vor, diesen im Interesse der gesamten Volkswirtschaft liegenden Aufgaben nachzu- kommen?
Wie lässt sich für den Bundesrat eine weitere Dezimierung der bereits auf 4,5 Prozent zusammengeschrumpften land- wirtschaftlichen Bevölkerung mit den massiv angestiegenen Arbeitslosenzahlen vereinbaren?
Auch im Rahmen des vorgesehenen Gatt-Abkommens sollte die Schweiz in der Lage sein, eine eigene leistungsfä- hige Landwirtschaft aufrechtzuerhalten. Wie schätzt der Bun- desrat die diesbezüglichen Möglichkeiten ein? Zum Beispiel vermehrte Marktzutritte im Ausland?
Texte de l'interpellation du 15 juin 1993
Une étude de l'Office fédéral de l'agriculture montre que la ré- duction des mesures de soutien interne et des quantités de production, envisagée dans le cadre de l'accord du Gatt, aura des conséquences considérables sur le revenu et la structure du secteur agricole suisse.
Le Conseil fédéral est prié de répondre aux questions sui- vantes:
Est-il possible, vu la mauvaise situation des finances fédéra- les, de compenser pleinement la réduction prévue en relevant les paiements directs non liés aux produits?
Si tel n'est pas le cas, comment le Conseil fédéral compte- t-il compenser la perte de revenu que connaîtra l'agriculture?
Vu que l'accord du Gatt est de nature à accélérer l'évolution structurelle de l'agriculture, sera-t-il encore possible d'attein- dre les objectifs ci-dessous, qui figurent dans le 7e rapport sur l'agriculture:
assurer l'approvisionnement en produits alimentaires;
promouvoir une occupation décentralisée du territoire;
entretenir le paysage et sauvegarder des zones de dé- lassement?
Dans le cas contraire, que prévoit de faire le Conseil fédéral pour assurer l'accomplissement de ces tâches qui servent les intérêts de l'ensemble de notre économie?
Comment le Conseil fédéral concilie-t-il l'idée d'une réduc- tion du nombre des agriculteurs, qui ne représentent déjà plus que 4,5 pour cent de la population, avec la forte hausse du chômage?
La Suisse devrait être en mesure, même avec l'accord prévu dans le cadre du Gatt, de maintenir un secteur agricole viable. Que pense le Conseil fédéral des possibilités d'atteindre cet objectif, par exemple en améliorant l'accès aux marchés étrangers?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Berger, Binder, Bühler Si- meon, Bürgi, Daepp, Hari, Kühne, Maurer, Müller, Rutishau- ser, Rychen, Schmied Walter, Seiler Hanspeter, Wanner, Wit- tenwiler (15)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 1. September 1993 Rapport écrit du Conseil fédéral du 1er septembre 1993
Aus der vom Interpellanten angesprochenen Studie des Bun- desamtes für Landwirtschaft «Geschätzte Auswirkungen eines Gatt-Abschlusses auf die schweizerische Landwirtschaft> vom Mai 1993 geht hervor, dass die Ziele unserer Agrarpolitik ge- mäss 7. Landwirtschaftsbericht mit den vorliegenden Gatt- Vorschlägen vereinbar sind. Auf Massnahmenebene müssten dagegen verschiedene, zum Teil grundsätzliche Anpassun- gen vorgenommen werden, die in vielen Bereichen in dieselbe Richtung, streckenweise aber weiter gehen als die intern vor- gesehenen Agrarreformen.
Der Bundesrat nimmt zu den sechs Fragen im einzelnen wie folgt Stellung:
Nach dem heutigen Stand der Gatt-Verhandlungen wäre eine volle Kompensation des Abbaus der produktegebunde- nen Stützung durch produkteunabhängige Direktzahlungen möglich, falls letztere den Kriterien der nicht abbaubaren Sub- ventionen (sogenannte grüne Kategorie) gemäss Abkom- mensentwurf der Uruguay-Runde entsprächen. Es handelt sich dabei um Massnahmen, die Produktion und Aussenhan- del nicht oder nur minim tangieren. Die Schweiz hat in ihrer am 3. April 1992 beim Gatt eingereichten Agrarofferte mehr als 30 Massnahmen mit einem damaligen Budgetwert von über 1,5 Milliarden Franken als zur grünen Kategorie gehö- rend notifiziert. Die neuen Direktzahlungen gemäss Artikel 31a und 31b des Landwirtschaftsgesetzes sind in dieser Zusam- menstellung noch nicht berücksichtigt, gehören jedoch ein- deutig ebenfalls in die grüne Kategorie und sind damit Gatt- konform. Eine volle Kompensation des Abbaus der produkte- gebundenen Stützung durch Direktzahlungen ist dagegen aus innen- bzw. vorab finanzpolitischen Gründen nicht möglich.
Die Direktzahlungen stellen zwar ein notwendiges, aber kein hinreichendes Element für eine reformierte Agrarpolitik und die bäuerliche Einkommenssicherung dar. Kostensen- kung, Strukturanpassung, vermehrte Marketing-Anstrengun-
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Dringliche Interpellation der christlichdemokratischen Fraktion Gatt-Verhandlungen. Oekologische und soziale Interessen
Interpellation urgente du groupe démocrate-chrétien Intérêts écologiques et sociaux dans les négociations du Gatt
In
Dans
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IV
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Volume
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Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
10
Séance
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Datum 04.10.1993 - 15:30
Date
Data
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1793-1795
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