Miete. Wohnen. Persönliche Vorstösse
1589
Fünfte Sitzung - Cinquième séance
Montag, 27. September 1993, Nachmittag Lundi 27 septembre 1993, après-midi
15.30 h
Vorsitz - Présidence: Herr Schmidhalter
91.3344
Postulat (Eisenring-) Baumberger Preisgünstige Wohnungen für junge Familien Logements à loyer modéré pour les jeunes familles
Präsident: Sie werden mir gestatten, die zweite Sessions- woche mit einigen Worten an meine Landsleute im Wallis, spe- ziell in Brig, aber auch an die Bewohner weiterer Regionen, wie im Kanton Tessin, im Kanton Uri und im Kanton Waadt zu eröffnen, die von den verheerenden Unwettern betroffen wur- den. Vor allem möchte ich den Angehörigen der Todesopfer mein tiefempfundenes Beileid aussprechen. Die Bewohner er- warten nun von den Bundesbehörden eine rasche und unbü- rokratische Hilfe, und wir danken heute schon allen, die unse- rer von den entfesselten Naturkräften hart getroffenen Bevöl- kerung ihre Solidarität bekundet haben. Mir hat heute morgen ein Journalist folgendes geschrieben: «Es ist dies eine gute Gelegenheit, freundeidgenössische Grösse zu zeigen.»
Auch der Bundesrat hat bereits gestern den Regionen sein Mitgefühl ausgesprochen. Seit heute morgen sind militärische Einheiten, Zivilschutz und Feuerwehr im Einsatz. Herr Bundes- präsident Ogi macht zu dieser Stunde einen Besuch in den be- troffenen Regionen, und der Bundesrat hat eine rasche und unbürokratische Hilfe versprochen.
Die Naturereignisse haben die Durchführung der eidgenössi- schen Abstimmungen in fünf Gemeinden verhindert. Ich sel- ber wurde auch an der Stimmabgabe gehindert und habe so das Lager der Nichtstimmenden vergrössert.
Der gestrige Abstimmungssonntag kann als Erfolg für die Bun- desversammlung bezeichnet werden, deren Empfehlung das Volk bei allen fünf Vorlagen deutlich gefolgt ist. Die Deutlich- keit der Resultate und die Einstimmigkeit der 26 Kantone sind die bemerkenswertesten Elemente dieser eidgenössischen Abstimmungen.
Volk und Stände haben dem Kantonswechsel des Laufentals zum Kanton Basel-Landschaft zugestimmt Auch die Stimm- bürgerinnen und Stimmbürger des Kantons Bern hatten die Weisheit, die Wahl des Laufentals, die es gestern erneut bestä- tigte, zu akzeptieren. Wir danken den Bernerinnen und Ber- nern für diesen für sie nicht leichten Entscheid. Die gestrige Abstimmung unterstreicht die Bedeutung, die der Souverän dem Prinzip der Selbstbestimmung beimisst.
Mit der Zustimmung zum Verfassungsartikel gegen die miss- bräuchliche Verwendung von Waffen haben Volk und Stände klar gezeigt, dass sie die Schweiz nicht zum Waffenmarkt für Kriminelle verkommen lassen wollen. Der klare Volkswille muss jetzt rasch in ein Bundesgesetz überführt werden.
Es war an der Zeit, dass der 1. August, unser Bundesfeiertag, offizieller Feiertag wird. Dank der angenommenen Volksinitia- tive ist dies nun der Fall.
Was die beiden dringlichen Bundesbeschlüsse anbetrifft, müssen diejenigen, welche das Referendum ergriffen haben, enttäuscht sein, ist ihnen das Volk doch nicht gefolgt. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben deutlich ge- macht, dass sie die Explosion der Kosten im Gesundheitswe- sen und der Krankenkassenbeiträge nicht mehr länger hin- nehmen wollen. Sie haben auch einer längeren Bezugsdauer der Taggelder in der Arbeitslosenversicherung zugestimmt. Es wird jetzt darum gehen, das Krankenversicherungsgesetz und das Arbeitslosenversicherungsgesetz grundlegend zu revidieren.
Wortlaut des Postulates vom 3. Oktober 1991
Seit Ende des Zweiten Weltkrieges sind in unserem Land unter finanzieller Mitwirkung der öffentlichen Hand (Gemeinden, Kantone, Bund) Tausende von Wohnungen errichtet worden. Sodann verfügt die öffentliche Hand über grösseres und klei- neres Liegenschaftseigentum, das ganz oder teilweise zu Wohnzwecken zu sehr günstigen Bedingungen vermietet ist. Zahlreiche Wohnungen dürften heute von Mietern besetzt sein, die die einstmals massgeblichen Voraussetzungen nicht mehr erfüllen, während junge Leute, insbesondere junge Fa- milien mit Kindern, dringend des hier verfügbaren, in der Re- gel sehr preisgünstigen Wohnraumes bedürfen. Aus Grün- den, die in politischen und persönlichen Beziehungen liegen können, erfolgen Freistellungen solchen Wohnraumes indes- sen nur zögerlich oder überhaupt nicht.
Der Bundesrat wird eingeladen, zusammen mit den Kantonen und den Gemeinden sowie den übrigen mit dem Wohnungs- bau auf subventionierter Basis befassten Körperschaften eine «Durchforstung» dieses bedeutenden Teils des Wohnungs- marktes zu veranlassen. Der Bund soll Richtlinien und Weisun- gen erlassen, wonach betroffene Wohnungsträger Wohnun- gen, die von nicht mehr Berechtigten belegt sind, freistellen müssen und sie jenen Wohnungssuchenden zuführen, die dringend auf diese Wohnungen - aus finanziellen oder/und fa- miliären Gründen - angewiesen wären.
Letztlich ist auch an den Erlass eines Appells zu denken, wo- nach unter den heutigen Umständen zu Unrecht privilegierte Wohnungsinhaber ihre Wohnräumlichkeiten freigeben und den Markt entlasten helfen. Der Bundesrat könnte analog an- deren Aktionen auch an die Durchführung einer Aktion «Ge- rechte Wohnpolitik für alle» oder ähnlich denken.
Texte du postulat du 3 octobre 1991
Des milliers de logements ont été construits depuis le fin de la Seconde Guerre mondiale dans notre pays avec le soutien fi- nancier de la collectivité (communes, cantons, Confédéra- tion). La collectivité est également propriétaire d'immeubles plus ou moins grands, qui sont entièrement ou partiellement loués comme logements à des conditions très favorables.
Nombre de ces logements sont actuellement occupés par des personnes qui ne remplissent plus les conditions qui leur avaient été posées lorsqu'elles y sont entrées, alors que des jeunes, notamment de jeunes familles avec enfants, ont un be- soin urgent de ces logements souvent très bon marché. Ce- pendant, en vertu de relations politiques ou personnelles, il est très rare que leurs locataires libèrent ces habitations.
Le Conseil fédéral est invité à faire le point de la situation dans cet important secteur du marché du logement, avec l'aide des cantons et des communes, ainsi que des organisations qui s'occupent de la construction de logements subventionnés. La Confédération doit arrêter des directives et publier des ins- tructions obligeant les propriétaires de logements occupés par des personnes qui ne remplissent plus les conditions re- quises, à résilier les contrats pour mettre les locaux à disposi- tion de ceux qui, pour des raisons financières ou familiales, en ont un besoin urgent.
Il faut enfin envisager de lancer un appel pour inviter les loca- taires indûment privilégiés à quitter leurs logements, vu les cir- constances actuelles, afin de contribuer à améliorer la situa- tion sur le marché. Le Conseil fédéral devrait - comme il l'a fait dans d'autres domaines - s'engager en faveur d'une politique de logement équitable pour tous.
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27.09.1993 - 15:30
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