N 16 juin 1993
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Surveillance téléphonique
93.004
Telefonüberwachung im Bund. Bericht GPK-NR Surveillance téléphonique de la Confédération. Rapport CdG-CN
Bericht vom 9. November 1992 (BBI 1993 | 1109) Rapport du 9 novembre 1992 (FF 1993 | 1029)
Stellungnahme des Bundesrates vom 17. Februar 1993 (BBI I 1136) Avis du Conseil fédéral du 17 février 1993 (FF | 1057) Kategorie V, Art. 68 GRN - Catégorie V, art. 68 RCN
Antrag der Kommission Kenntnisnahme vom Bericht Proposition de la commission Prendre acte du rapport
Angenommen - Adopté
93.3205
Motion GPK-NR Telefonüberwachung Motion CdG-CN Surveillance téléphonique
Wortlaut der Motion vom 24. Mai 1993
Der Bundesrat wird eingeladen, bis spätestens in der ersten Hälfte 1995 das Schweizerische Strafgesetzbuch sowie wei- tere Bundesgesetze mit einer gesonderten Vorlage ausser- halb des Legislaturprogrammes so zu revidieren, dass den Schlussfolgerungen im Bericht der Geschäftsprüfungskom- mission des Nationalrates vom 9. November 1992 über die Te- lefonüberwachung im Bund Rechnung getragen wird.
Im einzelnen hat die Revision insbesondere folgende Ziele zu verwirklichen:
a Schaffung eines restriktiven Deliktskataloges als Vorausset- zung für die Anordnung von Telefonüberwachungen: Staats- schutzdelikte, ausgewählte schwere Verbrechen; aufzuneh- men sind in erster Linie wiederholt begangene oder fortdau- ernde Straftaten, die eine begleitende Beobachtung durch die Polizei rechtfertigen;
b. Ergänzung des Deliktskataloges durch eine Generalklau- sel, die alle Deliktarten umfasst, falls die Telefonüberwachung geeignet erscheint, die Führungsstrukturen des organisierten Verbrechens zu erfassen; dessen Definition ist dabei mög- lichst auf Verbrechensorganisationen internationalen Zu- schnitts mit zellenartigem Aufbau und arbeitsteiligem Mana- gement zu konzentrieren;
c. enge Umschreibung der übrigen Voraussetzungen wie kon- kreter Tatverdacht, Eignung und Subsidiarität der Mass- nahme, damit der kontrollierende Richter sicherstellen kann, dass nur die vom Gesetzgeber gewollten Ueberwachungen stattfinden; der Richter sollte seinen Entscheid in jedem Ein- zelfall summarisch begründen;
d. verbesserter Schutz von Drittpersonen, insbesondere von solchen, denen ein Zeugnisverweigerungsrecht zusteht (z. B. durch besondere Verfahrensregelungen und Verwertungsver- bote sowie durch Vorschriften über den Umgang mit Zufalls- funden); zu prüfen sind auch praktikable Möglichkeiten, zwi- schen dem Abhörvorgang und dem untersuchungsleitenden Beamten einen Filter einzubauen, der verhindert, dass der Be- amte Kenntnisse erlangt, die er nicht verwerten darf (abzuwä-
gen gegenüber dem Bedürfnis der Strafverfolgungsbehörden nach Direktschaltungen);
e. Einführung einer nachträglichen Wirksamkeitskontrolle zu den getroffenen Ueberwachungsmassnahmen (zumindest soweit diese den Betroffenen nicht mitgeteilt werden und diese daher keine Beschwerde erheben können);
f. Anpassung der übrigen geltenden Vorschriften an die Erfah- rungen in diesem Bereich (allenfalls durch Einführung einer Meldepflicht der PTT-Behörden an den kontrollierenden Rich- ter zu Beginn der Ueberwachung oder durch Schliessung von Lücken in den strafrechtlichen Bestimmungen über die Tele- fon- und Postkontrolle;
g. gesetzliche Regelung der Voraussetzungen und Verfahren für die Anordnung von Observationen und den Einsatz von Verbindungsleuten; zu prüfen ist insbesondere, ob hierfür die gleichen Regeln zu gelten haben wie für die Telefonüberwa- chung.
Zu prüfen ist jeweils, gestützt auf die Kompetenzordnung von Bund und Kantonen, ob eine Regelung ihre Wirkung nur für die Bundesbehörden oder auch für kantonale Instanzen ent- falten soll.
Die Geschäftsprüfungskommission des Nationalrates ist peri- odisch über den Verlauf der Vorarbeiten zu informieren.
Texte de la motion du 24 mai 1993
Le Conseil fédéral est chargé de soumettre, jusqu'au premier semestre de 1995 au plus tard, un projet spécial ne figurant pas au programme de la législature, et concernant une révi- sion du code pénal suisse et d'autres lois, afin de tenir compte des conclusions auxquelles la Commission de gestion du Conseil national est parvenue dans son rapport du 9 novembre 1992 concernant la surveillance téléphonique dans la Confédération.
La révision doit servir notamment à réaliser les objectifs sui- vants:
a. Création d'un bref catalogue exhaustif des infractions pou- vant donner lieu à des mesures de surveillance téléphonique: délits contre la sécurité de l'Etat, cri ± mes graves spéciale- ment désignés; il y aura notamment lieu de placer dans cette liste des délits commis de façon répétée ou permanente et qui justifient une surveillance policière complémentaire;
b. Adjonction, au catalogue des infractions, d'une clause gé- nérale applicable à toutes les sortes de délits, lorsqu'une sur- veillance téléphonique semble apte à déceler les structures di- rigeantes du crime organisé; la définition de celui-ci doit per- mettre de cerner si possible les organisations criminelles ayant une envergure internationale, comprenant des cellules et prévoyant une répartition des activités;
c. Description précise des autres conditions (dont la suspicion fondée sur des faits concrets, l'opportunité et le caractère sub- sidiaire de la mesure), afin que le juge chargé du contrôle puisse déterminer si seules les mesures de surveillance vou- lues par le législateur sont exécutées; le juge devra exposer sommairement les motifs de sa décision dans chaque cas;
d. Amélioration de la protection accordée à des tiers, notam- ment à ceux qui ont le droit de refuser de témoigner (p. ex. par des règlements spéciaux de procédure et des interdictions d'exploiter des renseignements, ainsi que par des disposi- tions sur l'utilisation de découvertes dues au hasard); il y a aussi lieu d'étudier les possibilités d'opérer un filtrage des in- formations recueillies lors de l'écoute, avant de les transmettre au fonctionnaire chargé de l'instruction, afin d'empêcher que celui-ci n'ait connaissance de renseignements qu'il n'a pas le droit d'exploiter (en l'occurrence, il sera nécessaire de procé- der à une pondération des intérêts à protéger, d'une part, et de la nécessité pour les autorités chargées de la poursuite pénale de procéder à des écoutes directes, d'autre part);
e. Institution d'un contrôle subséquent de l'efficacité des me- sures de surveillance prises (en tout cas pour autant qu'elles ne soient pas communiquées aux intéressés et que ceux-ci ne soient pas en mesure de faire recours);
f. Modification des autres dispositions en vigueur compte tenu des enseignements de l'expérience dans ce domaine (le cas échéant par l'introduction d'une obligation faite aux services des PTT d'informer le juge chargé du contrôle au début d'une
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Telefonüberwachung
surveillance ou par l'élimination de lacunes existant dans les dispositions pénales sur le contrôle téléphonique et postal); g. Réglementation légale indiquant les conditions à remplir et la procédure à suivre pour ordonner que l'on fasse des obser- vations et que l'on ait recours à des enquêteurs; il s'agit no- tamment d'examiner si les règles à appliquer dans de tels cas sont les mêmes que pour la surveillance téléphonique.
Il faut examiner dans chaque cas si une réglementation doit, en vertu de la répartition des compétences entre la Confédéra- tion et les cantons, déployer ses effets uniquement pour les autorités fédérales ou également pour celles des cantons.
La commission de gestion du Conseil national doit être infor- mée périodiquement du cours des travaux préparatoires.
Sprecher - Porte-parole: Wanner
Schriftliche Begründung
Zum Inspektionsbericht
Die Geschäftsprüfungskommission hat in ihrer Inspektion der Telefonüberwachung festgestellt, dass Bund und Kantone zwar nur in geringer Zahl Telefongespräche abhören und die Praxis der Bundesbehörden den gesetzlichen Rahmen wahrt. Fraglich erschien ihr aber, ob die Telefonabhörungen wirksam genug eingesetzt werden, um das organisierte Verbrechen und die gegen die innere oder äussere Sicherheit der Schweiz gerichtete Kriminalität zu bekämpfen. Vor allem aber hat sich der Einsatz der Telefonabhörungen von der ursprünglichen Zielsetzung des Gesetzgebers entfernt: Während die Bedeu- tung der Telefonabhörungen als gerichtliches Beweismittel gering geblieben ist, gilt jene als Fahndungsmittel der Polizei heute zum Teil als beachtlich. Daraus hat sich eine Gewichts- verlagerung in der Nutzung des Instruments in der Praxis er- geben.
Die Kommission ist daher zum Schluss gelangt, dass die ge- setzlichen Bestimmungen gemäss dem heutigen Bewusst- sein der Oeffentlichkeit in Fragen des Persönlichkeits- und Da- tenschutzes zu verschärfen sind. Insbesondere ist die Tele- fonabhörung auf die Bekämpfung des organisierten Verbre- chens zu konzentrieren, nur im Zusammenhang mit ausge- wählten Straftaten zuzulassen und gemeinsam mit der Obser- vation und dem Einsatz von V-Leuten zu regeln. Besondere Verfahren und Verwertungsverbote sollen den Schutz von Drittpersonen gewährleisten; die nachträgliche Mitteilung an die Betroffenen hat zur Regel zu werden, Ausnahmen davon sind richterlich zu bewilligen und nachträglich einer parlamen- tarischen Kontrolle zu unterziehen. Diese ist von der neuge- schaffenen Geschäftsprüfungsdelegation wahrzunehmen.
Für die Einzelheiten sei auf den Bericht der Geschäftsprü- fungskommission des Nationalrates an den Bundesrat über die Telefonüberwachung im Bund vom 9. November 1992 (BBI 1993 | 1109) verwiesen.
Zur Stellungnahme des Bundesrates
Die Kommission hat es von der Antwort des Bundesrates ab- hängig gemacht, ob sie diese Forderungen im Rahmen einer Motion dem Bundesrat zur Erfüllung übertragen wolle oder aber eine parlamentarische Initiative ergreifen solle. Der Bun- desrat hat sich in seiner Stellungnahme vom 17. Februar 1993 (BBI 1993 | 1136) grundsätzlich bereit erklärt, die meisten For- derungen der Geschäftsprüfungskommission zu prüfen. Er macht dabei aber auch einige inhaltliche Vorbehalte - so er- klärt er die heutige Regelung als ausgewogen und lehnt die Schaffung eines Deliktskataloges ab -, zudem will er die Ge- setzesbestimmungen erst mit der Revision des dritten Buches des Schweizerischen Strafgesetzbuches im Jahre 1996 dem Parlament beantragen. Im Gespräch mit dem Vorsteher des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartementes hat sich nun aber eine Lösung sowohl in bezug auf den Deliktskatalog wie auch im Hinblick auf eine gesonderte Vorlage abgezeich- net. Die Geschäftsprüfungskommission verzichtet daher auf eine parlamentarische Initiative und begnügt sich mit der vor- liegenden Motion. (Offen bleibt noch die Frage einer parla- mentarischen Initiative betreffend die Oberaufsicht durch die Geschäftsprüfungsdelegation.)
Die Abhörpraxis
Die Telefonüberwachung wird heute vor allem bei der Be-
kämpfung des Betäubungsmittelmissbrauchs eingesetzt, und zwar insbesondere im Verbund mit anderen Zwangsmassnah- men der Strafverfolgung, insbesondere der Observation oder des Einsatzes von V-Leuten. Die Telefonabhörung hat als Be- weismittel keine bedeutende Funktion erlangt. Sie ist dafür of- fenbar wenig geeignet. Hingegen dient sie als Fahndungsin- strument und als Instrument der begleitenden polizeilichen Beobachtung gegenüber dem organisierten Verbrechen. Da- mit hat gegenüber den Intentionen des Gesetzgebers von 1979 eine Gewichtsverlagerung in der Funktion der Telefon- überwachung stattgefunden: Vom Instrument im Dienste der gerichtlichen Beurteilung begangener Straftaten ist es zum In- strument der polizeilichen Beobachtung künftiger Kriminalität geworden. Wohl bleibt die Begehung eines ersten Delikts Vor- aussetzung der Massnahme, sie wird jedoch weniger benutzt, um dieses aufzuklären, als um den mutmasslichen Täter bei der Begehung einer zweiten, voraussichtlich schwereren Tat zu ertappen.
Hier und insbesondere bei der Bekämpfung des organisierten Verbrechens ergänzt die Telefonüberwachung andere polizei- liche Massnahmen wie die Observation oder Filature und den Einsatz von V-Leuten. Diese Polizeimittel werden heute weit- gehend ohne gesetzliche Grundlagen eingesetzt. Sie sind aber geeignet, Freiheit und Vertrauen der Betroffenen in ihren sozialen Beziehungen zu beeinträchtigen und damit ihre sozi- ale Integrität zu verletzen. Staatliche Behörden nehmen hier Amtshandlungen im Geheimen vor, ohne sich als solche zu er- kennen zu geben. Derartige Sonderformen staatlichen Han- delns sind regelungsbedürftig. Hinzu kommt, dass sie in aller Regel eine Telefonüberwachung zwingend erfordern. Damit ist nach heutiger Rechtslage das gesetzlich geregelte Instru- ment der Telefonabhörung in der Praxis oft abhängig von der gesetzlich ungeregelten Massnahme der Observation. Beim Einsatz von V-Leuten kommt noch hinzu, dass diese in aller Regel selber ebenfalls strafbare Handlungen begehen müs- sen, die sich nur durch den Rechtfertigungsgrund der Amts- pflicht begründen lassen. Die Voraussetzungen, unter denen diese Pflicht gilt, sollten gesetzlich geregelt werden. Die heute in der Praxis gültige Auflage, wonach sich V-Leute passiv zu verhalten hätten, ist wenig realistisch; jedenfalls taugt das In- strument unter dieser Bedingung nicht dazu, in die Führungs- strukturen des organisierten Verbrechens einzudringen. Es ist daher sinnvoller, die Voraussetzungen für den Einsatz von V- Leuten enger zu umschreiben, insbesondere auf die Bekämp- fung des internationalen organisierten Verbrechens zu be- schränken, dann aber auch zuzulassen, dass V-Leute aktiv an einer Straftat mitwirken, falls die Tatbereitschaft beim Verdäch- tigten bereits vorher feststeht. Damit liegt es nahe, diesen Be- reich ähnlich wie die Telefonüberwachung zu regeln.
Beurteilung durch die Geschäftsprüfungskommission
Die Problematik der Telefonüberwachung liegt heute nicht in der Anzahl der Fälle, sondern in der Schwere des Eingriffs im Einzelfall. Sie bildet eine schwerwiegende Beeinträchtigung der Privatsphäre des Betroffenen, die ohne dessen Wissen er- folgt. Sie verletzt das durch das Telefongeheimnis geschützte Vertrauen in die Möglichkeit, sich am Telefon ebenso frei äus- sern zu können wie in Gesprächen unter vier Augen. Moderne Menschen reagieren, wie die Fichen-Affäre gezeigt hat, sehr empfindlich auf die Verletzung dieser Aspekte der Persönlich- keitssphäre. Eine Besonderheit der Telefonüberwachung liegt ferner darin, dass sie über den Verdächtigten hinaus eine un- bestimmte Anzahl von Drittpersonen in ihrer Privatsphäre ver- letzt, ohne dass diese irgendeinen Anlass zum Verdacht straf- baren Handelns gesetzt hätten.
Der Grundgedanke der Geschäftsprüfungskommission für die künftige Regelung der Telefonüberwachung ist folgender: Beim Einsatz der Ueberwachungsmassnahmen ist abzuwä- gen zwischen dem Grundrechtsschutz des Betroffenen und zahlreicher unbeteiligter dritter Gesprächspartner einerseits und dem Interesse der Strafverfolgung andererseits. Für den Normalbereich der Strafverfolgung ist dem Grundrechts- schutz höhere Priorität beizumessen als bis anhin. Hier darf auf der Grundlage eines restriktiven Deliktskatalogs und ein- schränkender Verfahrensbestimmungen nur sehr geringer Gebrauch vom Instrument der Telefonabhörung gemacht wer-
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den. Wo hingegen unsere rechtsstaatliche Grundordnung massiv gefährdet wird, insbesondere durch Mafia, Terroris- mus und anderes organisiertes Verbrechen, ist ein breiter Ein- satz des Ueberwachungsmittels angezeigt. Denn hier wiegt das öffentliche Interesse der Allgemeinheit am Schutz unserer Gesellschaftsordnung schwerer als die erforderliche Beein- trächtigung der Grundrechte.
Die vorgeschlagene Regelung
Daher soll die heutige unbestimmte Gesetzesregelung griffi- ger gefasst werden. Die geltende gesetzliche Umschreibung reicht viel weiter, als die Praxis der Telefonabhörung sinnvol- lerweise gehen kann. Die Regelung verfehlt daher den ur- sprünglich beabsichtigten beschränkenden Einfluss auf die Praxis. Neu ist eine Ordnung notwendig, die auf einem restrik- tiven Deliktskatalog aufbaut und die Voraussetzungen für den Einsatz der Ueberwachungsmassnahmen möglichst konkret umschreibt. Der Schutz von Drittpersonen ist zu verbessern und die Wirksamkeit der Massnahmen ist nachträglich zu kon- trollieren. Eine breite Praxis soll lediglich im Bereich der Be- kämpfung des organisierten Verbrechens ermöglicht werden. Hier muss dafür ein effizienter Einsatz der Ueberwachungsmit- tel gefördert werden; dies bedingt den kombinierten Einsatz von Telefonüberwachung, Observation und V-Leuten. Die Ge- schäftsprüfungskommission verspricht sich von dieser diffe- renzierten Regelung gleichzeitig einen besseren Grund- rechtsschutz und eine wirksamere Strafverfolgung.
Développement par écrit
Le rapport d'inspection
La Commission de gestion a constaté, lors de l'inspection concernant la surveillance téléphonique, que la Confédération et les cantons n'ordonnent de surveiller qu'un petit nombre de conversations téléphoniques et que la pratique des autorités fédérales reste dans le cadre de la légalité. Elle s'est cepen- dant demandé si la surveillance téléphonique est ordonnée de façon suffisamment efficace pour lutter contre le crime orga- nisé et contre les atteintes criminelles à la sécurité interne et externe de la Confédération. De plus, la surveillance téléphoni- que est surtout utilisée à d'autres fins que celles prévues initia- lement par le législateur. Alors que son importance en tant que moyen de preuve judiciaire est restée modeste, elle constitue actuellement un puissant instrument d'investigation de la po- lice. De la sorte, l'accent mis sur l'usage de cet instrument dans la pratique s'est déplacé. La commission en a conclu que les dispositions légales doivent être renforcées compte tenu de la sensibilité actuelle de l'opinion en matière de pro- tection de la personnalité et des données. La surveillance télé- phonique devra notamment se concentrer sur la lutte contre le crime organisé; de plus, elle ne pourra être autorisée que pour la poursuite d'infractions déterminées et sera réglée de pair avec l'observation et le recours à des enquêteurs. Des procé- dures spéciales et des interdictions concernant l'exploitation de données assureront la protection de tiers; l'information subséquente des intéressés doit devenir la règle, les excep- tions devant être approuvées par le juge et faire ensuite l'objet d'un contrôle parlementaire. Celui-ci devra être exercé par la délégation des Commissions de gestion.
Pour plus de détails, on se référera au rapport du 9 novembre 1992 sur la surveillance téléphonique de la Confédération (FF 1993 | 1029).
L'avis du Conseil fédéral
La commission a décidé d'attendre la réponse du Conseil fé- déral pour déterminer si ces propositions devront être transmi- ses au gouvernement sous la forme d'une motion ou sous celle d'une initiative parlementaire. Le Conseil fédéral s'est dé- claré en principe prêt, dans son avis du 17 février 1993 (FF 1993 | 1057), à examiner la plupart des propositions faites par la Commission de gestion. En l'occurrence, il fait quelques ré- serves quant au fond - ainsi, il déclare que la réglementation actuelle est équilibrée et il rejette l'idée de créer un catalogue d'infractions - et souhaite soumettre au Parlement un projet de dispositions légales en 1996 seulement, avec la révision du livre troisième du Code pénal suisse. A la suite d'entretiens avec le chef du Département fédéral de justice et police, une solution s'est esquissee tant en ce qui concerne le catalogue
d'infractions qu'au sujet d'un projet spécial. La Commission de gestion renonce donc à une initiative parlementaire et se contente de la présente motion. (La question d'une initiative parlementaire concernant la haute surveillance par la déléga- tion des Commissions de gestion reste encore ouverte.)
La pratique en matière de surveillance téléphonique
La surveillance téléphonique est actuellement utilisée surtout dans la lutte contre la toxicomanie, de préférence conjointe- ment avec d'autres mesures coercitives prises dans le cadre de la procédure pénale, à savoir notamment l'observation et le recours à des enquêteurs. La surveillance téléphonique n'a pas acquis d'importance particulière en tant que moyen de preuve. Manifestement, elle s'y prête mal. En revanche, elle constitue un moyen d'enquête et sert à l'observation policière complémentaire dans la lutte contre le crime organisé. De la sorte, en ce qui concerne la fonction de la surveillance télé- phonique, on place l'accent ailleurs que le législateur ne l'a fait en 1979: au lieu d'être un moyen que le tribunal utilise pour ju- ger des infractions qui ont été commises, elle est devenue un instrument servant à la police pour observer la préparation de crimes. Certes, il est indispensable qu'un premier délit ait été perpétré pour qu'une mesure soit prise, mais on s'en sert non pas tant pour élucider ce délit que pour arrêter le suspect au moment où il s'apprête à en commettre un second, probable- ment plus grave.
Dans ce domaine, et notamment dans la lutte contre le crime organisé, la surveillance téléphonique complète d'autres me- sures policières, telles que l'observation ou la filature et l'enga- gement d'enquêteurs. Ces moyens d'action de la police sont en général utilisés sans fondement légal. Ils risquent cepen- dant d'affecter la liberté des intéressés et leur confiance dans autrui, donc de perturber leur intégration sociale. Des autori- tés prennent ainsi des mesures en secret. De pareilles formes spéciales de l'activité de l'Etat doivent être réglementées. En règle générale, elles imposent une surveillance téléphonique. Ainsi, dans la situation juridique actuelle, la surveillance télé- phonique, instrument dont l'usage est régi par la loi, dépend souvent, en pratique, de l'observation, mesure pour laquelle aucune disposition légale n'existe. Si on se sert d'enquêteurs, il faut en outre tenir compte du fait que ceux-ci doivent égale- ment commettre en général des infractions qui ne se justifient que par les obligations de leurs fonctions. Les conditions dans lesquelles ils peuvent agir en se prévalant de ces obligations sont à régler par la loi. La pratique actuelle, selon laquelle les enquêteurs doivent se comporter passivement, n'est pas très réaliste; en tout cas, il n'est guère possible, dans ces condi- tions, de pénétrer jusqu'aux cercles qui dirigent les organisa- tions criminelles. Il est donc préférable de définir plus stricte- ment les conditions dans lesquelles les enquêteurs peuvent être engagés, et de ne prévoir un tel engagement que pour la lutte contre le crime organisé à l'échelon international, mais de permettre alors que ces enquêteurs participent à une infrac- tion, s'il est auparavant établi que le suspect est prêt à la com- mettre. Dans ces conditions, il est indiqué de régler ce do- maine de façon analogue à la surveillance téléphonique. Appréciation par la commission de gestion
La surveillance téléphonique constitue actuellement un pro- blème non en raison du nombre des cas constatés, mais à cause de la gravité de ce genre d'interventions. Elle constitue une atteinte importante à la sphère privée de l'intéressé et a lieu à son insu. Elle ébranle la certitude, fondée sur la garantie du secret des communications téléphoniques, de pouvoir s'exprimer au téléphone aussi librement qu'entre quatre yeux. Les gens réagissent de nos jours très vivement à la violation de ces droits de la personne, comme l'a montré l'affaire des fi- ches. En outre, la surveillance téléphonique a la particularité de violer la sphère privée, non seulement du suspect, mais aussi d'un nombre indéterminé de tiers, sans que ceux-ci n'aient fait quoi que ce soit qui permette de les soupçonner d'un acte délictueux.
La Commission de gestion estime que la réglementation fu- ture de la surveillance téléphonique doit se fonder sur l'idée suivante: lorsqu'on ordonne des mesures de surveillance, il faut procéder à une pondération de l'intérêt à protéger les droits fondamentaux de la personne concernée et d'un nom-
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Finanzordnung. Ersatz
bre indéterminé de tiers, d'une part, et des nécessités de la poursuite pénale, d'autre part. Dans les conditions normales de la poursuite pénale, on doit accorder davantage d'impor- tance à la protection des droits fondamentaux qu'auparavant. Dans ce domaine, un catalogue exhaustif des infractions et des dispositions restrictives de procédure ne permettront de recourir à la surveillance téléphonique que dans un nombre très limité de cas. En revanche, lorsqu'il s'agit de lutter contre des formes de crime qui menacent gravement notre ordre juri- dique fondamental, comme le crime organisé (mafia) et le ter- rorisme, il est indiqué d'utiliser fréquemment la surveillance té- léphonique. Dans ces cas, l'intérêt général à protéger notre or- dre social a la priorité sur l'intérêt à préserver les droits fonda- mentaux.
La réglementation proposée
Vu ce qui précède, la réglementation imprécise de la loi ac- tuelle doit être formulée de façon plus stricte. La législation ac- tuelle permet une pratique trop large de la surveillance télé- phonique. La réglementation n'arrive donc pas à limiter l'appli- cation des mesures de surveillance dans la pratique, comme on l'avait prévu initialement. On a besoin d'une nouvelle régle- mentation qui se fonde sur un bref catalogue exhaustif d'in- fractions et qui définisse de façon aussi précise que possible les conditions dans lesquelles les mesures de surveillance doivent être prises. La protection des tiers doit être améliorée et l'efficacité des dispositions prises doit faire l'objet d'un contrôle subséquent. La surveillance ne doit être utilisée sur une grande échelle que dans la lutte contre le crime organisé. Dans ce domaine, il faut exiger une utilisation efficace des moyens de surveillance; cela requiert le recours à la fois à la surveillance téléphonique, à l'observation et aux enquêteurs. La Commission de gestion espère que cette réglementation différenciée assurera simultanément une meilleure protection des droits fondamentaux et une lutte plus efficace contre le crime.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 14. Juni 1993 Der Bundesrat ist bereit, die Motion entgegenzunehmen.
Déclaration écrite du Conseil fédéral du 14 juin 1993 Le Conseil fédéral est prêt à accepter la motion. Ueberwiesen - Transmis
91.079
Finanzordnung. Ersatz Régime financier. Remplacement
Differenzen - Divergences
Siehe Seite 431 hiervor - Voir page 431 ci-devant Beschluss des Ständerates vom 2. Juni 1993 Décision du Conseil des Etats du 2 juin 1993
Beschluss A1 - Arrêté A1
Titel Antrag der Kommission Mehrheit Bundesbeschluss über die Finanzordnung Minderheit (Mauch Rolf, Strahm Rudolf, Baumann, Bodenmann, Danu- ser, Gros Jean-Michel, Hämmerle, Ledergerber, Thür) Festhalten
Titre
Proposition de la commission Majorité Arrêté fédéral sur le régime financier Minorité
(Mauch Rolf, Strahm Rudolf, Baumann, Bodenmann, Danu- ser, Gros Jean-Michel, Hämmerle, Ledergerber, Thür) Maintenir
Angenommen gemäss Antrag der Mehrheit Adopté selon la proposition de la majorité
Art. 41ter Abs. 3 Antrag der Kommission Mehrheit 6,2 Prozent.
Fünf Prozent des Steuerertrages werden für Massnahmen zur Entlastung unterer Einkommensschichten verwendet.
Minderheit I (Mauch Rolf, Gros Jean-Michel) 6,2 Prozent.
Fünf Prozent des Steuerertrages werden für Massnahmen zur Entlastung unterer Einkommensschichten verwendet. (Beschluss A2 wird hinfällig)
Minderheit II
(Strahm Rudolf, Baumann, Bodenmann, Danuser, Hämmerle, Ledergerber, Thür)
.... 6,5 Prozent.
Fünf Prozent des Steuerertrages werden für Massnahmen zur Entlastung unterer Einkommensschichten verwendet. (Beschluss A2 wird hinfällig)
Art. 41ter al. 3 Proposition de la commission Majorité 6,2 pour cent.
Cinq pour cent du produit de l'impôt sont affectés à des mesu- res en faveur des classes de revenus inférieures.
Minorité / (Mauch Rolf, Gros Jean-Michel) .. 6,2 pour cent.
Cinq pour cent du produit de l'impôt sont affectés à des mesu- res en faveur des classes de revenus inférieures. (arrêté A2 caduc)
Minorité II (Strahm Rudolf, Baumann, Bodenmann, Danuser, Hämmerle, Ledergerber, Thür) . 6,5 pour cent.
Cinq pour cent du produit de l'impôt sont affectés à des mesu- res en faveur des classes de revenus inférieures. (arrêté A2 caduc)
M. Matthey, rapporteur: La commission a examiné, durant quatre heures de débat, l'ensemble des décisions prises par le Conseil des Etats.
Les deux principales divergences que nous aurons à traiter aujourd'hui concernent en fait le fond des arrêtés qui seront soumis au peuple, à savoir si nous proposons au peuple un choix ou un seul taux. La deuxième divergence concerne la compensation sociale puisque - peut-être vous en souvenez- vous -nous avions abouti, lors du débat au Conseil national, à une décision qui devait faire l'objet d'un réexamen par le Conseil des Etats. Nous reviendrons sur cette question puis- que le Conseil des Etats en a décidé autrement.
D'autres divergences secondaires seront examinées, mais la plupart des autres décisions du Conseil des Etats sont des modifications formelles.
Il convient donc maintenant de discuter du problème de fond qui nous avait déjà occupés ici, à savoir si les Chambres en- tendent proposer au peuple un seul taux ou deux. Je vous rap- pelle qu'à la suite d'une proposition de M. Wyss Paul notre
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Jahr
1993
Année
Anno
Band
III
Volume
Volume
Session
Sommersession
Session
Session d'été
Sessione
Sessione estiva
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
12
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 93.3205
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
16.06.1993 - 08:15
Date
Data
Seite
1232-1235
Page
Pagina
Ref. No
20 022 836
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