1065
Landwirtschaftliche Forschungsanstalten. Vorstösse
Koordination Naturschutz/Landwirtschaft/Landschaftspfle- ge/Erholung;
Information der landwirtschaftlichen und nichtlandwirt- schaftlichen Bevölkerung über landschaftsökologische Ge- sichtspunkte;
Erarbeiten von fachbezogenen Entscheidungsgrundlagen auf Gemeinde-, Kantons- und Bundesebene;
Erarbeiten von Grundlagendaten über den ökologischen und landwirtschaftlichen Wert von Landschaftselementen wie artenreiche Wiesen, Riedwiesen, Hecken, Borden, Einzelbäu- men, usw.
Der landwirtschaftlichen Forschung stellen sich hier eine Fülle neuer komplexer Fragen, auf die keine einfache bündige An- wort möglich ist.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
vom 12. Mai 1993 Rapport écrit du Conseil fédéral du 12 mai 1993
Der Bundesrat ist mit dem Anliegen der Motion, wie es in der Begründung zum Ausdruck kommt, weitgehend einver- standen.
In seinem 7. Landwirtschaftsbericht hat der Bundesrat klar zum Ausdruck gebracht, dass die Qualität der Nahrungsmittel, die umweltschonenden Produktionsmethoden sowie die Er- haltung einer vielfältigen Kulturlandschaft zu den wichtigsten Zielen der Landwirtschaftspolitik und der landwirtschaftlichen Forschung gehören.
Auch wenn die durch den Bundesrat im Rahmen der Sanie- rung des Bundeshaushaltes verfügte Kürzung der Budgetzah- len bei den Forschungsanstalten (1994 um 7 Millionen und 1995 um 14 Millionen Franken) zu einer Restrukturierung der Forschungsanstalten führt, soll die Bearbeitung gerade in den vom Motionär aufgelisteten Aufgabenbereichen noch ver- stärkt werden.
Umweltbezogenes Denken muss in allen Forschungsberei- chen Eingang finden. Die offensichtliche Ausrichtung der not- wendigen Forschungsarbeiten auf eine einzige Anstalt, wie sie der Motionär verlangt, würde dieser Forderung nicht entspre- chen. Aus diesem Grunde beantragt der Bundesrat, die Mo- tion abzulehnen. Weil er aber mit dem Anliegen einer verstärk- ten agrar- und landschaftsökologischen Forschungsarbeit einverstanden ist, beantragt er die Umwandlung in ein Po- stulat.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral
Der Bundesrat beantragt, die Motion in Form eines Postulates zu überweisen.
92.3111
Interpellation Wanner Zukunft der landwirtschaftlichen Forschungsanstalten Avenir des stations de recherches agricoles
Wortlaut der Interpellation vom 18. März 1992
Dem Vernehmen nach soll gegenwärtig die Zukunft der land- wirtschaftlichen Forschungsanstalten überprüft werden. Unter anderem steht die Schliessung von Forschungsanstalten zur Diskussion. Wäre dies der Fall, würde beispielsweise die jahr- zehntelang erfolgreich betriebene Zucht und Entwicklung von Getreidesorten in unserem Land aufgegeben. Damit würde nicht nur eine über unsere Landesgrenzen hinaus anerkannte Forschungstätigkeit verschwinden, sondern dies würde zu ei- nem Zeitpunkt erfolgen, da im Zuge der veränderten Agrarpo- litik, die Zucht von Getreidesorten, die sich zum Anbau in un-
serem Land eignen und die den Anforderungen des extensi- vierten Getreidebaus entsprechen, von ganz besonderer Be- deutung ist.
Ich frage deshalb den Bundesrat an:
Stimmt es, dass die Aufgabe der Forschungsanstalt Zürich- Reckenholz erwogen wird?
Wenn ja, ist sich der Bundesrat bewusst, dass dann künftig nur noch ausländische Züchtungen berücksichtigt und in der Schweiz Verwendung finden werden?
Wie steht es in diesem Fall mit unseren speziellen ökologi- schen Anforderungen und den vorhandenen Voraussetzun gen in Bezug auf die Anbaubedingungen?
International wird die Patentierung von Pflanzen angestrebt. Falls sich dies nicht verhindern lässt, müssen die Bauern in unserem Land künftig damit rechnen, höhere Lizenzgebühren an einige wenige grosse Saatgutfirmen entrichten zu müssen? 5. Würde die Aufgabe der eigenen Sortenzucht zusammen mit der möglichen Patentierung von Pflanzen die Abhängigkeit unseres Landes und seiner Nahrungsmittelgrundlagen von in diesem Bereich tätigen internationalen Organisationen und Unternehmen noch mehr verstärken?
Wäre damit eine weitere Verarmung der Sortenvielfalt zu er- warten?
Hängt die Idee der Aufgabe der Forschungsanstalt Zürich- Reckenholz mit der Patentierungsidee von Pflanzen zusam- men, da bei der Einführung der Patentierung diese For- schungsanstalt wohl nicht mehr konkurrenzfähig wäre?
Wie stellt sich der Bundesrat die Erfüllung der vielfältigen Forschungs- und Entwicklungsaufgaben im Bereich der um- weltschonenden Produktion, der Landschaftsökologie sowie der Qualitätssicherung landwirtschaftlicher Produkte vor?
Wie wären die zahlreichen Aktivitäten im Bereiche des Voll- zuges gesetzlicher Aufgaben (Umweltschutzgesetz, Hilfsstoff- kontrolle, Gewässerschutz, Pflanzenschutz, Tierschutz usw.) im deutschsprachigen Raum zu vollziehen?
Texte de l'interpellation du 18 mars 1992
On apprend que l'avenir des stations de recherches agrono- miques est à l'étude. La fermeture de certaines de ces stations serait envisagée. Si tel était le cas, il faudrait par exemple aban- donner la culture et le développement de variétés de céréales à laquelle on s'adonne avec succès dans notre pays depuis des décennies. Une forme de recherche dont la valeur est re- connue sur le plan international, dispraîtrait ainsi, juste à un moment où, en raison des modifications apportées à la politi- que agricole, le développement de variétés de céréales qui peuvent être produites dans notre pays et qui remplissent les conditions d'une culture plus extensive, est particulièrement nécessaire.
Je demande au Conseil fédéral de répondre aux questions suivantes:
Est-il exact que l'on envisage de fermer la Station de recher- ches agronomiques de Zurich-Reckenholz?
Le gouvernement se rend-il compte que, si tel était le cas, nous ne disposerions plus en Suisse que des variétés culti- vées à l'étranger?
Comment pourrait-il alors obtenir que les exigences particu- lières en matière d'écologie et les conditions concertant la culture de céréales dans notre pays soient respectées?
Sur le plan international, on cherche à breveter des variétés de plantes. S'il n'est pas possible d'empêcher un tel dévelop- pement, nos paysans doivent-ils s'attendre à payer des rede- vances de licence élevées à quelques grandes entreprises fai- sant le commerce des semences?
L'abandon de la culture de variété de plantes dans notre pays et l'éventuelle création d'un système de brevets pour cel- les-ci ne renforceront-ils pas notre dépendance, sur le plan de l'approvisionnement, par rapport à des organisations et à des entreprises internationales dans ce domaine?
Faudrait-il s'attendre à une nouvelle réduction du nombre des variétés de plantes?
L'idée de fermer la Station de recherches agronomiques de Zurich-Reckenholz est-elle une conséquence de la création de brevets pour les plantes, étant donné que ce centre ne se- rait plus concurrentiel si une telle mesure était prise?
Stations de recherches agricoles. Interventions
1066
N 7 juin 1993
Comment, selon le Conseil fédéral, serait-il possible de me- ner à bien les nombreuses recherches et autres activités ayant trait à une production ménageant l'environnement, à l'écolo- gie du paysage et à la garantie de la qualité des produits agri- coles?
Comment se dérouleraient, dans les régions de langue alle- mande, les nombreuses activités qu'implique l'exécution des tâches imposées par la loi (loi sur la protection de l'environne- ment, contrôle des matières auxiliaires, protection des eaux, des plantes, des animaux, etc.)?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bonny, Nabholz, Scheideg- ger, Wittenwiler (4)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 12. Mai 1993 Rapport écrit du Conseil fédéral du 12 mai 1993
Der Bundesrat hat im Rahmen der Sparmassnahmen unter anderem das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement beauftragt, die künftigen Aufgaben, Ziele und Strukturen der landwirtschaftlichen Forschungsanstalten zu überprüfen und im Bereich der landwirtschaftlichen Forschung die Ausgaben bis zum Jahr 1995 um 14 Millionen Franken zu reduzieren. Das EVD arbeitet gegenwärtig Pläne für eine Neustrukturie- rung und Reduktion der landwirtschaftlichen Forschung aus. 2. Es kann davon ausgegangen werden, dass die For- schungsanstalten auch weiterhin im Rahmen ihrer Pflichten- hefte den inländischen Züchtungsfragen ihre volle Aufmerk- samkeit zuwenden werden.
Im Rahmen der geplanten Neustrukturierungen werden sich die Forschungsanstalten in Zukunft verstärkt mit Fragen der Agrarökologie unter besonderer Berücksichtigung der spezifisch schweizerischen Anbaubedingungen zu befassen haben.
International sind Bestrebungen in Gang, welche die Paten- tierung von Pflanzenmaterial zum Ziele haben. Die damit ver- bundenen Fragen werden gegenwärtig von einer bundesinter- nen Arbeitsgruppe bearbeitet. Diesbezügliche Entscheide lie- gen aber noch nicht vor.
Die Schweiz war und wird auch in Zukunft bestrebt sein, eine unabhängige Sortenzucht und die damit verbundene Sicherung der Nahrungsgrundlage soweit als möglich zu er- halten.
Gerade durch die vorgesehene Verstärkung des Bereiches Agrarökologie bei den eidgenössischen Forschungsanstalten wird einer Verarmung der heute noch vorhandenen Sortenviel- falt entgegengewirkt
Die geplante Neustrukturierung der Forschungsanstalten hat keinerlei Einfluss auf deren gesetzlichen Auftrag, und es besteht auch kein Zusammenhang mit einer allfälligen Kon- kurrenzierung durch private Pflanzenzüchter.
Es ist vorgesehen, die landwirtschaftliche Forschung ge- rade in bezug auf die umweltschonende Produktion, die ent- sprechende Qualitätssicherung der landwirtschaftlichen Pro- dukte und die Agrarökologie zu verstärken und im Rahmen ei- ner vorzunehmenden Reorganisation auszubauen.
Auch bei einer möglichen Neustrukturierung der landwirt- schaftlichen Forschungsanstalten werden deren Aktivitäten im Bereich des Vollzuges der gesetzlichen Aufgaben gesamt- schweizerisch gewährleistet.
92.3312
Interpellation Baumann Landwirtschaftliche Forschungsanstalten Stations de recherches agricoles
Diskussion - Discussion Siehe Jahrgang 1992, Seite 2784 - Voir année 1992, page 2784
92.3315
Interpellation Hämmerle Landwirtschaftliche Umweltforschung Recherche agronomique sur l'environnement
Diskussion - Discussion Siehe Jahrgang 1992, Seite 2785 - Voir année 1992, page 2785
92.3349
Interpellation Grossenbacher Schliessung der landwirtschaftlichen Versuchsanstalt Liebefeld-Bern Fermeture de la station d'essais agricoles de Liebefeld-Berne
Diskussion - Discussion Siehe Jahrgang 1992, Seite 2786 - Voir année 1992, page 2786
93.3151
Postulat Zölch Neue Aufgaben für die Forschungsanstalt Liebefeld Nouvelles tâches pour la station de recherches de Liebefeld
Wortlaut des Postulates vom 18. März 1993 Der Bundesrat wird eingeladen: - in Anbetracht der notwendigen Zusammenarbeit innerhalb der Bundesverwaltung (BLW und Buwal); - mit Rücksicht auf die gesamtschweizerische Koordination ökologischer Forschungsanliegen in der Landwirtschaft; - in Anbetracht der notwendigen Zusammenarbeit unter den betreffenden Institutionen in den verschiedenen Sprachgebie- ten (insbesondere Romandie);
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Wanner Zukunft der landwirtschaftlichen Forschungsanstalten Interpellation Wanner Avenir des stations de recherches agricoles
In
Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1993
Année
Anno
Band
III
Volume
Volume
Session
Sommersession
Session
Session d'été
Sessione
Sessione estiva
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
06
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 92.3111
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 07.06.1993 - 14:30
Date
Data
Seite
1065-1066
Page
Pagina
Ref. No
20 022 808
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