Interpellation on future of agricultural research stations

20022808Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB)07.06.1993Not Examined

Zusammenfassung

National Council session record on an interpellation by Wanner concerning the future of agricultural research stations. The Federal Council replied in writing that, due to spending cuts, the competent department was reviewing the future tasks, goals, and structures of the stations and preparing a reorganization. It stated that domestic breeding would remain a priority, agrar-ecological research would be strengthened, no link existed with private breeders, and statutory enforcement tasks would continue nationwide. The matter was discussed in the session; no judicial relief or dispositive ruling was issued.

Regest

Federal Council response to parliamentary interpellation concerning agricultural research stations; planned budget-driven restructuring does not alter the statutory mandate. Where research stations are reorganized in view of savings measures, domestic breeding, agrar-ecological research, and nationwide execution of legal enforcement tasks remain to be ensured; the reorganization is not tied to private breeders’ competitiveness and does not per se entail closure decisions.

Gesamter Gesetzestext

  1. Juni 1993 N

1065

Landwirtschaftliche Forschungsanstalten. Vorstösse

  • Koordination Naturschutz/Landwirtschaft/Landschaftspfle- ge/Erholung;

  • Information der landwirtschaftlichen und nichtlandwirt- schaftlichen Bevölkerung über landschaftsökologische Ge- sichtspunkte;

  • Erarbeiten von fachbezogenen Entscheidungsgrundlagen auf Gemeinde-, Kantons- und Bundesebene;

  • Erarbeiten von Grundlagendaten über den ökologischen und landwirtschaftlichen Wert von Landschaftselementen wie artenreiche Wiesen, Riedwiesen, Hecken, Borden, Einzelbäu- men, usw.

Der landwirtschaftlichen Forschung stellen sich hier eine Fülle neuer komplexer Fragen, auf die keine einfache bündige An- wort möglich ist.

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates

vom 12. Mai 1993 Rapport écrit du Conseil fédéral du 12 mai 1993

Der Bundesrat ist mit dem Anliegen der Motion, wie es in der Begründung zum Ausdruck kommt, weitgehend einver- standen.

In seinem 7. Landwirtschaftsbericht hat der Bundesrat klar zum Ausdruck gebracht, dass die Qualität der Nahrungsmittel, die umweltschonenden Produktionsmethoden sowie die Er- haltung einer vielfältigen Kulturlandschaft zu den wichtigsten Zielen der Landwirtschaftspolitik und der landwirtschaftlichen Forschung gehören.

Auch wenn die durch den Bundesrat im Rahmen der Sanie- rung des Bundeshaushaltes verfügte Kürzung der Budgetzah- len bei den Forschungsanstalten (1994 um 7 Millionen und 1995 um 14 Millionen Franken) zu einer Restrukturierung der Forschungsanstalten führt, soll die Bearbeitung gerade in den vom Motionär aufgelisteten Aufgabenbereichen noch ver- stärkt werden.

Umweltbezogenes Denken muss in allen Forschungsberei- chen Eingang finden. Die offensichtliche Ausrichtung der not- wendigen Forschungsarbeiten auf eine einzige Anstalt, wie sie der Motionär verlangt, würde dieser Forderung nicht entspre- chen. Aus diesem Grunde beantragt der Bundesrat, die Mo- tion abzulehnen. Weil er aber mit dem Anliegen einer verstärk- ten agrar- und landschaftsökologischen Forschungsarbeit einverstanden ist, beantragt er die Umwandlung in ein Po- stulat.

Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral

Der Bundesrat beantragt, die Motion in Form eines Postulates zu überweisen.

92.3111

Interpellation Wanner Zukunft der landwirtschaftlichen Forschungsanstalten Avenir des stations de recherches agricoles

Wortlaut der Interpellation vom 18. März 1992

Dem Vernehmen nach soll gegenwärtig die Zukunft der land- wirtschaftlichen Forschungsanstalten überprüft werden. Unter anderem steht die Schliessung von Forschungsanstalten zur Diskussion. Wäre dies der Fall, würde beispielsweise die jahr- zehntelang erfolgreich betriebene Zucht und Entwicklung von Getreidesorten in unserem Land aufgegeben. Damit würde nicht nur eine über unsere Landesgrenzen hinaus anerkannte Forschungstätigkeit verschwinden, sondern dies würde zu ei- nem Zeitpunkt erfolgen, da im Zuge der veränderten Agrarpo- litik, die Zucht von Getreidesorten, die sich zum Anbau in un-

serem Land eignen und die den Anforderungen des extensi- vierten Getreidebaus entsprechen, von ganz besonderer Be- deutung ist.

Ich frage deshalb den Bundesrat an:

  1. Stimmt es, dass die Aufgabe der Forschungsanstalt Zürich- Reckenholz erwogen wird?

  2. Wenn ja, ist sich der Bundesrat bewusst, dass dann künftig nur noch ausländische Züchtungen berücksichtigt und in der Schweiz Verwendung finden werden?

  3. Wie steht es in diesem Fall mit unseren speziellen ökologi- schen Anforderungen und den vorhandenen Voraussetzun gen in Bezug auf die Anbaubedingungen?

  4. International wird die Patentierung von Pflanzen angestrebt. Falls sich dies nicht verhindern lässt, müssen die Bauern in unserem Land künftig damit rechnen, höhere Lizenzgebühren an einige wenige grosse Saatgutfirmen entrichten zu müssen? 5. Würde die Aufgabe der eigenen Sortenzucht zusammen mit der möglichen Patentierung von Pflanzen die Abhängigkeit unseres Landes und seiner Nahrungsmittelgrundlagen von in diesem Bereich tätigen internationalen Organisationen und Unternehmen noch mehr verstärken?

  5. Wäre damit eine weitere Verarmung der Sortenvielfalt zu er- warten?

  6. Hängt die Idee der Aufgabe der Forschungsanstalt Zürich- Reckenholz mit der Patentierungsidee von Pflanzen zusam- men, da bei der Einführung der Patentierung diese For- schungsanstalt wohl nicht mehr konkurrenzfähig wäre?

  7. Wie stellt sich der Bundesrat die Erfüllung der vielfältigen Forschungs- und Entwicklungsaufgaben im Bereich der um- weltschonenden Produktion, der Landschaftsökologie sowie der Qualitätssicherung landwirtschaftlicher Produkte vor?

  8. Wie wären die zahlreichen Aktivitäten im Bereiche des Voll- zuges gesetzlicher Aufgaben (Umweltschutzgesetz, Hilfsstoff- kontrolle, Gewässerschutz, Pflanzenschutz, Tierschutz usw.) im deutschsprachigen Raum zu vollziehen?

Texte de l'interpellation du 18 mars 1992

On apprend que l'avenir des stations de recherches agrono- miques est à l'étude. La fermeture de certaines de ces stations serait envisagée. Si tel était le cas, il faudrait par exemple aban- donner la culture et le développement de variétés de céréales à laquelle on s'adonne avec succès dans notre pays depuis des décennies. Une forme de recherche dont la valeur est re- connue sur le plan international, dispraîtrait ainsi, juste à un moment où, en raison des modifications apportées à la politi- que agricole, le développement de variétés de céréales qui peuvent être produites dans notre pays et qui remplissent les conditions d'une culture plus extensive, est particulièrement nécessaire.

Je demande au Conseil fédéral de répondre aux questions suivantes:

  1. Est-il exact que l'on envisage de fermer la Station de recher- ches agronomiques de Zurich-Reckenholz?

  2. Le gouvernement se rend-il compte que, si tel était le cas, nous ne disposerions plus en Suisse que des variétés culti- vées à l'étranger?

  3. Comment pourrait-il alors obtenir que les exigences particu- lières en matière d'écologie et les conditions concertant la culture de céréales dans notre pays soient respectées?

  4. Sur le plan international, on cherche à breveter des variétés de plantes. S'il n'est pas possible d'empêcher un tel dévelop- pement, nos paysans doivent-ils s'attendre à payer des rede- vances de licence élevées à quelques grandes entreprises fai- sant le commerce des semences?

  5. L'abandon de la culture de variété de plantes dans notre pays et l'éventuelle création d'un système de brevets pour cel- les-ci ne renforceront-ils pas notre dépendance, sur le plan de l'approvisionnement, par rapport à des organisations et à des entreprises internationales dans ce domaine?

  6. Faudrait-il s'attendre à une nouvelle réduction du nombre des variétés de plantes?

  7. L'idée de fermer la Station de recherches agronomiques de Zurich-Reckenholz est-elle une conséquence de la création de brevets pour les plantes, étant donné que ce centre ne se- rait plus concurrentiel si une telle mesure était prise?

Stations de recherches agricoles. Interventions

1066

N 7 juin 1993

  1. Comment, selon le Conseil fédéral, serait-il possible de me- ner à bien les nombreuses recherches et autres activités ayant trait à une production ménageant l'environnement, à l'écolo- gie du paysage et à la garantie de la qualité des produits agri- coles?

  2. Comment se dérouleraient, dans les régions de langue alle- mande, les nombreuses activités qu'implique l'exécution des tâches imposées par la loi (loi sur la protection de l'environne- ment, contrôle des matières auxiliaires, protection des eaux, des plantes, des animaux, etc.)?

Mitunterzeichner - Cosignataires: Bonny, Nabholz, Scheideg- ger, Wittenwiler (4)

Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 12. Mai 1993 Rapport écrit du Conseil fédéral du 12 mai 1993

  1. Der Bundesrat hat im Rahmen der Sparmassnahmen unter anderem das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement beauftragt, die künftigen Aufgaben, Ziele und Strukturen der landwirtschaftlichen Forschungsanstalten zu überprüfen und im Bereich der landwirtschaftlichen Forschung die Ausgaben bis zum Jahr 1995 um 14 Millionen Franken zu reduzieren. Das EVD arbeitet gegenwärtig Pläne für eine Neustrukturie- rung und Reduktion der landwirtschaftlichen Forschung aus. 2. Es kann davon ausgegangen werden, dass die For- schungsanstalten auch weiterhin im Rahmen ihrer Pflichten- hefte den inländischen Züchtungsfragen ihre volle Aufmerk- samkeit zuwenden werden.

  2. Im Rahmen der geplanten Neustrukturierungen werden sich die Forschungsanstalten in Zukunft verstärkt mit Fragen der Agrarökologie unter besonderer Berücksichtigung der spezifisch schweizerischen Anbaubedingungen zu befassen haben.

  3. International sind Bestrebungen in Gang, welche die Paten- tierung von Pflanzenmaterial zum Ziele haben. Die damit ver- bundenen Fragen werden gegenwärtig von einer bundesinter- nen Arbeitsgruppe bearbeitet. Diesbezügliche Entscheide lie- gen aber noch nicht vor.

  4. Die Schweiz war und wird auch in Zukunft bestrebt sein, eine unabhängige Sortenzucht und die damit verbundene Sicherung der Nahrungsgrundlage soweit als möglich zu er- halten.

  5. Gerade durch die vorgesehene Verstärkung des Bereiches Agrarökologie bei den eidgenössischen Forschungsanstalten wird einer Verarmung der heute noch vorhandenen Sortenviel- falt entgegengewirkt

  6. Die geplante Neustrukturierung der Forschungsanstalten hat keinerlei Einfluss auf deren gesetzlichen Auftrag, und es besteht auch kein Zusammenhang mit einer allfälligen Kon- kurrenzierung durch private Pflanzenzüchter.

  7. Es ist vorgesehen, die landwirtschaftliche Forschung ge- rade in bezug auf die umweltschonende Produktion, die ent- sprechende Qualitätssicherung der landwirtschaftlichen Pro- dukte und die Agrarökologie zu verstärken und im Rahmen ei- ner vorzunehmenden Reorganisation auszubauen.

  8. Auch bei einer möglichen Neustrukturierung der landwirt- schaftlichen Forschungsanstalten werden deren Aktivitäten im Bereich des Vollzuges der gesetzlichen Aufgaben gesamt- schweizerisch gewährleistet.

92.3312

Interpellation Baumann Landwirtschaftliche Forschungsanstalten Stations de recherches agricoles

Diskussion - Discussion Siehe Jahrgang 1992, Seite 2784 - Voir année 1992, page 2784

92.3315

Interpellation Hämmerle Landwirtschaftliche Umweltforschung Recherche agronomique sur l'environnement

Diskussion - Discussion Siehe Jahrgang 1992, Seite 2785 - Voir année 1992, page 2785

92.3349

Interpellation Grossenbacher Schliessung der landwirtschaftlichen Versuchsanstalt Liebefeld-Bern Fermeture de la station d'essais agricoles de Liebefeld-Berne

Diskussion - Discussion Siehe Jahrgang 1992, Seite 2786 - Voir année 1992, page 2786

93.3151

Postulat Zölch Neue Aufgaben für die Forschungsanstalt Liebefeld Nouvelles tâches pour la station de recherches de Liebefeld

Wortlaut des Postulates vom 18. März 1993 Der Bundesrat wird eingeladen: - in Anbetracht der notwendigen Zusammenarbeit innerhalb der Bundesverwaltung (BLW und Buwal); - mit Rücksicht auf die gesamtschweizerische Koordination ökologischer Forschungsanliegen in der Landwirtschaft; - in Anbetracht der notwendigen Zusammenarbeit unter den betreffenden Institutionen in den verschiedenen Sprachgebie- ten (insbesondere Romandie);

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Interpellation Wanner Zukunft der landwirtschaftlichen Forschungsanstalten Interpellation Wanner Avenir des stations de recherches agricoles

In

Dans

In

Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr

1993

Année

Anno

Band

III

Volume

Volume

Session

Sommersession

Session

Session d'été

Sessione

Sessione estiva

Rat

Nationalrat

Conseil

Conseil national

Consiglio

Consiglio nazionale

Sitzung

06

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 92.3111

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 07.06.1993 - 14:30

Date

Data

Seite

1065-1066

Page

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20 022 808

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