N 2 juin 1993
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Interpellation (Houmard-)Giger
91.3347
Interpellation (Houmard-)Giger Verwendung von Holz in der Bundesverwaltung Utilisation du bois dans l'administration
Diskussion - Discussion
Siehe Jahrgang 1991, Seite 2520 - Voir année 1991, page 2520
Giger: Obwohl diese Interpellation nicht mehr taufrisch ist, hat sie keineswegs an Aktualität verloren, denn in der Zwischen- zeit sind wir in eine Rezession ungewohnten Ausmasses hin- eingeschlittert, welche in der schweizerischen Holzwirtschaft nebst allen bekannten und anstehenden Problemen zusätzli- che Spuren hinterlässt. So ist auch der Arbeitsplatz Wald für Arbeitnehmer vermehrt gefährdet.
Absatzschwierigkeiten, verbunden mit Tiefstpreisen beim Rundholz, haben zu enormen finanziellen Engpässen bei den Holzproduzenten geführt. Nebst der Landwirtschaft sind vor allem die Gemeinden betroffen. Die spärlich fliessenden Bei- träge der öffentlichen Hand haben das Problem zusätzlich ver- schärft. Die manchenorts aufgezwungene Aufhebung der Be- wirtschaftung der Wälder hat sogar zur Entlassung von För- stern, Forstwarten und Waldarbeitern geführt, eine vor weni- gen Jahren noch unvorstellbare Sachlage. Als indirekt Verant- wortlicher für einige 100 Hektaren Berg- und Schutzwald einer Bürgergemeinde sind mir diese Probleme bestens bekannt und erfüllen mich mit Sorge.
Nebst der rezessiven wirtschaftlichen Entwicklung leidet die Waldwirtschaft heute noch unter den verheerenden Auswir- kungen des Jahrhundertsturms Vivian vom 20. Februar 1990. Des Unglücks nicht genug hat letztes Jahr eine Borken- käferinvasion unseren Waldungen wie noch nie in diesem Jahrhundert zugesetzt und zu Zwangsnutzungen von annä- hernd einer halben Million Kubikmetern Holz geführt. Dieses Jahr ist mit einem ähnlichen Käferbefall zu rechnen. Diese Zwangsnutzung von Käferholz hat zusätzlich zu Qualitätsmin- derungen geführt, was Einbussen von rund 35 Franken pro Festmeter Holz ausmachen dürfte.
Auch wegen den schon seit Jahren andauernden und heute verstärkten Schwierigkeiten, diesen wertvollen und praktisch einzigen Rohstoff unseres Landes abzusetzen, sind die Ge- meinden, welche dringend auf die Einnahmen aus ihren Wal- dungen angewiesen sind, vor enorme wirtschaftliche Pro- bleme gestellt.
Jedoch nicht nur die Waldwirtschaft, sondern das ganze holz- verarbeitende Gewerbe steht, teils rezessionsbedingt, vor enormen Schwierigkeiten. Das «Sägereiensterben» geht schonungslos weiter, und abermals muss ich erleben, wie ein leistungsfähiger Sägereibetrieb und mit ihm wertvolle Arbeits- plätze in meiner Gemeinde verlorengehen. Billigimporte von Bau- und Schnittholz sind in einem liberalisierten Markt die Ur- sache für diese höchst unerfreuliche Entwicklung. Es ist uns nicht geholfen, wenn wir uns ob dieser Entwicklung selbst be- mitleiden. Es liegt an uns, dort einzugreifen und Holzprodukte einzusetzen, wo wir - damit meine ich die öffentliche Hand und den Bund im speziellen - die Möglichkeit dazu haben.
Ziel meines Votums soll sein, mit Nachdruck auf die immer prekärer werdende Situation in der Waldwirtschaft aufmerk- sam zu machen. Sie, Frau Bundesrätin Dreifuss, haben das für das Holz zuständige Departement neu übernommen. Ich möchte Sie ganz einfach bitten, diesem nicht zu verkennen- den Problem Ihre volle Aufmerksamkeit zu schenken. Der Bund, d. h. das Amt für Bundesbauten, ist mit einem jährlichen Auftragsvolumen von annähernd einer Milliarde Franken der wichtigste Bauherr in der Schweiz. Als Mitglied der Kommis- sion für öffentliche Bauten (KöB) habe ich vermehrt Einsicht in
die Bautätigkeit des Bundes im zivilen Sektor. Neue Techniken eröffnen heute auch im konstruktiven Bereich ungeahnte Möglichkeiten in der Verwendung des Baumaterials Holz. Die Zeit, als bei einem Neubau Holz nur als Lattenroste für Keller- abteile verwendet wurde, gehört endgültig der Vergangen- heit an.
In der Beantwortung dieser Interpellation hat der Bundesrat zur Möglichkeit Stellung genommen, Holz bei zivilen Bauten zu verwenden. Ich hoffe, dass all die aufgezeigten Möglichkei- ten nicht nur gedrucktes Papier bleiben, obwohl auch Papier aus Holz hergestellt wird.
Es zeigt sich leider, dass im militärischen Sektor da und dort Holz durch Kunststoff verdrängt wird, sicher aus Preis- und An- wendungsgründen. Ansprechen möchte ich damit den Sektor Schiessscheiben, die teilweise in unserer Region hergestellt werden und auch bei der Schiessschule Walenstadt Verwen- dung finden. Wenn die Kosten durch eine solche Umstellung im Moment auch gesenkt werden können, stellen sich auf der anderen Seite nicht ausser acht zu lassende Entsorgungspro- bleme ökologischer Art.
Es kommt dazu, dass der Rohstoff Holz in unseren Regionen in grossen Mengen anfällt und militärisch belastete Gebiete als Kompensation ihre Produkte gerne dem EMD anbieten. Schliesslich geht es auch um die Erhaltung von Arbeitsplätzen im Rand- und Berggebiet. In diesem Sinne hoffe ich, dass Ko- berio 3 seine Wirkung nicht verfehlen wird.
Abschliessend möchte ich festhalten, dass sich der Wirt- schaftssektor Wald und Holz aus eigener Kraft und auf privat- wirtschaftlicher Basis seiner Haut wehren muss. Er kann dies aber besser, wenn der Staat günstige Rahmenbedingungen schafft und auf die grossen ökologischen Vorteile dieses Bau- stoffes hinweist.
Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass wir dem Holz - als ein- zigem und zugleich nachwachsendem Rohstoff - in der Wald- und Holzwirtschaft 100 000 dezentrale, über die ganze Schweiz verteilte Arbeitsplätze verdanken. In diesem Sinne möchte ich Sie, Frau Bundesrätin, mit Nachdruck bitten, der ganzen Problematik, die diese Interpellation zum Gegenstand hat, Ihre volle Aufmerksamkeit zu schenken.
Mme Dreifuss, conseillère fédérale: Je tiens à assurer M. Giger que son appel a été entendu et qu'il correspond également aux voeux du Département fédéral de l'intérieur d'agir par les deux instruments qui sont en ses mains.
Le premier instrument est l'ordonnance sur des mesures ex- traordinaires pour la conservation de la forêt. Il est clair que ce département a un rôle important à jouer dans la protection des forêts et qu'il essaie de l'appliquer grâce aux mesures de sub- . ventionnement qu'il peut déployer.
Le deuxième instrument très important est l'Office des con- structions fédérales, par l'influence qu'il peut avoir, dans un volume de construction important, sur l'utilisation du bois. Dans ce domaine, que ce soit dans la construction elle-même ou dans l'aménagement des bureaux et l'achat de meubles, il veille de plus en plus à tenir compte des conditions écologi- ques et, en particulier, de l'utilisation du bois indigène, qui est une condition pour que la forêt puisse effectivement se renou- veler.
Je remercie M. Giger d'avoir insisté sur cette tâche si impor- tante de mon département.
Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates teilweise befriedigt
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Jahr
1993
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Band
III
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Sommersession
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Sessione
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Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
02
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 91.3347
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Numero dell'oggetto
Datum 02.06.1993 - 08:00
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910-910
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