Motion on cruel breeding practices transmitted as postulate

20022688Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB)29.04.1993Partially Granted

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

Hansjürg Weder’s motion asked for an explicit statutory prohibition of cruel breeding practices in animal protection law. The Federal Council replied that such practices were already largely covered by the general principles of the Animal Protection Act and that additional issues, such as imports and research exceptions, required further study. On 29 April 1993, the National Council transmitted the proposal as a postulate.

Omnilex-Regeste

Parliamentary motion; conversion into postulate; the chamber may limit the procedural effect of a motion by transmitting it only as a postulate where the requested legislative action requires further examination. Existing general animal-protection principles may already cover the targeted conduct, and ancillary questions such as imports and research exceptions justify a less binding referral.

Gesamter Gesetzestext

N 29 avril 1993

854

Motion Weder Hansjürg

91.3293

Motion Weder Hansjürg Verbot von Qualzüchtung Interdiction des pratiques d'élevage cruelles

Wortlaut der Motion vom 18. September 1991 Der Bundesrat wird ersucht, ein Verbot von Qualzüchtung im Tierschutzgesetz vorzulegen.

Texte de la motion du 18 septembre 1991 Le Conseil fédéral est chargé de soumettre aux Chambres une nouvelle disposition de la loi sur la protection des animaux interdisant les pratiques d'élevage cruelles.

Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Baerlocher, Bär, Bäumlin, Brügger, Danuser, Diener, Dünki, Fankhauser, Gar- diol, Grendelmeier, Günter, Hafner Rudolf, Hafner Ursula, Jeanprêtre, Kuhn, Leutenegger Oberholzer, Longet, Maeder, Meier Hans, Meier Samuel, Pitteloud, Ruffy, Schmid Peter, Stocker, Thür, Ulrich, Wiederkehr (28)

Schriftliche Begründung - Développement par écrit

In der Schweiz werden Truten gemästet, die derart einseitig auf Fleisch gezüchtet sind, dass sie nicht mehr normal gehen können. Sie taumeln wie betrunken und müssen sich nach kurzer Strecke immer wieder niederlegen. Das Skelettwachs- tum ist derart im Ungleichgewicht mit dem züchterisch be- schleunigten Fleischansatz, dass die Tiere genetisch bedingt nicht mehr artgerecht leben können. Es muss klar von einer züchterischen Tierquälerei, d. h. von einer Qualzüchtung, ge- sprochen werden. Das Deutsche Tierschutzgesetz verbietet Qualzüchtungen in Paragraph 11b.

Wie das Beispiel mit den Masttruten zeigt, ist es dringend, dass auch in der Schweiz ein solches Verbot erlassen wird. Es besteht auch die Gefahr, dass in Zukunft mit gentechnischen Methoden derartige abnorme, qualvolle Züchtungen be- schleunigt und in grösserem Umfang auftreten werden.

Das Verbot der Qualzucht sollte auch das Verbot der Haltung derart gezüchteter Tiere beinhalten, da die Zucht ja im Ausland erfolgen könnte. Allerdings ist es kaum verständlich, dass das Bundesamt für Veterinärwesen als Oberaufsichtsinstanz für den Tierschutz nicht schon längst aufgrund des gültigen Tier- schutzgesetzes gegen diese Art von Trutenmast eingeschrit- ten ist. Die Mast derart leidender Tiere steht doch offensicht- lich im Widerspruch zu Artikel 2 des Tierschutzgesetzes. Der Tierschutzvollzug wird ewig im argen liegen, wenn alles und jedes zuerst detailliert vorgeschrieben werden muss, bis die zuständigen Vollzugsorgane endlich handeln.

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 29. April 1992 Rapport écrit du Conseil fédéral du 29 avril 1992

Der Begriff «Qualzucht» umfasst Rassen, Schläge und Zuchtli- nien gezüchteter Tierarten, welche aufgrund ihrer Erbanlagen Körperstrukturen oder -funktionen ausbilden, die erhebliche Schäden oder funktionelle Störungen darstellen oder zu sol- chen führen können. Die Qualzucht ist im Tierschutzgesetz nicht ausdrücklich aufgeführt. Sie wird aber grundsätzlich durch die allgemeinen Grundsätze von Artikel 2 Absatz 3 des Tierschutzgesetzes erfasst. Danach darf niemand «ungerecht- fertigt einem Tier Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen oder es in Angst versetzen». Bisher wurde jedoch in unserem Land noch kein Verfahren wegen Zuchtmethoden, die als Qualzucht bezeichnet werden müssen, durchgeführt.

Das eindeutige Zurückführen von Schäden und Störungen auf Zuchtfaktoren ist schwierig; andere Faktoren, wie die Fütte- rung oder die Haltungsbedingungen, bestimmen die Ausprä-

gung von Schäden und Störungen mit. Im Zusammenhang mit einer gesetzlichen Regelung müssen verschiedene Aspekte mit berücksichtigt werden, so u. a. der Import von Tie- ren mit angezüchteten Mängeln und Ausnahmen im Rahmen der Forschung. Die in der Begründung der Motion angeführ- ten Masttruten stammen von ausländischen Zuchtlinien ab. Der ständige Ausschuss des Europäischen Uebereinkom- mens zum Schutz von Tieren in landwirtschaftlichen Tierhal- tungen vom 10. März 1976 hat 1991 eine Ergänzung des Uebereinkommens zum Schutz der Nutztiere vor quäleri- schen Züchtungen verabschiedet. Das Ministerkomitee des Europarates hat den Zusatz am 15. November 1991 zur Unter- zeichnung aufgelegt. Gegenwärtig wird die Unterzeichnung durch die Schweiz geprüft.

Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln.

Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat

92.3120

Motion Weder Hansjürg Abschaffung der Preisbevorzugung für helles Kalbfleisch Viande de veau claire. Abolition du prix de faveur

Wortlaut der Motion vom 19. März 1992 Der Bundesrat wird beauftragt, die Preisbevorzugung für hel- les Kalbfleisch abzuschaffen.

Texte de la motion du 19 mars 1992 Le Conseil fédéral est chargé d'abolir le prix de faveur dont fait l'objet la viande de veau claire.

Mitunterzeichner - Cosignataires: Bär, Baumann, Bäumlin, Bi- schof, Borradori, Bühlmann, Carobbio, Danuser, Diener, Dünki, Fankhauser, von Felten, Gardiol, Gonseth, Gross An- dreas, Hafner Rudolf, Hollenstein, Jaeger, Leuenberger Ernst, Maspoli, Meier Hans, Meier Samuel, Misteli, Robert, Ruf, Ruffy, Schmid Peter, Sieber, Stalder, Steffen, Thür, Wiederkehr, Zwy- gart (33)

Schriftliche Begründung - Développement par écrit

Die Schweizer Mastkälber werden gemäss den vom Bundes- rat genehmigten, offiziellen Qualitätsanforderungen gemä- stet. In neun bis zwölf Wochen wächst ein Kalb zur Schlacht- reife heran und wiegt dann 160 bis 180 Kilogramm. Auch über die Verwertung der Kälber wacht der Bund und sichert den Bauern den Absatz zu offiziellen Richtpreisen. Die Schweizeri- sche Genossenschaft für Schlachtvieh- und Fleischversor- gung (GSF) nimmt sich dieser Aufgabe an.

Für die Bewertung der Kälber und die Festsetzung der Abnah- mepreise stützt sie sich auf eine Einschätzungstabelle. Neben den Kriterien «Fleischigkeit» und «Deckung des Schlachtkör- pers» spielt dabei vor allem die Farbe des Fleisches eine Rolle: je heller, desto höher der Preis. Das EVD wacht über die Ein- haltung der Kriterien und Richtpreise.

Um möglichst helles, weisses Fleisch zu erhalten, das am mei- sten einbringt, werden die Kälber bis zur Schlachtreife in der Regel mit Flüssignahrung in Form von Milch, Milchpulver und eiweissreichen Milchersatzprodukten gemästet. Diese Ernäh- rung entspricht aber keineswegs den natürlichen Bedürfnis-

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Motion Weder Hansjürg Verbot von Qualzüchtung Motion Weder Interdiction des pratiques d'élevage cruelles

In

Dans

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Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr

1993

Année

Anno

Band

II

Volume

Volume

Session

Aprilsession

Session

Session d'avril

Sessione

Sessione di aprile

Rat

Nationalrat

Conseil

Conseil national

Consiglio

Consiglio nazionale

Sitzung

06

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 91.3293

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 29.04.1993 - 08:00

Date

Data

Seite

854-854

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Ref. No

20 022 688

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Schlagwörter

animal protectionbreeding practicesparliamentary motionpostulatelegislative procedure

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the motion requesting a statutory ban on cruel breeding practices should be accepted as filed or converted into a postulate.

Extrahierter Entscheid

The National Council transmitted the proposal only as a postulate, not as a binding motion.

Extrahierte Begründung

The Federal Council considered that cruel breeding practices were already broadly covered by existing animal protection principles and that broader legislative questions, including imports and research exceptions, required further examination.

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