Interpellation Moser
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92.3517
Interpellation Moser Sabotage einer Unterschriftensammlung durch Radio DRS Sabotage par la radio DRS d'une récolte de signatures
Wortlaut der Interpellation vom 15. Dezember 1992
Das Initiativkomitee «für eine freiheitliche Medienordnung ohne Medien-Monopole» sammelt zurzeit Unterschriften in der ganzen Schweiz. Um eine möglichst effiziente Unterschrif- tensammlung zu ermöglichen, richtete das Initiativkomitee durch die PTT eine sogenannte 155er Telefonnummer ein, mit welcher Unterschriftenbogen für die Initiative kostenlos be- stellt werden können. Seit der Einrichtung dieser Dienstlei- stung gingen täglich zwischen 40 und 50 Bestellungen für Un- terschriftenbogen ein. Nach gut zwei Wochen erfolgreicher Aktion gingen plötzlich nur noch drei bis vier Bestellungen pro Tag ein, obschon die Leitung den ganzen Tag angewählt wurde. Eine Fangschaltung der PTT brachte nun Erstaunli- ches an den Tag: Die 155er Nummer des Initiativkomitees wurde missbräuchlich durch das Radio DRS, Direktion Basel, blockiert. Die Ermittlung der PTT hat ergeben, dass die mani- pulierten Anrufe systematisch und abwechslungsweise über zwei Telefonnummern von Radio DRS über eine Computerlei- tung an die 155er Nummer des Initiativkomitees erfolgten.
Diese höchst unwürdige Sabotage der Unterschriftensamm- lung durch das Radio DRS wird nun von deren Direktion mit ei- ner angeblichen Panne bei der Software der Uebermittlungsge- räte, die an der Computerleitung angeschlossen sind, erklärt. Das Initiativkomitee akzeptiert die von Radio DRS verbreitete Erklärung nicht, es handle sich um eine «technische Störung». Es ist in keiner Weise ersichtlich, weshalb denn Radio DRS Ba- sel zwei Telefonnummern (Tel. 061/352278 und 352304) auf die 155er Nummer des Initiativkomitees programmieren soll, wenn nicht zum Zwecke des Missbrauchs! Das Vergehen von Radio DRS Basel ist unserer Meinung nach aus staatspoliti- scher Sicht skandalös und bedarf der Intervention des EVED. Wir bitten den Bundesrat in diesem Zusammenhang um die Beantwortung folgender Fragen:
Ist der Bundesrat als Konzessions- und Aufsichtsbehörde der SRG bereit, diesen Fall untersuchen zu lassen?
Welche Konsequenzen zieht der Bundesrat aus dieser Affäre?
Was gedenkt der Bundesrat als Vorkehrung gegen miss- bräuchliche Handlungen einer SRG-Institution, wie im vorlie- genden Fall, zu unternehmen?
Texte de l'interpellation du 15 décembre 1992
Le comité qui a lancé l'initiative «pour un régime libéral des médias et une suppression des monopoles» récolte actuelle- ment des signatures dans toute la Suisse. Afin que cette ré- colte soit des plus efficaces, il s'est adressé aux PTT pour ou- vrir une ligne téléphonique sur le 155. Cette ligne permet de commander gratuitement des listes destinées à recueillir des signatures pour l'initiative. Au début de l'opération, 40 à 50 listes étaient commandées quotidiennement. Mais au bout de deux semaines fructueuses, les commandes ont brusque- ment chuté, se stabilisant à trois ou quatre par jour, alors que les abonnés continuaient à appeler ce numéro toute la jour- née. Grâce à un dispositif d'interception, les PTT ont démas- qué une pratique surprenante: le numéro en question avait été bloqué abusivement par la direction de la radio DRS à Bâle. L'enquête menée par les PTT a révélé que tous les appels aboutissaient en alternance sur deux lignes de la radio DRS raccordées au numéro 155 par une ligne informatisée.
La direction de la radio DRS prétend que ce sabotage honteux est dû à une panne du logiciel équipant les appareils de trans- mission qui sont raccordés à la ligne informatisée.
Le comité d'initiative n'accepte pas la version de la radio DRS, qui fait état d'un problème technique. On ne voit absolument pas pourquoi cette radio aurait programmé deux numéros de téléphone (le 061/35 22 78 et le 061/35 23 04) sur le numéro 155 du comité d'initiative, si ce n'est à des fins abusi- ves! A nos yeux, l'attitude de la radio DRS est scandaleuse du point de vue politique et elle nécessite l'intervention du DFTCE. A cet égard, nous prions le Conseil fédéral de répon- dre aux questions suivantes:
En sa qualité d'autorité octroyant les concessions et d'auto- rité de surveillance de la SSR, est-il disposé à faire examiner ce cas?
Quelles conséquences tire-t-il de cette affaire?
Quelles mesures pense-t-il prendre pour lutter contre les pratiques abusives des organes de la SSR, notamment celle dont il est question?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Allenspach, Aubry, Binder, Bischof, Blocher, Bonny, Borer Roland, Borradori, Bortoluzzi, Cincera, Daepp, Dettling, Dreher, Fehr, Fischer-Hägglingen, Fritschi Oscar, Giezendanner, Giger, Hegetschweiler, Jenni Peter, Keller Rudolf, Kern, Maspoli, Mauch Rolf, Maurer, Miesch, Müller, Neuenschwander, Reimann Maximilian, Ruf, Scherrer Jürg, Stalder, Stamm Luzi, Steffen, Steinemann, Wit- tenwiler (36)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 3. Februar 1993 Rapport écrit du Conseil fédéral du 3 février 1993
Wie jede andere natürliche und juristische Person hat auch die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) die allgemeine Rechtsordnung zu respektieren. Wo dies nicht der Fall ist, sind die Verantwortlichen durch die zuständigen In- stanzen im Rahmen der dafür vorgesehenen Verfahren zur Re- chenschaft zu ziehen. Sollte im vorliegenden Fall eine Telefon- leitung des Initiativkomitees absichtlich blockiert worden sein, wäre es Sache der zuständigen Gerichtsbehörden, die betref- fenden Mitarbeiter von Radio DRS straf- oder zivilrechtlich zu belangen. Das Initiativkomitee hat mit einem Strafantrag die notwendigen Schritte zur strafrechtlichen Abklärung des Vor- falles eingeleitet.
Der Vorfall in Basel betrifft allenfalls das Straf- und nicht das Medienrecht beziehungsweise die Konzession der SRG. Ge- mäss dem rechtsstaatlich grundlegenden Prinzip der Gewal- tentrennung ist es daher Sache der zuständigen Gerichte, ent- sprechende Rechtsverletzungen festzustellen. Folglich müss- ten allfällige Massnahmen gegen Radio DRS oder dessen Mit- arbeiter durch den Strafrichter oder durch die zuständigen Or- gane der SRG veranlasst werden.
Wie unter Punkt 2 dargelegt, liegen beim vorliegenden Sachverhalt allfällige Massnahmen beim Strafrichter oder bei der SRG. Das Radio- und Fernsehgesetz gibt dem Bundesrat als Konzessionsbehörde keine entsprechenden Eingriffs- möglichkeiten.
Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundesra- tes nicht befriedigt und verlangt Diskussion.
Abstimmung - Vote Für den Antrag auf Diskussion Dagegen
Verschoben - Renvoyé
offensichtliche Mehrheit Minderheit
80-N
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Jahr
1993
Année
Anno
Band
I
Volume
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Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 92.3517
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 19.03.1993 - 08:00
Date
Data
Seite
633-633
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Ref. No
20 022 497
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