Interpellation on Marcos mutual legal assistance delays

20020753Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB)13.12.1991Other

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

Scheidegger asked the Federal Council whether the Swiss mutual legal assistance proceedings concerning Marcos assets had taken too long, harmed Switzerland's reputation, and what could be done to unblock the case. The Federal Council replied that the assets had been frozen in 1986, that the matter had to proceed through mutual assistance subject to Federal Court review, and that delays were largely due to available remedies. It stated that a reform of mutual assistance law had been initiated to shorten proceedings, but that the Marcos case was already too far advanced to benefit from it. The interpellant remained unsatisfied with the reply.

Omnilex-Regeste

Mutual legal assistance; parliamentary interpellation concerning duration of proceedings and legislative reform. The Federal Council may acknowledge delays in complex mutual assistance matters and refer to the impact of procedural remedies on the length of proceedings. Where a legislative revision is underway to shorten future proceedings and restrict remedies, this does not affect pending cases absent entry into force; the executive may not retroactively deblock a matter through the planned reform. Considerations of international cooperation and procedural guarantees must be balanced with the need for effective enforcement.

Gesamter Gesetzestext

Interpellation Scheidegger

2506

N

13 décembre 1991

bar und garantiert eine gesamtschweizerische Solidarität. Ein- zelne stärker betroffene Forstbetriebe müssen ihre besondere Stellung innerhalb des Kantons vertreten.

  1. Forstschutzmassnahmen sind gemäss heute gültigem Forstpolizeigesetz in erster Linie Aufgaben der Kantone (Art. 32 und 32bis FPoIG) und werden durch den Bundesbe- schluss finanziell unterstützt. Gemäss unserem Wissensstand kann die Gefährdung durch Käferpopulationen im Moment noch nicht abschliessend beurteilt werden. Die Entwicklung muss laufend beobachtet werden. Bereits heute können durchaus einzelne Forstbetriebe stärker betroffen sein. Eine Ueberbrückung der kurzfristigen Finanzknappheit ist dabei durch Umlagerung von Krediten innerhalb des Kantons zu er- wirken.

  2. Der Bundesrat ist sich der möglichen zukünftigen Schäden bewusst. Die ungewisse Schadenentwicklung und die allge- meine Finanzlage ermöglichen im heutigen Zeitpunkt keine Aufstockung der vorgegebenen Kredite. Bei zunehmender Verschlechterung der Schadensituation wird der Bundesrat aber eine Neubeurteilung vornehmen. In einem aktuellen Kreisschreiben der Eidgenössischen Forstdirektion an die Kantone vom 15. Oktober 1991 wird der wirksame Einsatz der vorhandenen Mittel aufgrund einer Prioritätenliste geregelt.

  3. Das neue Waldgesetz tritt voraussichtlich auf den 1. Januar 1993 in Kraft. Nach neuem Waldgesetz ergreifen die Kantone die forstlichen Massnahmen gegen Ursachen und Folgen von Schäden, welche die Erhaltung des Waldes gefährden kön- nen (Art. 27 WaG). Der Bund hilft bei ausserordentlichen Situa- tionen mit (Art. 28 WaG). Die Bereitstellung der für den Vollzug des neuen Waldgesetzes benötigten Kredite erfolgt auf dem Budgetweg durch entsprechenden Beschluss des Parlamen- tes. Bei der Bemessung der Höhe der Mittel werden insbeson- dere die Schadensituation sowie die Finanzlage des Bundes mitzuberücksichtigen sein.

Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundesra- tes nicht befriedigt.

91.3218

Interpellation Scheidegger Rechtshilfegesuch Philippinen Demande d'entraide judiciaire des Philippines

Wortlaut der Interpellation vom 20. Juni 1991

Am 25. April 1986 ersuchte die Republik der Philippinen das BAP formell um Rechtshilfe für die Rückführung der Vermö- genswerte, die F. E. Marcos und seine Angehörigen sich un- rechtmässig in Ausübung ihrer öffentlichen Funktionen ange- eignet haben sollen. Die entsprechenden Arbeiten wurden nun vom BAP eingeleitet. Erst am 21. Dezember 1990 lag ein Urteil des Bundesgerichts vor. Ist der Bundesrat nicht auch der Meinung, dass

  1. diese Frist viel zu lang war?

  2. der schweizerische Rechtsstaat international in ein schlech- tes Licht geraten ist?

  3. Was gedenkt der Bundesrat zu tun, um dieses Verfahren, das immer noch in tiefen Problemen steckt, zu deblockieren und eventuell andere Verfahren nicht in dieselben Geleise fah- ren zu lassen?

Texte de l'interpellation du 20 juin 1991

Le 25 avril 1986, la République des Philippines avait officielle- ment demandé à l'Office fédéral de la police (OFP) l'entraide judiciaire de la Suisse. Elle voulait en effet récupérer les fonds que l'ex-président F.E. Marcos et des membres de sa famille avaient, dans l'exercice de leurs fonctions, extorqués à l'Etat

puis placés dans des banques suisses. L'OFP avait alors mis en route la procédure, mais il avait fallu attendre le 21 décem- bre 1990 pour que le Tribunal fédéral rendît son jugement. Le Conseil fédéral n'est-il pas comme moi d'avis:

  1. qu'il a fallu attendre beaucoup trop longtemps?

  2. que la réputation internationale de la Suisse, Etat fondé sur le droit, a été ternie de ce fait?

  3. Que pense-t-il entreprendre pour faire avancer la procédure qui est toujours bloquée et pour faire en sorte que les deman- des à venir ne connaissent pas le même sort?

Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun

Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.

Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 6. November 1991 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 6 novembre 1991

Der Bundesrat hat am 24. März 1986 gestützt auf Artikel 102 Bundesverfassung die Sperre der auf Schweizer Bankkonten liegenden Gelder verhängt. Für die Rückführung der Gelder wurde indessen auf den Rechtshilfeweg verwiesen. Die Ab- wicklung des Rechtshilfeverfahrens unterliegt in letzter Instanz der Kontrolle des Schweizerischen Bundesgerichtes.

Wie verschiedene andere Rechtshilfefälle der letzten Jahre ge- zeigt haben, lässt sich jedes Rechtshilfeverfahren durch die betroffenen Personen unter Einlegung der ihr zustehenden Rechtsmittel soweit verzögern, dass die grundlegenden Ziele der Rechtshilfe weitgehend vereitelt werden.

Um die internationale Zusammenarbiet auf dem Gebiet der Verbrechensbekämpfung zu fördern, hat der Bundesrat die Revision des schweizerischen Rechtshilfegesetzes eingelei- tet. Eines der Ziele dieser Revision wird es sein, die Dauer des Rechtshilfeverfahrens grundsätzlich auf neun Monate zu be- schränken. Zu diesem Zweck werden die Rechtsmittel unter Beachtung rechtsstaatlicher Verfahrensprinzipien einge- schränkt.

Für den Marcos-Fall kommt die Revision allerdings zu spät Zurzeit laufen erst die Revisionsvorarbeiten. Wie und wann die Revision in Kraft treten wird, lässt sich derzeit nicht sagen.

Andererseits bleibt es fraglich, ob eine rein auf politischer Ebene durchgeführte Rückführung der Marcos-Gelder zu ei- nem schnelleren und befriedigenderen Resultat geführt hätte. Bereits die Sperrung der Konten stiess auf starke Opposition. Man vermutet Gelder der Familie Marcos in verschiedenen an- deren Staaten. Trotzdem ist bisher keine Rückführung be- kannt. Im Gegenteil, die Schweiz ist unseres Wissens der ein- zige Staat, der die Philippinen zumindest auf dem Rechtshilfe- weg unterstützt. Mehrere Staaten, auf deren Territorium eben- falls Marcos-Gelder vermutet werden, haben nicht einmal die betreffenden Konten gesperrt

Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundesra- tes befriedigt

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Interpellation Scheidegger Rechtshilfegesuch Philippinen Interpellation Scheidegger Demande d'entraide judiciaire des Philippines

In

Dans

In

Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr

1991

Année

Anno

Band

V

Volume

Volume

Session

Wintersession

Session

Session d'hiver

Sessione

Sessione invernale

Rat

Nationalrat

Conseil

Conseil national

Consiglio

Consiglio nazionale

Sitzung

15

Séance Seduta

Geschäftsnummer 91.3218

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum 13.12.1991 - 08:00

Date

Data

Seite

2506-2506

Page

Pagina

Ref. No

20 020 753

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Schlagwörter

mutual legal assistanceprocedural delayjudicial remediesasset recoverylegislative reform

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the delay in the Philippine mutual legal assistance case was excessive and damaging to Switzerland's reputation.

Extrahierter Entscheid

The Federal Council acknowledged the lengthy duration but said delays were caused by available legal remedies and that reform was being prepared.

Extrahierte Begründung

The case was subject to judicial review by the Swiss Federal Court; similar cases show that proceedings can be delayed by remedies. A revision of mutual assistance law was underway but not yet in force.

Kernrechtsfrage

What measures the Federal Council intended to take to unblock the Marcos mutual legal assistance procedure and avoid similar delays.

Extrahierter Entscheid

The Federal Council had already initiated a revision of the mutual legal assistance law aiming to shorten proceedings, but it could not accelerate the pending case through the planned reform.

Extrahierte Begründung

The reform aimed to limit proceedings to about nine months and restrict appeals while respecting procedural guarantees, but it was too late for the Marcos matter.

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